Unimog 404.1 Funkkoffer - wegen Todesfall abzugeben

  • Hallo & Grüße,


    auch wenn es eigentlich gar nicht so mein Sammelgebiet ist - hier wäre ein Unimog der zum Verkauf steht.


    Dieser stammt aus dem Erbe des verstorbenen Besitzers und sollte mal aufgebaut werden. Er lief beim umsetzen im letzten Jahr nach Anschleppen - derzeit sind aber die Batterien entladen.


    Es gibt diverse Mängel am Fahrzeug - die man aber sicherlich mit Geschick und Fleiß reparieren kann.


    - Mir bekannt sind abgefallener Kotflügel Fahrerseite

    - Durchrostung des Fahrerhauses im Fußraum vor dem Fahrersitz

    - Festgegammeltes Lenkgestänge


    Das Fahrzeug war auf rotem 07er zugelassen - ist aber derzeit nicht fahrbereit !!!



    Laufleistung laut Tacho ca. 14.000km


    Standort: Großraum Weiden


    Den Fahrzeugschein von der BW (im Bild gezeigt) gibts mit dazu.


    Preisvorstellung: 6000,- VHB



    KONTAKT unter: ksteuer76@gmail.com


  • Der Preis ist keineswegs in Stein gemeiselt - man kann da vor Ort nach Besichtigung auf jeden Fall drüber reden.


    Laut derzeitiger Informationslage war das Fahrzeug mal in Grafenwöhr stationiert. Der Kofferaufbau ist neueren Datums aber leider leer.

  • Hallo beisammen,


    auf einem Foto kann man sehen, wie das Objekt der Begierde mit einem Traktor geschleppt wird.


    Ich hoffe, dabei wurde die (Ab-) Schlepp-Vorgabe von Daimler beachtet :

    Hauptschalthebel auf 2. Gang ( also 2. Gang einlegen ) und den Vorwärts-/Rückwärts-Schalthebel auf Neutral (Mittelstellung / Leerlauf) stellen. Das tiefliegende Zahnrad-Paar vom 2. Gang sorg so für eine Notschmierung des Getriebes (Schleuderschmierung).

    Maximal 40 km/h schnell, maximal 40 km weit....


    Das gilt aber nur für Fahrzeuge die "kurz zuvor" noch aus eigener Kraft fuhren, so dass noch eine Restmenge an Öl in den Lagern vorhanden ist.


    Unimog 404, die bereits Jahre herumgestanden haben, sollten maximal auf den Tieflader geschleppt werden, da das 404 Getriebe sonst im Handumdrehen bleibende Schäden erleidet, die sich allerdings z.T. erst Jahre Später auswirken (also nach der abgeschlossenen Restaurierung).

    Man bedenke, dass das Getriebeöl im Laufe der Zeit komplett nach unten gelaufen ist. Die entscheidenden Lager liegen oberhalb des Ölspiegels und sind nach Jahren nahezu ölfrei, werden beim Schleppen aber durchaus belastet (und das dann ohne jegliche Schmierung).

    Ein Unimog 404 mit defektem Getriebe ist ein wirtschaftlicher Totalschaden, da zur Getriebe-Reparatur das Fahrerhaus und der Koffer-Aufbau abgehoben werden müssen.


    Ich habe schon einige solcher "Standuhren" wachgeküsst. Hierzu habe ich vor dem Schleppen immer den linken Getriebe-Blinddeckel bzw. den Nebenantrieb (hinter dem Reserverad) abgeschraubt und alle Zahnräder und Lager ausgiebig mit der Hilfe einer Ölkanne mit Getriebeöl bespritzt. So ist zumindest etwas Öl an allen Stellen vorhanden.


    Dass auch Achsen und Vorgelege nach Jahren trocken gelaufen sein können, erklärt sich von selbst. Auch hier empfiehlt sich eine Ölstandkontrolle vor dem Schleppen.


    Es sind leider schon etliche Unimog 404 aus Unkenntnis kaputtgeschleppt worden...


    Das beste hoffend :-)

    Eddi

  • Moin,

    habe ich mich auch schon mal gefragt.

    Allerdings weiß ich nocht wo das Wendegetriebe genau sitzt, also ist es zwischen Schaltgetriebe und dem Mittendiff oder ist es zwischen Motor und Schaltgetriebe?

    Bei lettzterem würde die Aussage "2.-Gang einlegen" ja einen Sinn ergeben.

    Wer macht uns schlau?

  • Der optischen erscheinen nach würde ich zu dahinter tendieren.

    Könnte mir allerdings vorstellen,das ohne eingelegten Gang ,das Getriebe mitlaufen könnte und dadurch den Mangeltod stirbt.

    Schau mer Mal was die Experten meinen.

  • Bei lettzterem würde die Aussage "2.-Gang einlegen" ja einen Sinn ergeben.

    Wer macht uns schlau?

    Schau mal hier ist das Schema vom 6-Gang Unimog 406, aber im Prinzip ist das im 404 gleich


    https://mediatum.ub.tum.de/image/697271.png


    Das "4-stuf Gruppenwahlgetriebe" entfällt im 404, die Doppeklupplung zur Zapfwelle bitte auch ignorieren. Dann siehst du:

    * Die Hinterachse ist dauernd mit der Getriebeausgangswelle verbunden

    * Die Vorderachse ist dauernd mit dem Getriebe bis zur Schaltung Vorderachsantrieb ein/aus verbunden.

    Beide ankommende Wellen von den Achsen sind im Getriebe mehrfach gelagert und wollen geschmiert werden.


    Bei der VA ist es egal, weil die Mimik unterhalb des normalen Ölstandes ist.

    Der Abgang zur HA ist allerdings über dem normalen Ölstand und sitzt sozusagen im trockenen. Beim normelen Betrieb wird genügend Öl rumgeschleudert und landet dann auch auf Auffangblechen, die die Lager usw versorgen.

    Ich meine einige Varianten hatten auch zusätzliche Ölpumpen *grübel*

  • Lieber Mathias,


    das hast Du perfekt erläutert - kurz und knapp - besser geht es nicht ( Lob und Anerkennung !!! ) :daumenhoch:


    Man kann den Unimog ganz allgemein nur bedingt mit anderen Geländefahrzeugen vergleichen, egal ob 404, 406 oder 435 usw.


    Das Schaltgetriebe und das Verteilergetriebe befinden sich beim Unimog gemeinsam in einem Gehäuse vereint. Daher ist das Unimog-Getriebe auch solch ein riesiger Trümmer, das recht hoch baut (geschätzt, mehr als 40 / 45 cm hoch). Dennoch befinden sich nur ca. 6 Liter Getriebeöl darin, die bei langer Standzeit komplett nach unten laufen und sich dann außerhalb der Reichweite, der sich drehenden Teile befindet.

    Bei einem klassischem PKW-Schaltgetriebe vom Hecktriebler befindet sich das Lager der Ausgangswelle zumeist zur Hälfte im Ölbad. (Ab)- Schleppen stellt dann kein Problem dar, weil genügend Schmierstoff anliegt.


    Die lange Standzeit ist für einen Unimog nicht unbedingt das Problem. Die Art und Weise, wie man ihn behutsam wachküsst, ist ausschlaggebend.


    Ich habe in etlichen Feuerwehr 404 S (TLF und TroLF) Postkartengroße offizielle Daimler-Aufkleber gesehen (silberfarben mit schwarzer Schrift) auf denen sinngemäß steht : "Beim Schleppen 2. Gang einlegen und Vorwärts-/Rückwärtshebel auf Neutral, maximal 40 km/h"


    Wenn dieser Hinweis nicht enorm wichtig wäre, würde man wohl kaum solche auffälligen Aufkleber innen an die Fahrertür kleben, oder ?


    Beste Grüße

    Eddi

  • zur Beruhigung aller - der Schleppvorgang mit dem Traktor wurde mit max. 20km/h durchgeführt und über wenige Kilometer. Aber auch nur weil die Batterien runter waren und er nicht angesprungen ist.

    Dann soll dem schönen Unimog wohl nichts passiert sein... (Erleichterung) :H:


    VG

    Eddi