Der Bundeswehrparka - Feldparka / Feldjacke

  • Angeregt durch den Beitrag von Schleuder78 zum Thema Splittertarnanzug (Splittertarn Uniformen Unterschiede Varianten) kamen wir auf die zusätzlichen Druckknöpfe an der Kapuze des oliven "Feldparkas" zu sprechen.


    Dabei vertrat der Fahnenjunker zu dem zweiten Druckknopf an der Kapuzenmitte und dem Gegenstück im Schulterbereich folgende Meinung:

    Zitat

    der Druckknopf dient dazu den gesamten Parka in die Kapuze einzurollen und dann mit dem Druckknopf am Rückenteil zu verschließen.
    Der Parka wird (Reißverschluss und Knopfleiste geschlossen) auf die Breite der Kapuze zusammengelegt und dann eingerollt, zum Schluß wird er in die Kapuze eingepackt.
    Das Futter in der Kapuze wird in den hinteren Knopf eingedrückt und der vordere Knopf wird mit dem Druckknopf am Rückenteil verbunden.


    Das fand ich eigentlich ganz logisch, bin ich bis dahin doch immer davon ausgegangen, dass die Knöpfung zur Fixierung der Kapuze gedacht war.
    Also habe ich meinen Parka von 1960 ausgepackt und mal probiert.
    Doch ich konnte falten und rollen wie ich wollte, ich bekam die beiden Druckknopfteile nicht zusammen:

    Das lässt mich nun an der Einrollmöglichkeit zweifeln.
    Das klappt höchstens ohne Futter, würde dann aber für mich keinen Sinn mehr ergeben hmmm


    Die ZDv 37/10 von 1972 lässt sich zu diesem Theman folgendermaßen ein:


    "eingerollt als Nackenschutz" spricht dann doch eher für eine reine Kapuzenbefestigung.
    "gerollt in der großen Kampftasche oder auf dem Deckel mit Riemen befestigt" spricht nicht unbedingt für das Einrollen in die Kapuze.


    Hat hier jemand diese Technik des Einrollens in die Kapuze schon einmal ausprobiert oder sogar hinbekommen :?:
    Würde mich wirklich interessieren :!:


    Bin auf Eure Beiträge gespannt. Gruß - Kai

  • Das mit dem Einrollen der Parkakapuze in die Kapuze selbst habe ich auch schon probiert. Aber nie hat die Kapuze gehalten. Wenn ich die einrolle, ist doch auch der Druckknopf unbrauchbar, da mit eingerollt.
    Falls die mal jemand erfolgreich eingerollt hat (mit Nutzung des Druckknopfes) bitte ich um Bilder.
    Daher kam ich auf den Gedanken, dass der Knopf nur dazu dient, die Kapuze oben zu fixieren, dass der Wind nicht rein greift und die Kapuze aufbläst und flattern lässt. Obwohl, dass kann man mit der Schnürung auch erreichen. hmmm
    Das selbe Prinzip gibt es ja bei den Splittertarnkapuzen für Fallschirmjäger und bei den Kapuzen für die seltenen "Sonderanzüge".
    Jedenfalls haben die "normalen Splittertarnkapuzen" keinen solchen Druckknopf oben und hängen immer hinten runter, wenn man die Schnürung nicht nutzt. Ich stelle mir gerade vor, wie das ist, wenn man im Gelände/Gras liegt, sich unauffällig verhalten will und plötzlich die große Tarnkapuze hochflattert durch einen Windstoß...
    Das kann ja nur zum Einrollen gem. zitierter ZDV gedacht sein, aber wie :?:

  • Hallo Detlev.
    Ich habe den Parka mit Kunstfaserpelz genutzt.
    Dabei habe ich des Futter auch aus der Kapuze rausgeknöpft, um ein wenig mehr Volumen zu erhalten.
    Hat aber alles nicht funktioniert.


    Vielleicht bekommst Du es ja hin und kannst es uns dann mal zeigen.


    Hallo Christian.
    Zum Einrollen als Nackenschutz habe ich meine Kapuze hinten angeknöpft und die Zugbänder zusammengezogen.
    Dadurch bleibt die Kapuze oben und kann nicht runterrutschen.
    Der Nacken ist dann schön durch den Kunstfaserpelz gegen Wind und Kälte geschützt.


    Das halte ich für eine praktikabele Lösung.


    Gruß - Kai

  • Zum Thema Kapuzendruckknöpfe lohnt es sich auch einmal über den Tellerrand zu schauen.
    In diesem Fall nach Belgien zur Fallschirmjägerjacke in "Kongotarn":



    Die Jacke von 1956, die vom Material und Schnitt her vieles mit der Bw-Splittertarnjacke gemeinsam hat, verfügt auch über eine angeknöpfte Kapuze.
    Hier fallen ebenfalls zwei zusätzliche Druckknopfpaare auf, die nicht zur Befestigung der Kapuze dienen:




    Diese Druckknöpfe dienen offensichtlich nur dazu die Kapuze zu fixieren, um sie gegen ungewünschtes Flattern sichern zu können.


    Das scheint mir eine ähnliche Lösung wie beim Bw-Feldparka zu sein.
    Weitere Meinungen sind ausdrücklich erwünscht :!:


    Gruß - Kai

  • Interessant ist auch die weitere Entwicklung beim Parka.
    Hier wurde immer weiter vereinfacht.
    So hat der Parka von 1978 nicht mehr das Druckknopfpaar zum fixieren der Kapuze.
    Das hatte dann auch Einzug in die ZDv 37/10 von 1982 gehalten.
    Dort heißt es an entsprechender Stelle dann nur noch:


    Hier wird nur noch auf das Futter eingegangen. Kein Einrollen der Kapuze als Nackenschutz mehr.
    Die große Kampftasche gibt es nicht mehr und der Parka wurde nun unter die Klappe des Rucksacks (umgangssprachlich: Jägerrucksack) untergeschnallt.


    Es scheint sich also nicht bewährt zu haben mit den Druckknöpfen zur Fixierung der Kapuze, oder man hat es aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr für nötig erachtet.


    Gruß - Kai

  • Die Druckknöpfe, egal ob bei einer Variante der Splittartarnkapuze, oder beim frühen BW-Parka oder beim belgischen Modell, können meiner Meinung nur dazu dienen, dass die Kapuze nicht rumflattert.
    Bei den späteren BW-Parkas vermute ich auch, dass die aus Sparzwang weggelassen wurden. Genau wie viele andere Ausstattungsmerkmale an anderen Uniformteilen.
    Man muss sich da nur mal als Beispiel die Moleskin Feldhosen anschauen und vergleichen, was von der ersten Variante 1963 bis zur letzten Variante in den 80ern schrittweise nach und nach alles weggelassen wurde (sämtliche Doppelungen, große durch kleine Taschen ersetzt, Taschenpatten, Bundverstellung, ja sogar zuletzt die im Bund vorhandenen Riemchen zum Einknöpfen der Moleskinjacke).

  • ... ja, ich denke auch mal, dass das Druckknopfpaar einfach dazu gedacht war um zu verhindern, dass die Kapuze im Wind anfängt zu flattern.
    Es wäre nämlich schlecht, wenn der Soldat im flachen Gelände gerade so noch volle Deckung nehmen konnte und dann durch eine im Wind wehende Kapuze verraten wird.
    Da sehe ich den wahrscheinlichsten Ansatz zur Anbringung des Druckknopfes.
    Das Einrollen ist natürlich auch eine praktische Geschichte und man benötigt keine Rödelriemen; nur funktionieren sollte es :!:


    Da das Thema hier ja "Der Bundeswehrparka" ist, möchte ich gleich noch eine weitere Frage stellen, die mich schon seit längerem interessiert.
    Dabei bin ich aber wieder auf Eure Hilfe angewiesen.


    Mein ältester Parka im Bestand ist von 1960 und sieht so aus:



    Nichts Besonderes, ich möchte aber noch auf Details eingehen, um feststellen zu können, ob es zu vorherigen Modellen Abweichungen gab.
    Dieser ist mit einem Kunstfaserpelz (Teddyfutter) ausgestattet.
    Die Schulterklappen bei den Parkas waren lange Zeit noch in der spitzen Form ausgeführt:

    (Die Fernmelderlitze bitte ignorieren. Die war da so mit dabei)


    An den Ellenbogen waren die Ärmel gedoppelt:


    An den Achselm haben die frühen Parka Keile eingenäht, die Belüftungsösen versehen sind. Das dient einer besseren Beweglichkeit der Arme.
    Dieser Keil fand sich auch beim Futter wieder::


    Am Ärmelabschluß befindet sich ein Verstellriegel in Form einer Schulterklappe, mit dem man die Ärmelweite einengen kann, wenn das Futter ausgeknöpft war:


    War das Futter eingeknöpft hatten die im Ärmel einen weitenverstellbaren Gummizug eingearbeitet, welcher Wärmeverlust vorbeugen sollte:


    Unter beiden Brusttaschen befand sich eine Druckknopf, an dem man die Signaltaschenlampe anbringen konnte und den man natürlich auch als Ersatzknopf nutzen konnte. Damit das mit der Lampe auch ordentlich war von hinten eine Verstärkung untergenäht:


    Im Schulterbereich hatte der Parka eine dünne Dopplung angebracht, die nach außen mit einer Nässeschutzfolie versehen war, um ein frühzeitiges Durchnässen zu verhindern. Aus diesem Material, nur ohne Beschichtung, war auch das Taschenfutter gearbeitet:


    Im Taillenbereich befand sich ein Zugband, mit dem man die Weite des Parkas regulieren konnte:


    Von innen sah das so aus. Der breite und stabile Taillenzug über Knopflöcher reguliert werden:


    Im Schulterbereich befand sich der bereits angesprochene Duckknopf, der sein Gegenstück als zusätichen Knop an der Kapuze hatte:



    Die Kapuze selber konnte hoch geschlossen werden und verfügte über einen Zug zum Einengen, dessen Bänder durch eine eingenietete Öse geführt wurden:


    Der Reißverschluss war nur bis zur Hüfthöhe ausgeführt und hat bei diesem Modell ein Lederzuglasche angenäht, welches original ist. Ob die Farbe im Laufe der Jahrzehnte ausgeblichen ist, kann ich nicht sagen:


    Die Bänder des Abschlußsaum wurden zu Ösen vernäht und konnten an einem zusäztlich angebrachten Knopf der Futterknöpfung festgelegt werden, damit sie sich nicht versehentlich irgendwo aufhängen:


    Die Etiketten der frühen Parka waren in der Innentasche angebracht. Hier das dazugehörige Etikett zum Parka:


    Das Futter hatte an der gleichen Stelle ebenfalls ein eigenes Etikett:


    Das wären dann die wichtigsten Merkmale des frühen Parka von 1960.
    (Anmerkung: teilweise sind Bilder andere Parkas dazwischen, die aber alle von 1960-1962 sind. Daher die Farbabweichungen :!: )
    Es gab aber schon vorher Parkas. Modelle aus dem Jahr 1959 sind mir bekannt. Der Cristian (Schleuder78) hat nun auch noch das Jahr 1958 mit ins Rennen geworfen.


    Nun die Frage: Von wann datiert der erste Parka der Bundeswehr :?:


    Es wäre schön, wenn Ihr hier mal Eure ältesten Parka (vor 1960 oder Abweichungen) bildlich mit eventuellen Unterschieden vorstellen könntet.
    Auf die jüngeren Modelle werde ich noch eingehen.
    Erst wollen wir mal die frühen Modelle klären.


    Gruß - Kai

  • Mein ältester ist von 1958. Bilder später am Wochenende.
    - Schulterklappen sind kreuzgenäht (wie bei Splittertarnjacke)
    - nur 1 Knopf für die Taschenlampe
    Dann habe ich 2 von 1959:
    - Schulterklappen schon ohne Kreuznaht
    - immer noch nur 1 Knopf für Taschenlampe
    Dann einer von 1960 mit Steppfutter vom gleichen Hersteller und Monat:
    - Schulterklappen wie bei 1959
    - aber schon auf beiden Seiten Knöpfe für Taschenlampe (Ab Anfang der 70er hat man den 2. Knopf ja wieder eingesparrt.)


    Bei den Kapuzen gibt es bei den 3 Jahren keinen Unterschied. Alle haben oben 2 Druckknöpfe (1x für Futter, 1x zur Fixierung)
    Zum Futter bei 1958 und 1959 kann ich leider nicht sagen, ob da ein Steppfutter oder ein Plüsch rein gehört, da bei meinen spätere drin sind.
    Scheinbar gab es ja zuerst Plüsch, dann Stepp, dann wieder Plüsch :whistling:  
    Alle hatten im Original keine National-Kennzeichen, da ja glaube erst Mitte 1961 eingeführt. Der 1960er ist brandneu und hat zum Glück auch nachträglich nie welche erhalten. So kann ich ihn schön für eine zeitgebnössiche Puppe nutzen.
    Die beiden 1959er und der 1958 wurden leider nachgerüstet, so dass sie für ein 50er Jahre Display nicht brauchbar sind. Und das Problem, wenn man die Fähnchen entfernt, ist, dass der Stoff darunter meist dunkler (da nicht verblichen) ist und man die ehemaligen Nähte erkennt :motz:
    Übrigens bilden hier die Moleskinjacken aus den 60ern eine Ausnahme! Die ersten wurden 1963 produziert. Da hätten also schon Fähnchen dran sein müssen. Jedoch wurden sämtliche Molskinjacken, die in den 60ern produziert wurden, ab Fabrik NICHT mit Fähnchen versehen, weil der Anzug zuerst nur als Nachfolger des Fischgrät-Arbeits-Anzuges gedacht war und nicht als Kampfanzug. Erst ab der 1. Ausführung ohne Ellenbogenverstärkung wurden Fähnchen serienmäßig vernäht.
    Alle 60er Jahre Ausführungen, auf denen heute Fähnchen sind, wurden später nachgerüstet (genau wie die frühen Parkas).

  • Die 1958er Parkas wurden wohl zur Kampfanzughose "Übergangslösung" getragen, als erster oliver Kampfanzug noch vor der Filzlaus. Im Sommer ohne Futter. Es gab ja keine Feldbluse oder so zur Übergangslösungshose.
    Schade, dass man dazu leider im Schuster nichts findet (glaube ich so aus dem Stand). Aber im Schuster gibt es ja einige Lücken/Fehler :/ (obwohl ich es sonst natürlich gut finde :thumbup: ).

  • Den Schuster finde ich auch gut.
    Aber, der hat sich an der Lehrmittelsammlung der Logistikschule orientiert, und die hat gerade im frühen Bereich sehr viele Lücken.
    Da hat man früher halt keinen Wert drauf gelegt.
    Man musste zusehen die Truppe auf Sollstärke zu bringen.
    Da war keine Zeit zum Sammeln von ausgesonderter Ausrüstung.
    Schade, schade ...


    Der Parka von 1958 interessiert mich brennend =O
    Vor allem BILDER :!:


    Mit der Bezeichnung "Übergangsmodell" kann ich mich übrigens anfreunden.
    Das stellt meiner Ansicht nach sogar eine Vorstufe zum Parka dar, der in der Anfangszeit auch noch als "Kampfjacke" bezeichnet wurde.


    Dazu gibt es auch ein paar interessante Bilder im Netz:



    - Beim linken Soldaten erkennt man schwach innen die Verstärkung am inneren Hosenbein, die nur bei der Hose Übergangsmodell vorhanden ist (und frühe Pz-Kombi):


    Weiter fällt auf, dass er eine Jacke (Parka :?: ) ohne Kapuze trägt, bei der die Schulterklappe keine Kreuznaht hat. Ellenbogenverstärkungen sind vorhanden und die Nähte sind wie beim Parka ausgeführt.
    - Der Uffz trägt schon einen Parka mit Kapuze, der aber keine weitereren Details preisgibt.


    Die Ausrüstung beider Soldaten lässt aber auf eine frühes Datum schließen, da noch der alte zweiteilige Helm getragen wird.
    Beim linken Soldaten erkennt man auch noch das Webkoppel mit Nieten.
    Weiterhin ist zu erkennen das der Brotbeutel am Trageriemen über die Schultern geführt wird, an dem noch die Feldflasche des 1.Models befestigt ist.
    Der Kamerad hat auch noch die überzogene ABC-Tragebüchse, während der linke Soldat schon das Nachfolgemodell trägt.
    Der Klappspaten steckt noch in der Textiltasche, ist aber schon das neue Modell mit dem Knauf am Stielende.
    Beide führen das G1.


    Dann gibt es noch das Bild aus dem Schuster:

    Dieser Parka ist mit Druckknöpfen ausgestattet.


    Wie man also ganz klar sagen kann, gibt es noch viel um den Parka zu entdecken und zu dokumentieren.


    Gruß - Kai

  • Ich habe meine Parka-Bestände noch einmal gesichtet und dabei festgestellt, dass ich noch ein Modell von 04/1960 habe.
    Also drei Monate älter, als der zuvor gezeigte.
    Dieser Parka hat auch nur einen Knopf unter der linken Brusttasche vorgesehen.
    Das erkennt man deutlich daran, dass die Verstärkung auf der rechten Seite nicht vorhanden ist:



    Hier das zugehörige Etikett:



    Dieser Parka ist übrigens auch mit dem Kunstfaserpelz als Futter ausgestattet.


    Die beiden Futtervarianten wurden meiner Ansicht nach auch parallel hergestellt, da ich von 1962 Parka mit Kunstfaserpelz habe und welche mit Steppfutter.
    Allerdings von verschiedenen Herstellern.


    Gruß - Kai

  • Hier mal ein paar Fotos von meinem Parka vom Mai 1959. Der ist mit Steppfutter:
    " src="<img src='http://up.picr.de/32036505gm.jpg' border='0' alt='Bild'/>">
    " src="<img src='http://up.picr.de/32036507oh.jpg' border='0' alt='Bild'/>">
    " src="<img src='http://up.picr.de/32036509gn.jpg' border='0' alt='Bild'/>">
    " src="<img src='http://up.picr.de/32036510ob.jpg' border='0' alt='Bild'/>">
    " src="<img src='http://up.picr.de/32036511lk.jpg' border='0' alt='Bild'/>">
    " src="<img src='http://up.picr.de/32036512ct.jpg' border='0' alt='Bild'/>">


    Gruß Stefan

  • Hallo,
    das ist keine Verkaufsanzeige.
    ich habe irgendwo im Schrank noch einen Parka glaube von 1960 mit Steppfutter hängen. Wenn da Interesse besteht schaue ich mal nach. Ist aber kein Großer. Würde ihn auch weggeben.
    Markus

  • Hallo Stefan, danke fürs zeigen :thumbup:


    Interessant finde ich zu sehen, dass hier die Kreuznaht auf den Schulterklappen vorhanden ist und deswegen die Dienstgradaufnäher auf dem Oberarm angebracht wurden.
    Das spricht dafür, dass die Schulterklappen ursprünglich nur ein verrutschen von Trägern verhindern sollte und nicht für Dienstgradabzeichen vorgesehen waren hmmm
    Dazu gibt es auch einige interessante Bilder im Netz:



    Der Schiedsrichter links trägt schon den Parka mit Dienstgrababzeichen auf dem Oberarm, während die Übungstruppen noch in Splittertarn unterwegs ist.
    Ein paar olive Soldaten haben sich aber auch schon drunter gemischt.



    Hier auch noch mal ein Oberleutnant mit den Oberarmabzeichen in Eintracht mit Splittertarn-, Fischgrät- und Dienstanzug mit Affenjacke.



    Hier sieht man im Hintergrund einen Oberstleutnant kniend mit einem Parka und den Dienstgradabzeichen am Oberarm.
    Der Major links trägt zum Kampfanzug sogar noch seinen Truppengattungsabzeichen.
    Die anderen Soldaten tragen ebenfalls Parka, an denen man aber keine Details erkennen kann.
    Alle haben das Futter offensichtlich ausgeknöpft.


    Bin auf weitere alte Parkas im Bild gespannt :!:


    Ach ja, Verkaufsanzeigen bitte an der richtigen Stelle paltzieren. Das würde hier nur stören :!:


    Gruß - Kai

  • Kai,


    der mir den Kreuzschulterklappen wurde ja schon gezeigt. So sieht meiner von 1958 auch aus. Habe gestern einen bekommen von ?/59 (genaues Datum muss ich am WE nochmal nachschauen), der schon keine Kreuznäherei mehr hat.


    Wegem dem Bild mit den berühmten 2 stehenden zeigenden Soldaten vertrete ich die gewagte These, dass der linke eine amerikanische Hose und Jacke trägt :!: und auch ein US-Lochkoppel (nicht das Andernach-Koppel). Vielleicht war es US-Kamerad, der an einem Lehrgang teilgenommen hat, so wie es das später auch noch gab. Die weit abstehende Schulterklappe und vor allem die Gesäßtasche an der Hose lassen mich auf US kommen. Die Innenbeinverstärkung wie am PzKombi oder Zwischenlösungshose kann ich nicht erkennen. Ich meine da nur eine Falte zu sehen. Wer weiß? :frust:hmmm
    Auch hat der linke keine Ellenbogenverstärkungen, was aber die BW zu jener Zeit doch überall dran hatte...Dafür hat er in der Naht eingenähte Dehnfalten, ganz nach US-Vorbild. Die Woodland Hosen und Feldblusen hatten das ja zumindest bis Anfang der 90er auch immer und ebenso alle M65 Modelle.
    Demnach könnte es also eine M51 Feldjacke der Amis sein aus der Korea Zeit (oder vielleicht sogar noch ne M43). Müsste man mal googeln, wie die aussahen am Ellenbogen. Viel zu tun am WE, ich seh das schon...

  • Grüß´euch,


    servus Christian, @Schleuder78, tolle Sammlung :G:yes:


    hier:Anordungen, Befehle bzgl. Anzugsordnung, Uniform, Abzeichen, etc. im Ministerialblatt des Bundesministers der Verteidigung
    kann man ein paar Anordnungen bzgl. Anzug, Uniform, usw. nachlesen.


    z.B.


    Bekleidungs- und Ausrüstungssoll vom 23.März 1960. Ganz unten wird der Kampanzug "Zwischenlösung" erwähnt.



    Der Kamerad, trägt eine Kampfjacke vom Truppenversuch Herbst-Winter 1958-59 (nach Kunstwadl) in Hammelburg und Mittenwald. Daneben müssten, ´denke ich noch zwei Mann stehen mit weiteren Erprobungs- Stücken.


    In der ZDv von 1972 wird das einknöpfen des Einköpffutters noch extra befohlen. Also wird die Feldjacke eigentlich ohne das Futter getragen.
    Ohne Einknöpffutter kann man die Jacke schon in die Kapuze rollen. Das geht ungefähr so gut zu packen wie der alte Ärmelschlafsack :D
    In der ZDv aus den 1980ern heißt es nun, daß das Futter herausgeknöpft werden darf. Die Sache hatte sich also umgekehrt. Da gibt es aber auch diesen zusätzlichen Druckknopf nicht mehr.
    Die Kampf-, Feldjacke/Parka mit Futter lässt sich in die Kapuze rollen und dann mit der Zugkordel der Kapuze verschnüren.
    Oder ist die Sache mit dem Druckknopf ein Irrtum?
    Wurde die Kapuze ursprünglich so groß gemacht, daß man sie (evtl. ohne Wärmefutter) mit über den Helm ziehen konnte? Dann wäre sie ohne den Helm, über den Kopf gezogen viel zu groß und würde immer über die Augen rutschen. Dagegen könnte man mit angemessenem Abstand im Nacken einen Druckknopf (Ober- und Unterteil) positionieren der die Kapuze in Scheitelrichtung einkürzt. Manche Jacken haben so eine Vorrichtung, heutzutage mit Klett.

    Diese, unten eingerollte Trageweise der Feldjacke/Parka (ganz links), ist die irgendwo hinterlegt, oder angeordnet? In der Grundausbildung 1983 in Ingolstadt wurde uns das so gezeigt. In der Stammeinheit in München meinte der Chef: "Macht blos diese Wurst da weg. Sieh ja aus wie´n Babydoll".
    `Könnte mir die Sache damit erklären, daß so eingerollt die Hosentaschen besser erreichbar sind.




    Servus der murkser

  • Wegem dem Bild mit den berühmten 2 stehenden zeigenden Soldaten vertrete ich die gewagte These, dass der linke eine amerikanische Hose und Jacke trägt


    ... da kann ich Dir folgen.
    Ein weitere Indiz für diese These ist die Patte über dem Magazin die offensichtlich von der waagerechten Hüfttasche der Jacke stammt.
    Der Soldat trägt auch noch ein in Textil gehülltes Ausrüstungsstück am Koppel, welches ich nicht der Bundeswehr zuordnen kann.



    Möglich wäre natürlich auch noch, dass hier parallel eine amerikanische Uniform getestet wurde.
    Auf jeden Fall können wir uns damit können wir uns von einer Versuchsjacke und -Hose der frühen Bundeswehr verbschieden und der Punkt dürfte damit auch geklärt sein :thumbup:


    Bin auf weitere Beiträge sehr gespannt :!:


    Gruß von der Ostsee - Kai

  • Hallo Murkser,


    danke dir :an:


    Ja, das Thema mit der Kapuze lässt mich nicht los. Wie stiwa schon sagte, dürfte es schwer sein, einen Parka samt Futter in die Kapuze zu rollen. Genau wie beim Ärmelschlafsack, könnte ich mir vorstellen, dabei auszurasten.
    Übrigens finde ich die Kapuze (und auch die Halspartie) bei den oliven Parkas zu klein. Für einen Kopf mag sie gut sein, aber nicht mehr, wenn auf dem Kopf etwas sitzt. Trägt man einen Helm, zieht man den ganzen Parka hoch :wacko:


    Im Gegensatz dazu waren die Splittertarnjacken und Kapuzen sehr großzügig geschnitten. Da konnte man am Hals schön was drunter ziehen und die Kapuze passt locker über den Helm :thumbup:  
    Bei der BW scheinen sich von Jahr zu Jahr die Erfahrungen aus dem Krieg verflüchtigt zu haben. Eine Kampfuniform muss immer großzügig geschnitten sein, um variieren zu können. Das haben uns die Russen spätestens im 2. WK vorgemacht.

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, meine aber auch mal einen Parka aus den 60er Jahren in den Händen gehabt zu haben, bei welchem man die Kapuze mit zwei Druckknöpfen verkleinern konnte. Diese Knöpfe waren links und rechts der Mittelnaht im hinteren Bereich der Kapuze angebracht.


    Detlev

  • Also wir haben immer die (Flecktarn-)Feldjacke lang getragen. Merkwürdigerweise haben wir ab 07/95 schon von Anfang der Grundausbildung an Tarn getragen, während spätere nach uns, die an meinem gut geheizten S1 Büro :weg: vorbeimarschiert sind, wieder oliv hatten. Musste ja erstmal gebraucht werden, bevor es an die VEBEG gegeben wurde :yes: .
    Manche haben die Jacke aber auch unten nach innen umgeschlagen. Manche hatten die Kapuze eingerollt und die Zugschnur gestrafft. Manche hatten an der Kapuze gar nichts gemacht und sie hing einfach runter oder auch nicht, wenn Wind kam.
    Unser Spieß (ein Oberstaber) hatte die Feldjacke komplett offen und ist mit beiden Händen in der Tasche und braunen Kampfstiefeln mit heraushängenden Schnürsenkeln durch das Btl gelaufen...
    Hätte nur noch die Feldmütze mit Hassfalte und die Siegeszigarre gefehlt. :bier:
    So viel dazu :engel:

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, meine aber auch mal einen Parka aus den 60er Jahren in den Händen gehabt zu haben, bei welchem man die Kapuze mit zwei Druckknöpfen verkleinern konnte. Diese Knöpfe waren links und rechts der Mittelnaht im hinteren Bereich der Kapuze angebracht.


    Detlev


    Hallo Fahnenjunker,


    das wäre eine neue Variante für mich. Wieder was zum Augen offen halten :top: