Schriftarten bei der Bundeswehr?

  • Hallo Leute,


    nachdem mein erster Thread schneller geschlossen wurde hier nochmal eine Frage:


    Welche Schriftarten gibt es bei der Bundeswehr? Wird die altdeutsche Schrift oder die sich ähnlich aussehende Schrift Old English Text MD verwendet?


    Bei dieser Frage geht es mir um die Klärung ob es eine "verbotene" gibt oder nicht. Bei vielen Urkunden oder anderen Texten wird diese ja noch zur Traditionspflege benutz und aus gewissen Gründen verbreitet sich das Gerücht, das dieses verboten ist hmmm


    Dies soll keine Politische Diskusion werden und ich finde auch, dass der "Fragesteller" entscheiden soll ob seine Frage beantwortet ist oder nicht :pinch:


    Daher war ja auch die Frage ob es zu diesem Thema Befehle Unterlagen oder ähnliches gibt ?????


    Danke,
    Gruß Fiedl

  • Hallo fiedl
    Die echte altdeutsche Schrift kann kaum noch jemand lesen.
    Gängig war Becker Fraktur


    Die von dir genannte old englische Schrift wird mehr verwendet.
    Ich kann in meinem Grafikprogramm gerne nochmal genauer schauen.


    Es gibt auch viele truetypen die neu sind nur alt aussehen.
    Echte alte Norm Schrift habe ich da von der Reichsbahn...sieht aus wie normale Druckschrift.



    Ich mache später ein paar Bilder verschiedener Schriften.

  • Hallo Fiedl,
    ich habe noch nie etwas von einer verbotenen
    Schriftart gehört.
    Einzelne böse Zeichenfolgen sind verpöhnt zu schreiben,
    also sowas aus dem III Reich.
    Etwas völlig anderes ist hingegen, ob es Vorschriften gab/gibt
    die bestimmte Schriften zur Verwendung empfehlen oder vorschreiben.

  • Hallo,


    ein Zitat:


    "Der Schrifterlass vom 3. Januar 1941 untersagte die Verwendung des alten Schrifttypus Fraktur.
    Am 1. September 1941 ließ Martin Bormann, Kanzleichef der NSDAP, in einem Rundschreiben verkünden,
    dass neben der Deutschen Kurrentschrift ab sofort auch die Sütterlinschrift verboten sei."


    Soweit zur Geschichte.


    Wir sehen, die Ächtung der Frakturschrift geht auf die Regierung des 3.Reiches zurück.


    Ich weiß nicht, ob der Erlass vom 03.01.41 noch rechtsgültig ist.
    Wenn nein, dann spricht nichts gegen die Verwendung von Fraktur.


    Sütterlin habe ich Ender der 60er-Jahre noch lesen gelernt.


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

    Einmal editiert, zuletzt von TDV ()

  • Hallo Fiedl,


    ich kann Dir beides als TTF (True Type Font) für den PC liefern:


    Du suchst sicher die Tannenberg, das ist eine Fraktur-Schrift und die ist keinesfalls verboten.
    Diese Type kann man gut für Urkunden und dergleichen nutzen. Sie wurde und wird bei der
    Bundeswehr nicht dienstlich eingesetzt (außer auf dem kleinen Dienstweg/im Hausgebrauch für, wie
    gesagt, Urkunden, etc.).


    Eine andere Schrifttype, die bei der Bundeswehr schon seit Gründung und auch heute noch dienstliche Verwendung
    findet, ist die DIN-Schrift, und von dieser allerdings die DB-Abwandlung, die auf die Deutsche Bundesbahn zurück-
    geht. Bei der DIN-DB sind die "6" und die "9" anders gestaltet. Wenn Du die Type siehst, wirst Du sie gleich
    erkennen. Sie wird beispielsweise bei den taktischen Zeichen an jedem Fahr- und Flugzeug eingesetzt.
    Du findest diese Schrift auch im Einsatz auf allen Straßenschildern. Seit etwa 10 Jahren hat sie auch international
    im Design ihren Siegeszug angetreten.


    Wie gesagt, beiden Typen schicke ich Dir, wenn Du mir eine eMail-Adresse nennst, wohin ich sie senden kann.


    Abschließend möchte ich noch auf den Schriftenerlass vom Januar 1941 zu sprechen kommen:
    Alles richtig, was weiter oben gesagt wurde. Interessant an dem Schriftenerlass ist der Grund, weshalb er
    überhaupt erlassen wurde. Zunächst verwundert es, daß gerade die Führung des sogenannten III. Reiches
    urdeutsche Schriften im öffentlichen Verkehr (Druckerzeugnisse) verbieten ließen. Man dachte aus damaliger
    Sicht sehr fortschrittlich und noch siegessicher. Der Grund lag in der Überzeugung, daß man, was 41 auch noch so
    aussah, viele Länder und Völker auf Dauer besetzt halten und Germanisieren würde. Man wollte sicherstellen,
    daß über alle Länder, Völker und Sprachen hinweg eine einheitliche Schrift, eben nicht solche, die eher auf den
    deutschen Sprachraum bezogen sind, gelten um den Prozess der Germanisierung sicherzustellen und zu beschleunigen.
    Man wusste, daß natürlich Sprache und Schrift die Schlüssel für den Erfolg der Germanisierung sein würden.
    Und so wollte man mit dem Schriftenerlass sicherstellen, daß jeder nichtdeutsche lesen und verstehen kann, was
    schriftlich abgefasst war.


    Das erklärt auch, warum die Fraktur- und Sütterlinschriften nicht verboten sind und Du diese frei verwenden kannst.


    Herzliche Grüße
    Sundus (mit "Miss Ellie")

  • Danke, alterpapa, es ist eindeutig die erste, die Tannenberg. Beim Vergleich mit dem Ärmelband bitte berücksichtigen,
    daß das gestickt ist und die Schrift nicht so präzise wiedergibt, wie ein PC. Vergleicht bitte mal das "i"


    Die unterste Schrifttype "Wer plündert..." ist nicht die DIN-Schrift, sondern die Arial, die wiederum aus der Helvetica
    abgeleitet wurde. Eine Microsoft-Schrift, die jeder auf seinem Windows-Rechner hat (die Arial).


    Gerade sehe ich ein gutes Beispiel für die DIN, sorry, daß ich jetzt erst darauf komme: In meinem Avatar, 4./370 -
    DAS ist aus der DIN-Schrift gesetzt!

  • Um die ganze Sache nochmal etwas abzurunden!!


    oben ARIAL
    unten DIN 1451



    Jetzt wäre die Frage warum sollte bei der Bundeswehr Schrift verboten werden wenn die DIN 1451 seit 1936!!! NOrmschrift ist ..das auch bei der Bundeswehr.


    Denke ein Verbot kann es da nicht für Schriften geben.


    Würde im Rechtsstreit kein Bestand haben wenn auf der anderen Seite die DIN Schrift seit 1936 überall verwendet wird...


    Wenn natürlich Schriften per Befehl oder sonst was bei der Bundeswehr nicht mehr genutzt werden dürfen weil die "zu deutsch" sind ist das Sache der Bundeswehr.. denke die können das entscheiden am Schreibtisch wie die wollen.
    Bei verstoß zivilrechtlich denke da nichts zu befürchten.. mit den Dienstmaßnahmen denke ich anders???

  • Gut das ihr das mit den Verbot der Frakturschrift verinnerlicht habt.
    Manche ewig gestrigen wissen das nicht,das ihre Vorfahren das
    selber verboten haben.
    Das ist aber nur Druckschrift,Bücher,Formulare,Plakate usw.
    Heute ist Fraktur nicht mehr verboten.


    Das andere ist die Schreibschrift.
    Normal macht man eine Rechtschreibreform.
    Es gab auch eine von 1944 die aber nicht eingeführt, wurde obwohl schon 1 Million
    Schulbücher gedruckt wurden.Herr Hitler hatte damals wichtigeres einzuführen.
    Das von Otto Basler, Erich Gierach und Karl Reumuth erarbeitete Regelwerk sah vor: die fakultative Eindeutschung von Fremdwörtern (Filosof, Fosfor, Rabarber, rytmisch, Teater, Tese, Kautsch, Miliö, Ragu, Träner, Tur), den Wegfall des dritten Konsonanten in allen Zusammensetzungen (Blattrichter, fettriefend, stickstoffrei), die stärkere Ausrichtung der Worttrennung am Zeilenende nach (Sprech-)Silben (wa-rum, da-rüber, Fens-ter) und den Wegfall des Kommas vor Hauptsätzen, die mit und bzw. oder eingeleitet werden.
    Das weiss wohl keiner von euch.Was die Bundeswehr schreibt,ist nur das kleinste Problem.
    So wie heute jugendliche mit halbwissen schreiben,sollte damals Standart werden.
    Alles bei Wiki nachlesbar.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtschreibreform

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Hallo Leute,


    das sind mal Informationen mit denen ich was anfangen kann :thumbsup:


    @TDV ....Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau darum geht es, das Ärmelband beweist, das es eine "besondere" Schriftart noch im Dienstgebrauch ist. Genau das war auch mein Anliegen, da es einige "Übervorsichtige"gibt, die behaupten das sei jetzt auch alles verboten.


    Hier einige Beispiele:


    Schlüsselbänder oder Wandsprüche wie "Klagt nicht, kämpft" oder "Glück ab" die in der Schriftart wie auf dem Ärmelband getragen werden ..... sollen wohl verboten sein hmmm


    Gruß Fiedl

  • @ alterpapa


    Danke für Deine Mühe. Jetzt hast Du die - richtige - DIN-Schrift.


    Kannst Du Lackierschablonen machen? Hast Du einen Schneideplotter?


    Was würde das kosten, wenn Du eine solche Schablone anfertigen würdest?


    Dir und Euch allen, die mitlesen, einen schwungvollen Start in eine erfolgreiche Woche!


    Herzliche Grüße
    Sundus


    P.S.: Es ist schon traurig, was aus "unserer" Bundeswehr geworden ist. Den Rest spare ich mir, gehört hier nicht hin.
    Aber: Nichts bleibt, wie es ist!

  • Zitat

    Hallo,


    kennt jemand diese Schriftart?

    Es handelt sich um eine auf einer Schablonenmaschine angefertigte Schablone.

    Bisher habe ich nur Maschinen aus US-Herstellung gesehen, die offenbar auch bei der Bundeswehr verwendet werden, z.b. in Depots.

    Als Hersteller kenne (und habe) ich Welche von Ideal Stencil Machine Co., und Diagraph.

    Es gibt verschiedene Größen

    Zum herstellen der Schablone wird ein Streifen dünne Pappe eingespannt, mit einem großen Handrad der Buchstabe ausgewählt, und durch drücken eines Hebels ausgestanzt. dabei wird der Pappstreifen wie bei einer Schreibmaschine weitertransportiert, und der nächste Buchstabe kann gestanzt werden.

  • Sind nicht günstig :wacko:

    ...und sind elend schwer :schwitz:
    Hab zwei solche Dinger, in 1/4" und 1/2"... die wiegen bestimmt 25 oder 30 Kilo das Stück...

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • ich hohl mal das alte Thema vor. Ich möchte kleine Kanister 5L und 10L mit ...Motoröl...bze. Getriebeöl beschriften .

    Gibs da schon ne fertige Schablonenschrift in Word, oder was nutzt Ihr für sone profane Aufgaben?


    Gruß Micha

  • Hallo Micha!


    Hier ist die DIN Schablonenschrift:

    https://www.dafont.com/din-schablonierschr.font


    Die Datei downloaden und beim Windows PC den Ordner "C: - Windows - Fonts" ziehen. Dann installiert sich die Schriftart selbstständig. Anschließend Word öffnen und tadaa. ;-)

    Bei Obst-Computern muss dir jemand anders helfen. :engel:


    Ich druck mir die Schrift auf etwas dickeres Papier und schneide die Buchstaben mit einem feinen Cuttermesser aus.


    Um die Größe zu ermitteln halte ich ein DinA4 Blatt auf mein Computerbildschirm und vergrößer die Ansicht bei Word so lange, bis die Dimensionen des Word Dokuments am Bildschirm einem "echten" Blatt Papier entsprechen. Dann kann man direkt am Bildschirm sehen, wie groß die Schablone wird.

    Vllt gibt's da auch einen einfacheren Weg. Für die paar Schablonen reicht mir das aber massig aus.


    NB: die Schablonenbuchstaben gibt's aber auch für kleines Geld aus Blech. "DIN Schrift schablonen" bei den Onlineshops.


    Gruß

    Pitter