neues aus Heikendorf???

  • Wenn ein nicht kampffähiger Panzer eine Kriegswaffe darstellt,und somit eine gefahr für die Allgemeinheit,dann darf auch

    niemand Kettengetriebene Baumaschienen sammeln.Und alle ehemaligen Militärfahrzeuge würden dann dann auch eine

    Gefahr für die Allgemeinheit darstellen.von zivilen suv's mal ganz zu schweigen.wer es darauf anlegt,kann auch mit einer ente maximales unheil anrichten.

    Ich habe selten so ein Bullshit gelesen und gehört.Da hat sich bei der staatsanwaltschaft wohl jemand zimlich weit aus dem fenster gelehnt.

    Sport und turnen füllt Gräber und Urnen...............:krad:

  • Wenn ein nicht kampffähiger Panzer eine Kriegswaffe darstellt

    Wenn das so einfach wäre wäre es einfach ... "Die Juristerei" denkt da leider komplizierter. Eine Maschine wird zur Waffe oder Kriegswaffe durch die Zweckbestimmung bei ihrer Herstellung in VErbindung mit gewissen Eigenschaften. So kann etwas, was wie ein Panzer aussieht durchaus keine Kriegswaffe sein. Etwa wenn er aus "Baustahl" besteht und zum Zwecke der Ausstellung auf Messen gebaut wurde, oder als Versuchsträger für neue Fahrwerkstechnologien. Umgekehrt wird etwas, was als Kriegswaffe gebaut wurde nicht durch Wegfall einer bestimmten Eigenschaft auf einmal keine Kriegswaffe. Weder das krummer, verrostete MG aus Bodenfund noch halt der Panther mit dem rostigen Rohr verlieren automatisch durch Verlust der Möglichkeit "zu Wirken" diese Eigenschaft. Für den Fall, dass eine Kriegswaffe nicht entgültig zerstört werden soll gibt es darum eine ganze Latte von notwendigen Aktionen, deren Durchführung zertifiziert sein muss. Bei neueren Geräten würde es andernfalls sogar zu intenhationalen Problemen führen, alle Fahrzeuge, die zum Ende des kalten Krieges mal gelistet wurden unterliegen der Abrüstungskontrolle... werden die da nicht endgültig abgemeldet werden sie weiter mitgezählt, auch wenn sie ohne Motor und Beton im Motorraum vor dem Kasernentor stehen ...und auch das rostige MG muss nach Gesetz richtig demilitarisiert werden.


    Und die Aussagen des Experten in Bezug auf den Panther mögen trivial sein... aber er ist Gutachter und nur sein Wort zählt da er einen Schein für solche Aussagen hat. Drum gehen auch sichergestellte Dekos heute zum Gutachter da der "normale Polizeibeamte" nicht die Befähigung hat rechtssichere fachliche Aussagen zur Funktion einer Waffe zu machen...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D



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  • Soviele Internetgerüchte in den vergangenen 6 Jahren.

    Frage: Was für historische Militärfahrzeuge hat Herr Flick denn noch besessen?
    Und was war es denn nun für ein Fahrzeug mit dem er in Heikendorf während der Schneekatastrophe 1977/78 unterwegs war? Mehr als Halbkette weiß ich nicht. 3ton Zugmaschine? Sdkz 251? Und wo ist das verblieben?

    Noch weitere Fahrzeuge in seinem Besitz, zumindest früher mal?

    Da soll er mit dem Panther unterwegs gewesen sein, irgendwo gab es auch Bilder davon.

    Laut letztem Bericht im Fernsehen soll er auch zwei automatische Handfeuerwaffen gehabt haben. Die dürften momentan das größte Problem sein.

    Gruß Stefan

  • Egal ob a Ende wirklich etwas in seinem Fundus war, was noch gefährlich hätte sein können, was ich völlig unmöglich finde ist die Verfahrensdauer.


    Der Eindruck, dass jemand willkürlich den Medienrummel angezettelt hat, verfestigt sich. Und als der Mann nicht wie erwartet eingeknickt ist und einen "Deal" akzeptiert hat, wurde der scheinbare Triumph zum politischen Problem dass man offenbar durch Liegenlassen lösen wollte.

  • Da soll er mit dem Panther unterwegs gewesen sein, irgendwo gab es auch Bilder davon.

    Laut letztem Bericht im Fernsehen soll er auch zwei automatische Handfeuerwaffen gehabt haben. Die dürften momentan das größte Problem sein.

    Gruß Stefan

    Neee, das ist eins der häufigsten Gerüchte die sich noch immer halten, speziell in englischsprachigen Foren. Während des besagten Winters 77/78 war der Panther weder fahrbereit und noch nicht mal in Heikendorf, sondern noch bis Mitte der Achtziger in Solingen.
    Ein interessanter Artikel, im Sinne von "Mein Nachbar in Solingen restaurierte den Flick-Panther" ist noch immer zugänglich, aber nun hinter der Bezahlschranke.

    Meine Frage, nach anderen Fahrzeugen, bezieht sich auch auf etwas was wohl ein Internet-Gerücht ist, das Flick einst mal einen nicht näher benanten "Bergepanzer" besessen haben soll.

    Und das Hauptproblem ist doch wohl die 88mm Flak, da selbst sein Anwalt zugibt, dass sie nicht demilitarisiert ist.

  • ..was ich völlig unmöglich finde ist die Verfahrensdauer....zum politischen Problem dass man offenbar durch Liegenlassen lösen wollte."

    Ist leider völlig üblich unabhängig von Politik oder Waffen. Mein Vater mußte auch 3 Jahre auf seinen Prozeß zu seiner Betriebsrente warten. Zum Glück durfte er die schöne Nachzahlung noch genießen.

  • Die derzeitigen Verfahrensdauern im allgemeinen (egal ob zivil oder strafrechtlich)..Anzeige/ Beginn der Verfahren bis zum ggf. noch stattfindenden Gerichtstermin (wenn überhaupt noch, Verfahren werden oft "eingestellt" trotz klarer Sach- und Beweislage ) sind ein glatter Schlag in das schöne Gesicht der Justizia.


    Ein klarer Bruch des Rechtsfriedens auf Grund von Überlastung des Systems.....und mangelnder pol. Reaktion.

    Wir brauchen dort nicht unbedingt mehr Personal- wir brauchen weniger Probleme.....:pinch:

  • Tja, man könnte fast meinen daß jetzt krampfhaft nach einer Rechtfertigung für den ganzen Ablauf gesucht wird... nach dem Motto "wenn der Besitz des Panthers nicht illegal war, was anderes findet sich schon irgendwie" :/
    Meine unmaßgebliche Meinung...

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Rational nachvollziehbar sind die 6 Jahre nicht. Gutachten ob Demilitarisiert oder nicht hätte es nun auch schon 2016 geben können. Eine Überlastung von Gutachtern in diesem Bereich wird es nicht geben. Diese neue Entwicklung (Panzer ok, aber Flak illegal) passiert ja erst jetzt und vor dem Prozeß.

    Nee, nee. Hier wollte man zermürben oder den Tod des Beklagten abwarten. Ich setze mal auf eine Verurteilung (wegen Flak und eventuell Kleinwaffen/Munition) und das die Staatsanwaltschaft in Berufung geht, um ein höheres Strafmaß zu erreichen.

  • Lt. Hamburger Abendblatt sind momentan 2 vollautomatische Mauser C96 und andere teilgeladene Waffen das Thema.
    Die Probleme nehmen ab. Leider nur in der metallischen Größe…

    Wenn die Nummer stimmt, hat die Staatsanwaltschaft gewonnen.

  • Panzer-Eigentümer hatte mehr als 60 Schusswaffen

    Waffennarr drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Verständigung bislang ohne Erfolg

    Ein Panzerkampfwagen vom Typ „Panther“ Carsten Rehderdpa

    Kiel Bei dem Eigentümer eines Weltkriegspanzers aus einem Kieler Vorort wurden bei einer Durchsuchung auch mehrere Verstöße gegen das Waffenrecht festgestellt. „65 Waffen waren bei ihm registriert“, sagte ein Zeuge vom Ordnungsamt des Kreises Plön am Montag vor dem Kieler Landgericht. Zahlreiche Waffen wurden vom Landeskriminalamt für Tests mitgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass darunter zwei vollautomatische Waffen vom Typ Mauser C96 waren. Der 84-Jährige ist wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt.

    Bei der Durchsuchung der Villa des Mannes an der Kieler Förde waren im Sommer 2015 neben den Waffen ein Weltkriegspanzer vom Typ „Panther“, ein Torpedo, ein Mörser, eine Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter sowie Munition sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft wertet neben dem Panzer auch die Flugabwehrkanone und andere Waffen als Kriegswaffe. Dagegen geht die 7. Große Strafkammer auf Basis mehrerer Gutachten davon aus, dass es sich nur bei der Flugabwehrkanone nach wie vor um eine Kriegswaffe handeln dürfte.

    Zum Waffenfund sagte der Mitarbeiter des Ordnungsamtes: „Vollautomatisch bedeutet, man besitzt eine Kriegswaffe. Die darf ein normaler Waffenbesitzer nicht haben.“ Außerdem wurde bei der Durchsuchung festgestellt, dass drei Waffen des Mannes unterladen waren und eine weitere voll geladen. Nach Angaben des Zeugen kann dies zum Widerruf der Waffenbesitzkarte führen. Zudem war darauf ein Raketengewehr fälschlicherweise als Karabiner erfasst. Der Angeklagte hatte die Waffen 1975 nach Änderung des Waffenrechts auf Waffenbesitzkarten eintragen lassen.

    Der angeklagte Finanzvermittler war im Zuge von Ermittlungen um wieder aufgetauchte Nazi-Kunst ins Visier geraten. Den Panzer kaufte der Mann 1977 als Schrott in Großbritannien. Später half ihm die Bundeswehr bei der Überholung des Motors und stellte dafür 28.317 Euro in Rechnung. Eine gewisse Treffergenauigkeit des Panzers ist nach Ansicht des Experten noch zu erwarten. Möglich sei allerdings nur Schießen mit Fernzündung.

    Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht über eine Verständigung waren in dem Landgerichtsprozess bislang nicht erfolgreich. Am Donnerstag haben die Beteiligten einen ersten Sachverständigen zum Zustand des Panzers, einer Flak und eines Granatwerfers befragt. Ein Urteil in dem Fall wird im kommenden Monat erwartet. Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz werden mit mindestens einem Jahr und maximal fünf Jahren Gefängnis geahndet. dpa

  • "Verständigung nicht erfolgreich" heißt wohl die Ablehnung eines vollständigen Schuldanerkenntnisses durch den Beklagten?

    Aber da kann man ja wieder viel zwischen den Zeilen lesen und wird nicht schlau draus.
    Pantherkanone könnte mit Fernzündung doch schießen?
    Die C96 sind "Schnellfeuer-Mauser" / M712er ?
    Der Waffenbesitzer ist verantwortilch für die Eintragung, hier der Raketenwaffe als Karabiner durch die Behörde?
    Die geladenen Waffen - mit scharfer Munition oder Deko (da Flick bisher anscheinend kein Vergehen eingeräumt hatte) ?
    Die Gutachten - nur Flak ist Kriegswaffe, trotz Panther-Kanone und Schnellfeuer-C96?
    Bleibt spannend, hoffe der Mann hat weiterhin Kraft.

  • Das ist ein Thema wie es das vermutlich nur in Deutschland geben kann....


    Ich denke die englischen und amerikanischen Kriegszeugsammler werden vor lachen nicht mehr in den Schlaf kommen...


    Was bleibt am ende des Tages über?

    -Ein 80Jähriger, der einen Haufen (historische) Waffen vielleicht nicht richtig auf seiner Waffenbesitzkarte deklariert hatte, und der sie vielleicht nicht getrennt von der Munition weggeschlossen hatte.


    Ein Musealer sehr seltener Panzer der teilrestauriert nicht einsatzbereit im Keller steht, den die BW gegen Bezahlung mit instandgesetzt hat, und eine Flak, die vielleicht einsatzbereit wäre...


    Das ganze Zeug vermutlich noch legal erworben und versteuert...


    -hängt den Mann! 15 Jahre mindestens, wenn nicht gar lebenslänglich (was statistisch gesehen etwa 2 Jahre wären...)



    ...Während auf der anderen Seite vom Teich voll ausgerüstete Langstreckenbomer in Privathänden rumfliegen :deck:

  • Hallöle,


    so einen ähnlichen "Fall" wie der hier besprochene, gab es in unserer Region auch schon mal.

    Ein überregional "berühmter" Wehrmaterial-Sammler. Eigener Panzer, mehrere Flakkanonen, Militär LKw und- KFz, Ausrüstung , Uniformen, der ganze Schnick-Schnack. Natürlich auch Waffennarr und fast alles aus der Vogelschiß Periode, mit entsprechender Devotionaliensammlung. Nur bei den scharfen, nicht erlaubten Waffen waren es dann Kaschis.

    Das alles endete in einem Familiendrama.

    Wahrscheinlich hätte die Räumung des Arsenales in diesem Falle einiges Unheil verhindern können.

    Die Fälle sind sicher nicht 100% vergleichbar. Aber ein paar Parallelen gibt es schon.


    Leute, bei allem Sammelwahn und der damit verbundenen manischen Olivgrünprägung.

    Lasst´s doch mal den an sonsten so oft beschworenen "gesunden Menschenverstand" ran.

    Was den Ordnungsbehörden evtl. vorzuwerfen ist, wäre von mir aus, daß die nicht schon früher mal, ohne großem Medienspektakel, die Sachlage vernünftig hätten überprüfen sollen.

    Denke mal in einem Museum wäre dieses Waffenarsenal als z.B. dauerhafte Leihgabe besser aufgehoben gewesen.

    In einem anderen Fred geht es um eine Petition damit wir mit unseren absonderlichen Vehikeln weiterhin herumfahren dürfen, bzw. daß solche Fahrzeuge weiterhin von den Behörden im Strassenverkehr geduldet werden.

    Im Zeifelsfall werden dann alle diese "Militaristen" in einen Topf geworfen.


    Laß` mal so einen Künstler seinen Torpedo (wobei der "hier" bestimmt nicht mehr geladen war, oder?) in Berlin Mitte zünden........

    Wasser auf die Mühlen.......


    Servus der murkser



    PS bei der Flugunfallrate von historischem Fluggerät, wäre mir auch nicht wohl bei dem Gedanken, daß da voll ausgerüstete Langstreckenbomber in Privathand, hier vor meiner Haustür aus in Manching über mich hinweg fliegen würden...

  • Ja, und so einfach ist es auch in den USA nicht wie es scheint. Nicht nur wegen der unterschiedlichen Gesetzgebung in den Ländern muss man auch da aufpassen. Und dss was scheinbar an WK 2 Waffen auf dem Markt ist wird mit Gold aufgewoge weil nur legal ist was 1973 (?) in eine Liste aufgenommen wurde und ein Zertifikat darüber hat. Der Import von Militärgerät ist schwierig, selbst für einen B2000 BW oder einem NVA Ello muss man einen Antrag stellen, der tatsächlich geprüft wird. Und Deko Handwaffen ist ein no-go als Neuimport...selbst wenn sie nach nejem EU Standart umgebaut sind. Und er Besitz eines verbotenen Gegenstandes - etwa eines inerten Panzerfaust-Rohres - ist ein Straftatbestand bei dem man einfährt, ohne wenn und aber....

    Und auch andere Länder sind nicht so entspannt wie einige hier immer tun...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D



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  • Passt schon was du schreibst murkser,


    aber um ein Familiendrama anzurichten reich auch eine legale Waffe, ein Kopfkissen, Küchenmesser oder ein VW Golf...


    Und eben nicht alles was auf der Welt schief läuft muss der Staat oder ein Amtsschimmel verantworten.


    Dass sonderbare Menschen gelegentlich mal eine Affinität zu Waffen haben ist allerdings schon auffällig...


    Ich denke eh, dass man seinerzeit bei der Durchsuchung nicht allzu überrascht war als man nicht nur Statuen die Jahrelang über irgendwelche Schrottplätze gewandert waren gefunden hat...


    Was ich den handelnden hier schon vorwerfen würde ist, dass hier eine gewisse Hetzjagt mit Exempelcharakter veranstaltet wurde/wird, jedenfalls riecht es danach...

  • Ja, und so einfach ist es auch in den USA nicht wie es scheint. Nicht nur wegen der unterschiedlichen Gesetzgebung in den Ländern muss man auch da aufpassen. Und dss was scheinbar an WK 2 Waffen auf dem Markt ist wird mit Gold aufgewoge weil nur legal ist was 1973 (?) in eine Liste aufgenommen wurde und ein Zertifikat darüber hat. Der Import von Militärgerät ist schwierig, selbst für einen B2000 BW oder einem NVA Ello muss man einen Antrag stellen, der tatsächlich geprüft wird. Und Deko Handwaffen ist ein no-go als Neuimport...selbst wenn sie nach nejem EU Standart umgebaut sind. Und er Besitz eines verbotenen Gegenstandes - etwa eines inerten Panzerfaust-Rohres - ist ein Straftatbestand bei dem man einfährt, ohne wenn und aber....

    Und auch andere Länder sind nicht so entspannt wie einige hier immer tun...


    Jens

    Trotzdem wäre ich mir relativ sicher dass es in den USA mehr WH Material gibt als auf dem Kontinent...

  • Nein, das denke ich nicht.


    mfg Patrick

    Feil Dir keinen ab, lerne Drehen und Fräsen!
    Über 7 Millionen Österreicher können nicht richtig Drehen und Fräsen.

    "dats ned bandan nemts ahn droht" :schweißen:
    Freilauf Dioden aus Freilandhaltung :D

  • Lasst´s doch mal den an sonsten so oft beschworenen "gesunden Menschenverstand" ran.

    Was den Ordnungsbehörden evtl. vorzuwerfen ist, wäre von mir aus, daß die nicht schon
    früher mal, ohne großem Medienspektakel, die Sachlage vernünftig hätten überprüfen sollen.

    Zum Thema "gesunder Menschenverstand": Der Mann ist ein älteres Semester, hat anscheinend

    schon vor Jahrzehnten mit dem Sammeln von Waffen begonnen, vmtl. noch vor den großen

    Waffenamnesien 1973/76. Damals aber hat das alles niemanden so genau interessiert,

    jeder konnte kaufen, was ihm gefallen bzw. der Markt hergegeben hat, bei Neckermann

    gabs KK-Gewehre im Katalog zu bestellen. Erst als Baader-Meinhof mit ihrem Terror begann,

    wurden die Waffengesetze sukzessive verschärft, also quasi genau wie heute, weil (Achtung -

    es folgt ätzender Zynismus...) sowohl Baader-Meinhof als auch die heutigen Terroristen

    (gleich welcher Couleur auch immer) logischerweise Sport- und Jagdwaffen (also Einzellader,

    Repetierer oder Halbautomaten) für ihre Anschläge nutz(t)en und nicht etwa auf dem

    Schwarzmarkt besorgte, vollautomatische Kriegswaffen:pinch: Im Zuge dieser Amnesien wurden

    also große Mengen bisher nicht gemeldeter, vorher frei verkäuflicher Waffen erfaßt

    und in Waffenbesitzkarten eingetragen, somit registriert und (bezogen auf die neue

    Gesetzgebung) legalisiert. Die Sachbearbeiter damals hat es wiederum nicht so genau

    interessiert, was da jetzt drin steht, bzw. was das jetzt speziell für Waffen sind, fixe

    Einteilungen in Klassen A bis D wie heute gab es nicht, der Bearbeiter hat Bezeichnungen

    reingeschrieben, die ihm in den Sinn kamen. Hauptsache, das Zeug wurde angemeldet.

    Seitdem sind aber Dekaden ins Land gegangen, alle paar Jahre gab es eine weitere

    WaffG-Verschärfung, so daß vieles, was damals ganz normal und legal war, heute große

    rechtliche Probleme verursacht. Was damals einfach ein Karabiner ausm Krieg war, weil es der

    Sachbearbeiter nicht anders wußte, kann heute eine vollautomatische Kriegswaffe sein

    (z.B. M2 Carbine). Wenn also bei dem Senior etwas gefunden wurde, was heute nicht mehr

    koscher ist, kann es gut sein, daß das früher vollkommen korrekt gehandhabt wurde und der

    gute Mann es halt "nur" über die Jahrzehnte verschlafen hat, am Ball der Änderungen zu bleiben.

    Deswegen ist er kein "Waffennarr" o.ä., dessen Zeug ins Museum gehört, sondern schlicht und

    einfach jemand, der immer noch guten Gewissens von der (einstigen) Legalität seines Handelns

    überzeugt war. Und von der Sorte gibt es noch viel mehr, als man gemeinhin denkt.

    Deshalb predigen wir bei unserer Sachkunde-Ausbildung immer und immer wieder, daß die

    Leute am Ball bleiben und die aktuelle Gesetzeslage kennen müssen.

    Si vis pacem para bellum! - oder für Tolkien-Fans:
    "Es braucht nur einen Feind, um einen Krieg herbeizuführen, nicht deren zwei.
    Und jene, die keine Schwerter haben, können doch durch sie sterben" (Éowyn)


    I am not going to let some clowns tell me what guns I can have! (Joe Foss, President NRA 1988-1990)



    3 Mal editiert, zuletzt von Gandalf ()

  • Hallöle,


    der "praktische" Teil des damaligen Familiendrams wurde mit legalen Jagdwaffen angerichtet. Aber die Gründe dafür lagen in, sagen wir mal, dem was der "Sammler" seinen Angehörigen und letztendlich auch sich selbst auferlegt hatte, durch seine Auslegung von legal und die damit verbundenen "Kontakte".

    Auf der Suche nach Kübelteilen, hatte ich mit demjenigen auch mal kurz Kontakt. Allem Anschein nach ein freundlicher, älterer, vielleicht etwas verschrobener Herr. Ein Biedermann, aber auch ein Brandstifter.


    Denke mal wer so eine Sammlung hat sollte sich auch mit den jeweils aktuellen Regularien auf dem laufenden halten.


    Servus der murkser

  • Es ist wie es ist.

    Man muss am Ball bleiben, ob es nun Waffenrecht ist oder StVZO oder FEV oder selbst lokale Lärmschutzbestimmungen oder so was popliges wie was gehört in den gelben Sack. Einige dieser Vorschriften gelten bundesweit, andere sind von Kreis zu Kreis verschieden und können durchaus über den vom Bund vorgegebenen Rahmen hinausgehen.

    Zur Entlastung aller Bürger muss ich allerdings sagen, das selbst in der Politik nicht alle Politiker, die irgendwas ins Mikrofon murmeln, nicht notwendigerweise über den Entstehungsweg diverser Vorschriften orientiert sind, z.B. Abgasvorschriften. Und da sollten die Parteioberen, die ständig in irgendwelche Mikrofone reden und sich für super wichtig halten, eigentlich schon Bescheid wissen. Zumindest Grundwissen ist da deren Geschäftsgrundlage, was die ja auch nicht grade schlecht bezahlt bekommen bei einer Aussicht auf eine Rente, von der der Normalsterblich nur träumen kann. Allein, wenn ein Minister prüfen lässt, ob eine VO(EU) in Deutschland rechtskräftig ist ohne in deutsches Recht überführt zu sein, zeugt von hohem Unverständnis dessen, was in Brüssel verabschiedet wird und wie die tatsächliche Rechtslage ist, der Deutschland selbstverständlich zugestimmt hat. Aber studierte Juristen studieren normalerweise eben deutsches Recht. Die, die sich weiter umschauen, werden kaum in Berlin landen. Brüssel zahlt ja auch besser.


    Vom Bürger wird das alles neben dem Broterwerb, um möglichst viele Steuern zu bezahlen, nebenher verlangt, sinnvollerweise auch mit Kenntnis der Fehler, die die Referenten der Politiker in die Verordnungen reingeschrieben haben. Bestes Beispiel dazu ist die FEV. Mir ist kaum eine Verordnung bekannt, die so oft und in schneller Reihenfolge geändert, richtig gestellt, umgemodelt, zurechtgebogen und eigentlich immer noch nicht der Vorgabe der EU entspricht. Deshalb bekommen wir alle ab 2018 bis 2033 nämlich neue Führerscheine, damit das dann -hoffentlich- einigermaßen dem EU Recht entspricht.


    Nur mal so als Denkanstoß. Der Herr Flick ist wohl kein Einzelfall in diesem Paragraphendschungel. Ich möchte nicht wissen, wie viele durch falsches oder fehlerhaftes Verständnis der Staatsanwälte der Rechtslage unsere überlasteten Gerichte beschäftigen. das geht dann so aus, das da einer in einer Verbotsannahme war, nämlich der Beklagte, weil das Gericht nicht zugeben will, das die Jurespodenz/die Legislative falsch lag.


    Das war jetzt vielleicht ein wenig ab vom Thema, aber ich musste es mal loswerden.


    Schönen Abend noch


    Wolf

  • [……Vom Bürger wird das alles neben dem Broterwerb, um möglichst viele Steuern zu bezahlen, nebenher verlangt, sinnvollerweise auch mit Kenntnis der Fehler, die die Referenten der Politiker in die Verordnungen reingeschrieben haben……]

    Der Satz des Jahrhunderts in dem wir uns befinden für mich, Chapeau :an:

  • Moin,

    ich, als (legaler) Waffenbesitzer mit Jagdausübungsrecht, muß mich um die sich laufend ändernden gesetzlichen Bestimmungen kümmern und meinen Umgang mit Waffen diesen Gesetzesvorlagen anpassen.

    Das ist zwar nervig und nicht immer einfach auf dem Laufenden zu sein, aber ich muß die Vorschriften einhalten. Ansonsten droht der Verlust der Zuverlässigkeit und damit einhergehend der Entzug des Jagdscheins und damit auch der Verlust der Erlaubnis legal Waffen zu besitzen und damit umzugehen.

    Man kann das Ganze politisch infrage stellen, aber es ändert nichts an der Tatsache, daß ich mich an aktuelle Vorschriften halten muß. Und das muß jeder andere legale Waffenbesitzer auch. Punkt!

    Wer das nicht macht und dabei erwischt wird muß auch die Konsequenzen tragen.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“