Totalausfall der Bremse trotz 2-Kreis System

  • Hallo Leute,

    mal im Ernst, als fast allwissend Auftretender, zeitweise besserwissender hätte ich mir diese Peinlichkeit über das limitierte Wissen über eine, sagen wir mal, nicht unbedingt alltägliche, allerdings nicht ungewöhnliche Bremsanlagenkonfiguration erspart.

    Ich gebe allerdings zu, das ich vielleicht einen gewissen Wissensvorsprung habe durch die Vorlesung "Grundlagen zu Konstruktion von LKW-Bremsanlagen", die mit PKW Bremsanlagen aller Konfigurationen anfängt, einschließlich ABV-Auslegung und Grenzen der ABV. Ach, und ich habe mehr als 1 Fahrzeug von Einkreisbremsanlage auf eine funktionierende, mit sinnvoller Verteilung der Bremskräfte, Zweikreisbremsanlage umgebaut. Das hat schon machen der Kunden (waren eigentlich meine Kunden, aber das spielt hier keine Rolle), aus problematischen Situationen gerettet und wohl auch den einen oder anderen Unfall vermieden.

    Ich wünsche noch einen schönen Abend

    Wolf

  • Hallo Leute,

    mal im Ernst, als fast allwissend Auftretender, zeitweise besserwissender hätte ich mir diese Peinlichkeit über das limitierte Wissen über eine, sagen wir mal, nicht unbedingt alltägliche, allerdings nicht ungewöhnliche Bremsanlagenkonfiguration

    öööh:staun:


    Meint der Herr aaS mich?


    Dann kannst du mir ja vielleicht nun helfen


    Kaum weg bei der Nachprüfung kam schleichend das schwammige Gefühl zurück


    Hab dann mal nen neuen BKV verbaut den ich günstig auf nem Teilemarkt ergattern konnte


    Keine Änderung


    Auch nochmaliges Entlüften brachte nichts


    Probiert man die Bremse aus wenn der Motor noch nicht läuft ist der Pedalweg extrem kurz und die Bremse bretthart. Startet man den Motor geht das Pedal (wie es ja auch soll) nach untern. Allerdings sehr viel weiter als bei anderen Autos und gefühlsmäßig verkürzt sich der Pedalweg durch mehrmaliges Pumpen


    Allerdings geht dann das Pedal wenn man es fest gedrückt hält langsam wieder auf den Punkt wo es vorher war.


    Bremswirkung ist aber ausgezeichnet


    So Wolf

    Deine Meinung dazu bitte

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Der Herr aaS wird wohl wieder mindestens 3 Monate darüber reflektieren müssen, um eine uns alle endgültig erhellende Abschlussbewertung präsentieren zu können:dev:

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • Andreas, Till,

    nein, ich brauche keine 3 Monate , um darüber zu reflektieren, auch wenn es schon spät ist.


    Interessant wäre es zu wissen, was beim Bremsen z.B. auf der Rolle passiert mit Motor aus und ohne Unterdruck im Bremskraftverstärker. Bei hinreichender Pedalkraft dürfte da nix anderes herauskommen als mit Unterstützung mit geringeren Pedalkräften.

    Wenn du schreibst, das bei Starten des Motors, das Pedal nach unten geht, dann hast du nicht stark genug auf die Bremse getreten. Oder anders herum, es sind Widerstände im Pedalweg bzw. in der Kraftübertragung auf den Hauptbremszylinder. Und diese Widerstände haben da nix zu suchen. Das kann durchaus eine Ursache für ein schwammiger Bremsgefühl sein, weil sich die Bremse jedes mal etwas anders anfühlt bei subjektiv gleicher Bremsbetätigung. Das hat natürlich nix mehr mit schlechter Entlüftung oder dergleichen zu tun. Schlechte Entlüftung zeigt sich eher in Erschöpfung des Pedalweges bei unzureichender Bremswirkung.

    Grüße

    Wolf

  • hallo andreas,

    das ist wirklich blöd! wenn das pedal wie beschrieben, nachgibt, dann fehlt ihm irgendwo der widerstand.

    die idee mit dem radlagerspiel ist nicht schlecht, müsste sich aber nach mehrmaligem pumpen dann trotzdem eher stabilisieren.


    ich würde erst nochmal schauen, ob immer noch alles dicht ist.


    ansonsten klingt das schon wieder wie hbz, obwohl er ja neu ist, aber vor bösen überraschungen ist man nie gefeit.

    wäre es mein fahrzeug, würde ich anfangen zu basteln und folgendes

    machen:

    beide leitungen am hbz abschrauben und an deren stelle ein kurzes stück bremsleitung mit blindnippel ansetzen.dann damit nur den hbz sorgfältig entlüften und den pedaltest machen. hält er nun den druck, liegt das problem weiter hinten im bremssystem. bleibt alles beim alten, dann wahrscheinlich wieder hbz.

    gruss

    hermann

  • Hermann,

    die Idee mit deinem Testverfahren ist nicht schlecht, allerdings dürfen die Leitungsstummel nur sehr kurz sein, sonst tritts du ja wieder gegen Restluft.

    Radlagerspiel: Kann natürlich sein, aber ich habe noch nie so platte Radlager erfahren, das sich das wesentlich auf den Pedalweg ausgewirkt hat. Ich habe 1993 eine Dienstreise an den Atlantik überlebt, da war ein Lagerkäfig bei einem neuen Kegelrollenlager gebrochen, Die Bremse pfiff zwar ein wenig, aber war nicht wirklich furchteinflößend. Es gab halt nach der Dienstreise nach gefundenen Fehler ein neues Radlager und über 2000 km, gut wars.

    Grüße

    Wolf

  • Hallo,

    naja.... Hab meinen Wolf an meine Eltern verliehen für eine Urlaubstour an Deutschlands Westgrenze entlang (Urlaubsidee: immer so nah an der Grenze wie möglich, vom Schwarzwald bis an die Nordsee - man staunt, was man alles findet/erlebt !). Kurz nach Abfahrt hat sich wohl die Nutmutterverschraubung im linken Radlager gelöst, die Bremsscheibe hat dann sich am Sattel abgestützt und dort ca 1 cm !!!! Material abgetragen. Mein alter Herr (78 Jahre) meinte nur: "Naja, ich musst halt immer pumpen beim Bremsen, aber sonst ist mit nix aufgefallen!"

    Radlagerspiel kann schon eine "weiche" Bremse erzeugen.

    Diese Nutmutterkonterung ist aber technisch nicht wirklich das Gelbe vom Ei, zumindest seh ich das so.

  • Okay. Das ist ja schon mal ein Ansatz. Danke dafür!


    Wenn ich wieder zuhause bin werd ich die Radlager prüfen und mal gucken wie man den Test mit den Leitungsstummeln durchführen kann.


    Ich halt euch auf dem Laufenden

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Hallo, so ist es. Grundsätzlich hat der Wolf ja auch Prüfanschlüsse an Vorder- und Hinterachse. Ich schliesse bei derartigen Problemen da ein Prüfgerät an, dann kann man die Drücke sehen, den ALB einstellen und bei Problemen gezielter nach der Ursache suchen.

    Prüfgeräte gibt es immer mal im ebay ab 50,-, dann nicht mehr geeicht, aber besser als die Kaffeesatzleserei hier.

    Viele Grüße Marcus

  • kleiner tipp zum entlüften:


    damit der hbz sich füllen kann, nach dem durchtreten des bremspedals beim loslassen und kolbenrücklauf das leitungsstück zuhalten, damit sich im kolbenraum genügend unterdruck aufbauen kann, um die flüssigkeit über die füllbohrungen nachzusaugen.

    in dem zusammenhang fällt mir ein:

    eine undichte kolbendruckstangenseite führt zum einsaugen von luft am hbz und damit auch zu schwammigem pedalverhalten

    gruss

    hermann

  • Wenn die Klobenstangendruckseite undicht ist, dann läuft auch Bremsflüssigkeit in den Unterdruckverstärker, langsam, aber sicher. Dann ist, egal was sonst noch schlecht funktioniert, das Bremsgefühl, sagen wir mal, fast so, als wenn du in einen Haufen Hundescheiße reintrittst.

    Grüße

    Wolf

  • da luft bekanntlich dünner als bremsflüssigkeit ist, muss bei beginnender undichtigkeit eben nicht sofort auch flüssigkeit austreten.

    im übrigen sollte man beim vorschlag " prüfgeräte und druckmessung" aber dann möglichst auch die entsprechenden sollwerte hier bekanntgeben, weil ohne diese wird die messwertbeurteilung dann wirklich " kaffeesatzleserei".

    ausserdem wird die bremswirkung an sich ja gar nicht bemängelt, sondern nur das pedalverhalten, da können die druckwerte so schlecht also gar nicht sein, zumindest erschliesst sich mir hier gerade nicht, wie das zur problemlösung führen sollte.



    gruss

    hermann

  • Unter Druck sind die meisten Dichtungen, auch wenn sie pieseln, noch einigermaßen dicht, tendieren aber oft zum langsamen durchsinken der Pedals, weil die Drücke von Kreis 1 nicht aufrecht werden können. Die Bremsflüssigkeit verschwindet dann halt Richtung des geringsten Wiederstandes.

    Grundauslegung bei Hydraulikbremsen sind 100 bar für eine Vollbremsung, heute, meistens, sonst hat das ABS zu wenig Regelspielraum. Es gibt auch Bremsen, je nach Konstruktion, die sind schon bei 60 oder 70 bar bei der Vollbremsung. Das müsste man dann allerdings beim Hersteller nachfragen oder nachrechnen. Ältere Bremsanlagen tendieren eher zum Bereich der 70 bar bei einer Vollbremsung, aus der vor ABS-Zeit. Das ist aber leider herstellerabhängig und daher ist nur eine Tendenzaussage möglich.

    Grüße

    Wolf

  • die Kiste macht mich noch fertig! :dev:


    gestern komm ich nach hause und der G hatte seinen freien Tag, lungerte auf der Straße rum und hat sich eingenäßt! :no:


    Bremsflüssigkeitsbehälter fast komplett leer, es tropft aus dem Bremskraftverstärker.

    Denke der (neue) Hauptbremszylinder ist defekt.


    Also werd ich morgen die Altteile (HBZ und BKV) wieder einbauen,

    immerhin brauch ich den Auddowagen um das ganze Geraffel nach Boostedt zu zerren,.

    Blöd, aber irgendwas ist ja immer.


    bei der Gelegenheit werde ich noch mal gründlich entlüften


    ich halt euch auf dem Laufenden

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Benzschrauber,

    entschuldige bitte, aber dann ist die Bodenmanschette zwischen dem Bremskraftverstärker in Richtung des Hauptbremszylinders sowas von platt, das die Soße einfach in den Bremskraftverstärker rein läuft. Das ist ein altersbedingtes eigentlich bekanntes Problem, unter den alle Systeme dieser Art irgendwann leiden.

    Was Hilft? Hauptbremszylinder ausbauen, zerlegen, neu hohnen, Reparatursatz einbauen und hoffen, dass das ausreicht.

    Gruß

    Wolf