Veteranenabzeichen der Bundeswehr verfügbar

  • komisch das du die Medallie angenommen hast. Dann bist du aber nicht konsequent genug. Ich nenne das nicht höflich, eher Scheinheiligkeit.

    Wenn du so eine Einstellung hast, von und mit den wildfremden kein Gespräch zu führen wollen.

  • Ist das nicht allein meine Entscheidung, ob ich diese Medaille annehme und was ich dann mit ihr mache? Aus heutiger Sicht hätte ich mich damals nicht vier Wochen für diese "Flüchtlinge" engagiert.


    Und wie Du das nennst hat für mich keinerlei Relevanz. Genauso wenig wie der Bundes-Pin. So wird dieses ach so tolle Veteranen-Abzeichen übrigens bei der Truppe genannt.

  • Servus Kameraden,

    Veteranen sind für mich Soldaten die an Kampfhandlungen teilnahmen. Ich habe gottseidank nur Krieg gespielt, und da ich hier 300 Briefe meines Onkels aus dem Russlandfeldzug habe, der bei Nikopol irgendwo verscharrt ist, nachdem er 3 Tage nach Bauchschuss krepierte, und die auch gelesen, weiss ich a bisserl was Krieg ist. Der Sinn solcher Abzeichen erschließt sich mir nicht, und was ich darüber denke - man will uns bei der Stange halten. ( auf deutsch könnt mans besser ausdrücken ) -- mkG KH

  • Äh, Leute,

    egal wie man das betrachtet. Es kommt immer auf den Einzelnen an. Die Leute, die 1962 bei der Flutkatastrophe geholfen haben, auch unter Einsatz des eigenen Lebens, sind heute noch stolz auf die Medaille, die sie z.B. vom Land Niedersachsen erhalten haben.

    In den USA gelten alle, die gedient haben, als Veterans, egal in welcher Armee, ob mit oder ohne Kampfeinsatz.

    Vielleicht ist hier mal ein Verständniswechsel erforderlich.....

    Grüße

    Wolf

  • Hallo,


    für die Unwissenden:


    Es gibt auch einen 'Butterorden'.


    Die (Deutsche) Obrigkeit verteilt Orden, und die Bevölkerung ist entzückt.


    Das ist die billigste Würdigung von Leistungen.


    Nehmen wir an, jede Ordensverleihung wäre mit einem Preisgeld von 1'000,- EUR verbunden.

    Die Ordensschwemme würde schlagartig abnehmen.


    Ich hatte als Fahnenjunker im Jahre 1980 einen Soldaten in meiner Gruppe,

    der hatte einen sowjetischen Freundschaftsorden (Schüleraustausch).

    Den durfte er lt. Vorschrift offiziell an einer BW-Uniform tragen.


    ...

  • Hallo.


    noch habe ich den 'Bundes-Pin' nicht beantragt.


    Ich wüsste auch gar nicht, wohin ich ihn heften sollte.


    Von den Verleihungsstufen mal ganz abgesehen.


    Als StOffz d.R. dachte ich an eine Ausführung mit Schwertern und Brillianten.



    ...

  • Vielleicht ist hier mal ein Verständniswechsel erforderlich.....

    Hallo Wolf,


    ich gebe Dir völlig Recht mit dem was Du schreibst. Veteranen, so wie Du sie beschreibst, haben meine Hochachtung. Der Bundes-Pin ist für mich aber gerade kein Zeichen von Wertschätzung, noch nicht mal von der eigenen Regierung. Mit dem Ding an der Jacke macht man sich nach meiner Einschätzung ganz einfach lächerlich. Man hat auch keinen wie auch immer gearteten Nutzen davon und dieses billig gemachte Ding stolz zu tragen, weil ich mal Soldat war, ja, das würde mir sicher einfallen. Es wurde noch nicht mal ehrenvoll verliehen, sondern vom Briefträger und auf eigenen Antrag(!) ausgehändigt! Da wundert es mich nicht, wenn auch andere Soldaten sagen: Könnt ihr behalten. So dringend habe ich es nicht.


    Da trage ich lieber meine Uniform im Rahmen eines Reservedienstes, so wie gerade im Moment.


    Gruß,


    Bernhard

  • Von den Verleihungsstufen mal ganz abgesehen.

    Verleihungsstufen sind nicht vorgesehen.


    Nach der aktuellen Definition sind Verleihungsstufen auch gar nicht sinnvoll: es handelt sich um einen "digitalen" Status (ein oder aus). Entweder ist man Veteran oder nicht.


    Ich habe das Veteranenabzeichen beantragt und werde es auch am (zivilen) Anzug tragen.


    Beste Grüße,


    Semjon

  • Hallo,

    Das Veteranenabzeichen ist heute auch bei mir eingetroffen. Ich hatte es mir aus zwei Gründen „bestellt“:

    1. Interessierte mich die Aufmachung des Abzeichens

    2. Interessierte mich die Art der Übergabe


    Das Abzeichen kam in einem offenem Brief, verschlossen lediglich durch zwei Musterbeutelklammern, auf dem Umschlag fehlte nur noch der Stempel „Warensendung“ oder „Muster“. Wenn ich mich recht an meine Kinder- und Jugendzeit erinnere, stand früher auf Sendungen, die mit solchen Klammern verschlossen, sogar „Muster ohne Wert“.


    Dabei lag ein allgemein gehaltenes Anschreiben ohne jeden Bezug zu mir.

    Das mindeste, was ich erwartet hätte, wäre ein persönlich gehaltenes Anschreiben mit Anschrift und Anrede gewesen. Das dürfte wohl im Zeitalter der Serienbrieffunktion selbst bei Standardsoftware kein Problem mehr sein.


    Was fehlt, ist jede Art von Urkunde oder Tragebestätigung zumindest mit dem Namen des Trageberechtigten. Selbst beim Sportabzeichen oder beim Rettungsschwimmerabzeichen bekommt man eine Bestätigung über den rechtmäßigen Erwerb, nicht so beim Veteranenabzeichen der Bundeswehr. Das heißt, jeder kann sich dieses Stück Blech anstecken, weil die Trageberechtigung nicht nachgewiesen werden muss.


    Deswegen habe ich oben auch geschrieben, ich habe mir dieses Abzeichen „bestellt“ – genauso bestellt wie ich mir irgendeinen Pin als Fanartikel eines Sportvereins bestellen kann.


    Auch die sogenannte „Aushändigung“ per Brief ist mehr als fragwürdig. Warum nutzt man nicht die Gelegenheit, diese Abzeichen in Form einer dienstlichen Veranstaltung oder einer sonstiger Zusammenkunft bei den Reservistenverbänden auszuhändigen? Wieder eine großartige Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit verschenkt.


    In dem Anschreiben heißt es: "Daher hat die Bundeswehr begonnen, eine Veteranenkultur zu entwickeln, welche die Verflechtung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft weiter verstärken soll." Dieses Abzeichen und die Umstände seiner Übergabe tragen nicht dazu bei.

    Grüße
    Jörg


  • Moin Jörg,


    vielen Dank für die treffenden Worte.


    Wer A sagt (das Abzeichen einführt), muss auch B sagen (das ganze würdig übersenden - besser übergeben - und ein vernünftiges Anschreiben dazulegen).


    Es wurde ja beim "Bestellvorgang" ein eigenes Formular entwickelt, in dem allerhand abgefragt wurde. Da hätte ich jetzt mehr erwartet.


    Aber: ich bin gespannt, wie ich zu meinem Abzeichen komme.


    Beste Grüße,


    Semjon

  • Halllo,


    wieviel Stück kann man denn bestellen ?


    Wenn die jetzt schon bei ebay auftauchen,

    könnte man ja mal 20 Stück ordern,

    und dann verticken.


    Sie sid ja offensichtlich weder numeriert.

    noch sonst irgendwie registriert.


    Gibt bestimmt bald eine China-Kopie.



    ...

  • Hallo,


    eben mal ebay nachgesehen.


    Gibt es ja sogar als Bandschnalle (im 20er Pack).

    Ich dachte, die darf nur zivil getragen werden ?


    Dann kann ich ja jetzt am Ausgehanzug aufrüsten:

    Sportabzeichen, Rettungssschwimmerabzeichen, Ehrenkreuz, Schlepperorden, 20 Jahre Feuerwehr, Veteranenabzeichen.



    ...

  • Wer nicht möchte, muss es nicht beantragen... und muss es wiederum nicht tragen.

    Wer es beantragt hat und es nicht möchte... muss es ebenfalls nicht tragen.


    Die Teile bei ebay verticken... naja - das sind dann wohl die Übersoldaten von früher.

    "zu der Zeit als ich beim Bund war... (als Wehrdiensleistender "musste") da waren wir noch richtige Kerle, heute sind es nur noch Muschis...da gab es noch nen richtigen Feind - die Sowjets, nicht sowas wie heute - zum sonnen nach Mali usw..."


    Finde ich mittlerweile echt schade wie ehemals Gediente über den "Laden" sprechen. Ob noch als (aktive) Reservisten tätig oder ausgeschiedene.

    Ebenfalls nicht einleuchtend wie man sich mit Militärfahrzeugen anfreunden kann, mit Uniformen durch die gegend läuft (ob aktuell oder oliv) und dann bei jeder Gelegenheit über die Kameraden her zieht, die aktiv ihren Dienst leisten.


    (hiermit möchte ich niemanden persönlich angreifen)

  • Berechtigte Kritik darf immer geübt werden.

    Mit "über den "Laden" sprechen" wurde kein Bezug zu konstruktiver Kritik genommen.


    Allerdings habe ich persönlich meine Probleme mit dem ganzen Gerede, das früher alles besser war... Fuhrpark und Ausrüstung heute eh nur noch Müll ist, Frauen eh nichts in der Truppe zu suchen hätten usw... usw...

    Dies sehe ich aber nicht als berechtigte Kritik.


    Hat auch nichts mit dem ursprünglichen Beitrag von Semion zu tun, dass man das Veteranenabzeichen jetzt beantragen kann.

  • Ich kann als (äußerst aktiver) Reservedienstleistender nur für das Seebataillon in Eckernförde sprechen:

    • Wir haben hier äußerst gut ausgebildete Soldatinnen und Soldaten
    • Die Stimmung und Kameradschaft im Verband sind super
    • Waffen, Ausrüstung und Gerät bei uns bringen Besucher aus anderen Verbänden immer wieder zum Staunen

    Natürlich haben wir auch noch nicht gedeckten Bedarf, aber es wird daran gearbeitet.


    Ehrlich gesagt kann ich das selbstmitleidige Gejammer nicht mehr hören. "Früher war alles besser" stimmt einfach nicht.

  • Ich sehe das anders und übe hier Kritik an der heutigen BW.


    Das sei doch wohl gestattet.


    Mein Spruch ist immer "Kirmestruppe", und ich stehe dazu.


    Warum?


    In erster Linie wegen diesem bescheuerten BW-Fuhrparkservice mit seinen kunterbunten Zivilautos und Gedöhns.


    Ausserdem gibt es bei den jetzigen Soldaten wirklich einen grossen Anteil von " Luschen", die in der freien

    Wirtschaft durchgefallen sind oder durchfallen würden.


    Das sind Fakten und Tatsachen!


    Das Niveau lässt vielerorts zu wünschen übrig! Dieses habe ich in Gesprächen beim letzten Tag der Bundeswehr noch

    erfahren.


    Das die Auslandseinsätze keine Spielereien sind, sondern täglicher Ernst, ehrt die Kameraden; dass machen aber übrigens

    unsere Polizisten auch täglich mit...und das vor der Haustür.


    Das ist ihr Job; da haben/hätten Wehrpflichtige auch nichts zu suchen!


    Insofern waren wir Wehrpflichtigen (die Betonung liegt auf "Pflicht") im Vergleich zu heute höher motiviert und bei

    der Sache.


    Aber: die Indianer können für ihr Verhalten und ihren Zustand recht wenig, wenn die Häuptlinge nichts taugen.


    Und der Fisch stinkt vom Kopf her.


    Zum Thema: eine Auszeichnung finde ich gut, wenn sie denn würdevoll erteilt und nicht "hngeschmissen" würde.


    Gruss Pit

  • Allerdings habe ich persönlich meine Probleme mit dem ganzen Gerede, das früher alles besser war...

    Ich erinnere mich nicht, dass ich jemals geschrieben habe, dass früher alles besser war. Es war vieles anders, wobei ich mich im Folgenden nur auf das Heer beziehe:


    1989 gab es eine gut organisierte Struktur, die ein Heer von 12 Divisionen mit den nötigen Unterstützungskräften sicherstellte. Daneben gab es den erforderlichen Unterbau des Territorialheeres, der heute völlig fehlt. Auch hier war die Aufstellung der mobilzumachenden Truppenteile weitgehend vorbereitet (Personelle und materielle Mob.Ergänzung, Mob.Stationierung usw., usw. ). Die Zusammenarbeit mit dem zivilen Bereich (z.B. Bahn und Post) war eingespielt. Heute ist davon so gut wie nichts mehr übrig. Es soll mir jetzt keiner mit dem Feigenblatt der „Regionalen Unterstützungskompanien“ kommen.

    Kleine Zwischenbemerkung: Mit dem heutigen Chaos-Unternehmen Bahn AG wäre keine Aufmarschplanung oder gar deren Durchführung mehr möglich.


    Nach der Wiedervereinigung folgte eine Umstrukturierung und Umorganisation der anderen, von denen keine wirklich zu Ende gedacht war. Da wurden z.B. Regimenter innerhalb von 6 Wochen aufgestellt und gleich wieder aufgelöst. Da wurden gerade in den neuen Bundesländern Unsummen für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben, die sich bereits nach wenigen Monaten wegen neuer Entscheidungen als verfehlt erwiesen. Das Endergebnis ist, dass bei ehrlicher Betrachtung heute keine zwei einsatzfähigen Divisionen gleichzeitig aufgeboten werden können. Von einer Fähigkeit zur Landesverteidigung kann also nicht mehr gesprochen werden. Die zarten Versuche, jetzt daran etwas zu ändern, sind nur Kosmetik. Was mich daran besonders wütend macht, ist die Tatsache, dass hier hunderte von Millionen, wenn nicht Milliarden, seit 1991 durch diese falschen und nicht durchdachten Maßnahmen verschleudert wurden. Gute Generalstabsarbeit sieht anders aus.


    Da wurde Knall auf Fall die Wehrpflicht ausgesetzt und damit faktisch aufgehoben, obwohl es keinerlei tragfähige Konzepte für die Sicherstellung der Deckung des Personalbedarfs gab (und immer noch nicht gibt). Alle dementsprechenden Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Die Personaldecke und die Personalqualität der Bundeswehr sind unterirdisch schlecht. Was ist von einer Armee zu halten, deren Verteidigungsministerin damit wirbt, man könne bei der Bundeswehr die Hauptschule nachmachen? Daran sieht man doch, welche hochqualifizierten Interessenten zur Bundeswehr drängen. Natürlich gibt es Gegenbeispiele, aber ein erschreckend hoher Anteil der heutigen Rekruten ist einfach unbrauchbar, wird nur genommen, weil es nichts Besseres gibt und ist in vielen Fällen nach wenigen Wochen wieder entlassen.


    Das waren jetzt einige wenige Gesichtspunkte, um das Ganze nicht zu sehr ausufern zu lassen. Die Schuld an diesen Mißständen liegt sicher nicht bei den Soldaten der Truppe. Es beginnt auf Ebene der Ämter und höheren Führungsstäbe, wo ehrgeizige Generalstäbler aus Rücksicht auf ihre Karriere der politischen Führung nach dem Munde reden und sich kaum einer mehr Kritik zu äußern traut.


    Auf die Sinnhaftigkeit und Erfolgsbilanz der derzeitigen Einsätze der Bundeswehr will ich hier nicht eingehen, weil diese Diskussion unübersehbare Ausmaße annehmen würde. Wohlgemerkt: Ich kritisiere nicht die Einsatzbereitschaft der dort verwendeten Soldaten, das steht außer Frage. Es geht um Frage, der politischen Zielsetzung all dieser Einsätze. Man geht irgendwo rein, ohne wirklich zu wissen, was man erreichen will und hat nirgends einen Plan "B", wie man wieder aus der Sache herauskommt. Siehe Afghanistan, das sich nun seit 17 Jahren hinzieht (länger als beide Weltkriege zusammen), ohne dass ein Ende absehbar ist.


    Ich hoffe, es ist klar geworden, warum mir diese Augenwischerei mit der „Veteranenkultur“ so suspekt erscheint. Das heißt Sand in die Augen streuen, wieder eine Menge von Geld auszugeben, ohne dass die wahren Probleme gelöst werden. Ich wiederhole nochmal, dass ich dieses Veteranenabzeichen nur angefordert habe, weil mich die Modalitäten der Vergabe interessiert haben.


    Grüße
    Jörg