Kunifer vs. Kupfer Bremsleitungen

  • Hallo,


    ich bin gerade wieder einmal dabei meinen Werkzeugschrank weiter zu befüllen und habe mir ein Bremsleitungs-Bördelgerät, sowie zwei Sortimente Bremsleitungsverschraubungen gekauft.

    Nun will ich das ganze noch durch drei 10m Ringe (4,75mm, 5mm und 6mm) Bremsleitung ergänzen, um vorerst gewappnet zu sein.


    Auf Stahl habe ich einfach mal gar keine Lust und da es ein geschlossenes System ist, sollte man die unterschiedlichen Metalllegierungen doch auch mischen können (oder?).


    Jetzt sehe ich, dass sowohl Kupfer als auch Kunifer verfügbar ist. Was ist die bessere Variante? Von Kupfer wurde früher abgeraten, da es zu Kaltverfestigung und Versprödung durch Vibrationen neigen soll, sind das heute andere Kupferlegierungen? Oder doch einfach auf Kunifer setzen?


    LG,

    Kristian

  • Moin,

    Bremsleitungen aus Kupfer sind laut Prüforganisationen nur noch für Fahrzeuge zugelassen, die auch im Original Kupferbremsleitungen hatten.

    Kunifer10 dagegen ist auch als Ersatz für Stahl zugelassen.


    Gruß aus HL


    Andreas

  • Hallo,

    habe bis jetzt nur gute Erfahrungen mit Kunifer Leitungen gemacht. Hast Du Stahl- oder Messing- Verschraubungen? Für Kunifer würde ich die Messing- Verschraubungen vorziehen.

    Mischen der Materialien sollte aber kein Problem sein.


    Bei Kuniferleitungen auf die Stempelung achten, könnte sonst Probleme bei der HU geben. (Bericht in Oldtimer Praxis Januar 2019)


    Gruß Daniel

  • Laut "Praxis" sollte auf dem Rohr die Legierung aufgestempelt sein.

    Cu Ni 10 Fe 1 Mn

    Das wäre die amtliche Bezeichnung für normgerechtes Bremsrohr aus Kunifer. Es ist auch darauf zu achten das der Biegeradius nicht kleiner als der fünffache Rohrdurchmesser ist.

    Bei Ø 4,75mm nicht kleiner als R 24mm; bei Ø 5mm min. R 25mm; bei Ø 6mm min. R 30mm


    Gruß Daniel

  • Moin,

    war heute beim TÜV Nord in Lübeck wegen meiner Kunifer10-Leitungen.

    Ergebnis Stempelung ok, Konformitätserklärung ok, Datenblatt ok.

    Aber: keine ABE. deshalb schwerer Mangel -> keine Plakette.

    Baue jetzt notgedrungen auf Stahl zurückX/


    Gruß aus HL


    Andreas

  • in der vorletzten Oldtimer praxis (3.2019 S. 103) gab es ein Statement dazu von Alex Piatschek von der GTÜ- Prüfstelle in der Oldietankstelle Hamburg.

    Der sieht das so, dass eine ABE unnötig ist, weil die DIN maßgebend ist.


    Der Leserbrief klang sehr plausibel.

    Zur Not da hin fahren;-)

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

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  • Hallo,


    das ist, wie bei Schrauben, Gewindestangen, und Muttern.


    Dafür braucht man auch keine ABE.


    Alle PKW, die ich repariert habe, hatten KuNiFer.


    ABE gibt es nur für einbaufertige Teile - nie für Meterware.




    P.S. Die Bleche, die ich eingeschweißt hatte, waren auch alle ohne ABE.

  • Ich habe vor ca . 25 -30 Jahren mal Kunifer verarbeitet, und war sehr zufrieden, super zu bördeln und zu biegen, und ich habe mir auch vorgenommen, wieder eine Rolle zu bestellen.

    Was der Tüv wegen einer ABE an Bremsleitungen auszusetzen hat, kann ich nicht nachvollziehen. Schliesslich wird für die Befestigungsschrauben von Bremsteilen ja auch keine ABE verlangt, und die Prüfkriterien für den Zustand der Bremsleitungen bei der HU sind nach meiner Erfahrung doch auch eher locker.

    Vielleicht sollte man den Prüfer nicht noch extra auf die Kuniferleitungen aufmerksam machen.

    Wenn der Prüfer gefragt wird, er sich aber nicht auskennt, heisst die Antwort erstmal nein.

    Wenn es erst einmal nein heisst, bleibt es auch dabei. fängt man an zu diskutieren, fühlt sich der Prüfer in seiner Ehre angegriffen und lässt überhaupt nicht mehr mit sich reden.

  • Er hat mir seine Prüfvorschrift auf seinem PC gezeigt.

    Dort stand sinngemäß: Kunifer Bremsleitungen nur mit ABE akzeptabel. Sonst schwerer Mangel.

    Da kann ich ihm persönlich keinen Vorwurf machen.

    Ich werde ihn aber in aller Freundlichkeit auf das KBA Infoschreiben aufmerksam machen.

    Danke Kristian!

  • Kraftstoffleitung/Schlauch hat ja auch keine ABE, da nicht Typspezifisch, aber entsprechen einer DIN.

    Die interessanter Weise keiner prüft, gerade bei Schläuchen und modernen Kraftstoffen.

    Mit Sicherheit kommt seine Prüfvorschrift aus den hochheiligen göttlichen Hallen des TÜV, der nichts anderes dulden möchte, damit die Herrn Ingenieure ja keine Entscheidungen mithilfe ihrer "eigentlichen" Kompetenz treffen.

    Zum Glück gibt's Prüfer die ihre Fähigkeit zur technischen Beurteilung nicht ganz aufgegeben haben. :daumenhoch:

    Abgesehen davon gibt's zu unserem Glück endlich kein "Blaukittel" Monopol mehr... 

    Ich mag seit eh und je Menschen die grün tragen, abgesehen von Jägern und der Pullizei. Letztere hat glücklicherweise ein neues Outfit. ;\D