neues aus Heikendorf???

  • Hallöle,


    der Satz der mich hier interessiert hat ist dieser: Zitat:

    Die Waffe (Gewehr) war vor 50 Jahren freiverkäuflich. Ich habe versämt die Waffe eintragen zu lassen. Außerdem wurde eine größere Menge Munition (habe ich damals für einen jetzt schon länger verstorbenen Nachbarn aufbewahrt) bei der Hausdurchsuchung festgestellt. Zitat Ende.

    Hallo Murkser


    Ich wiederhole mich: der Satz oder das Zitat hat absolut nichts mit dem anderen Sachverhalt zu tun.

    Waffen die früher frei verkäuflich waren mussten mit Stichtag gemeldet werden und wurden auf eine WBK eigetragen-damals wurden auch einige Vollauto Stg 44 als Selbstladebüchsen deklariert.


    Bei dem Fall aktuell jetzt Heikendorf hat der Mann eine WBK für Sammler!!!

    nur um das mal etwas deutlicher zu machen was das bedeutet-meine Sammler WBK hatte von der Beantragung bis zur Ausstellung zwei Jahre gedauert,Ausarbeitung,Festlegung Sammelthema mit Absprache Behörden,Gutachten,Beantragung mit dem Gutachten,Kontrolle der Unterbringungsmöglichkeit,Kontrolle vorhandener Waffen,trotz WBK seit 1993 neues Führungszeugnis(erweitertes) usw usw.

    Kosten für so eine WBK mit Gutachten ab 1000 Euro aufwärts--kann auch schnell 3000 werden.

    Kauf Panzerschrank ab Klasse 0..oder Bau von Waffenraum.


    je nachdem welches Sammelthema für Waffen gewählt wird ist der Weg steiniger oder einfach..meiner war steiniger.


    Mit alten Sammler WBK geht oft deutlich mehr wie heutzutage..oder Sammler haben Waffen gekauft die nicht 100% zum Sammelthema passen oder im Fall eines STg44 oder besagter C96 laut Sammelgebiet eintragen ließen

    zbs Thema: "Deutsche Infanteriewaffen von 1871 bis 1945" oft mit Zusatz "und Beutewaffen" oder "Waffen die aus der Waffenentwickling vor 45 hervorgegeangen sind."



    Heute muss eine Sammler für jede Waffe die eingetragen werden soll ein Nachweis bringen,dass die Waffe zu seinem Sammelthema passt-der Verwaltungsangestellte kann ja nicht bei allen Waffen wissen ob die zum Sammelthema gehören.

    Damals wurden Waffen dadurch auch "falsch" eingetragen oder nicht "genau" eingetragen..so einige Vollauto.



    In deinem ausgeführten Zitat ist doch ganz klar ein Verstoß gegen das Waffengesetzt weil-illegale Waffe und Munition.

    Bestandschutz hatte ich ja geschreiben von gemneldeten Waffen!


    kurz zu Kleinwaffen..eine funktionsfähige 8.8 ist nicht tragbar und Munition kaum zu bekommen-da geht es um die Gefährdungslage.

    Eine Pistole ist da theoretisch gefährlicher da jemand die in der Tasche transpotieren kann..hört sich komisch an ist aber so ;-)


    Das die erstmal alle Waffen mitnehmen ist volkommen normaler Vorgang-ein Polizist der die Haussuchung mitmacht kann unmöglich bei jeder Waffe wissen ob die so im Besitz sein darf.

    Der Verdachtsfall ist Verstoß gegen das Kriegswaffengesetzt.... was ja wirklich keine Kleinigkeit ist.


    Gruß Michael

  • Hallöle,


    bei der Sache mit der vor 50 Jahren frei verkäuflichen Waffe liegt das Problem des Besitzers heute darin, daß er es versäumt hat, die Waffe nach einer Gesetzesänderung an zu melden bzw. in eine WBK eintragen zu lassen. Richtig?

    Also kann man sich in so einem Falle nicht darauf berufen, daß es bei Erwerb der Waffe rechtens war diese nicht zu melden.


    Wie ist das dann, bei früher mal frei verkäuflichen Teilesätzen? Wie bei BKA 12/2020 zu sehen ist wäre ja u.U. schon ein leeres Abzugsgriffgehäuse jetzt ein verbotenes Waffenteil. Weil diese Dekowaffen früher mal frei, ohne Auflagen käuflich waren, können diese Dekoteilesätze Bauteile enthalten die heute verboten sind. Ist das richtig? Und gerade weil diese Dekoteilesätze früher frei verkäuflich waren kann es sein, daß viele Besitzer keine WBK haben.

    Wobei eine WBK ja nicht helfen würde weil bestimmte Teile ja sowiso verboten sind. Richtig?


    kurz zu Kleinwaffen..eine funktionsfähige 8.8 ist nicht tragbar und Munition kaum zu bekommen-da geht es um die Gefährdungslage.

    Eine Pistole ist da theoretisch gefährlicher da jemand die in der Tasche transpotieren kann..hört sich komisch an ist aber so

    Ja, das ist schon klar. Mir ist´s darum gegangen daß sich "Kleinwaffen" so "verniedlichend" anhört, als ob die nicht so gefährlich wären wie ein großes Geschütz. Was ja hier in diesem Zusammenhange genau das Gegenteil ist, wie du ja auch ganz richtig schreibst.


    Und Michael merci für deine Geduld und Sachlichkeit :bier:


    Servus der murkser

  • Hallo Murkser

    Zur ersten Frage.

    Ja...mit Stichtag konnte jeder seine Waffen melden,was nicht gemeldet wurde war illegal.

    Es gab lange noch die Möglichkeit Fundwaffen eintragen zu lassen.

    Inzwischen kaum noch möglich da die Herkunft der einzutragenden Waffe klar sein muss.

    Illegal=zur Vernichtung....jetzt das Aber

    Es gibt immer noch Fundwaffen die ein Weg auf eine WBK finden.


    Zu den Teilesätzen:

    Bestandschutz durch Altbesitz.

    Dürfen aber offiziell nicht verkauft werden oder nur mit Meldung.

    In der Praxis wissen die Behörden nicht wo hin die Meldung soll.

    Werden keine WBK dafür ausgestellt da es keine dafür gibt.


    Ehemals Vollauto...als Salut ...gerade schwierig,da ist man sich nicht klar.

    Normal automatisch verboten...war so angedacht..

    .in der Praxis..????

    Salutwaffen wurden mit BKA stempel und Beschuß geprüft..

    Also greift da normal auch der Bestandschutz von Altbesitz.


    Die letzte Waffengesetztänderung hat mehr Fragen aufgeworfen und Unklarheiten wie vor der Änderung.

    Allein Magazine....

    Keiner in den Behörden weiß wo die eingetragen werden sollen.

    Stichtag rückwirkend...

    Also was Altbestand ist bleibt legal..kaufst du das gleiche Magazin jetzt ist es illegal..

    Wer will das unterscheiden???


    Fragen über Fragen




    Neue Salutumbauten defenitiv verboten.

    Neue Dekowaffen mit EU zertifikat..oh moment mal ...da gibt es immer noch.verschiedene Auslegung in verschiedenen EU Staaten.


    Wie du merkst alles extrem kompliziert ,teilweise nicht nachvollziehbar,in die Praxis nicht umsetzbar,kein Sicherheitsgewinn ,viele Grauzonen und

    Streitpunkte.


    Und dann kommt so ein Prozeß wie der mit dem Sammler aus Heikendorf.

    Sorry aber da muss ich lachen.



    Gruß Michael

  • Hallo Zusammen,

    da es jetzt wohl doch vor den Kadi geht, stellt sich mir die Frage, welchen Rechtsstand dann angewendet wird. Der von 2015 oder der von 2021 oder der von z.B. dem Erwerb des Panthers? Oder irgend ein Zwischenstand? Auch solche Fragen führen immer wieder zu lustigen Verzögerungen und Irrungen.

    Auch wenn das ab vom Themas ist: Es haben mal Umweltschützer wegen einer besonderen Krötenart den Bau eines Tunnels für mehrere Jahre gestoppt, sie seinen nicht gehört worden. In nahezu letzter Instanz ist dann einem Richter was aufgefallen: Diese Gruppe gab es bei Baubeginn des Tunnel noch gar nicht, die Entscheidungen, die zur Erlaubnis des Tunnelbaues geführt haben, waren rechtsfehlerfrei. Die Kosten gingen zu Lasten der Umweltschützer. Heute kann sich keiner mehr vorstellen, wie das ohne Tunnel heute ablaufen sollte.


    Also zurück zum Thema: Letztendlich muss abgewartet werden, was das Gericht wie beurteilt. Jegliche Diskussion hätte könnte wird kein Urteil vorwegnehmen.


    Grüße

    Wolf

  • Zu den Teilesätzen:

    Bestandschutz durch Altbesitz.

    Dürfen aber offiziell nicht verkauft werden oder nur mit Meldung.

    In der Praxis wissen die Behörden nicht wo hin die Meldung soll.

    Werden keine WBK dafür ausgestellt da es keine dafür gibt.

    In der Problematik stecke ich gerade. Und ein Endloser Austausch mit dem BKA.

    Nach dem neuesten BKA Leitfaden sind Teilesätze, auch Altbestand illegal, da das Waffengehäuse jetzt ein verbotenes Waffenteil geworden ist.

    Dei einer Altdeko ist es Legal.

    Bestes Beispiel das MG 53. Als Deko legal als Teilesatz illegal. Ein und dasslbe Gehäuse,

    "Banning Guns because criminals have too many ist like castrating yourself because your neighbor has too many kids!"
    (Clint Eastwood)

  • "MG 53. Als Deko legal als Teilesatz illegal. Ein und dasselbe Gehäuse,"

    Bin absoluter Laie in der Problematik, aber könnte es sein, daß die Politik es jedem recht machen wollte (Waffensammlern und -Gegnern), statt eine klare nachvollziehbare Entscheidung zu treffen?

  • Hallo Handschweiß

    Bei Teilesätzen war es nicht gedacht das die zusammengesetzt werden und so eine Dekowaffe ergeben.

    Der Zusammenbau von Teilesätzen war nicht erlaubt!

    Die Gehäuse sind meist intakt.

    Bei Dekowaffen wurden oft einige Schweißpunkte gesetzt.


    Teilesätze hatten glaube keine BKA Abnahme bekommen! Das ist das Problem.


    Teilesatz Gehäuse speziell von dem MG 42,Mg3 oder 53 kann man mit paar ungeänderten Ersatzteilen "flott" machen.

    Man könnte ja bei Teilesätzen übsehen haben das am Gehäuse was geschweißt wurde un somit der originale Lauf nicht eingesetzt oder der Verschlußkopf nicht rein geht..dann sollte das BKA damit auch glücklich sein.

    Auch wenn Teilesätze jetzt illegal sind bekommst du normal durch Besitzstand eine BKA Genehmigung-hatte ja schon geschrieben Ämter wissen nicht wo solche Dekowaffen nach Meldung hingeschrieben werden sollen.

    Die Teilesätze wurden mal für viel Geld gekauft ,die Gesetztesänderung sagt aber nicht aus,dass enteignet werden darf.


    Ich denke erstmal mit BKA und oder Behörden versuchen eine ruhige Lösung zu finden-oft sind die Leute da sehr hilfsbereit.


    Gruß Michael

  • Die idee ist gut..

    Nur wer kennt den persönlich?

    Ich würde annehmen das er da nicht mit fremden Leuten spricht.

    Ehrlich würde ich mich auch nicht trauen dem auf den Sack zu gehen oder mir eine peinliche Abfuhr abzuholen.



    Wie reagiere ich schon wenn die Bauernfänger mit Magenta TV anrufen?

    Wie würde ich reagieren wenn ein Fremder anruft und was wissen will .


    Das Thema ist auch nicht uninteressant wie du an 134 posts siehst;-)


    Gruß Michael

  • Mal wieder Stammtisch hier,wartet halt ab was draus wird.

    Au jqa. Wir stellen Diskussionen ein und warten immer auf das Endergebniss. Machen wir aus einem Diskussionsforum ein warten auf der Resultat Forum.

    "Banning Guns because criminals have too many ist like castrating yourself because your neighbor has too many kids!"
    (Clint Eastwood)

  • Ist noch keiner auf die Idee gekommen und hat beim Eigentümer
    angerufen und nach dem Stand der Dinge gefragt ?

    Alter Stichler...;}

    Gegenfrage: wie auskunftsfreudig wärst denn du, wenn dich irgendwelche Wildfremden

    anrufen würden, um dich zu einem laufenden Rechtsstreit auszuhorchen? :dev:

    Si vis pacem para bellum! - oder für Tolkien-Fans:
    "Es braucht nur einen Feind, um einen Krieg herbeizuführen, nicht deren zwei.
    Und jene, die keine Schwerter haben, können doch durch sie sterben" (Éowyn)


    I am not going to let some clowns tell me what guns I can have! (Joe Foss, President NRA 1988-1990)



  • Sollte klar sein, vor der Verhandlung im Juli, wie auch immer sie ausgeht, wird sich niemand aus dem Flick-Umfeld zu einem laufenden Verfahren äußern.

    Danach ? Die einzigen Personen die ich kenne, die mit Flick einen direkten Kontakt hatten nach 2015, sind auffällig abgetaucht.
    Weiß nicht ob es bekannt ist, auch ein ex-Morlock Motors Mitarbeiter setzte sich für Flick ein und seine Intitiative bekam auch mal ein Dankschreiben von Flick mit Foto. Seit 2019 habe ich nix mehr von ihm gehört, aber vielleicht nach dem Verfahrens-Ende.

    Kurzzeitig war auch eine ex-Mitarbeiterin von Flick bei Facebook aktiv, vielleicht hier bekannt von ihrem Foto, auf dem sie sich an die Panther Kanone hängt. Nach ihrem positiven Leumundszeugnis für ihren Ex-Chef löschte sie sich schnell wieder weg. Ich hatte deshalb, also wegen des Verschwindens ihres Beitrages, über pm auch Kontakt mit mir. Sie schrieb mir zurück, dass sie einen "Anruf von zwei Herren" bekommen hatte. Vielleicht auch hier mal etwas in 6-8 Wochen.

  • Da fällt mir die story der weltmeisterschaft der Modellschiffe in England ein.

    Die grossen Einheiten der Kriegsmarine hatten alle ein rotes Band mit weissen punkt

    Und bekanntem Kreuz auf dem Deck.

    Auch bei F2C Fahrmodellen in 1:100 ist das in der Bundesrepublik verboten.

    Der Teilnehmer aus Deutschland mit seiner Bismarck reiste also Gesetzeskonform

    In England an.Beim Wettkampf wurde er also von den Preisrichtern disqualifiziert,

    Weil eben dieses rote Band auf dem Deck fehlte.

    Vielleicht hätte der Eigner des Panzers rechtzeitig ins vereinte Königreich umziehen

    Sollen..................

    Sport und turnen füllt Gräber und Urnen...............:krad:

  • Moin,

    momentan wird im Verfahren geklärt, ob die Entscheidung des Kreises Plön — Heikendorf liegt im Kreis Plön — mit allen ihren Feststellungen zur Unbrauchbarmachung des Panthers als Kriegswaffe, rechtens war und das Gerät wirklich als demilitarisiert galt/gilt.

    Es wurde erwähnt, das der Verschluß durch Verschweißen unbrauchbar war und auch das Einschneiden des Kanonenrohrs ausreichend für die Entscheidung des Kreises war.

    Das stand so vor ein paar Tagen in den Kieler Nachrichten. Allerdings ziemlich weit hinten... ;-)

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Auch bei F2C Fahrmodellen in 1:100 ist das in der Bundesrepublik verboten.

    Der Teilnehmer aus Deutschland mit seiner Bismarck reiste also Gesetzeskonform

    In England an.Beim Wettkampf wurde er also von den Preisrichtern disqualifiziert,

    Weil eben dieses rote Band auf dem Deck fehlte.

    Ich glaube wir Deutschen sind Weltmeister in "Sich selbst in den Arsch treten" in Gold und 70 Wiederholungen mit Gummistiefel und Laubfrosch.

    Das gibt es in keinem anderen Land.

    Das erinnert mich an meine erste Bagpackertour durch Irland anfang der 90er. Wenig Geld und Ausrüstung vom Army Shop.

    Also als Deutsche gut erkennbar... in jedem 3ten Pub wurden wir mit "Sieg H..." begüßt ... und das war nicht böse gemeint.

    Einen Wirt den ich darauf ansprach sagte " you Germans can´t be that bad, youre fight against the Brit´s".

    Ein paar Wehrrübungen hab ich in Hammelburg und Grafenwörh gemacht und die Amis waren Richtig scharf auf alles was mit den 12 Jahren zu tun hatte.

    wenn man schlau gewesen wäre hatte man die Polen/Russenmärkte abgeklappter und 50kg Orden für einen 100er beschafft, dann wäre man reich gewesen.


    gruss Gunnar:barett-gn:

    Der Herrgott schuf in seinem Zorn , den Sennesand bei Paderborn,

    doch der Grenadier der wollte mehr,

    nun schaufelt er in Grafenwöhr:barett-gn:


    :pump:MACHEN IST WIE WOLLEN, NUR KRASSER!:pump:


  • Weiß nicht ob es bekannt ist, auch ein ex-Morlock Motors Mitarbeiter setzte sich für Flick ein und seine Intitiative bekam auch mal ein Dankschreiben von Flick mit Foto. Seit 2019 habe ich nix mehr von ihm gehört, aber vielleicht nach dem Verfahrens-Ende.


    Nein, nichts davon mitbekommen. Wer soll es denn gewesen sein ?

    Vorsicht ! Beiträge können Ironie und Sarkasmus enthalten. Sie sind für seichte Gemüter und zu nah am Wasser gebaute Menschen nur schwer zu ertragen. :heuldoch:

  • So Gewaldfälle sind immer tragisch.

    Die Verwandschaft über fünf Ecken sehe ich als rein zufällig..

    Ich seber kenne niemanden aus meiner Familie mit dem ich so weit verwand bin.


    Aber so ist die Presse..erstmal mit Dreck werfen...dumm ist nur es bleibt immer was davon hängen.


    Warten wir weiter ab was sich da noch alles entwickelt.

    :pinch:

  • Moin,

    das will wohl suggerieren, daß wir in S-H alle latent Kriminelle sind. Und die Schlimmsten sind alle noch verwandt oder verschwägert...


    Kein Wunder, daß ich mich hier wohlfühl' :dev:


    Mensch, es gilt InduLa immer noch die Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist. Alles andere sind Gerüchte und Scheißhausparolen!

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Kleineres Update aus der Süddeutschen von vergangener Woche, 8.Juli 2021. Unterstreichungen von mir :

    Kiel (dpa) - Vor dem Kieler Landgericht sind Informationen über das Leben des angeklagten Eigentümers eines Weltkriegspanzers aus Heikendorf bei Kiel ans Licht gekommen. Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte am Donnerstag im Saal 235 Angaben zur eigenen Person machen. Demnach war der 84-Jährige bis zum Zeitpunkt der Durchsuchung seines Anwesens im Juli 2015 als Finanzvermittler "wirtschaftlich erfolgreich", wie Verteidiger Gerald Goecke sagte. Seitdem lebe dieser von seinem Ersparten und gelegentlichen Verkäufen von Gegenständen seiner Sammlung.


    Der Waffensammler muss sich wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und waffenrechtlicher Verstöße verantworten. Bei der Durchsuchung im Sommer 2015 stellten Beamte im Keller der Villa einen Weltkriegspanzer vom Typ "Panther" sicher. Außerdem fanden sie auf dem Anwesen in dem Kieler Vorort direkt an der Förde einen Torpedo, einen Mörser vom Kaliber 5 Zentimeter sowie eine Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter. Zudem besaß der Mann Maschinen- und Sturmgewehre, halb- und vollautomatische Pistolen sowie mehr als 1000 Schuss Munition.


    Im Kern geht es in dem Prozess um die Frage, ob der Panzer und anderes Kriegsgerät unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen und somit nicht in Privatbesitz sein dürfen. Anders als die Staatsanwaltschaft geht die 7. große Strafkammer auf Basis mehrerer Gutachten davon aus, dass es sich nur bei der Flugabwehrkanone nach wie vor um eine Kriegswaffe handeln dürfte. Der Panzer habe nur noch museale Funktion, sagte der Vorsitzende Richter Stephan Worpenberg am Donnerstag.


    Thema waren auch Protokolle von Telefonaten des Angeklagten aus einer Telefonüberwachung, die im Zuge des Verfahrens um einen möglichen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und eines mittlerweile eingestellten Verfahrens wegen des Verdachts auf Handel mit Kriegswaffen 2015 erfolgten. Staatsanwalt Thorsten Wolke beantragte - letztlich erfolglos - die Materialien als Beweismittel zuzulassen. Diese belegten vorsätzliches Handeln des 84-Jährigen, sagte der Staatsanwalt.


    Laut dem Staatsanwalt soll der Angeklagte nach der Durchsuchung im Sommer 2015 am Telefon gesagt haben, "ich wollte den Panzer so herrichten, wie er mal aus dem Werk kam". In einem anderen Telefonat sei es darum gegangen, Löcher in das Panzerrohr zu machen. Dies habe er zurückgewiesen ("Einen Teufel werde ich tun"). Mit wem die Telefonate erfolgten, nannte der Staatsanwalt in den meisten Fällen nicht. Verteidiger Goecke bezeichnete die Beweisanträge als bedeutungslos und sprach von "gewagten Schlüssen" der Staatsanwaltschaft. Die Kammer wies die Beweisanträge als bedeutungslos zurück.


    Noch im Juli sollen Prüfungen erfolgen, ob die teils alte Munition noch schießfähig ist. Der Prozess wird am 26. Juli fortgesetzt. Ein Urteil könnte Anfang August fallen.