Fragen zum Ausmessen der Personenbeförderungsfläche

  • Hallo,


    ein frohes neues Jahr wünsche ich euch allen.


    Eine Frage geht mir seit einigen Stunden durch den Kopf; wo setze ich beim Ausmessen der Personenbeförderungsfläche den Zollstock bzw. das Maßband an?

    Gefundene Antworten lauten:

    - durchgetretenes Gaspedal

    - Oberseite Bremspedal bis Mitte Rückenlehne des Fahrersitzes

    - äußerste Fußraumspitze

    - Spitze Gaspedal

    - nicht durchgetretenes Gaspedal


    Am allerliebsten hätte ich einen Gesetzestext, den ich ausdrucken könnte, nur wo finde ich diesen?
    Über Antworten würde ich mich sehr freuen.


    Gruß,

    Christian

  • Heisst das nicht eher ,prozentanteil im Vergleich, zur Ladefläche.

    Schreiben die das als Beamtendeutsch, wirklich Personenbeförderungsfläche?

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Hallo Tc,


    es kann durchaus "Prozentanteil im Vergleich zur Ladefläche" heißen, vielleicht habe ich mich da einfach falsch ausgedrückt.

    Mein Fahrzeug wurde vom Zoll zu einem PKW gemacht und ich soll rückwirkend 1482 Euro zahlen. 198 Euro wurden vorher pro Jahr gezahlt.

    Wichtig für einen erfolgreichen Einspruch ist in meinen Augen das korrekte Ausmessen des Fahrzeugs. Hierzu die Frage, wo ich mit dem Messen ansetzen soll.


    Gruß,

    Christian

  • Das ausmessen betrifft nur den Tüv,der hat das mal bescheinigt,worauf die bei der Zulassung,

    dann LKW in den Brief und Schein geschrieben haben.

    Das Finanzamt ,das den Zoll angewiesen hat bei dir zu kassieren,

    die sehen das anders.Ausmessen, wird das Problem nicht lösen.

    Musst halt warten bis zum H-Kennzeichen,dann können die dir nix mehr.

    Alles andere, geht nur mit Anwalt.Gegen den Finanzminister haben noch

    viel mehr Leute was,die nehmens nur von den kleinen Leuten.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Moin Christian,


    ich gehe jetzt einfach mal davon aus das Du einen BW-Wolf fährst.

    Bei dem Wolf reicht das Verhältnis 49% / 51% (Fahrgastraum / Ladefläche) gerade so ! Doch müssen dafür die hinteren Sitze und Gurte ausgebaut sein. Und die Befestigungslöcher davon "verschweißt" sein, damit keine Rückrüstung möglich ist. Desweiteren muß eine Trennwand verbaut sein, welche beide Bereiche von ein ander trennt.


    Auf Grund Deiner Deiner Ausführung bezüglich des KFZ Steuerbetrages, gehe ich davon aus das Dein Fahrzeug ja schon einmal Zivil als LKW zugelassen war und somit diese Voraussetzung erfüllen sollte.


    Ich würde Dir empfehlen bei Deinem zuständigen Zollamt anzurufen und mit dem für Dich zuständigen Herrn ein freundliches gespräch führen, in dem Du ihm das Problem schilderst und gegebenenfalls einen Termin zur Vorführung ausmachst, in dem er sich davon überzeugen kann das Dein Fahrzeug den Vorgaben entspricht.


    So hatte ich es bei meinem Wolf gemacht bevor er zugelassen wurde.


    Bezüglich der Meßpunkte, würde ich bei Deiner zuständigen TÜV Organisation fragen und mir die entsprechenden Vorschriften/Gesetzestexte geben lassen.


    Wünsche Dir viel Erfolg bei der Aktion.

  • ....

    Mein Fahrzeug wurde vom Zoll zu einem PKW gemacht ..

    Gruß,

    Christian


    Dann war der vorher laut TÜV ein LKW und das steht im Brief und bleibt auch so. Der Zoll kam dann trotzdem mit PKW-steuerrechtlich. So war es bei mir auch. Daraufhin prüfte der TÜVler nur noch die Verschweißung der Sitzbefestigungspunkte und gab mir dafür ein Gutachten. Die Abmessungen wurden nicht nochmal überprüft, denn das hatte ja der "erste" TÜVler bereits gemacht oder aus der Bundeswehr-Bescheinigung abgeschrieben. Nach dem Eintragen des Gutachtens in den Brief machte der Zoll automatisch wieder LKW-steuerrechtlich daraus.

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Antworten.

    Mein LKW ist ein Wolf und bis zur H-Zulassung sind es noch vier Jahre.

    Beim TÜV habe ich noch niemanden erreicht, der mir hierzu Auskunft geben kann, werde es nächste Woche noch einmal versuchen.

    Ich habe nun erst einmal Einspruch gegen den Bescheid eingelegt, um die Frist einzuhalten.


    Gruß,

    Christian

  • Durch den Behördenwirrwar lesen und blind werden.


    https://www.gesetze-im-interne…aftstg/BJNR005090927.html

    "Banning Guns because criminals have too many ist like castrating yourself because your neighbor has too many kids!"
    (Clint Eastwood)

  • Das mit der Trennwand (und auch verblechte Fenster, etc) steht aber nirgends im Gesetz, das sind nur individuelle Forderungen von gewissen Prüfern, Finanzämtern, Zoll usw. die jeglicher Grundlage entbehren.

    Das einzige was zählt ist, dass die Fläche zur Güterbeförderung dauerhaft (deswegen verschweiste Gurtaufnahmen) größer sein muss, als die Fläche zur Personenbeförderung. Dies ist dann das Indiz für die Gewichtsbesteuerung. Wenn die Fläche zur Lastenbeförderung nur geringfügig (siehe Wolf lt Rat) größer ist, kann trotzdem nach Hubraum besteuert werden.

    Wichtig wäre halt möglichst viel Eindruck von LKW schaffen, also die Karre möglicts schwer und voll packen und dann vorführen :D Wenn der Prüfer das anzweifelt, soll er halt den Stehr Holz mal in seinen PKW packen ...

  • Wenn wir Fahrzeuge vom M1 auf N1 umrüsten schweissen wir gar nichts zu. In die vorhandenen Gewinde kommt eine Zurrgurtlasche und fertig. Hat noch niemand das zuschweissen gefordert.

    "Banning Guns because criminals have too many ist like castrating yourself because your neighbor has too many kids!"
    (Clint Eastwood)

  • Hallo,

    Wenn wir Fahrzeuge vom M1 auf N1 umrüsten schweissen wir gar nichts zu. In die vorhandenen Gewinde kommt eine Zurrgurtlasche und fertig. Hat noch niemand das zuschweissen gefordert.

    Genau.


    Zurrpunkte braucht man immer zum korrekten Sichern der Ladung.



  • Kleines Beispiel im Behördendschungel: Mein erster Oldie war ein LKW vom THW mit 7 Sitzplätzen und das Finanzamt wollte sehr vehement Steuern für einen PKW mit 8,5 Liter Dieselmotor der Abgasklasse Null kassieren :)

  • Mein Münchner Zöllner hat mir damals gesagt, daß die Briefeintragungen von der Zulassungsstelle an das Zollamt elektronisch übertragen werden und dort eine Software die Eintragungen automatisch prüft, und zwar Zuladung, LKW-Eigenschaft-zulassungsrechtlich und eben "Sitzbefestigungspunkte verschweißt". Die Software ändere dann automatisch den Steuerbescheid. Er hat mir den genauen Text diktiert, auf den die Software reagiert, weil der TÜVler sowas noch nie hatte.

  • Mein Münchner Zöllner hat mir damals gesagt, daß die Briefeintragungen von der Zulassungsstelle an das Zollamt elektronisch übertragen werden und dort eine Software die Eintragungen automatisch prüft, und zwar Zuladung, LKW-Eigenschaft-zulassungsrechtlich und eben "Sitzbefestigungspunkte verschweißt". Die Software ändere dann automatisch den Steuerbescheid. Er hat mir den genauen Text diktiert, auf den die Software reagiert, weil der TÜVler sowas noch nie hatte.

    Sorry. Aber dein Zöllner redet Käse.


    Es ändert sich die Schlüsselnummer, und das Fahrzeug wir von M1 auf N1 umgeschlüsselt. Frei geschriebene Texte kann die Software nicht erkennen.

    Zur Bestimmung der Kfz Steuer sind die beiden Stellen des Codes in Feld 14.1 zuständig. Damit kann die Emissionsklasse des Fahrzeugs und damit die KfZ Steuer bestimmt werden. Wir dies nicht gändert, sondern nur die TSN, berechnet die Software automatisch die KfZ Steuer.

    "Banning Guns because criminals have too many ist like castrating yourself because your neighbor has too many kids!"
    (Clint Eastwood)

  • Moin Christian !


    Du solltest Deine Argumentation nicht ausschließlich auf die Flächen beschränken , denn da spielen noch einige andere Kriterien eine Rolle . Als ich vor längerer Zeit meinen Landy (110er , geschlossenes Hardtop ) gegen einen baugleichen neueren getauscht habe , flatterte mir ein 900 EUR - Steuerbescheid ins Haus . Da ich 170 EUR gewohnt war , ist der Wutbürger etwas aktiv geworden und hat sich auch durch das Thema gelesen : Grundsatz für die LKW-Besteuerung ist eine klare Abgrenzung zu PKW-Eigenschaften - salopp gesagt , das Fahrzeug muss "kantig" sein , nicht schnell , sollte wenig Sitzplätze , viel Ladefläche und - sehr wichtig - ein über das PKW-Maß hinausgehendes Lade- und Gesamtgewicht haben . Das sind leider alles auslegbare Kriterien - so hat man z.B. höchstrichterlich den 130er Doka-Landy zum PKW gemacht mit Verweis auf nahezu identische Fahrgast/Ladefläche , die vier Sitzplätze und die PKW-entsprechende Höchstgeschwindigkeit ( Die Schrankwand fährt stolze 130 , das schafft der Steuerbeamte vmtl. auch mit seinem getunten E-Bike ) . Bei der Zuladung spielen den Herren Bemessern heutzutage natürlich die SUV's in die Hände . So wird i.d.R. von über 800 kg Zulademöglichkeit bei über 2,8 t GesGew für eine LKW-Besteuerung ausgegangen , alles darunter fährt Mutti auch , wenn sie den Sproß zur Schule geigt .

    Ich habe um eine Inaugenscheinnahme gebeten , die fand vor'm Finanzamt statt - danach sind wir einträchtig an den Schreibtisch gegangen und haben den niedrigen Steuerbescheid klargemacht .


    Ich hoffe , das gelingt Dir auch !

    " Komm , wir essen , Opa ." " Komm , wir essen Opa ..."
    Denkt dran : Satzzeichen können Leben retten !

  • Sorry. Aber dein Zöllner redet Käse.


    Es ändert sich die Schlüsselnummer, und das Fahrzeug wir von M1 auf N1 umgeschlüsselt. Frei geschriebene Texte kann die Software nicht erkennen.

    Zur Bestimmung der Kfz Steuer sind die beiden Stellen des Codes in Feld 14.1 zuständig. Damit kann die Emissionsklasse des Fahrzeugs und damit die KfZ Steuer bestimmt werden. Wir dies nicht gändert, sondern nur die TSN, berechnet die Software automatisch die KfZ Steuer.


    Nein, da wurde gar nichts umgeschlüsselt. Feld 14.1 wurde nicht verändert. Ausschließlich der Text wurde ergänzt.

    Aber vielleicht steckt hinter der Software ein textlesender Mensch und mein Zöllner weiß das nicht? ("Meine Arbeit macht ein Stück Silizium", nur umgekehrt ;-)