Splittertarn Uniformen Unterschiede Varianten

  • Hallo zusammen,


    bin neu hier (könnt ihr alles in meiner Vorstellung nachlesen) und möchte gleich mal versuchen, ein Thema zu starten, was vielleicht für einige von Interesse sein könnte.
    Bei mir hat sich über die Jahre einiges an Splittertarnkleidung angefunden und es gibt so viele feine Unterschiede, die es Wert sein müssten, einmal angesprochen zu werden:
    Es geht mir zunächst nur die Std-Uniformen (nicht Falli).
    Farben (dürfte bekannt sein):
    - bläulicher Untergrund (Stoff innen meist blaugrau)
    - grünlicher Untergrund (Stoff innen meist grüngrau)
    Stoff:
    - Zeltplanenmäßig (steif und geräuschvoll)
    - selten Jeansmäßig (weich und raschelarm)
    Hose:
    - STD-Ausführung mit Druckknopfriegel hinten
    - seltene Ausführung mit Gurtband zum Engstellen rund um die Oberschenkel, vorn und hinten gedoppelt, unten am Druckknopfriegel 3 statt 2 Knöpfe. Die Druckknöpfe der Taschen sind statt am Rand weiter innen und die Taschen haben keine Schlaufen innen. Scheint zeitgleich zur STD-Ausf. hergestellt zu sein. Meine ist glaube gestempelt RKK II/56.
    HAT JEMAND ERKENNTNISSE DAZU? Ist es eine Sonderausführung für irgendwelche Truppen oder ein Vorgängermodell?
    Jacke:
    - gerade Taschenpatten oder abgeschrägte Patten
    - mit Schlaufen in den Brusttaschen, oder ohne diese, dann wiederum mit mittig angebrachten Druckknöpfen (ist das eine frühere oder spätere Ausführung?)
    - Reißverschluss RiRi oliv oder blau
    - Reißverschluss im Original vorn durchgenäht oder von der Deckklappe verdeckt
    - glatte oder gekörnte Druckknöpfe
    - Innen obere Rückendopplung unten festgenäht oder lose
    - am Ärmelbündchen 2 oder nur 1 Knopf
    - Kragenunterseite auf mehrere unterschiedliche Weisen gearbeitet
    usw.
    Kann jemand sagen, wann die Jeansartigen Stoffe dazu gekommen sind? Habe davon Jacke (Etikett unleserlich), Kapuze und Handschuhe (RKK I/56). Hat noch jemand eine Hose über? Dann würde ich :H:
    Kapuzen:
    - Druckknöpfe 5 Stück für Kragen
    - Druckknöpfe 4 Stück für Kragen + 1, wo man die Kapuze zusammenfalten und Knöpfen kann, weil oben an der Kapuze mittig noch ein Druckknopf angebracht ist. Diese Ausf. passt nur an die Jacke ohne Schlaufen in den Brusttaschen!
    - Zugschnur kommt außen raus, bei anderen innen


    Weiter besitze ich noch eine neuwertige Fallihose im "Broad Splinter" Muster von Marquart und Schulz von 12/57. Aber das ist ein komplett anderes Thema...


    So, viele Fragen ?(


    Vielleicht hat jemand Antworten. Freue mich!

  • Hallo.
    Gleich mal eine Gegenfrage: Was ist die STD-Ausführung :?:
    Lese ich zum ersten Mal die Abkürzung.
    Meinst Du "Standard" / Std :?:


    Ansonsten ein interessantes Thema, welches durch erklärende Fotos viel aufschlussreicher wäre.


    Ich habe z.B. eine Jacke, bei der die inneren Verstärkungen sandfarben sind:

    Die Jacke hat folgendes Etikett:


    Bisher habe ich nur olive Verstärkungen gesehen, so wie bei dieser Hose:


    Zu den unterschiedlichen Farben der Innenseiten meintest Du sicherlich diese Ausführungen:

    RECHTS deutlich hellgrüne und weicher Griff
    LINKS blaugrün und steifer Stoff


    Mit Bildern erklärt sich vieles besser (finde ich).


    Gruß - Kai


    P.S. Bin auf weitere Beiträge gespannt :thumbup:

  • Hallo Kai,


    danke! Mit den Bildern gebe ich Dir völlig recht. Komme ich nur gerade nicht zu. Werde ich aber gewiss nachholen! :^:
    Ja, mit STD meinte ich Std.. Sorry für die Verwirrung.
    Für die Verstärkungen wurde ja manchmal sogar Tarnstoff genommen. Mit weichem Stoff meine ich die Jeansstoffausführung mit richtig gut sichtbarem Webmuster: Aber die Farbunterschiede kommen gut rüber auf deinem Kapuzen-Foto. Vom S. Müller aus Salzgitter habe ich z. Bsp. noch nichts :frust: Wusste gar nicht, dass es den Hersteller gab. Muss mal nachschauen, was bei meinen so steht, neben den üblichen wie RKK, C. Schwarz, Oberrheinische Bekleidungswerke, BUFA usw..
    Das haste ja schon eine Kapuze mit Druckknopf oben auf dem Foto (grünliche). Die passen lt. meiner Erfahrung nur an die seltenen Anzüge ohne die Schlaufen in den Taschen und mit den mittig angebrachten Druckknöpfen auf den Patten. Zu diesem Anzug gehört auch die seltene Hose mit den Zugband um die Oberschenkel. Von diesen Hosen habe ich erst ein einziges Originalfoto eines OFFZ von 1958 gesehen. Das würde mich mal jucken, herauszufinden, ob es evtl. ein Versuch war oder eine frühe Variante... hmmm

  • ... ja, die Kapuze ist wohl recht selten.
    Hier noch einmal der Unterschiede bei der Knöpfung:

    Man erkennt gut, dass die Druckknöpfe unterschiedlich angeordnet sind.
    Bei der grünlich Kapuze passt der mittlere Druckknopf meiner Meinung nach nur zu dem dem Gegenstück obe an der Kapuze.
    Damit lässt sich die Kapuze hinten am Kragen fixieren.
    So war es bei den frühen Feldjacken/Parkas ja auch noch angedacht:

    Damit konnte man die Kapuze an dem Gegenstück im Nacken fixieren.
    ... doch jetzt Schweife ich ab :whistling:


    Gruß - Kai

  • Ja, der einzelne Druckknopf ist zum fixieren der Kapuze, genau wie bei den Falli-Kapuzen im Broad-Splinter Pattern. Meine Falli-Hose in diesem tarnmuster ist von Ende 1957.
    Das mit dem Parka bringt mich daher auf eine Idee... :thumbsup: Den ersten Parka gab es ja 1958 (noch mit den kreuzgenähten Schulterklappen).
    Demzufolge könnte diese seltene Kapuze (die nur an den seltenen Anzug ohne Schaufen in den Taschen mit der Riemenhose passt) eine späte Variante sein (und damit auch der Anzug).


    Aber nein, passt auch nicht! In der Hose steht ja RKK II/56 (also nicht spät), da die Std.-Ausführung ja noch bis 1957 hergestellt wurde. Ach... :heul:
    In anderen Hosen steht auch RKK II/56. Die sind aber in der Std.-Ausführung gehalten (ohne Gurtband am Oberschenkel). Also wurde beides zeitgleich oder zumindest im selben Monat oder Quartal hergestellt (II/56). Daher denke ich wiederum an eine Ausführung für bestimmte Truppen oder eine Versuchsreihe. Aber wer weiß.

  • Hallo Kai,


    der Druckknopf dient dazu den gesamten Parka in die Kapuze einzurollen und dann mit dem Druckknopf am Rückenteil zu verschließen.



    Der Parka wird (Reißverschluss und Knopfleiste geschlossen) auf die Breite der Kapuze zusammengelegt und dann eingerollt, zum Schluß wird er in die Kapuze eingepackt. Das Futter in der Kapuze wird in den hinteren Knopf eingedrückt und der vordere Knopf wird mit dem Druckknopf am Rückenteil verbunden.


    Leider habe ich momentan keinen Parka zu Hand um das zu demonstrieren.


    Detlev

  • Broad-Splinter Pattern


    ... warum benutzt Du für die FschJg-Varianten die englische Bezeichnung :?:
    Im SCHUSTER wird von Variante 1 und 2 gesprochen.
    Da es ein deutsches Tarnmuster ist, sollte man die deutsche Bezeichnung doch auch ruhig nutzen.
    Es wird schon genug ins "denglisch" umgemünzt :!:


    Gruß - Kai

  • der Druckknopf dient dazu den gesamten Parka in die Kapuze einzurollen und dann mit dem Druckknopf am Rückenteil zu verschließen.


    ... und wieder etwas dazu gelernt :thumbsup:
    Das muss ich gleich mal ausprobieren :!:
    ... aber jetzt sind wir schon wieder beim falschen Theman :whistling:


    Weiter mit Splittertarn :!:


    Gruß - Kai

  • ... das mit dem Foto wird nichts.
    Ich krieg den Parka einfach nicht so weit in die Kapuze, dass der Knopf sich schließen lässt :!:
    Das klappt höchstens ohne Futter.
    Würde dann aber nur noch wenig Sinn machen hmmm


    Gruß - Kai

  • und jetzt die von der Machart passende "Sonderjacke" ohne Schlaufen in den Taschen, Druckknöpfe mittig auf den oberen Patten.
    Rücken- und Schulterpartie innen ist nicht wie üblich unten festgenäht, sondern hat eine Art Beschichtung, änhlich wie bei der Filzlaus gegen Feuchtigkeit.
    Kragen hat nur 4 Druckknöpfe für die Kapuze. Dafür hat diese einen zusätzlichen Knopf oben und unten, um die Kapuze einzurollen/einzuknöpfen (wie bei den oliven Parkas). Dieses haben meines Wissens nur die Kapuzen dieser "Sonderjacken" und die Kapuzen der Falli-Anzüge. hmmm

  • Da diese "Sonderjacke im Dez. 1956 hergestellt wurde, kann es auch keine ganz späte sein, aber auch keine ganz frühe.
    Diese Jacken und Hosen und Kapuzen wurden also zeitgleich mit den bekannten Std.- Ausführungen hergestellt.
    Warum? Wofür?
    Auch kann es nicht mit einer Eigenart eines Nieschenherstellers zu tun haben. RKK hat viel gefertigt in Std.-Ausführung zur gleichen Zeit.
    Kann es für LL-Truppen (nicht Falli) oder Gebirgsjäger sein? Oder einfach nur wenig gefertigtes 2. Modell?

  • - Hier noch eine extrem bläuliche Variante (kommt auf dem Bild nicht so gut rüber)
    - ne Puppe als Gesamteindruck (Ich freue mich immer über schöne Puppenfotos und hoffe, dass ihr auch Gefallen daran findet, auch wenn mein Kamerad etwa blass im Gesicht ist. Kommt davon, wenn man Jahre nicht an die Frische Luft kommt 8) )
    - weitererer Auszug aus Sammlung Farbunterschiede


    So das war´s erstmal. Bin auf eure Kommentare gespannt.

  • ...auch um den Spaten werden Dich einige beneiden,,, :thumbsup:


    Die Unterschiede innerhalb der scheinbar so homogenen Kategorie "Kampfanzug, Tarndruck" finde ich interessant ... als jemand der Bestecke zwecks statistischer Bewertung sammelt ist eine so intensive Beschäftigung mit einzelnen Ausrüstungsteilen sehr willkommen.


    Ohne die tatsächlichen Gründe zu kennen befürchte ich aber, bei einigen "kleineren" Varianten, dass dies keine Versuchversionen (o.ä.) waren, sondern nur Ausdruck einer nicht vollumfänglichen Leistungsbeschreibung der Beschaffungsstelle, die zu unterschiedlichen Ergebnissen bei den Herstellern führte. Die Anzahl der Hersteller für Textilien war auch 1956/57 sehr gross, weil der Bedarf gedeckt werden musste... ggf. hat man da auch Lieferungen akzeptiert, die von dem was man eigentlich wollte abwichen, einfach um die Stückzahlen zu erreichen,,,


    Bei den Dienstanzügen (Affenjacke und Co. ) war die Leistungsbeschreibung Gegenstand einer Veröffentlichung im Verbandsblatt der Schneiderzunft...da hätte sich theoretisch jede Schneiderei melden können!


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


    Wir sind nicht gestört...wir sind verhaltensoriginell!

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    "Band III in Vorbereitung - Von Eisenschweinen und Erdferkeln"
    Hier gehts zum Verlag

  • Wer bzw. welche Firma steckte eigentlich hinter dem Herstellerkürzel "RKK" ?

    Deutsch ist wirklich eine schwere Sprache. :wacko:
    -Tagsüber: ...................... - Abends:
    Der Weizen. ------------------ Das Weizen.
    Das Korn. --------------------- Der Korn.
    :saint: :lol:

  • uper Thematik!


    Reschpekt zu Deiner Sammlung!!!


    Also meine "normale" Tarnjacke weist den Hersteller#
    Oberrheinische Kleiderwerke Appenweier/Baden auf und ist vom Jan 57.


    mkG
    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!