Einspritzpumpe verstopft MAN 630

  • Moin Forumsgemeinde,


    ich habe da ein kleines Problem mit meiner Einspritzpumpe an meiner Emma. Es ist eine Bosch-Pumpe mit getrennten Ölkreislauf.

    Durch die schlempende Restaurierung lief der Motor fünf Jahre nicht. So kam es beim ersten Startversuch auch zu Problemen. Die Einspritzdüsen wurden nicht mit Diesel versorgt. Sprit kam ausreichend bei der ESP an (Geprüft an der Entlüftungsschraube direkt an der ESP). Die Dieselfilter zeigten keine Anzeichen von Dieselpest. Nachdem ich Druckluft durch die Einspitzleitungen Richtungs ESP geschickt habe, konnte ich ihn starten. Nach ca. 1 min wurden 4 Zylinder wieder nicht mit Diesel versorgt. Druckluft war nicht hilfrech. Jetzt entfernte ich die Druckstutzen an der ESP nacheinander und spülte mittels der Hilfspumpe durch. Der Motor lief dann 5 min und wieder setzten zwei oder drei Zylinder aus.


    Ich vermute das Teile des Diesels innerhalb der ESP verharzt sind und so die Saugöffnungen der einzelnen Pumpelemente verstopfen.

    Ein erster Spülversuch vom Druckstutzen aus war wenig ermutigend da durch den geringen Querschnitt einer modifizierten Einspitzleitung der Volumenstrom zu gering ist, um etwas hinauszuspülen.

    Gibt es "Mittelchen", die diese (vermuteten) Verharzungen wieder auflösen können? Für andere Erklärungsversuche bin ich auch offen. An hängenden Pumpenelementen liegt es aber nicht, dies habe ich geprüft (war mein erster Verdacht).


    Gruss Björn

  • Hallo Björn,


    versuchs doch mal von der Zulaufseite her. Hochdruckanschluß an der Pumpe entfernen, Druckpilz mit Ventilkörper rausnehmen und dann den Motor so drehen, dass z.B. das Pumpenelement des 1. Zylinders auf U.T. ( Füllphase) steht, damit die Zulaufbohrung freigegeben wird. Dann mit Druckluft in den Zulaufschlauch, am besten über den Filter, damit möglichst kein Dreck zusätzlich in die Pumpe gelangt. Vorgang dann mit allen Zylindern wiederholen.


    Gruß


    Hermann

  • War gerade auf dem Baumarkt. Von den üblichen Reinigern für das Einspritzsystem konnte mich keins zum Kauf animieren.

    Das mit dem Entfernen des Ventiles am Druckstutzen hatte ich schon praktiziert. Hatte erst auch funktioniert. Doch nach 5 min waren wieder einige Öffnungen verstopft.


    Gruss Björn

  • Hallo,


    Die Symptome hören sich ganz danach an, das die einzelnen Pumpenelemente oben hängen bleiben.


    Das ist erstmal nichts schlimmes, bei der standzeit zu erwarten. Gefressen hat da wohl nichts.

    Ich hatte das mal bei einer Pumpe der Baugröße M, da war die Feder zu schlapp, das Pumpenelement wieder nach unten zu drücken, weil da Dieselmodder drin war (Diesel gemischt mit Pöl und... Und.. ) .


    Ob spülen reicht, weiß ich nicht, vielleicht solltest du die Einspritzpumpe zerlegen und reinigen, dann weißt du auch wie die Elemente aussehen, wäre ja schade, wenn der Motor aufgrund eines gefressenen Elementes nicht mehr startet .


    Gruß Steffen

  • Hallo Björn,


    dass Diesel verharzen kann, war mir neu. Aber in den alten Boschheften beschreiben die das Phänomen auch. Zur Verhinderung der Verharzung soll bei Ausserbetriebnahme einer Pumpe diese u.a. mit Benzin gespült werden. Wär also evtl. auch eine Möglichkeit, das Ganze eine zeitlang einfach mit Benzin zu fluten.........


    Gruß


    Hermann

    Super link im übrigen

  • Ich habe heute mal entgegen der eigentlichen Richtung die Pumpe gespült. Den Diesel habe ich aufgefangen und gefiltert. Doch es war nichts zu finden. Morgen werde ich alles mit WD40 fluten und ein zwei Tage einwirken lassen. Da sich alles spülen lies, gehe ich momentan davon aus, dass erstmal wieder starten würde. Die Frage ist dann wie lange er dann läuft. Beim nächsten Lauf werde ich mal den Deckel von der ESP entfernen und die Pumpenelemente beobachten.


    Es waren nicht immer die selben Zylinder, die ausgefallen sind. Die Hilfspumpe hatte ich während des Betrieben nicht betätigt. Jedoch bei den folgenden Startversuchen.


    Gruss Björn

  • hi björn, ich hab den thread mal von anfang gelesen und mir ist aufgefallen, daß nirgendwo steht, wie der rest des kraftstoffsystems von dir bewertet wird, geschweige denn, wie er aufgebaut ist,


    denn,


    wenn die kiste 5 jahre lang mit intaktem kraftstoffsystem rumsteht, dann kann genausogut der sprit zerfallen sein und weniger verwertungsfähig erscheinen, zb dadurch, das unten im tank wasserhaltigerer kraftstoff angesaugt wird (was ich zugegebenermaßen für eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich halte).


    dann kann es sein, das du den ersten kraftstofffilter in originalversion benutzt??? den aus filz ?????? , der verliert nämlich fasern über die jahre und die sammeln sich in strömungsungünstigen ecken vom system und verengen das. gepaart mit ein bißchen ablagerung der jahre oder punktueller dieselpest (die es ja nicht zwangsläufig bis zum filter schaffen muß) kann das maximal nerven.


    dann kann da nen schlauch über die jahre so ausgehärtet und gerissen sein, daß der zwar offen ist, aber nur im betrieb den riss für luft beim kraftstoffansaugen auf macht, währen er so beim rumstehen eher keinen sprit raus läßt, daß man an der feuchtigkeit, die ja fehlt, eben nicht einen defekten schlauch diagnostizieren kann, der aber die ursache für luft im system und damit ungleichmäßiger füllung und damit unregelmäßigen aussetzern sein kann - übrigens genauso wie ne verengte zuleitung das verstärken kann.


    meine empfehlung: bastel dir aus nem alten kraftstoffschlauch (den anschlußstücken mit der überwurfmutter vor den rohren für die hohlschrauben der vorförderpumpe die an der esp sitzt) zwei leitungen direkt aus bzw in einen 20 oder 25 liter kanister (evtl aus transparentem kunststoff).


    dsamit kannst du den teil des systems bis zur vorförderpumpe prüfen. wenn der motor damit auch nicht läuft, dann überspringe die vorförderpumpe und schleife statt dieser die hilfspumpe (wenn sie elektrisch ist) in diesen testaufbau per dauerbetrieb. wenn der motor damit auch nicht läuft, dann kann es eigentlich nur die esp sein.


    wenn die ventile nicht zügig genug schließen, weil das öl oben im kopf alles verharzt hat, dann zünden auch nicht immer alle gut, aber das sollte mit frischem öl während der warmlaufphase eigentlich ausgeschlossen sein.


    ****ein bekannter von mir hat übrigens kürzlich die kolben der vorförderpumpe ausgebaut und kolben und zylinder leicht mit sehr feinem schmirgel abgeschmirgelt, da diese verharzt waren und deswegen die kiste immer verhungerte****


    ...die esp wäre bei mir die letzte fehlerquelle in verdacht... :/:saint:

  • So, heute bin ich dazu gekommen den Motor wieder zu starten. Es war ernüchtern.Der Motor sprang nach einigen Umdrehungen an. Er lief dann 6-7 Minuten und ging dann wieder aus. Nach abschrauben der Einspritzleitungen direkt an der ESP zeigte sich, dass nur noch aus dem Druckstutzen für den 1. Zylinder Diesel rauskam.


    Zwischen dem ersten Unrundlaufen des Motor und Stillstand vergingen 20-30 sec.

    Doppelfilter nochmals, ohne Auffälligkeiten, überprüft.

    Mittels elektrischer Hilfspumpe Diesel aus dem Tank, durch den Filter, in einem Eimer gepumpt. Ich habe drei Eimer voll gemacht und den Diesel gefiltet, ohne etwas zu finden.

    Seitlichen Pumpendeckel entfernt. Alle Pumpelemente bewegen sich wie sie sollen, bei der Betätigung des Anlassers.

    Ich könnte heulen;,(. Zwei Wochen verspielt und keinen Schitt weiter.


    Meine einzige Idee ist, das das Pumpenelement keinen Diesel ansaugen kann, da sich etwas davor setzt.


    Werde mal versuchen passende Stutzen (M12 Feingewinde) aufzutreiben, womit ich einen Schlauch an Stelle des Überdruckventiles ranmachen kann und dann den Füllraum spülen kann.


    Gruss Björn

  • So Björn, zum Wochenende bekommen wir die zum Laufen!

    Wir sind doch jetzt schon sehr viel weiter.

    Wenn die Hilfspumpe läuft, muss es aus dem Rücklauf in den Tank laufen, man hört es Plätschern.

    Wenn das nicht der Fall ist, prüfe mal bitte bei laufender Hilfspumpe ob aus den Entlüftungsschrauben an der EP Diesel kommt.

    Wenn nicht ist das Problem zwischen Filter und EP.

  • Ja, das kann sein. weil die Rückschlagventile in den Druckstutzen erst aufgedrückt werden müssen. Und der Druck vermutlich höher ist als

    der Druck vom Ventil zur Rücklaufleitung zum Tank. Ich meinte auch eigentlich Motor starten und bei laufenden Motor die Hilspumpe mitlaufen lassen.

  • So, gestern mal wieder an der Emma geschraubt. Hatte mir nochmal die Förderpumpe genauer angeschaut, obwohl ich sie anfangs durch meine Beobachtungen ausgeschlossen habe. Es zeigte sich, das sie ihren Dienst eingstellt hat. Also ausgebaut und den Kolben wieder gangbar gemacht. Motor läuft jetzt wieder wie er soll.

    Ursprünglich hatte ich die Förderpumpe ausgeschlossen, da aus einzelnen Druckstutzen der ESP noch Diesel heraus kam.

    Auch hatte ich zuvor die Erwartung, dass wenn ich die Hilfspumpe betätige und die Entlüftungsschraube öffne die ESP weitestgehen entlüftet sein muss und er dann wieder starten sollte. Bei der ESP vom Robur, wo ich vor einen Monat geschraubt hatte, war das selbständige entlüften recht unspektakulär. Bei der Emma jedoch muss man Gas geben, die Hilfspumpe gleichzeitig mit dem Anlasser betätigen und ordentlich lange das Ganze orgeln lassen. Man lernt halt nicht aus.


    Problem abgehakt. Aber das nächste Problem deutet sich an. Die Kupplung macht häßliche Geräusche, wenn ich sie betätige. Momentan hoffe ich noch, das es nur eine Einstellsache ist. Ansonsten muss ich da noch einen neuen Thread aufmachen.


    Gruss Björn