Fm-Koffer mit "220V-Turbine"!?

  • Geehrte Insider der Outsider!

    Kann mir einer sagen, wie der elektrische 220V/350W Motorgenerator angeschlossen wird?

    Ich habe das Trum aus der Bucht geangelt: Baujahr 1967 aber nagelneu!

    Ich habe mal so herumgefummelt: den dünnen Querschnitt zum Starten an 24V: dann dreht der Anker in Zeitlupe – dann die dicken und ab geht die Post: der macht ganz schön Wind!

    Und an das Turbinen-Geräusch kann ich mich noch bei einem Tag der offenen Tür erinnern- beim PzGrenBtl 103 gab es aber m. E. so etwas nicht. War das Trum in einem Fm-Koffer? Für 220V Fernschreiber?

    Ist das so richtig? Erst „Startstrom“ (Erregerwickung?), dann Power? Gab es hierzu einen Spezialschalter oder wurde über Relais zugeschaltet?

    Zwar sind da eine Menge Kondensatoren verbaut, aber muß da mit einem zusätzlichen Regler irgendwie die Drehzahl bzw. damit die 50 Hertz eingestellt werden – die sind doch lastabhängig?

    Waren da in einem Schaltschrank Voltmeter und Frequenzmesser nebst Drehwiderstand( ?) zum Einstellen? Wie war denn der Fön abgesichert? Einer der Wechselstrom-Adern muß sicherlich geerdet werden, muß aber einer auch an Farhrzeug-Masse – wenn ja, warum ist das denn nicht schon bauseits am Generator?

    Ich hatte es zunächst mit meinem 0,4 kW Moppel allein versucht: ohne MUNGA kommt das aber nicht auf Touren, der Moppel-Regler hat immer abgeschaltet und wieder aufgemacht...

    Viele Fragen - Bilder ggf. später. Brauchst Du?

  • Hallo,


    ich kenne das Ding auch nicht, aber es ist zumindest nicht im Funkkoffer mit dem Fernschreibsatz VHF drin. Dazu gehört ein 24V-SEA und auch die Fernschreiber laufen wie die SEM 25 mit 24V. Das gilt sowohl für die T100 als auch die FS200/FS220, die es ebenfalls mit 24V-Netzteil gibt.

    Die Wechselstromadern werden nicht geerdet, sondern symmetrisch zum Verbraucher geführt (auf den blauen CEKON-Steckdosen würde jetzt 2P+E stehen). Geerdet werden sollte aber das Gehäuse; da ist ja auch der Schutzleiteranschluß des Netzfilters links auf dem letzten Bild erkennbar.


    VG

    Andreas

  • Danke Euch beiden!!!

    Der Schaltplan klärt natürlich viele meiner Fragen!

    Viele bleiben noch! Nur Voltmeter zum Einregeln, weil in diesem Falle Volt mit Frequenz korreliert?


    Ich dachte eben, ich hätte vor Jahrzehnten das Gerät in einem Emma-Koffer gehört – deswegen ja auch in diesem Forum.

    Im alten Thread steht, es wäre im 1,5 t-Koffer drin gewesen – vielleicht ja doch bei irgendwelchen (frühen) Ausf.?


    Die Verwendung ist eh etwas schwer zu verstehen:

    Die großen SEA haben ja auch 220 V, das geht aber wohl nur beim Halten.

    Also die Turbine beim Fahren bzw. bei laufendem Motor oder mit kleinem SEA im Puffern-Modus beim Halten – ohne 24V Zulieferung würden die Batterien sicherlich nicht lange ausreichen.

    Was also wurde beim Fahren mit 220 V benutzt?

    Waren vielleicht die frühen Fernschreiber nicht 24V oder aber nicht alle? (oder mußte fürs Fernschreiben nicht sowieso gehalten werden?)

    Auch bei mir ist die Verwendung zugegeben etwas nebulös und wenn einer den Sound of the 60ies in seiner grünen Hütte „braucht“: für einen hohen zweistelligen Betrag, aber nur in beste Hände (mit Bildzuschrift)!

    Grüße

    Benedikt

  • Hallo Benekdikt,


    gemäß TDV des VHF-Fernschreib-Funksatzes ist ein Betrieb während der Fahrt nicht vorgesehen. Zunächst einmal gäbe es dabei das Problem der langen Antennen und fehlender Erdung. Außerdem sollen die Sitze aus Gründen der Verkehrssicherheit während der Fahrt nach vorn gedreht sein (wenn das Fahrzeug überhaupt Personen im Aufbau transportiert, was eigentlich vermieden werden soll) , was ein sinnvolles Arbeiten an den seitlich stehenden Fernschreibern ausschließt.

    Die Fernschreiber, hier Siemens T100, hat es schon immer für verschiedene Betriebsspannungen gegeben, indem man nur den Motor austauscht.


    VG

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich ahnte schon: schreiben während der Fahrt?, womöglich im Gelände???


    Und so elektronische Feingeräte arbeiten eh mit Gleichstrom – und wenn mit 220V, dann mit Trafo...- ich dachte da halt von wegen handelsüblich.

    Danke Andreas, so kann ich schon einiges ausschließen.

    In einem „normalen“ Fm-Koffer war das wohl nicht drinne und insgesamt wohl ein Exot (der Verkäufer nannte Emma-Tower, was ich anzweifelte).


    Grüße


    Benedikt

  • Hallo Benedikt,


    die meisten Fernmeldgeräte der damaligen Zeit sind von der Spannungsversorgung her darauf ausgelegt, auch mit Fahrzugbatterien betrieben werden zu können. Bei den ganz alten Geräten, die teilweise noch auf Konstruktionen aus dem zweiten Weltkrieg beruhen wie z.B. dem GRC-9, ist es möglich, diese auch noch bei Bordspannungen von 6V (ganz alte Jeeps), 12V oder 24V zu betreiben. Das GRC-9 hat dafür einen Umformer ähnlich Deinem Gerät, um damit dann bei den unterschiedlichen Eingangsspannungen die verschiedenen geräteintern benötigten Spannungen zwischen 6,3V (Röhrenheizung) bis hin zu 350V Anodenspannung zu erzeugen.

    Auch die Nachfolgegeräte wie GRC-3...8 bzw. VRC-8...10 haben eine ähnlich aufgebaute Spannungsversorgung, allerdings als Zerhackernetzteil (was der Funktion heutiger Schaltnetzteile nahekommt). Auch hier handelt es sich noch um Röhrengeräte mit entspechend vielen hohen intern benötigten Spannungen. Bei diesen Geräten handelt es sich ja um primär in Panzern verwendeten Sprechfunkanlagen. Die nächste Generation mit gleichem Verwendungszweck wäre dann das SEM 25, demzufolge ist auch das für 24V Betriebsspannung (Bordspannung der Panzer) ausgelegt. Da man Funkgeräte ja grundsätzlich mit mehr oder weniger Aufwand auch für andere Zwecke als Sprechfunk verwenden kann wie z.B. unter Einsatz eines wie auch immer gearteten Modems zur Datenübertragung (Fernschreiben ist ja letztlich nichts anderes), ist es natürlich naheliegend, diese Zusatzgeräte dann ebenfalls für die Betriebsspannung der Funkgeräte auszulegen. Zu meinem VHF-Fernschreib-Funksatz gehört ein 24V-SEA, die gesamte Anlage läuft nur auf Niederspannung.

    Das mit der Tower-Emma halte ich für gar nicht so abwegig, weiß aber nicht, mit was für Geräten die bestückt ist. Ich bin mir nicht sicher, aber meine, daß es eine hier im Forum gibt. Ansonsten steht eine im Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow. Vielleicht könntest Du da anfragen. Mich würde auch interessieren, mit was für Fernmeldegeräten sie ausgestattet war.


    VG

    Andreas