• Servus,


    wir haben gestern einen Willys gekauft. Leider ist über die Vorgeschichte wenig bekannt. Das Fahrzeug war in Norwegen zugelassen. Anfang der 90er wurde es in die Schweiz importiert. Dort wurde mit einer Restaurierung begonnen, Blech ist komplett gemacht, lackiert, Bremsen neu etc pp. Um das Fahrzeug auf die Straße zu bringen muss man noch Elektrik machen und nach dem Motor schauen.

    Leider ist wenig zur Vorgeschichte bekannt. Laut norwegischen Papieren BJ 1944. Nach Karosse und Motor passt das Fahrzeug zur WWII Zeit. Seriennummer passt wiederum nicht: HVK 896. Meine Vermutung ist, dass die Seriennr. später neu vergeben wurde. Motor wurde Anfang 50er überholt, das ist anhand eingeschlagener Nr. erkennbar. Leider fehlt die Plakette mit der Nr. am Rahmen und die große Plakette im Innenraum ist neu, hilft also nicht.


    Hat jemand Infos was HVK 896 bedeutet?


    Grüße Thomas

  • Hallo Thomas,


    erstmal einen Glückwunsch zum Neuerwerb und viel Spaß damit.


    Zeig doch bitte mal bei Gelegenheit ein paar Bilder.


    Zu Deinem Problem:


    Ich bin zwar nicht so fit in Norwegisch, aber HVK sollte nichts anderes bedeuten, als FIN, oder wie bei uns TPF

    "Technische Prüfnummer Fahrgestell"

    Die wurde (und wird bestimmt immer noch) in den Rahmen geschlagen, wenn dieser keine erkennbare Fahrgestellnummer aufweist.

    In den Übergangsvorschriften steht zwar, das wenn an der Karosserie ein Herstellerschild mit einer Seriennummer fest angebracht ist, dieses ausreichen würde.

    Die Praxis sieht (oder sah) jedenfalls ganz anders aus.


    Ist am Fahrzeug keine "Einwandfreie" Fahrgestellnummer vorhanden, wird sie "neu" Vergeben.

    Das erfolgt dann Fortlaufend.

    In Deutschland war dasin den 50er Jahren z.B. TPF 5xx, also das 5xxte Fahrzeug, wo eine Technische Prüfnummer Fahrgestell vergeben wurde.


    So wird das bei Deinem Fahrzeug auch gewesen sein.

    Da wird das Typenschild am Rahmen wahrscheinlich gefehlt haben, oder war beschädigt/ Unkenntlich, so das dann eine "Neue Identität" geschaffen wurde.

    So bekam das Fahrzeug gültige Papiere, die ab dato dann auch gültig waren.

    Egal welche Nummer das Fahrzeug nun hat, ist es besser so, als ein Fahrzeug zu haben, wo die Nummer nicht zu den Papieren passt.

    Papier ist geduldig.


    Zur in etwa Baujahrbestimmung kannst Du mal nach der Nummer in der Karosseriestütze vorne links schauen.

    Die ist zwar nicht gleich mit der Fahrgestellnummer, ist aber (wenn die Karosserie noch die "Originale" ist) in der Nähe.


    Die Elektrik sollte ja nun nicht wirklich ein Problem sein, so übersichtlich wie die ist.

    Den Motor würde ich mir genau anschauen, ganz besonders, wenn ich nicht wüsste, ob er und wenn, wie er gelaufen ist.

    Den würde ich Zerlegen und mir alles genau anschauen, Reinigen und ggf alles was nicht mehr in den toleranzen ist, erneuern.

    Auch der Motor ist kein Hexenwerk, wo einem was entgegengesprungen kommt, was man nicht kennt.


    Dafür sind die Handbücher übrigens sehr hilfreich und ein "Must have"


    Auf den Punkt gebracht, stimme ich Deiner Vermutung zu, das die Fahrgestellnummer später neu vergeben wurde !


    Grüße

    Frank

  • na, anscheinend uninteressant, das Thema.


    Dann werden Dir ja bei weiteren Fragen, wenn es denn mal um die Technik gehen sollte, andere Antworten können.

    Mehrmals Eingeloggt gewesen, aber anderes ist wohl wichtiger.


    Und hätte ich vorher geschaut, wer hier :


    Jeep CJ 5 ex Schweizer Armee - Hebel für das Verteilergetriebe wo?


    schon mal eine Frage gestellt hatte, dann hätte ich hier erst garnicht geantwortet.

    Das war wohl ähnlich unwichtig gewesen.


    Schade um die Zeit und das man versucht jemanden, der sich nicht so richtig mit diesen Fahrzeugen auskennt, zu helfen und Tipps zu geben.


    Hier sollte es eine Blacklist Funktion wie beim E-mail Programm geben.

  • Servus,


    Ich kann schlicht noch nicht viel berichten. Mittwoch holen wir das Fahrzeug und dann kann ich hoffentlich weiter recherchieren. Nach Nummern etc. hatten wir bei der ersten Besichtigung vor Ort schon geschaut, zu Hause kann ich aber nochmals erneut schauen.

    Zwischenzeitlich habe ich am Wochenende den Schweizer Vorbesitzer kontaktieren können, der das Fahrzeug 1992 importiert hat. Ist jemand, der sich durchaus mit den Fahrzeugen auskennt, u.a. Treffen etc. in der Schweiz organsiert. Er konnte - ausser, dass das Fahrzeug aus Norwegen kam aber nicht viel sagen. Ich werde dann den Tip weiterverfolgen und die Kollegen in Norwegen kontaktieren.


    An den Kaiser Jeep bin ich noch eher durch Zufall geraten. Jetzt wird es schon zur Sucht: Im Oktober 2018 habe ich noch einen CJ3B ex Militär gekauf. Bei dem habe ich zuletzt u.a. die Elektrik gemacht, bekommt jetzt dann Tüv (über den Winter war es bislang nicht eilig und ich warte eigentlich nur auf besseres Wetter um vorzufahren).


    Der MB wird hoffentlich dann auch bald auf die Strasse kommen, bezüglich Motor habe wir auch schon willyserfahrene Unterstützung. Da ist aber auch erst genaue Sichtung angesagt, was überhaupt zu tun ist.


    Herzliches Danke an Frank und Ramboduck für die Tips!


    Grüße Thomas

  • Hallo Thomas,


    erstmal einen Glückwunsch zum Neuerwerb und viel Spaß damit.


    Zeig doch bitte mal bei Gelegenheit ein paar Bilder.

    Servus Frank,


    aktuell habe ich nur Bilder von Besichtigung beim Verkäufer, die möchte ich hier nicht öffentlich machen, da in dessen Werkstatt etc. Bitte also noch etwas Geduld.

    Aktuell habe ich keine weiteren verwertbaren Infos, sonst hätte ich mich schon gemeldet. Updates folgen.

    Grüße Thomas

  • Hallo Thomas,


    schönes Fahrzeug! Da lässt sich gut was draus machen. Weißt Du schon wie Du ihn fertigstellen möchtest, original mit Beschriftung oder soll er so bleiben?

    Werde dieses Jahr selber mal mit Jeep ins Ländle fahren (komme gebürtig aus Weingarten und hab noch Verwandte in Ingerkingen), da könnten wir uns ja mal treffen.

    Schöne Grüße

    Uwe

  • Hallo Uwe,


    aktuell wollen wir uns erst mal um die Technik kümmern. Die angefangene Elektrik gefällt gar nicht (einzeln eingezogene Kabel), da kommt original Kabelstrang rein. Dann natürlich der Motor.

    Beschriftung muss erst mal warten, vielleicht finde ich ja doch noch mehr zur Vorgeschichte raus.


    Leider werde ich am Ende auch schauen müssen, welches der Fahrzeuge ich behalte. Drei sind leider zu viele - die Jeeps sind aber schon mal sehr gut, da meine Frau meint "behalten":-))


    Grüße Thomas


    Meine anderen zwei: 1. CJ5 ex Schweizer Armee BJ 68/EZ 69 2. CJ3B BJ 58 (zwischenzeitlich neu bereift, Bremsen und Elektrik gemacht, demnächst zum Tüv)






  • Die Geschichte hinter dieses Jeep kann sehr problematisch sein.

    Original Fgstlnummer befindet sich am linke Rahmen seite (innen) hinter der vordere Stosstange (Willys)

    Auf ein Ford rahmen ist die nummer eingeschlagen.

    Auf die Wanne steht auch ein Nummer. Diese Nummer findet Man direkt hinten den Linke Kotflugel und sinkrecht eingeordnet.

    Falls Englisch kein Problem ist, diese webseite hat einfach alles:

    https://forums.g503.com/

  • Problematisch, weil Dein Willys kann moeglicherweise ein mischmasch sein.

    Nach der Krieg, zwischen 1945 u. 1954, vielen Jeeps waren durch mehrere Firmen ueberholt, u.a. DB. Alles war aus gebaut und umgetauscht - Motoren, Achsen, Karosserien. Das MAP (Military Assistance Program) der besatsungsmaechte (USA) lieferte allerlei militaerische Waren an NATO Laendern, z.B. Norwegen.

  • Zwischenstand: neuer Kabelbaum ist drin. Motor lief schon. Ich warte jetzt nur noch auf den neuen Tank - aus Alu nach Originalmassen, ist bereits geschweisst und braucht nur noch Lackierung - nicht original dafür aber rostfrei :-). Dann hoffentlich erste erfolgreiche Probefahrt.




  • Hallo,


    inzwischen ist der Willys soweit fertig. Leider hat das Getriebe nach ca. 60 km Probefahrt Probleme gemacht, lässt sich nicht mehr schalten, ich musste 20 km im dritten Gang heimfahren, der Schaltknüppel ist wie festbetoniert, da hat sich irgendetwas verklemmt. Motor läuft super und bis auf das Getriebe wäre er jetzt eigentlich Tüv-fertig


    Grüße

    Thomas