Land Rover Serie 2.25 Diesel qualmt extrem

  • Hallo zusammen!


    wie einige bereits wissen habe ich mir letztes Jahr eine Land Rover Serie 2a Ambulanz zugelegt. Orginal besitzen die Fahrzeuge einen 2.25l Benzin Motor, der hier wurde aber komplett auf den 2.25l Dieselmotor umgebaut. Alles soweit so gut. Ich beginne langsam mit der Restauration des Fahrzeuges und eine Sache bereitet mir besonders Kopfzerbrechen: Der Abgasqualm.

    Ich weiß, dass Landys gerne dazu neigen zu qualmen. Meiner macht es allerdings ständig, egal ob warm oder kalt und sehr stark auch im Standgas. Das finde ich nicht normal und habe ich auch so noch nicht bei anderen Serien gesehen. Ich bin das Auto von England knapp 700km auf eigener Achse rüber gefahren ohne Probleme. Der Motor verbraucht, soweit ich es mit meiner bisherigen Fahrleistung erkennen konnte (knapp 800km) kein Öl oder Wasser. Meine Vermutung liegt sehr stark bei Ventilschaftdichtungen oder Kolbenringe, da der Rauch eher bläulich wirkt. Bevor ich den Motor jetzt komplett aufmache, möchte ich mich hier an ein paar leute Wenden, die vom Klang und Rauchbild vielleicht schon genauere Aussagen treffen können. Vielleicht ist dem ein oder anderen ja solche Symptome bekannt? Im Standgas hört es sich auch etwas so an, als würde sich das Fahrzeug permanent "verschlucken". Ebenfalls auffällig ist der "Containerschiff-Geruch" der Abgase.


    Er hätte bei 800km ja wenigstens merklich Öl brauchen müssen mit so einer Rauchmenge. Bekommt er evtll. zu wenig Luft oder können Einspritzdüsen defekt sein?


    Was kann ich prüfen und was könnte defekt oder evtll nur verstellt sein, bevor ich mir den Aufwand mache den Motor auseinander zu nehmen? Ich bin über jede Erfahrung dankbar!


    Anbei noch zwei Videos, indem man das ganze sehr gut erkennen kann.


    VIDEO 1 (Hier ist der Motor warmgefahren)


    VIDEO 2 (Hier ist der Motor kalt und grade gestartet)


    Danke & Grüße, Kappes:schweißen:

  • Mal eine Düse nach der anderen bei laufendem Motor aufdrehen und den Drehzahlabfall beobachten. Wenn nur einer nicht richtig mitlaufen sollte, dann wird sich hier die Drehzahl kaum verändern und der Qualm könnte weg sein. Damit hättest Du den "Kranken" schon mal identifiziert und könntest weiter nach der Ursache suchen, Kraftstoffseitig oder Mechanik..............???


    Gruß


    Hermann

  • Hallo,

    Ich bin bestimmt kein Landikenner, aber Diesel ist Diesel. Für mich sieht das ziemlich hell aus. Ich würde auf Wasser tippen. Anzeichen für Wasser im Öl ? Braucht er Wasser ?


    Mein Golf Diesel hat mit defekter ZK Dichtung so gequalmt.


    Gruß

    RS

  • Dann würde er Wasser brauchen, was er aber nicht macht.

    Ich hab mir jetzt mal die Videos angeschaut; der nagelt ganz schön... Normal so beim Landy?

    Ich würd zuerst mal die Einspritzdüsen prüfen (lassen); dann im selben Gang den Förderbeginn prüfen/einstellen.

    Auch wenn ein Dummkopf sein ganzes Leben
    in der Gesellschaft eines Weisen verbringt,
    wird er die Wahrheit sowenig erkennen
    wie der Löffel den Geschmack der Suppe!

    (Dhammapada)

  • So, es gibt neues von der Front,


    habe Freitag die Einspritzdüsen mal ausgebaut, da mir das nach den Erklärungen hier auch am plausibelsten Klang. Die Einspritzdüsen hingen Bombenfest im Zylinderkopf und sind so wie sie aussehen noch nie oder vor Ewigkeiten gewechselt worden. Die Düsen habe ich Samstag zu einer örtlichen MAN-Nutzfahrzeuge Werkstatt gebracht, die mir die abdrücken konnten. Das Ergebnis kam 2 Stunden später. Eine Einspritzdüse nebelt garnicht mehr, sondern lässt den Diesel im Strahl einfach durch. Das könnte ja schon der Verursacher sein und einiges erklären: das verschlucken, den qualm und das nageln. Die anderen 3 Düsen waren auch nicht mehr ganz so gut laut dem Mitarbeiter, aber erfüllten ihren Zweck zumindest besser als die "defekte". Da die Spritzköpfe unten aufgeschraubt sind bin ich mit dem Mitarbeiter von MAN so verblieben, dass wir alle 4 Köpfe tauschen gegen neue von Bosch und die dann entsprechend dem Werkstatthandbuch eingestellt werden.


    Zum Thema Wasserverbrauch: Wenn er so qualmen würde wegen Kühlwasser, wäre der Wasserverbrauch ja deutlich spürbar und hätte sich spätestens bei den 700km Überfahrt bemerkbar gemacht. Im Kühler ist allerdings noch bis oben hin Wasser drin, daher gehe ich auch eher von unverbranntem Diesel aus. Öl im Wasser oder anders herum konnte ich auch nicht feststellen, zumal die Abgase auch sehr nach diesel riechen ("Containerschiffgeruch")


    An der Einspritzpumpe selbst wollte ich erstmal noch nicht rumfummeln.


    Schonmal besten Dank für die Hilfe soweit!

  • Hallo Kappes,


    wenn Du die Möglichkeit hast, die Kompression zu prüfen, dann würde ich das bei dieser Gelegenheit gleich mal machen. Dem Düsenstock nach zu urteilen, ist der Motor ein Direkteinspritzer. " Pinkelnde" Düsen sind bei längerer Betriebsdauer durchaus in der Lage, durch den unzerstäubten Kraftstoffstrahl den Ölfilm von der Zylinderwand zu waschen, was letztlich zu erhöhtem Verschleiß oder sogar mit einem Kolbenfresser enden kann.


    Gruß


    Hermann

  • nein,der motor ist ein uralter vorkammerdiesel.


    düsen die ,,im strahl,, einspritzen haben schon kolben zerstört !!!

    ich habe,auf anraten des fachmannes,bei meinem diesel den einspritzdruck von 135bar

    auf 150bar erhöhen lassen,das zerstäubt den diesel besser.

    vorher einen kompressionstest machen ist natürlich nicht verkehrt............. :daumenhoch:

  • So es gibt Neuigkeiten


    Habe eben die mit neuen Bosch Düsen bestückten und eingestellten Einspritzdüsen eingebaut und das Ergebnis ist ernüchternd. Zwar läuft er etwas runder und ruhiger, allerdings mit dem selben Abgasbild wie gehabt. Habe die Teile mit größter Sorgfalt eingebaut und weiß jetzt grad nicht was ich als nächstes prüfen könnte oder sollte.


    Die Abgase sind optisch bläulich-weiß und riechen nach verbranntem Diesel. Verbranntes Öl ist es meiner Meinung nach vom Geruch nicht.


    Mögliche Ursachen

    Wasser:

    Der Kühler ist bis oben hin voll Wasser, der Ausgleichsbehälter halb voll. Im Ausgleichsbehälter keine Anzeichen von Öl und im Öl keine Anzeichen von Wasser. Ob mal mehr im Ausgleichsbehälter war kann ich nicht sagen


    Öl:

    Ventilschaftdichtungen oder Koblenringe:

    Kein merklicher Ölverbrauch, daher gehe ich mal von aus das es auch hieran nicht liegt. Kompressionsmessung noch nicht durchgeführt.


    Diesel:

    Motor bekommt zu viel Diesel:

    Eine Einspritzdüse war defekt und die anderen waren auch nicht mehr so gut. Dachte hier lag das Problem dass der Motor zu viel Diesel bekommt, war aber leider nicht die Lösung. Einspritzpumpe?


    Ich möchte kein Fass ohne Boden auf machen und weiß nicht so richtig wo ich als nächstes ansetzen soll oder was die Verursacher für so ein Bild sein können. Anbei noch zwei Videos mit den neuen ESD:


    https://youtu.be/Ztxx4zxowg8


    https://youtu.be/D5TJFyta_I4


    Gruß, Kapes

  • zu später einspritzzeitpunkt qualmt auch so. einfach mal die pumpe vordrehen und schauen, ob es weg ist.

    arne Da ich schon öfters gehört hab "wenn man keine Ahnung von Dieselpumpen hat finger weg lassen" meine Frage ob ich diese einfach wie einen Zündverteiler drehen kann oder wie ich da am besten vorgehe ohne Fehler zu machen. Kannst du die Vorgehensweise etwas beschreiben?


    Danke & Gruß, Kappes

  • Moin,


    der läuft ja auch wie ein Sack Nüsse! Stimmt denn der Förderbeginn überhaupt?


    Kraftstofffilter und Kraftstoff sind einwandfrei sauber?


    Den von dir besagten Kompressionstest würde ich mal abwarten, ggf Druckverlustprüfung machen!


    Ansonsten wäre meine Idee die Einspritzpumpe auszubauen und durch einen Fachbetrieb überprüfen/überholen und einstellen zu lassen.

  • Hi Torsten,


    Leider habe ich von der Einspritzpumpe und deren Einstellung nicht so viel Ahnung. Den Förderbeginn verstelle ich durch drehen der Einspritzpumpe, richtig?


    Den Dieselfilter habe ich grad neu gemacht und der Diesel der aktuell drin ist, ist ein halbes jahr alt, davor aber schon zwei Tankfüllungen durchgelaufen.


    Hast du eine Anlaufstelle wo man Einspritzpumpen überholen und einstellen lassen kann und wo hier in etwa der Kostenpunkt ist?


    Vielen Dank für den Link! Sehr gute und Interessante seite! So wie es beschrieben ist kann die Steuerkette nach 50 Jahren oder wie lange auch immer die da schon verbaut ist eine Ursache sein. In dem Artikel steht auch dass sich die Pumpen eigentlich nicht verstellen und solide laufen.


    Werde mich die Tage mal durchlesen und in nächster Zeit eventuell den Steuerketten und Zahnradwechsel vornehmen.


    Gruß

  • Vor allen Prüfschritten sollte in der Tat die einwandfreie Kraftstoffzufuhr gewährleistet sein. ( Filter und Leitungen ).


    Dann würde ich immer noch folgende, altbewährte Methode zur Fehlereingrenzung anwenden ( wie schon mal vorgeschlagen)


    Einspritzleitungen der Reihe nach aufdrehen und den Motorlauf beobachten:


    Sollte bei einem, oder auch meheren Zylindern die Drehzahl kaum abfallen, dann liegt hier ein Defekt vor. Da du die Düsen schon erneuert hast, liegt das Problem dann entweder an der Kompression oder auf der Kraftstoffseite. Der nächste Schritt wäre für mich dann die Kompressionsmessung, um

    die Mechanik auszuschließen.

    Sind alle beschriebenen Systeme i. O. , dann bleibt nur die Pumpe selbst. Förderbeginn fehlerhaft oder die Pumpe ist defekt. Vermute mal, dass hier eine Lucas Pumpe verbaut ist, da ist die FB Prüfung leider nicht so einfach, wie bei einer Bosch Verteilerpumpe.


    Gruß


    Hermann

  • Moin

    Tippe auch auf Spritzbeginn.

    Den Mal zuerst prüfen.solltest du ihn durch verdrehen der Pumpe nicht eingestellt bekommen. Steuerkette kontrollieren.ist die OK ,muss die Position vom skew Gear (Antrieb EP) unter Zuhilfenahme eines Sonderwerkzeug kontrolliert werden.

    War der Motor offen und wurden Teile getauscht?

    Es gibt Nockenwellen vom 2,5er ,die als Ersatz geführt werden.da diese NWs ja nur noch eine Vakuumpumpe antreibt ,ist deren Zahnteilung für den Pumpenantrieb undefiniert ,was zu Probleme bei der Einstellung und zu einem wandernden Spritzbeginn führen kann.

    Da ich ein Oktan vernichter fahre kann ich dir leider nicht viel mehr über Diesel erzählen.

    Meld dich Mal bei Blacklandy an,da wurde der Diesel schon in allen Lebenslagen behandelt .

    Hoffe ihr verzeiht mir den Verweis auf ein anderes Forum,aber wenn ein Auto so richtig nerven kann,dann isses ein Landy8]


    gruss nobi

  • Hast du eine Anlaufstelle wo man Einspritzpumpen überholen und einstellen lassen kann und wo hier in etwa der Kostenpunkt ist?

    In solchen Angelegenheiten empfehle ich immer wärmstens folgende Adresse - ehrgeizig, genügt höchsten Ansprüchen, einwandfreier Service


    allerdings weiss ich nicht ob er auch Lucas Pumpen macht, aber man kann ja durchaus fragen.


    https://www.young-und-oldtimerersatzteile-von-roenn.de


    Gruss


    Torsten

  • die ESP ist beim diesel ähnlich wie der verteiler beim benziner.

    nur kann man die pumpe nicht einfach so im betrieb drehen da

    ja die starren leitungen das ganze verhindern.da hilft dann nur

    lösen der schraube die die pumpe hält,die pumpe etwas drehen,

    festziehen,probieren..............aber immer nur ein kleines stück

    drehen und jedesmal an den düsen und der pumpe die leitungen

    lösen und wieder festziehen.ist eine fummelei,aber anders geht

    es im hausgebrauch nicht.


    VOR DER GANZEN OPERATION DIE JETZIGE STELLUNG DER PUMPE MARKIEREN !!!

  • Also ich weiss nicht... Nur nach Gehör/Gefühl einstellen!? Das kann man feldmäßig machen, aber ansonsten stellt man den Förderbeginn zB mit einer Messuhr ein. Zündung beim Benziner wird normal ja auch fachgerecht mit der Stroboskoplampe abgeblitzt und dann gradgenau eingestellt. Alles andere ist in meinen Augen Pfusch, wenn es über eine Behelfseinstellung hinausgeht.

  • So, es gibt Neuigkeiten und ich habe viele fragen mitgebracht.

    Zum heutigen Tag:

    Ich hab mich heute mal an der ESP probiert. Erstmal war der Verstellbereich sehr sehr gering (ich weiß das man nur wenige mm verstellen sollte, mehr ging aber auch nicht) - ist das erstmal korrekt? Habe die ESP dann gedreht gegen den Uhrzeigersinn (ca. 2-3mm) ohne besserung. Wenn ich ehrlich bin hab ich weder vom Motorlauf noch von den Abgasen einen Unterschied gemerkt. Die Pumpe selbst war komplett bis Anschlag im Uhrzeigersinn gedreht, nahe der "soll" Markierung auf der ESP. Habe noch ein Bild gemacht mit der von mir gedrehten einstellung (die aber jetzt wieder auf die Ursprungsmarkierung zurück gedreht ist). Weiter als die markierung konnte ich auch im Uhrzeigersinn nicht drehen. Leitungen hab ich jedes mal ab gemacht. gequalmt hat er nach wie vor.


    Seitdem ich das Fahrzeug habe, habe ich nicht einmal Öl nachgefüllt. der Ölmessstab bei kaltem Motor auf der graden war fast bis an der Obersten Markierung, also gehe ich nach ca 1000km fahren mal nicht davon aus dass der Motor Öl verbrennt. Das als kleine Info am Rande.

    Also denke ich, dass ich die Steuerkette inklusive Zahnräder neu machen muss, da hier die Steuerzeiten verstellt sind. Da ich das noch nie gemacht habe, hat jemand tipps wie ich mit den neuen Zahnrädern und der Kette die Steuerzeiten so wie sie sollen eingestellt bekomme? Oder kann ich einfach markierung machen, altes Zahnrad ab, neues drauf und fertig? Muss der kettenspanner mit neu?

    Dann habe ich gesehen dass am Motorblock ein kurzes gelbes Kabel ist in der nähe der ersten beiden Glühkerzen (siehe Bild). Das liegt da einfach lose rum. Kommt das zufällig als "Masse" o.Ä. mit an die Glühkerzen dran?


    Ein anderes großes Problem meiner Ambulanz ist, dass sie seitdem ich sie habe extrem schwimmt. Klar wiegt das fahrzeug etwas aber ich muss bei höheren geschwindigkeiten PERMANENT mit gefühl gegenlenken (links rechts links rechts usw..). Das ganze schaukelt sich auch sehr schnell auf und man muss abbremsen. Kann hier das Lenkgetriebe defekt sein oder ist es eine falsch eingestellte Spur, defektes Radlager/Stoßdämpfer oder Blattfedern? Ich habe hinten Uralte reifen drauf die aber demnächst ersetzt werden um schonmal eine Fehlerquelle ausschließen zu können. Ist sowas bekannt?

    So das war es erstmal von mir. Verzeiht mir bitte die ganzen fragen aber mir fehlen bei dem Fahrzeug einfach Erfahrungswerte und bin über jede Hilfe mehr als dankbar. Bis das Fahrzeug TÜV bekommt wird noch einige Zeit und Geld ins Land gehen.. :|

    Das Kennzeichen ist nur zu Alibi-Zwecken drauf.

    Grüße, Kappes

  • wenn die steuerkette und zahnräder gewechselt werden,muss auch der kettenspanner getauscht werden.

    hoffentlich bekommst du die grosse schraube an der kurbelwelle gelöst.die ist mit +280nm angeknallt.

    ich hoffe das du das reperaturhandbuch hast,denn darin wird gut beschrieben wie das tauschen der steuerkette,

    der zahnräder und des kettenspanners geht.