• Moin zusammen,


    bei mir hier in der Nähe von Kiel steht ein interessantes Ural Gespann zum Verkauf...meine Frage

    Gibt es in oder bei Kiel bzw nähere Umgebung jemanden, der sich mit den Fahrzeugen auskennt und beim Kauf bzw Besichtigung und auch danach mit Rat und Tat zur Seite stünde?


    Mir fehlt es nicht an technischem Wissen und Erfahrung, aber mit diesen Geräten hatte ich noch gar nichts zu tun...


    vielen Dank schonmal vorab

    Und ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil

  • Hallo Florian,


    direkt auskennen würde ich nicht behaupten, ich war jedoch vor nicht allzu langer Zeit in Trappenkamp bei Ural Hamburg und hatte dort ein sehr nettes Gespräch mit einem Mitarbeiter. Letztlich war der Konsenz, dass man einiges an Reservegeld bevorraten sollte, die gerne erzählte Geschichte von der ach so robusten Russentechnik soll nicht stimmen (grobe Technik stimmt). Schon in der Fertigung kann man es in keinster Weise mit BMW-Technik vergleichen, auch zur Demontage wird manchmal einiges an grobem Anpacken nötig. Sehr gut hat mir dort die ehrliche Art gefallen, auch haben die einen sehr großen Bestand an Teilen, vom gebrauten Sachen bis zu qualitativ hochwertigen Nachbauteilen. Beispielsweise auch alternative Vergaser, die kosten dann aber auch ein paar Euronen.


    Generell ist es wohl so, dass die Maschinen regelmäßig etwas Zuwendung brauchen, aber das Verhältnis zwischen der Zeit die man Fahren kann und schrauben muss soll passen. Wenn ich mich richtig erinnere sagte er auch noch, dass die Höchstgeschwindigkeit maximal 80km/h ist (?), das Gespann fährt zwar schneller, aber hält dann aber nicht lange durch, es ist Entschleunigung angesagt.


    Andererseits ist eine 30 Jahre alte 2V-BMW nach einigen Jahren nicht regelmäßiger Pflege auch ein Patient mit einem umfassenden Zuwendungsbedarf, habe ich gerade wieder erlebt, eigentlich war die Ansage nur, dass sie unruhig läuft...

    Grüße aus dem Norden
    Claus


    Der frühe Vogel kann mich mal :schnarch:...

  • Hallo Florian,

    Wenn es eine Ural 650 aus den 90ern ist,sollte man ein paar kleinigkeiten optimieren.In den 90ern stammen alle Komponenten aus Russischer Produktion.Grundsätzlich funktioniert sie immer,auch so wie sie kommt.Man kann,(muss aber nicht) einige Sachen verbessern.

    Wie z.b. bessere Vergaser,Kugellager von SKF,Zündkerzen von Bosch usw.Eine Ural geht entweder als Neufahrzeug in den ersten 3 wochen kaputt oder sie hält bei Sachgemässen Umgang ewig.Jedenfalls die 650er.Und nordic hat recht,das man mit ihr nicht schneller als 80 fahren sollte,weil allein die

    Getriebeübersetzung dafür nicht ausgelegt ist.

    Ab der 750er mit scheibenbremsen entsprechen die Urals schon eher Westeuropäischem Standart.

  • Vielen Dank an euch, dem entschleunigten Fahren fröne ich bereits (Hercules, Iltis, zwei Schwalben, SR500, 190er Mercedes, daher finde ich achtzig bis neunzig voll in Ordnung) das stellt also kein Problem dar

    Also ist es wie so häufig, eine gute Grundsubstanz und dann Feintuning

    Ich guck mal was der Verkäufer mir noch für Auskünfte gibt und werde sie mir mal ansehen

    Und ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil

  • Ich hab seit '93 eine 650er. "Exportmodell" was aber qualitativ kein sooo großer Unterschied zum Inlandsmodell war. Erster Motor, aber dritter oder vierter Tacho (die hats regelmäßig zerrissen). Einzige nennenswerte Panne bisher war Mitte der 90er ein weggeflogener Ventilfeder-Keil mit anschließendem innigen Kontakt zwischen Ventil und Kolben. Einzylindrig nach hause gefahren, neues Ventil (wenn ich mich recht erinnere vom 1,6 Liter-Golf) mit neuem Federteller eingesetzt und feddich. Löpt...
    Die originale Elektronikzündung hab ich gleich am Anfang vorsichtshalber gegen die Kontaktzündung vom Vorgängermodell getauscht, die Lichtmaschine vor ein paar Jahren mal gegen eine stärkere ersetzt weil Betrieb mit Beiwagen und Anhänger schon etwas mehr Strom verlangte. Vergaser auch vor ein paar Jahren mal gegen die der Nachfolgeversion ersetzt weil ich die günstig bekommen konnte, das Ansprechverhalten ist etwas besser geworden.
    Generell kann man über die 90er Jahre-Ural wohl sagen daß die lacktechnische Verarbeitung sch*** ist, Schweißnähte sind Glückssache- mal brauchbar, mal krumm und schief. Höchstgeschwindigkeit würde ich mal 80 bis 90 ansetzen, schneller ist zwar möglich aber ich will es dem Material nicht zutrauen.
    Wer sich so ein Moped kauft darf nicht mit unseren westlichen Grundvorstellungen in Bezug auf Verarbeitung und Fertigungstoleranzen an die Sache 'rangehen! Dafür hat er aber normalerweise ein Fahrzeug das zwar simpel aber bei einem Mindestmaß an Pflege relativ robust ist.

    Eine Ural kann man nur lieben oder hassen- dazwischen gibts nix :dev:

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Ach nee:/:dev:


    Über die Fa. hat Nordic schon in seinem Beitrag vom 18.2. berichtet.;P


    Mitunter hilft das Lesen von älteren Beiträgen;-)

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!