• Moin, ich mache mal ein neues Thema zur Benzinpumpe in Fortsetzung der Diskussion in Ex Schweizer Puch 230 GE - langstreckentauglich? auf.


    Ich habe meinen Kraftstofffilter jetzt getauscht. Wie befürchtet, sind die Geräusche der im Radhaus befindlichen Benzinpumpe nicht (signifikant) weniger geworden. Dafür habe ich das mal ohne Schweinerei hinbekommen.


    Aber zur Pumpe: Ihr habt geschrieben, dass die Kabel der originalen Pumpe (mit Kunststoff vergossen sind, weswegen man sie jetzt mit klebstoffhaltigen Schrumpfschläuchen abdichten sollte. Ich weiß nicht, wie die Situation da aussieht, daher die evtl naive Frage, ob man den vergossenen Kunststoff auch mit einer Heißklebepistole ersetzen kann, anstelle der Schrumpfschläuche?


    An dem Anschlussstück sind mir ein paar Risse im Gummischlauchstück (im Bild das kurze, schwarze Stück unten rechts) aufgefallen. Ist das unbedenklich, da faserverstärkt und mehrlagig oder muss das dann neu?

  • Ich sag mal vorab, ich bin kein Spezialist...

    Ich habe aber schon an meiner Enduro Stecker mit Heisskleber vergossen und es hält schon mehrere Jahre bei Wind und Wetter an exponierten Stellen. MWn sind die Keber jedoch nicht ausreichend UV beständig. Alternativ kann man auch etwas Kleber in einfache Schrumpfschläuche geben und vorsichtig erwärmen, dass er Zeit zum schmelzen hat, bevor der Schrumpfschlauch anliegt.

    Welchen Durchmesser hat die abzudichtende Stelle? Ich würde sonst mal nachsehen, welche Durchmesser der Fa. Raychem vorhanden sind.


    Grüße

    Pummel

  • ...mach neu! War bei mir auch porös und suppte. Wenn es das bei Dir noch nicht tut, dann kommt das noch. Der gepresste Schlauch ist leider nicht ganz billig.

    Gruß

    J.

    P.S. bei mir wars nicht exakt dieses Stück, sondern der Abgang Benzinfilter. Spielt aber keine Rolle. Mach neu.

  • Mit nem Schraubenzieher die untere Kante stueckweise hochgebogen und dann mit der Blechschere abgeschnitten sobald es ging. Dann in muehsamer Arbeit die Dichtmasse rausgekratzt. Hat alles zusammen ein paar Stunden gedauert...


    Zieh auf alle Faelle Handschuhe an damit du dich beim Abrutschen mit dem Schraubenzieher nicht an den Blechkanten schneidest!

  • Danke für die Info. Auf das Hochbiegen war ich dann auch irgendwann gekommen. Ich habe sie aber nur 1mm hochgebogen und dann könnte ich einen weißen Plastikring darunter rausschieben und die grüne Metallhülse abdrücken. Dichtmaschige war nirgends, stattdessen ein Gummidichtring zwischen Metallhülse und Pumpe.


    Dafür hatte ich mit anderen Problemen zu kämpfen, hoffe aber, morgen die Pumpe mit der originalen Abdichtung wieder einbauen zu können

  • Interessant, dann ist das bei dir also anders gelöst. Bei meinem Puch war das ein ähnlicher Blechdeckel der aber komplett mit weisser Dichtmasse ausgegossen war. Da konnte man nix abziehen. Auch gingen die Kabel direkt durch ein Loch im Blech und waren dann ebenso vergossen. Die Lösung bei dir sieht da bei Weitem wartungsfreudiger aus.


    Weiß hier jemand warum es da unterschiedliche Varianten der Abdichtung gibt?

  • Ich kann mal Bilder machen. Bei mir geht das Kabel auch durch ein Loch in der Metallhülse. Das Loch hat ein Innengewinde. Dort wird ein Abdichtung eingeschraubt, die aus mehren Blech und Kunststoffteilen besteht. Innerhalb der Metallhülse ist dann ein ca. 210 Grad Bögen aus Kunststoff. Dieser hat 2 Bohrungen mit Kontaktnieten, in die die Pumpe eingesteckt wird. Das Kabel endet also über 2 Kabelschuhe in diesen Kontaktnieten ähnlich einer Steckdose. Und auf den Gewindestangen der Pumpe sind Hülsen aufgeschraubt. Plug and play.


    Leider hatte mein Messgerät einen Wackler, und ich dachte, da wäre ein Kabelbruch. Kabel zerschnitten im Bereich des vermuteten Bruchs, nun muss ich alles wieder haltbar zusammenfügen. ;(

  • Das wird langsam zum Albtraum...


    Pumpe gewechselt, die ist lauter als die alte. Was ich nun festgestellt habe, ist, die leise Pumpe unter dem Tank pumpt vermutlich nicht mehr, denn die 24V fallen komplett an der oberen Pumpe ab. Eigentlich sollen ja an jeder der in Reihe geschalteten Pumpen je 12V abfallen. Nun werde ich die alte Obere mal unten einbauen. Damit das alles nicht zu einfach ist, habe ich die Schrauben des Deckels vom abgeschirmten Verteilerkasten für die beiden Pumpen nicht abbekommen. Eine ist gleich abgerissen, die anderen 3 musste ich auch ausbohren...


    Hat zufällig jemand so einen Verteilerkasten auf Lager, den man noch aufschrauben kann?


    Und weiß jemand schon, wie der Wechsel der unteren Pumpe abläuft? Im EPC sehe ich nicht die Leitung zwischen Tank und unterer Pumpe. Ist da ein Schlauch, den man zudrücken kann, oder wie stellt man sicher, dass der Tank nicht ausläuft?

  • Nachdem ich nun die zweite Pumpe ausgebaut habe, stellt sich heraus, dass die neue einen Defekt hat, bei ihr ist das Gehäuse mit dem Minuspol verbunden. Dadurch fällt an der nachgelagerten Pumpe unter dem Tank keine Spannung ab. :aaarrr: 2 Neue sind nun bestellt, ich hoffe, das ist keine Designänderung von Bosch. Eigentlich hatte ich vergessen, als ich beim ersten Ausbau zunächst das Elektrokabel für einen Blick ins Innenleben demontiert hatte, die Abschirmung wieder sauber herzustellen. Daher wundert mich, woher das Pumpengehäuse den Massekontakt bekommt, aber irgendwo muss da wohl was fließen.


    Für Nachahmer aber mal eine Kurzanleitung, da die Arbeit nirgends beschrieben ist und ich etwas Lehrgeld zahlen musste:


    Die Originalpumpen inkl Abdichtung/Abschirmung und Verkabelung kosten 1300 bzw 1600€. Alternativ kann man die BOSCH 0 580 254 950 für 70€ nehmen, muss dann aber frickeln.


    1. Kraftstoffanschlüsse beidseitig entfernen
    2. die Enden der olivgrünen Kunststoffkappe vorsichtig ein wenig aufhebeln
    3. den weißen Kunststoffring vorsichtig mit einem Schraubenzieher heraustreiben
    4. das kurze Stück Kraftstoffleitung an der grünen Kappe (im oberen Bild rechts zu sehen) abschrauben, zB mit großem Schlüssel an der grünen Kappe kontern
    5. die grüne Alukappe vorsichtig abschlagen. Die im Radkasten ging bei mir halbwegs gut runter, die hier Gezeigte unter dem Tank war störrisch. Salz hat da zur Alukorrosion beigetragen. Ich habe dann mit einem kleinen Fugenspachtel die tief im Inneren befindliche Gummidichtung (Ring) von dem Aluoxid befreit und mit WD40 eingesprüht. Mit einem Schraubstock und ein paar kräftigeren Schlägen klappte es dann irgendwann.

      Auf dem Bild seht Ihr die Gummidichtung am hinteren Ende der Pumpe (montiert sitzt sie aber weiter vorn), die Korrosion im Inneren der Alukappe und die Steckkontakte für die Pumpe im Innern.
    6. nun die Kontaktkappen (dünne Blechhülsen) vorsichtig von der alten Pumpe abschrauben, bei der neuen Pumpe die blauen Isolatoren beschneiden, dass sie wie bei der alten aussehen und die Kontaktkappen auf die neue Pumpe bis zum Anschlag schrauben
    7. den Gummring mit etwas Spüli auf die neue Pumpe und, sofern man in den Maßen keine identische Kupferscheibe hat (Dicke!), die originale Scheibe wieder an den richtigen Ort im Innern der Kappe (außen kommt keine Dichtung zwischen Kraftstoffleitung und Alukappe) legen
    8. Pumpe in die Kappe, Kraftstoffleitung anschrauben, Dichtung reinpressen, weißen Kunststoffring vorsichtig aufschlagen, fertig (idealerweise prüft Ihr vor dem Anschrauben der Kraftstoffleitung, dass die Pumpe bis Anschlag drinsteckt und dass der Kupferring richtig sitzt)

    So habe ich das gemacht, keine Gewähr dass das so richtig ist


    Und zum Schluss noch ein Bild der Pumpe unter dem Tank

  • Hallo,

    mußte zum Einbau der Bosch-Pumpe was an den Benzinleitungen verändert werden, bzw. in wie weit äußert sich das Frickeln? Bei mir trat das Problem gestern leider unvermittelt auf. Benzinpumpe im Radkasten hats gerissen.

    Danke,

    Gruß

    Jörg

  • Geändert werden muss nichts an den Leitungen. Allerdings ist die Leitung, die Du in dem Bild ganz am Anfang siehst, inzwischen etwas anders geformt. Sie passt aber trotzdem, solltest Du sie ersetzen wollen.


    ABER


    In Summe habe ich 5 neue Benzinpumpen erhalten, die letzte über den regulären Vertriebsweg von Bosch bei Boschdienst (für 185 anstelle 70-90€). Von den Fünfen war lediglich bei einer das Gehäuse galvanisch vom Stromkreis getrennt (eine der frühen Pumpen für 70€). Solltest Du als Ersatzteil auch eine galvanisch nicht Getrennte erhalten, hast Du meines Erachtens 4 Möglichkeiten:

    1) so lange bestellen, bis mal eine ohne Kontakt zum Gehäuse ankommt

    2) die Pumpe mit Kontakt zum Gehäuse unter den Tank setzen und falls die andere getauscht werden muss, die ohne Kontakt von unter dem Tank in den Radkasten einbauen (so habe ich es schlussendlich gemacht)

    3) im Anschlusskasten im Radkasten die Reihenfolge der Pumpen im Stromkreis ändern (dazu musst Du auch Kabelschuhe austauschen)

    4) Kabelabschirmung der Pumpe mit Kontakt zum Gehäuse trennen (wobei ich mir nicht sicher bin, was passiert, wenn Du dann mal tief im Wasser stehst).


    Wie oben beschrieben, ist sonst das Grundübel, dass von der zum Pluspol weisenden Pumpe mit galvanischem Kontakt zum Gehäuse der Strom über das Gehäuse zur Masse fließt und dort dann ca 24V und an der dahinterliegenden Pumpe ca 0V anliegen.

  • ok, danke Dir erstmal.

    Stehe gerade mit meinem Kumpel bei MB in Kontakt, können uns aber gerade nur mailen. Die militärische Pumpe entspricht zu 100% der zivilen, wie sie in mehreren Mercedes Modellen u.a. dem zivilen 230GE verbaut ist, nur, daß die militärische so "eingegossen" ist.

    Unter der MB OE Nummer bekommt man im Zubehör die vor Dir verbaute Bosch-Pumpe und noch zwei weitere. Eine von "Trucktec" und eine von "Metzger". Für mich klingen die erstmal nach noname. die eine für 35€, die andere für 55€.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Pumpe im zivilen G ohne jegliche verkapselung verbaut und funktioniert auch...?

    Aber Näheres weiß ich, wenn ich mit dem Kumpel nachher sprechen kann.

    Gruß,

    Jörg

  • Ja, alle Pumpen hatten die Bosch Nummer 0 580 254 950 und stammten von 3 Lieferanten. Sofern das bei der BW nicht anders ist, sind die Pumpen nicht eingegossen (siehe Bericht von mir oben), sondern mit einem Gummi O-Ring und einer Alukappe abgedichtet.


    Genau, die militärische Pumpe ist die zivile Pumpe zzgl Alukappe, die einerseits die Anschlüsse wasserdicht umschließt, andererseits die Pumpen funkentstört (alle Kabel und auch die Anschlussdose sind abgeschirmt). Außerdem sind die abgeschirmten Kabelanschlüssen noch mit bei. Die Funkentstörung scheint aber mehr für militärische Funkeinrichtungen gemacht worden zu sein, im EPC konnte ich für die zivile Version nichts vergleichbares erkennen.

  • ja, ich habe mich auch dazu entschlossen, einfach mal eine Erfahrung zu machen. Das schlimmste was passieren kann ist, das die Pumpe irgendwann nicht mehr funktioniert. Und das passiert je nach Qualität halt früher oder später. Und die Garantie, daß es mit Bosch später passiert hat man halt leider nicht mehr. Deshalb probier ich Metzger aus.

    Bis dann

  • Bosch wird mehrere Supplier haben - vielleicht sogar einen der auch die Metzger Pumpe baut.

    Also meine 5 waren alle in Tschechien produziert und hatten alle Kennzeichnungen mit einem Edding am Flansch (letzteres hatten auch meine Alten). Sofern es also in Tachechien nicht mehrere Lieferanten gibt...

    Meine Theorie ist, dass die was am Design/Produktionsprozess geändert haben und ich noch eine Pumpe von vor der Änderung bekommen habe