Bremszylinder Dichtflächen für Entlüfternippel und Bremsleitung entrosten

  • Hallo,


    könnt ihr mir einen Tip geben, mit welcher Methode ich den Rost von den Dichtflächen für den Entlüfternippel und die Bremsleitung honen kann?


    Zum Thema Bremszylinder honen findet man zahlreiche Beiträge im www, aber nicht wie man die Dichtfläche für die Bremsleitung (Mitte) und den Entlüfternippel (links) im Bremszylinder glätten kann.

    War grob fahrlässiges Eigenverschulden, ich habe vor 4 Jahren Achsen zum Überarbeiten zerlegt und unbedachter Weise die Bremszylinder ungereinigt zur späteren Überholung zur Seite gelegt.

    Bremsflüssigkeit und Luftfeuchtigkeit haben ihr Werk vollbracht.

    Da die Dichtflächen beim Zerlegen blank gewesen sein müssen hoffe ich, der Rost sitzt nicht tief und es läßt sich noch retten.

    Hintere Bremszylinder für den Iltis werden mittlerweile neu für um die 150 EUR gehandelt, da lohnt sich einiges an Aufwand zur Überarbeitung.



    .



    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo Michael,


    ich würde es im Ultraschallbad mit Tickopur TR-3 probieren. Wasser gut anwärmen (50 - 60°C) und lange einweichen / Reinigen. Ich habe damit schon dirverse Teile vom Rostbefreit. Falls kein Ultraschall vorhanden ist, kann man es auch mal so Probieren, aus meiner Erfahrung dann aber eventuell pur und immer wieder mit dem Pinsel einreiben.


    Viel Erfolg !


    Gruß

    Björn

  • Hallo Björn und Jozi,


    vielen Dank für die Tips.

    Ein Ultraschallbad habe ich leider nicht, deshalb vesuche ich es erst mal mit Jozis Methoden.


    Mein Mittel der ersten Wahl wäre HCL.

    Wieviel prozentige Salzsäure bei welcher Einwirkzeit haben sich bewährt?


    Sandstrahlen kann ein Freund, aber mit welchem Strahlmittel sollen wir es versuchen?

    2 Schrottzylinder zum Testen sind vorhanden.


    Gruß

    Michael

  • Feinstes Strahlgut ist angesagt ! Und die Fläche für die Gummidichtung , also die innere Manschette, wird gehohnt.


    Im NP - Baumarkt gibt es 33% ige Salzsäure. Oder, teurer, in der Apotheke. Versuch erst mal 10 Minuten.


    Auch danach die Innenfläche wieder hohnen.


    Gruß Jozi.

  • Hallo Alex,


    die Ausgangslage sah bei mir so aus:




    Der erste Versuch mit Salzsäure mit dem schlechtesten Bremszylindergehäuse sah vielversprechen aus:



    Deshalb habe ich daraufhin alle Gehäuse in Bremsenreiniger entfettet und ca. 10min in Salzsäure gehängt, danach abgespült, 5 min in Natronlauge zum Neutralisieren und danach noch in 3 Wasserbäder zum Klarspülen gehängt.

    Danach mit der Druckluftpistole trocken geblasen.

    Im Gegensatz zum ersten Testgehäuse liefen sie jetzt an einem warmen Tag trotz Trockenblasen in der Sonne innerhalb von Minuten mit Rost an, daß man zusehen konnte.


    Auf dem Foto rechts an den hinteren Zylindern zu sehen.

    Habe kein Programm, um einen Bildausschnitt von dem Bereich anzufertigen.



    Letztendlich half für die Außenflächen nur stundenlanges Bearbeiten mit verschiedenen Drahtbürsten auf Flex und Bohrmaschine.


    Innen waren manche Laufflächen durch die Salzsäure geschädigt, teils fleckig stumpfe Bereiche neben hochglänzenden, als wenn die Säure da nur einen Teil angeätzt hätte.

    Diese Innenseiten habe ich mit Metallpolitur „Autosol“ und Polierscheiben auf einem Dremel bearbeitet. War ein Tip eines Bremsenteilehändlers auf einem bekannten Oldimerteilemarkt, aber leider ohne sichtbaren Erfolg. Wenn zu viel Material weg ist, ist es halt rum.

    Die Gewindelöcher mit den Dichtflächen für Entlüfternippel und Bremsleitungsflansch habe ich recht erfolgreich mit Pinseldrahtbürsten aus Stahl (die aus Messing waren zu weich) auf dem Dremel entrostet.

    Leider gibt es vom Ergebnis kein Bild und die Bremszylinder sind mittlerweile wieder zusammengebaut und eingelagert.


    Hier sieht man unbearbeitete und die mit den Drahtbürsten bearbeiteten Gehäuse mal nebeneinander:



    Da die blanken Gehäuse im Winter innerhalb von 2 Wochen in der ungeheizten Garage wieder angerostet waren, habe ich sie nochmal entrostet und alle von außen mit Würth Klarlack aus der Spraydose lackiert. Ist zwar nur 1K- Lack, aber läßt sich mit Bremsenreiniger fast nicht abwaschen und sollte somit auch einen solchen Einsatz beim Reparieren der Bremsen überstehen.


    Ob die Flanschanschlüsse mit dieser Behandlung dicht werden weiß man eh erst, wenn ein Zylinder probegefahren ist.


    VG

    Michael

  • Danke dir für den ausführlichen Bericht! :thumbsup:

    Genau das war nämlich jetzt auch mein Gedanke, dass die Salzsäure zu aggressiv sein könnte und die Laufflächen innen ebenfalls schädigen wird. Denn man erkennt schon jetzt gewisse Schäden der Lauffläche innen.... Das wird wohl so enden wie du berichtest.


    Die Tage hab ich mal ein paar Tests mit Salzsäure gemacht, die frisst schon gut was weg!


    Ich werde mal deinen Tipp mit den Pinseldrahtbürsten probieren. Oder als nächsten Schritt strahlen wie Jozi anfangs schon vorgeschlagen hat.

    Ich hab schon mal welche entrostet, die waren aber nur außen verrostet, die Innereien hab ich mit Holz, Klebeband und zugeschweißten Bremsleitungsnippeln geschützt




    183 Grüße, Alex

    Iltis schrauben ist ein dreckiger und undankbarer Job, aber irgendjemand muss es ja machen! :schweißen: