Bräuchte ein wenig Beratung für eine Erste Hilfe Tasche/Rucksack

  • Servus,

    Ich bin Betreuer auf einem Jugendzeltlager, und wir wollen unsere Erste Hilfe Ausrüstung erneuern. Ich stelle mir einen dazu geeigneten Rucksack vor, der mit einem Set nach Din 13157 von Söhngen (wg. Haltbarkeit), Fieberthermometer, einigen Instantkühlpacks, Pinzetten, Zeckenzange, Desinfektionsmittel, Handschuhen, Beatmungshilfe und 2Warnwesten bestückt ist. Kann mir jemand mit Ahnung von euch geeignete Produkte empfehlen, gerne auch mit Bezugsmöglichkeiten? Aber bitte keine Ausrüstung für ein Feldlazerett, der Rucksack soll auch auf eine Wanderung mitgenommen werden können, sämtliche Betreuer haben einen Ersthelferkurs absolviert, aber sonst keinerlei medizinische Ausbildungen. Ausserdem sollte sich das Ganze in einem günstigen finanziellen Bereich aufhalten.

  • ...sämtliche Betreuer haben einen Ersthelferkurs absolviert, aber sonst keinerlei medizinische Ausbildungen.

    Dann würde ich davon, Desinfektionsmittel mit in den Rucksack zu packen ganz großen Abstand nehmen (selbiges gillt streng genommen sogar für die Pinzetten)...


    ...das können bzw. eher gesagt dürfen die Betreuer gerne an ihren leiblichen Kindern anwenden, bei fremden Kindern begeben die sich damit aber ganz schnell auf ganz dünnes rechtliches Eis und in Teufels Küche!




    Entzündet sich nämlich eine Wunde, wo man einen Splitter rausgezogen und mit Desinfektionsmittel rumgedoktert hat, sollte man eine gute Antwort auf die Frage "Warum haben sie medizinische Handlungen vorgenommen - die Sie nie gelernt haben, die über die Erste Hilfe hinausgehen?" haben und bei den heutigen Helikopter-Eltern kommen diese Fragen schneller als du denkst!




    Taschen/Rucksäcke von Söhngen sind mir pers. zu "steif", Pax sind robust und angenehm zu tragen aber halt auch ziemlich teuer; hier hat aber jeder Hersteller von Verbandmateriel was eigenes - ggf. einfach mal bestellen, Probetragen und bei nichtgefallen zurückschicken!


    Was die Beatmungshilfe angeht würde ich für den Rucksack einmal Beatmungsbeutel - sofern der Umgang gebübt wurde - (hier gibt es versch. Größen der Maske, darauf achten nicht nur die Größte zu nehmen, sondern auch eine für Jugendliche) anschaffen.

    Ansonsten: Zusätzliche Handschuhe (kann man super in Zipper-Beutel umpacken) mit in den Rucksack packen, min. 2 Größen L/XL

    Die Autoschlange ist die einzige Schlange, die das A****loch vorne hat!

  • ...oder nicht?

    Was du in deine Wunden kippst interessiert niemanden...


    Bei Anderen hingegen gilt: Über welche medizinische Qualifikation verfügst du, um darüber urteilen zu können, ob du die Wunde wirklich nur spülst - oder mit dem vermeintlich "gut gemeinten" spülen den Dreck sogar noch tiefer in die Wunde treibst, das ganze verschlimmerst!?

    Die Autoschlange ist die einzige Schlange, die das A****loch vorne hat!

  • Hallo Schmiddla,


    alles was über die erste Hilfe hinausgeht, wie z. B. Wunddesinfektion, Splitter entfernen etc. ist Sache des Arztes, oder nur auf dessen Anweisung auszuführen - so habe ich das beim DRK im EH Lehrgang und später in den SAN Lehrgängen A und B gelernt.


    Detlev

  • Der Geschichte mit den medizinischen Eingriffen oder Behandlungen und Folgen sind wir uns bewusst, wie gesagt, alle Betreuer bei uns sind Inhaber der Juleica, da ist ein EH Kurs Pflicht, einige, wie auch ich sind Ersthelfer im Betrieb. Interessanterweise sind gerade die

    Betreuer relativ häufig von kleinen Verletzungen betroffen, mal ein Schnitt, Spieß in der Hand, Blase am Fuß, kleine Verberennungen usw. Von daher wäre etwas sinnvolles "Werkzeug" nicht schlecht.

  • Von daher wäre etwas sinnvolles "Werkzeug" nicht schlecht.

    Wenn ihr euch den Konsequenzen (angeblich) bewusst seid, was wollt ihr dann mit irgendwelchem "Werkzeug"?


    Nochmal: Das was ihr vorhabt, habt ihr nie gelernt dürft ihr zwar gerne an euch selbst und euren leiblichen Kindern machen, an anderen Kindern/Mitarbeitern/Personen sind derartige "Eingriffe" für euch aber absolut tabu, selbst wenn das Kind darum bittet dass ihr einen Splitter aus der Hand zieht - auch wenn das in der Praxis gerne anders gehandhabt wird!

    Die Autoschlange ist die einzige Schlange, die das A****loch vorne hat!

  • ....dass Letzteres geschieht. :pinch:

    Möchtest du, dass jemand an deinen Kindern rumdoktert, der u.U. zu blöd ist einen Nagel gerade in die Wand zu hämmern?


    Insofern sind ausdrückliche Hinweise darauf mehr wie nötig! Und nun keine Story was du früher alles an Wunden überlebt hast - die Zeiten sind seit der flächendeckenden Einführung von Vollkaskomentalität, Rechschutzversicherung und insbesondere Allergien gegen alles und jeden vorbei!

    Die Autoschlange ist die einzige Schlange, die das A****loch vorne hat!

  • Nochmal: Wenn sich einer unserer Betreuer bei SICH SELBST solche Behandlungen durchführen möchte, soll er das bitte auch tun können. Soviel Eigenverantwortung soll dann doch gestattet sein. Bei den zu betreuenden Kindern natürlich nicht. Ist im Bewusstsein. Können wir das Thema, was man an Behandlung darf oder nicht, dahingehend abhaken? Mir geht es eigentlich hier nur um die Hardware.

  • Möchtest du, dass jemand an deinen Kindern rumdoktert, der u.U. zu blöd ist einen Nagel gerade in die Wand zu hämmern?


    Insofern sind ausdrückliche Hinweise darauf mehr wie nötig! Und nun keine Story was du früher alles an Wunden überlebt hast - die Zeiten sind seit der flächendeckenden Einführung von Vollkaskomentalität, Rechschutzversicherung und insbesondere Allergien gegen alles und jeden vorbei!

    Ganz ehrlich, was hat die Qualifikation, einen Nagel gerade in die Wand zu hämmern mit dem Leisten von erster Hilfe , bzw. der Behandlung von kleinen Verletzungen zu tun? Sollen wir ein Zeltlager abbrechen, weil von 10 Betreuern 6 im Rettungshubschrauber wegen einer Lapalie in die Klinik geflogen werden? Und die Unterstellung mit "blöd" überlese ich hier mal...:thumbsup-blue:

  • Wenn ich an den Arzt denke, der meinen Finger genäht hat...:*:

    Das hätte mal lieber die Schwester aus der Charite gemacht. Dafür hat sie wenigstens meine Hand gehalten. :thumbsup:


    Der Aufgeschnittene Zeh mit Steristrips ist besser verheilt. Und das hab ich selber gemacht.


    Nicht jeder der das darf macht das gut.;-)

    Ich kenn Sanitäter, die haben hinsichtlich Wundversorgung mehr auf dem Kasten als mancher Arzt.

    Das rechtliche mal ausser acht gelassen, obwohl es durchaus bedacht werden muss.


    Und wenn Schmiddla fragt, welche Hardware für seine Notfälle geeignet ist, kann er entweder keine Antwort erwarten, oder aber eine informative vernünftige mit rechtlichem Hinweis.

    Unabhängig davon, muss ein jeder selbst seine Taten verantworten und mit seinem Gewissen vereinbaren.

    ;-):bier:

  • Guten Morgen!

    Wie einige vielleicht wissen, bin ich auch schon seit Jahren Betreuuer in einem Ferienlager.

    Grundsätzlich ist allen (ausgebildeten) Betreuern bewusst, das man bei vielen Dingen mit "einem Bein im Knast" steht. Das, so stelle ich fest, eher eine Folge der gesellschaftlichen Entwicklung ist. Darum lass ich das Thema komplett außen vor. Alle Maßnahmen müssen Situationsabhängig entschieden werden. Wir versuchen den Posten des "Lagersanis" auch immer mit einer Fachkraft zu besetzten (Rettungssanitäter, Krankenschwester, Krankenpfler oder Arzthelferin) Das ist uns bis auf wenige Ausnahmen auch gelungen.

    Der Rucksack Der bei uns mit auf Wanderungen geht hat zusätzlich zu der von dir beschriebenen Sachen noch folgenden Inhalt:

    - Blutdruckmessgerät

    - Pulsoxymeter

    - Einwegdecke

    - selbstklebender Verband (super Sache)

    - Hyperventilationsmaske

    - Beatmungshilfe

    - Blutzuckermessgerät

    - "Hausapotheke" (Kinder bekommen keine Medikamente, die 50 Betreuuer schon)

    - 2 SamSplint Schienen

    - Handdesinfektionsmittel

    - Taschenlampe

    - Notizblock

    - 6B Bleistift

    - Kugelschreiber

    - Edding

    - Adress und Telefonliste der niedergelassenen Ärzte der Region (Kinderarzt, Augenarzt, Zahnarzt, usw.

    - Unterlagen über Vorerkrankungen der Kinder (da haben wir zusammen mit Ärzten einen Fragebogen entwickelt, den alle Kinder und Betreuuer ausfüllen müssen, bei Interesse PN)

    Zusätzlich die Medikamente, die uns die Eltern zur regelmäßigen Abgabe an Ihre Kinder ausgehändigt haben.

    Kinder die z.B. ihre Asthma Medikamente selstständig einnehmen werden vor Verlassen des Lagerplatzes aufgefordert ihre Notfallsprays mitzunehmen.

    Die Ausstattung hat sich über Jahre bewährt und ist teilweise auch den Vorerkrankungen von Kindern und Betreuuern geschuldet. (Asthma, Diabetiker,...). Unfälle der vergangenen Jahre hatten auch ihren Einfluss.

    Bei der Ausstattung muss man auch an die Hilfsfristen in der Ferienregion denken.

    Im Sauerland wartet man nachts unter Umständen 30 + x Minuten auf den RTW (bereits erlebt) Da ist die Situation deutlich unangenehmer als bei 6-8 Minuten in der Stadt.


    Gruß Benny

  • Danke für die Tips, werden wir darüber diskutieren. Kinder mit Diabetes und Asthmatiker hatten wir schon dabei. Für die Diabetiker haben wir von einer Diabetesberaterin in Zusammenarbeit mit den Eltern eine "Einweisung " bekommen. Hat ganz gut geklappt. Mit Allergien hatten wir mal ein unschönes Erlebnis, das Kind war allergisch auf Wespenstiche und wurde promt gestochen. Leider wussten weder Kind noch Eltern um die Allergie, wurde halt noch nie gestochen. Ist aber alles gut gegangen, das Kind kam rechtzeitig ins Krankenhaus.

    Aber wieder zurück zur Hardware,

    Bis jetzt lagert das Zeug in 2 Kühlboxen relativ unstrukturiert und wenig mobil. Ich stelle mir da einen Rucksack vor, der auch einen ordentlichen Regenguss im inneren übersteht, das ganze Zeug strukturiert in entnehmbaren Einzeltaschen verpackt werden kann und übersichtlich ist. Auch sollte das Ganze am Ende relativ leicht und gut zu tragen sein, 20 kg Material schleppt keiner gerne auf einer Wanderung herum.

  • Wir haben den Söhngen Octett. Den kann man ganz gut organisieren, der Tragekomfort hält sich allerdings in Grenzen. Haben da drin aber auch nur das nötigste Verbrauchsmaterial. Das Sani Zelt macht allerdings schon einem TVPL Konkurrenz. :-D Da merkt man, das ein Ex-BW Sani der Einkaufsleiter ist. :engel:

    Unbekannte Allergien machen keinen Spaß... Das hatten wir noch nicht.

    Beratung von Profis ist immer gut.


    Gruß Benny

  • Neulich war bei uns Blaulichttag, da hat die Feuerwehr und Brk ausgestellt und gezeigt, was es so kann. da habe ich mir mal die Rucksäcke angeschaut, gut, das sind ja schon ziemliche Prügel, nicht besonders handlich und auch nicht sonderlich bequem zu tragen. Das waren die Dinger von Söhngen. Im Netz habe ich den Hersteller Pulox gesehen, hat da jemand Erfahrung damit?


    Das Thema ist ziemlich komplex, hätte ich nicht gedacht.

  • Kommt stark darauf an, wofür du den Rucksack brauchst. Muss er wasserabweisend sein, wasserdicht? Was willst du mitnehmen, eine erweiterte Erste Hilfe Ausstattung oder zusätzlichen Spezialkram?


    Das Wichtigste (ich war selbst 20 Jahre Jugendwart mit vielen Zeltlagern etc): Nimm nur das mit, wofür du und deiner Betreuer ausgebildet sind! Ihr könnt supertolle Sachen einpacken, es ist nur unnötiges Ballast, wenn ihr es nicht anwenden dürft. Können villeicht schon, aber bei Behandlungsfehlern steht man dann halt im Regen. In der Feuerwehr schleppen wir auch Zeugs im Rucksack mit, wo ich sage: "Wer kann den Kram richtig anwenden?" Aber da ist halt das Denken "Haben ist besser als können" halt auch nicht wegzukriegen. Nur ist jedes Teil zusätzliches Gewicht, gerade auf längeren Wanderungen.

  • Servus,

    Ich bin Betreuer auf einem Jugendzeltlager, und wir wollen unsere Erste Hilfe Ausrüstung erneuern. Ich stelle mir einen dazu geeigneten Rucksack vor, der mit einem Set nach Din 13157 von Söhngen (wg. Haltbarkeit), Fieberthermometer, einigen Instantkühlpacks, Pinzetten, Zeckenzange, Desinfektionsmittel, Handschuhen, Beatmungshilfe und 2Warnwesten bestückt ist. Kann mir jemand mit Ahnung von euch geeignete Produkte empfehlen, gerne auch mit Bezugsmöglichkeiten? Aber bitte keine Ausrüstung für ein Feldlazerett, der Rucksack soll auch auf eine Wanderung mitgenommen werden können, sämtliche Betreuer haben einen Ersthelferkurs absolviert, aber sonst keinerlei medizinische Ausbildungen. Ausserdem sollte sich das Ganze in einem günstigen finanziellen Bereich aufhalten.

    Wie schon ganz oben geschrieben, das wäre jetzt so unser Bedarf. Der Rucksack sollte leicht zu handhaben sein, regendicht (Flussdurchquerungen sind nicht geplant;-)), und halt das oben genannte Zeug reinpassen. Entweder eine Komplettlösung oder was zusammengesetztes, aber halt dann doch was bewährtes.