Kunststoff lackieren

  • Moin,


    mal ne blöde Frage....

    Habe mir letztens einen Satz neue Sägeklamotten bestellt, Farbgebung großteils oliv.

    Leider ist der Helm dazu in weiß statt orange gekommen....

    Naja, spaßeshalber hatte ich überlegt, den in RAL 6031 oder RAL 6014 matt zu lackieren.

    Damit das ganze vernünftig hält und ordentlich aussieht, benötigt es diese beiden Komponenten, richtig?

    https://militaerlacke.de/lack/…ststoffhaftvermittler.php

    https://militaerlacke.de/lack/…egruenirreflektierend.php

    Oder gibts da nen Lack, der keinen Vermittler erfordert?


    Und bitte, nicht über Sinn und Unsinn eines oliv lackierten Sägehelms diskutieren.

    In weiß sieht sowas schlicht scheiße aus :)


    Beste Grüße

    Chris

  • Hallo Chris,


    nur für mein Verständnis: der Sägehelm ist der Helm mit Gesichtsschutz beim Baumfällen?


    Kunststoffprimer ist oberste Pflicht; 1 K- (einkomponentig) Lack greift i.d. R. das Material des Helmes nicht an.


    Bitte vorher mit 400er Schmiergelpapier anrauhen (vor dem Aufbringen des Primers).


    Gruss Pit

  • ja genau!

    Ob folieren funktioniert, weiß ich nicht.

    Bei der Form und den Lufteinlässen oben drauf sähe das wohl nicht so toll aus.


    Im übrigen zu den Materialeigenschaften so eines Helmes,

    es geht ja hauptsächlich um Sicht- und Gehörschutz (welche nicht! lackiert werden).

    Wenn da n Baum drauf fällt, hilft auch n Stahlhelm nix....


  • ...es geht ja hauptsächlich um Sicht- und Gehörschutz (welche nicht! lackiert werden)...

    Wenn du im öffentlichen Wald vorhast dir zugewiesenes Holz aufzuarbeiten, würde ich an deiner Stelle einen zweiten Helm dabei haben!

    Wenn nämlich der zuständige Förster nen Kontrollbesuch macht, wird der davon sicherlich nicht begeistert sein und dir das Weiterarbeiten untersagen...


    ...was die "technische Komponente" des Helmes angeht, mit der Lackierung drauf erkennst du u.U. Spannungsrisse nicht mehr; da geht es dann auch nicht hauptsächlich um Sicht-/Gehörschutz, sondern auch um aus den Baumkronen herabfallendes Geäst/Tannenzapfen usw.!

    Die Autoschlange ist die einzige Schlange, die das A****loch vorne hat!

  • Zitat

    Ich würde mir Gedanken darüber machen, ob eine Lackierung ggf. die Materialeigenschaften des Helmes negativ beeinflusst.

    Vom Prinzip ist eine Lackierung oder auch schon ein anbringen von Aufklebern nicht zulässig. Aber das weißt Du ja selbst.


    Lackieren von Kunststoffen:

    - Oberfläche anschleifen, am besten mit Schleifpad, ähnlich der Rauen Seite der Küchenschwämme.

    - Kunststoffhaftvermittler

    - Grundierung (z.b. Epoxi)

    - Dann die Farbe


    Gruß Dirk

    Wolf 250 GD "Lang" + Menzi Militär-Anhänger Bj 64.
    - - - AKP 2/6 - - - NSchKp 510 - - -

    - - - "Der mit dem Boot fährt" - - -

  • Da fragt jemand wie er seinen Helm lackieren kann und bekommt NEUN Antworten die größtenteils überhaupt nichts mit der Frage zu tun haben.


    Jetzt mal richtig:


    • Du solltest den Helm anschleifen, Schleifvlies rot ist dafür in Ordnung, ansonsten P180-240 (wir wollen ja matt arbeiten und keine hochglänzenden Perleffektlackierung erzeugen). Wenn Du nicht schleifen willst oder kannst haben wir auch einen Spezialprimer der die Oberfläche dermaßen anlöst dass gar nicht geschliffen werden muss.
    • Danach entstauben (Staubbindetuch).
    • Vor dem Grundieren mit Silikonentferner entfetten.
    • Jetzt kommt ein Haftvermittler z.B. der Kunststoffhaftgrund aus der Spraydose. Ein Spritzgang reicht hier.
    • Nach 10 Minuten kannst Du dann mit dem 1K Kunstharzlack oder 2K PUR Lack jeweils aus der Spraydose 2-3 mal drüber gehen (jeweils 15 Minuten ablüften lassen) und schon ist alles fertig.

    Wenn Du auf die entsprechende Temperatur und Luftfeuchte (10-20° bei unseren Mattlacken, max 75%) geachtet hast, wird das Ergebnis entsprechend gut ausfallen.


    Das Auftragen einer Epoxygrundierung auf den Kunststoffhaftgrund ist unzweckmäßig, da der Kunststoffhaftgrund ja die haftvermittelnde Schicht darstellt.

    Sofern der Helm Kratzer aufweist die gefüllert werden müssten, so sollte hier ein entsprechender Füller genommen werden.


    Grundsätzlich kann man auch keine Pauschalaussagen treffen, da jedes Lacksystem im Einzelfall geprüft werden muss.

    Es gibt übrigens Fälle wo ein Expoy gar nicht verwendet werden darf, daher ist IMMER das jeweilige Technische Merkblatt des einzelnen Produktes zu Rate zu ziehen.


    Unabhängig davon hat z.B. unser 2K Epoxy schon eine sehr gute Direkthaftung auf sehr vielen Kunststoffen, genau wie unser 2K HS Füller oder der 1K PVB Säurefüller (welcher sogar in der Spraydose verfügbar ist und mit 1K und 2K überlackiert werden kann).

    Es muss also gar nicht unbedingt nötig sein den Kunststoffhaftgrund zu verwenden für den Fall dass Du eines der oben genannten Produkte ohnehin noch hast.



    Das große ABER: Es gibt Kunststoffe die überhaupt nicht lackierfähig sind.

    Daher ist bei einem Lackierprojekt auf Kunststoffe die nicht explizit als lackierfähig ausgewiesen sind immer ein Versuch durchzuführen.