Der Bundeswehrparka - Feldparka / Feldjacke

  • Hallo Jens.


    Den Eindruck zum 1964´er Parka habe ich auch langsam.
    Auf das Detail bei den Ellenbogenverstäkungen habe ich noch gar nicht geachtet.
    Super Hinweis!


    Dann halten wir mal fest, dass bis 1963 spitze Schulterklappen vernäht wurden und 1965 bereits runde vorhanden waren.
    Vielleicht taucht ja doch noch ein Belegstück von 1964 auf.


    Bei den Moleskinjacken wurde ja ab 7/63 bereits runde Schulterklappen verwendet.
    Das könnte dann auch das Wechseldatum für den Parka sein.


    Die Filzlaus hat allerdings ihre spitzen Schulterklappen behalten.


    Eine einheitlich Linie ist da nicht wirklich zu finden.


    Gruß - Kai

  • Kai, die Filzlaus bekam auch runde Schulterklappen...spätestens ab 1966, für das Jahr habe ich Realien. Nur zwischen 1962 und 1966 fehlen die ... Kann man sich auch fragen ob zwischendrin nichts beauftragt wurde, statistisch nicht unwahrscheinlich bei den Mengen die man von 1960ff findet...
    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


    Wir sind nicht gestört...wir sind verhaltensoriginell!

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  • Hallo zusammen,


    kurzer Gedankengang meinerseits zum Thema Konfektionsgrößenfähnchen oder nicht, und kreuzförmig vernähte Schulterklappen oder nicht:
    Das Bundeswehrbeschaffungamt hat nur Anspruch auf die Lieferung dessen, was in der TL und Ausschreibung spezifiziert nicht. Hat man aufwendige Dinge, wie das Vernähen über Kreuz nicht explizit gefordert, konnte der Lieferant nach seiner Entscheidung verfahren. Mit den Konfektionsfähnchen und anderen Kleinigkeiten, wie dem Knopf an der Innentasche könnte es sich ähnlich verhalten.
    Meine Einschätzung: Man hat entweder die Leistungsbeschreibung angepasst, um Kosten zu sparen, oder ein Lieferant hat das ganze "on Top" geliefert und man hat es dann nachträglich aufgenommen...


    Die Vermutung, dass nicht in jedem Jahr Lieferungen erfolgt sind, halte ich für durchaus plausibel. Auch das BWB muss und musste Beschaffungen begründen (zumindest meistens :D ) In den Jahren 1959 bis 1962 müssen exorbitant viele Parkas beschafft worden sein, die scheinbar ohne Umwege direkt ins Depot wanderten. Irgendwann dürfte man dann den Zeitpunkt erreicht haben, dass jedem Soldaten sein Parka zur Verfügung stand. Und später liefen dann wieder Beschaffungen an, weil es Bedarf für Ergänzung und Ersatz gab.
    Ergänzend dazu kam, dass Lieferungen teilweise über mehrere Jahre erfolgten. In meinen LSHD- und THW- Klamotten habe ich zum Teil Herstellungsjahr und das Jahr der Beauftragung / respektive der Ausschreibung auf dem Etikett vermerkt (Bsp.: BA 65, Lieferjahr 66).


    Viele Grüße
    Simon

  • Als Ergänzung hier noch ein paar Infos zu den Parkas die ich habe.
    1) Hersteller PAUSCH, Auftrag 192/65, Ausführung wie oben beschrieben für den LSHD. Der Parka hat runde Schulterklappen, Konfektionsfähnchen, olives Teddyplüsch-Futter und 8o nur einen Knopf an der Kapuze, dafür aber den Knopf im Nacken.


    2) Hersteller Valentin Mehler, Ausführung ebenfalls für den LSHD. Hier besteht eine Doppelkennzeichnung mit Herstellungs- und Auftragsjahr. Der Parka entspricht dem vorherigen, hat aber die Zwillingsknöpfe an der Kapuze. Auf dem Konfektionsfähnchen steht die reguläre Größe "102".


    3) Hersteller wieder Mehler, diesmal aber für die Bundeswehr, Herstellung 9/59. Mit Steppfutter, spitzen, über Kreuz vernähten Schulterklappen, Zwillingsknöpfen und ohne Knopf für die Innentasche.


    4) Hersteller BAWI, ebenfalls für die Bundeswehr. Herstellungsjahr 1962. Die Schulterklappen sind spitz, aber nicht über Kreuz vernäht. Ebenfalls mit doppeltem Knopf an der Kapuze.



    Die beiden Bundeswehrparkas gingen in den 1970ern ans THW. Mit dutzenden, wenn nicht sogar hunderten weiteren Exemplaren. Diese Parkas waren allesamt zwischen 1959 und 62 hergestellt und besaßen Steppfutter. Sie waren unbenutzt und kamen wohl direkt aus dem Depot.
    Das spricht in meinen Augen für die Theorie, dass eine zeitlang nicht beschafft wurde, und Anfang der 1970er Depotware für gekaderte BW-Einheiten rausgeworfen und neu beschafft wurde.



    Viele Grüße
    Simon

  • Hmmm ... hmmm
    Also die Kreuznaht halte ich noch der Anbringung der Dienstgradabzeichen am Oberarm geschuldet.
    Das hat man anscheinend so von der Splitrtarnjacke und der Arbeitsanzugjacke Fischgrät übernommen.
    Die fiel dann weg, als die Dienstgradabzeichen auf die Schulterklappen aufgezogen wurden, weil sie einfach störte.
    Dafür haben wir hier ja auch schon Belegstücke vorliegen.


    Gruß - Kai

  • Das scheint logisch zu sein.Nicht nur jeden Soldaten sein Parka,
    sondern in den Depots auch für den V-Fall für allehand Resis.
    Die konnten ja dann nicht mit Splittertarn oder Filzlaus herumlaufen.
    Die Einführung der Dienstgradschlaufen, hätte man zwar auch mit
    der umfrikkelung der Parkas im Depot lösen können.Aber bei soviel
    Änderungen in kurzer Zeit hat das wohl auch keinen Interresiert.
    Immerhin sind die alten Parkas noch woanders im Dienst getragen wurden.
    Datt neue immer zuerst für die kämpfende Truppe,das ist halt ne Regel
    die schon sehr alt ist.
    Mfg Tc

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Machen wir einmal mit der (Rück)Entwicklung des Parkas weiter.
    Mein nächst verfügbares Modell stammt von 1978 und weist weitere Vereinfachungen auf:



    Rein äußerlich fällt auf, dass der rechte Lampenknopf unter der Brusttasche weggefallen ist.
    An der Kapuze befindet sich oben jetzt nur noch ein Druckknopf und das Gegenstück für den zweiten Knopf auf dem Rücken wurde natürlich auch eingespart.
    Die Fixierungsmöglichkeit für die Kapuze fällt damit weg.



    Hier sind auch schon die neuen randlosen Knöpfe vernäht, die ab 1976 angebracht wurden.



    Die Keile für eine bessere Armbeweglichkeit unter den Achseln sind nun auch weggefallen
    und die Lüftungslöcher sind nur noch umnäht.



    Beim Windstopper im Ärmel des Webpelzfutters sind die Druckknöpfe ebenfalls eingespart worden.
    Es ist nur noch ein Gummiband zur Regulierung übrig geblieben.



    Bei der Innentasche konnte das Webpelzfutter nun mit zugeknöpft werden.



    Das Etikett ist bei diesem Modell aus der Innentasche auf die Näseschutzeinlage im Rücken gewandert.


    Insgesamt können hier also weitere Vereinfachungen zum Ursprungsmodell festgestellt werden.
    Auch das Material macht nicht mehr solch einen wertigen Eindruck wie bei den frühen Modellen.


    Gruß - Kai

  • ... als weitere, kleine Änderungen können am Feldparka folgende Merkmale festgestellt werden.


    Das Nationalitätsabzeichen in Form der Deutschlandflagge am Oberarm hatte bis 1983 eine ringsherum oliv eingefasste Form:



    Ab 1985 lässt sich feststellen, dass die Kennzeichnung nun aus einem Endlosband gefertigt und am linken und rechten Ende nur umgeschlagen wurde:



    Desweiteren wurde der Taillenzug im Rücken durch ein einfachen Gurtband ersetzt:



    (unten links im Bild)


    Mit diesen Vereinfachungen wurde der olive Parka dann noch bis 1992 gefertigt, bis er dann durch die Feldjacke mit Unterziehfutter in Flecktarn ersetzt wurde.
    In der Truppe hielt sich die olive Uniform allerdings noch einige Zeit, da die Umstellung schrittweise erfolgte.


    Gruß - Kai

  • Ich möchte nochmal kurz auf den Kapuzendruckknopf zur fixierung kommen,
    hat die Sumpftarnparka des BGS denn sowas gehabt?
    Wenn man nen Helm aufsetzt,den kann man ja tarnen.
    Da wäre son ne fixierhilfe nicht schlecht.
    Was meint ihr?

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen