Mein Duedo und seine alten taktischen Zeichen etc.

  • Mein Duedo und seine alten taktischen Zeichen etc.


    Ich bin gerade im Projekt Duedo und Lackierung.

    Zur Erklaerung, das Fahrzeug war ursoruenglich oliv, erkennt man ueberall. vor allem innen :-)

    Wurde dann im Zuge des Flecktarn Wahnsinn wohl schnell umlackiert. Und das noch richtig schlecht.

    Dann habe ich ihn damals von der Vebeg bekommen.


    Mittlerweile ist der "Tarnlack" so schlecht, das ich mich entschlossen habe den Duedo wieder oliv zu lackieren.


    Bei Schleifarbeiten sind mir zwei Sachen aufgefallen.

    Zum einen auf der Beifahrerseite ein rundes Schild, evtl. MLC ?


    Und vorne kamen beim schleifen uerbereste von einem oder zwei takt. Zeichen.

    Ich weis man kann nicht viel erkennen, aber trotzdem mal die Frage ob einer was damit anfangen kann.


    Im Voraus schon mal fuer Antworten vielen Dank.




  • Hi Rudi,


    erstmal alles Gute... blablabla...;-)


    Türe: MLC-Schild, Jepp; später sind diese in Grau auflackiert worden, nix mehr gelbe Schilder mit Restlaufzeit des Dienstes...:dev:


    Mein 78er hat sogar etwas tiefer dafür 3 eingelassene Gewinde, wo man das gelbe Schild anschrauben kann.


    Taktisches Zeichen: da wird sich sicher unser "Experte" der Niederrheiner melden


    Lackierung: 6014 alt mit leichtem Glanzgrat; so sind die Dinger ausgeliefert worden,orschinoool!


    Wenn du ihn so lackieren möchtest, bekommst du von mir die Zusammensetzung des Lackes


    Gruss Pit

  • Das Zeichen mit dem Dach heißt Zentrale militärische Dienststelle der Bundeswehr. Und der dicke Balken Stabskompanie (wenn das zusammenpasst?). Müßte man nur die Beschriftung im Kasten besser entziffern können =) . Ansonsten sieht das aus, als wären 2 so Häuschen übereinander aufgemalt. Aber beide über dem schwarzen Tarnfleck. Vielleicht kommt unter dem Bronzegrün noch mehr zum Vorschein, wenn Du vorsichtig weiterschleifst.


  • Hallo Rudi,


    ich danke Dir sehr für Dein "Sommerrätsel", besser als jedes Sudoku.


    Dann wollen wir mal, nachdem ich nun Stunden Zeit hatte immer wieder darauf rumzudenken.


    Grundsätzlich vorweg:

    1. ich kenn keine taktischen Zeichen mit einer dreizeiligen Beschriftung. Eben nochmal in der ZDv 1/11 geprüft (Ausgabe 1990, die für Dein Fahrzeug maßgeblich gewesen sein muss). Maximal zwei Zeilen waren (und sind) möglich.
    2. Es sind bei Dir definitiv zwei taktische Zeichen über einander gemalt, also vermutlich zwei verschiedene Dienststellen. Beiden gemein ist aber das Grundzeichen für "zentrale militärische Dienststellen" gem. Ziffer 1701 der Vorschrift, also "Rechteck mit Dach".
    3. Ich kann nur ein taktisches Zeichen rauslesen, was auch Sinn ergibt.
    4. Danach war dein Auto aber in jedem Fall für einige Jahre in den Niederlanden eingesetzt. Die Dienststelle nannte sich von 1967 bis 2001 "Headqurters Allied Forces Central Europe" und war von Fontainebleu in Frankreich umgezogen, nachdem Frankreich 1966 aus der militärischen NATO-Allianz ausgeschieden war. Frei übersetzt also: "Hauptquartier der Alliiereten Streitkräfte in Mitteleuropa". Das HQ führte zwei Heeresgruppenstäbe (NORTHAG in Mönchengladbach und CENTAG in Heidelberg) und dazu zwei alliierte Luftflottenstäbe (4. ATAF und 2. ATAF).

    Das Ergebnis sieht dann so aus:


    HQ AFCENT DDO.pdf


    Sorry, Rudi, mehr ging nicht, da ich hier am Bildschirm nicht zielsicher unterscheiden kann, welches Zeichen unten und welches oben war. In jedem Fall hast Du also ein echtes "NATO-Fahrzeug".


    Gruß, Wolf

  • Moin Munin,

    Und wozu brauchten die einen Limolaster? (Ernst gemeinte Frage)

    auch damals rechnete man mit dem spitzen Bleistift...


    Die 404 Pritschen kamen in die Jahre...der U 1300 als Nachfolger war teuer...da kam man auf die Idee, aus Kostengründen

    den Limolaster einzuführen...als Versorger für die Strasse. Natürlich war das Marketing von Daimler-Benz auch sehr aktiv.


    Ähnlichkeiten wie zur Beschaffung des VW 181 sind rein zufällig...;\D


    Auch die Jägerbataillone als Resreve erhielten ihn depotmässig, weil man meinte: Heimatschutzkommando...der reicht.


    Er ist absolut nicht geländegängig, aber auf der Strasse ein gutes Auto.


    Mittlerweile fahre ich ihn sehr gerne!


    Gruss Pit

  • Nun ja, Lars,


    die Bezeichnung "Deutscher Anteil" verschleiert natürlich so ein bisschen die Größenordnung, die hier dahinter steht. Eine Ebene unter dem HQ AFCENT, also bei der "Heeresgruppe Europa Mitte" (HQ CENTAG) in Heidelberg war es noch eine ordentliche Stabs- und Versorgungskompanie. Da Stäbe naturgemäß die Eigenschaft haben, nach oben hin immer größer zu werden, wird das beim deutschen Anteil im HQ AFCENT also nicht anders gewesen sein.


    Da so ein Stab jedoch weit im rückwärtigen Gefechtsraum disloziert sein würde, brauchte es nach dem typischen deutschen spitzen Bleistift, wie Pit schon schrieb, dort keine geländegängigen Gefechtsfahrzeuge. Darum hatten der Spieß und der VU (vielleicht auch VersDstFw) in diesem (und ähnlichen) Falle nur eine handelsübliche Pritsche.


    Gruß, Wolf

  • Der Limolaster wurde auch an Schulen des Heeres eingesetzt, ich kann mich noch gut an die Limolaster mit zivilen Kraftfahrern erinnern, welche an der ArtSchule eingesetzt waren.

    Es brauchte halt nicht für jede Transportaufgabe ein 4x4 Fahrzeug; der DüDo war in der selben Lastklasse wie der U1300 wesentlich preisgünstiger zu beschaffen und wurde als LKW 2to (HÜ) bezeichnet.


    Detlev

  • Also muß ich mir das wie eine normale Stabskompanie vorstellen? Bei "Hauptquartier der Alliiereten Streitkräfte in Mitteleuropa" dachte ich an ein großes Bürogebäude mit lauter Stabssoldaten im Ausgehanzug und Dienstwagen vom Schlage Passat, W 124 etc. Ich konnte mir nicht vorstellen daß da ein Spieß im 508 Erbsensuppe ausfährt ;-). Oder gibt/gab es da auch "richtige" Soldaten (nicht ironisch gemeint), z.B. für Wachdienste oder zur Verteidigung des HQ an Sich?

  • und Muni-Transport...


    In der TDV ist einer mit Warnschildern bestückt...


    Meiner lief bei der Heeresfliegerstaffel 2 (die Betonung liegt auf "Heer" pfrtz) in Fritzlar (Allouette 2, fliegendes Drahtgestell).


    Wahrscheinlich auch als Werkstatt-oder Kurier-/Versorgungsfahrzeug.


    Gruss Pit

  • Lars,


    Du bist schon auf dem richtigen Weg. Nur musst Du hier die nationalen Grenzen verlassen. Je nach Größe des Kommandos stellt natürlich nicht nur eine Nation eine Stabs- und Versorgungskompanie oder -staffel. Es kann durchaus mehrere geben, je nachdem wie groß das jeweilige nationale Element eben ist.


    Zu AFCENT, um das es hier ja mal ging, findet man vieles bei "Tante Wiki". Im Endergebnis hat so ein Stab eine monströse Größe von mehreren Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bewusst neutral ausgedrückt, weil die Anzahl der Zivilbeschäftigten auch nicht unerheblich ist. Natürlich gibt es jede Menge militärisches Personal, aber letztlich ist so ein Stab eine Großbehörde, die an sich auch überhaupt nicht verlegbar ist. Für den operativen Einsatz (von taktischer Ebene kann man bei einer Ebene über der Heeresgruppe nicht mehr sprechen, in der deutschen Sprache gibt es gar keinen Begriff mehr dafür.) gibt es dann einen Einsatzstab, der den Einsatz auch nicht aus Brunssum heraus führen würde, sondern im Falle der Landesverteidigung eine verbunkerte Anlage beziehen würde. Bei m ISAF-Einsatz, den die NATO an das heutige "Allied Joint Forces Command BRUNSSUM" (JFC BRUNSSUM) deligiert hat, wird das Kommando selbst z. B. weiter an ein Multinationales Korps gegeben.


    Allgemeine Aufgaben, und zu denen gehört z.B. auch der Wach- und Sicherungsdienst, wird bei der NATO auch weiterhin militärisch gelöst. Dafür melden sich dann eben einzelne Nationen, die eine bestimmte Aufgabe übernehmen wollen und das muss in den Niederlanden eben nicht die niederländische Armee sein.


    Gruß, Wolf