Nächstes Bauthema: Sanierputz selber mischen...

  • Hallo Leute,

    ich hab da mal wieder ein Bauthema. Wir wollen den alten Hühnerstall innen neu verputzen. Im unteren Wandbereich bröckelt der Putz und ist auch zum Teil versalzt.


    Nun kann man teuren Sanierputz kaufen, oder wohlmöglich selber mischen.

    Wir haben hier wieder Natursteinmauern. Wie sollte ein Sanierputz abgemischt werden? Oder doch lieber fertigen kaufen?


    Zum Schluss soll weis gemalert werden, sicherlich mit Silikatfarbe, oder?


    Ich bin gespannt :-)


    LG,

    Kristian

  • Hallo Kristian

    Ich habe im Keller Bruchsteinmauern, teilweise sehr große Steine verarbeitet-da im Sommer bei schwülwarmer Luft und offener Kellertür sich schnell Kondenswasser an den Kalten Steinen abgesetzt hatte , war für mich Isolierputz für Fundamente ganz gut.

    Hatte ich von einer Baufirma bekommen(Fertigmischung).Nicht im Baumarkt erhältlich

    Kein Kondenswasser mehr an kalten steinen.. :-)


    Es gibt sau gute Fertigputze..

    habe für mein jetzigen Garagenbau die Fundamentmauern aussen mit weber.dur 120 Zementputz verputzt ..das ist nicht billig aber sehr hochwertiger Putz.

    Merkt man beim Verarbeiten und sieht man wenn der trocken ist, sehr dichtes feines Gefüge. Lässt sich sehr glatt ziehen.


    Grüße Michael

  • Hallo,


    einen "Sanierungsputz" oder "Sanierputz" gibt es nicht.


    Das sind Werbebegriffe der Baustoffindustrie.


    Mein Schwiegervater ist mal auf so ein Produkt hereingefallen.

    Da war so viel Chemie drin, daß nach 8 Jahren die eingeputzten Elektrokabel zerfressen waren.


    Zuerst muß man Sanieren.

    Dann kann man Putzen.


    Eine Wand wird durch einen "Sanierungsputz" nicht trockengelegt.

    Eine abgängige Wand wird durch einen Putz nicht standsicher.

    Eine 36,5er - Wand mit niedrigem Wärmedurchgangswiderstand ändert seine Physik nicht

    durch 1,5 cm Zementputz mit eingemischten Polystyrolkügelchen.


    Der Putz dient zur Egalisierung von Unebenheiten.

    Er darf nicht härter sein, als die Wand.

    Er darf die Feuchtediffusion nicht behindern.


    Für Innenputze in Wohnräumen auf mineralischem Mauerwerk empfehle ich immer einen Kalkzementputz.

    Natürlich muß mit MG3 vorgespritzt werden.

    Gipsputze und Kalkgipsputze sind nur was für absolut trockene Mauern.

    Im Kellerbereich haben die nichts zu suchen.

    Werden die Wände mit Frost- Tauwechseln beansprucht,

    muß dem Mörtel Luftporenbildner zugesetzt werden.



    ...

  • so kenne ich es auch von den Maurern aus meinem Bekanntenkreis.

  • Guten Morgen und Danke für Eure Antworten.

    :/Ich hatte das so verstanden, dass ein Sanierputz in der Wand enthaltene Salze (Stall=Nitrat) welche nach Außen wandern, einlagern können und es dadurch nicht mehr, oder nicht so schnell zu Ausblühungen kommen soll.


    Ich kann die Nitrate nicht raussanieren und ich werde die Wände leider auch nicht trocken legen können, da sie von Bodenplatten umgeben sind, welche ich nicht aufstemmen will. Es handelt sich um eine in Sand gesetzte Natursteinmauer.


    Ich mache mal Fotos..

  • Moin,

    also das, was ich, wenn ich mal schnell Mörtel oder Beton brauche,

    selber anmische.

    3 Schaufeln (gewaschener) Sand und eine Schaufel Zement.


    Vorgespritzt meint jetzt: Wässerig anrühren und mit Quast

    "ranschmeißen".


    So in etwa, grob, richtig ?


    So ein Forum ist eine prima Sache, man lernt immer noch dazu. :top:


    Gruß

    Klaus

  • Hallo Kristian

    Mir wurde von einem Altbauprofi gesagt ,dass ganz alte Bruchsteinmauern nicht von außen Trocken gelegt werden sollen, da früher der Mörtel anders war und wenn die Wand zu trocken ist bröckelt der.

    In meinem Keller lag ursprünglich innen eine Abflussrinne, Steine hochkant und oben drauf Schieferplatten, das alles ging in ein Ablauf, früher soll eine Wasserader durch den Keller gegangen sein,

    Habe ein Brunnen im Haus-der ist leider trocken, da früher beim Straßenbau oberhalb von meinem Grundstück die Wasserader abgeschnitten wurde.

    Da wo die Wasserrinne war, liegt jetzt Drainage Rohr und der Abfluss wird weiter genutzt, inzwischen ist ein Betonboden im Keller statt in Lehm gesetzte Fluss steine.

    So zurück zur Bruchsteinmauer.

    Da lass jemand nach schauen der dir was zum Thema Trockenlegen sagen kann.

    Ich hoffe die Bauprofis lachen jetzt nicht und schreiben das es vollkommen Quatsch ist ..

    Meine Meinung-wenn eine Mauer 200 Jahre die Drainage innen liegen hatte -lege ich die nicht außen.

    Früher waren die nicht dumm.

    Gruß Michael

  • Hallo,


    Wasser ist im Bauwesen kein Konstruktionselement.


    Ich darf Prof. Wierig (Uni Hannover) zitieren:

    "Wenn Sie alles vergessen, was ich Ihnen beigebracht habe - aber bringen Sie das Wasser weg."



    ...

  • Hier nun mal ein paar Bilder. So wie ich das sehe, bestand dieser Stall mal nur aus einer offenen Box (Naturstein gemauert) und wurde später noch mit Ziegeln & Co. nach oben geschlossen.


    Mein Lidl-Messgerät zeigt in der gesamten Wand Feuchtigkeit. Zumindest im oberen Bereich scheint das den Putz bisher nicht wirklich gestört zu haben.


    Wenn ich die Feuchtigkeit nun nicht wegbekomme, weil ich den Boden nicht raushacken will, welcher Putz toleriert am Besten die Feuchtigkeit und blüht nicht wieder aus? Oder nur verfugen und offen lassen?


    Was ist mit Lehmputz, wäre das sinnvoll?


    Vorher:


    Ausblühungen im unteren Bereich:



    Der Putz ist runter:



    Feuchtigkeit im Natursteinbereich:



    im Ziegelbereich:


  • Moin Kristian,


    hast Du eventuell schonmal einen Kalkputz dafür in betracht gezogen ?

    Könnte mir gut vorstellen das es eine haltbare Maßnahme wäre in bezug auf die "Dauerfeuchte".


    Wünsche viel Erfolg bei der Lösung und der Gesamtumsetzung des Um/Ausbau's.

  • Hallo,

    Wenn ich die Feuchtigkeit nun nicht wegbekomme, weil ich den Boden nicht raushacken will, welcher Putz toleriert am Besten die Feuchtigkeit und blüht nicht wieder aus? Oder nur verfugen und offen lassen?


    Was ist mit Lehmputz, wäre das sinnvoll?

    Alle Bindemitel, die hydraulisch abbinden tolerieren Feuchtigkeit.


    Also Wasserkalk, P&M-Binder, Zement.


    Nur das Mineralisierte Wasser, was da aufsteigt mag kein Baustoff.


    Wer sich Gartenerde an die Wände schmieren will,

    ist mit Lehmputz gut beraten.

    Wenn einem die 3,50 EUR je Sack Zement zu teuer sind,

    kann man das versuchen.


    Vernünftig wird es nur, wenn man eine horizontale Feuchtesperre einbaut.


    ...

  • Hier mal ein Update:


    Eine Horizontalsperre war nicht sinnvoll einzubauen, also bin ich nun so vorgegangen wie auch in der Werkstatt. Vorgeworfen mit Zement-Sandgemisch und verputzt mit Kalkputz. Vorher habe ich noch eine Elektroinstallation in die Wände geworfen, hier soll mal eine Sommerküche entstehen, da wollte ich nicht mit Aufputzleitungen arbeiten. Im oberen Bereich (Ziegel) war das einfach, unten bei den Bruchsteinen habe ich die Fugen und Löcher genutzt, die da waren. Da werden aber Möbel stehen und man wird die unterschiedlichen Höhen nicht sehen...












    Gestern ist die letzte Schicht Putz draufgekommen. Aktuell herrschen da 5-10 Grad. Sollte ich irgendwie Heizen, dass die Temperatur nicht unter einen bestimmten Wert fällt?


    In sechs Wochen kommt dann Farbe drauf...

  • Hallo, es sollten 5Grad nicht unterschritten werden. Bei Frost wird der Hydrationsprozess verlangsamt bzw unterbrochen. Da es innen ist brauchst Du keine Vorkehrung gegen Windzug treffen. Generell sind schlanke Bauteile bezogen auf Temperaturen in Frostnähe empfindlicher. In kalten Jahreszeiten nimmt man deshalb Zemente die eine höhere Abbindewärme entwickeln. Da war jetzt was allgemeines Blabla drin. Kurz gesagt, Umgebung ist eher etwas feucht als zu trocken, es ist windstill und über 0 Grad, dann ist alles Ok.Ich finde Du hast bis jetzt, von dem was ich gelesen hab alles richtig gemacht. Vg

  • Haben wir vor Jahren auch so ausgeführt.Von Innen Bruchstein in den Fugen freigekratzt. Bruchstein mit Zementmörtel ausgefugt.Dann alles mit Zementschlämme vorgespritz. Dann alles vorgeworfen. Den Rest haben wir so ausgeführt wie du das gemacht hast. Mehr kann man nicht machen.

    Drainage kannst du auch von Aussen verbessern.Abgraben,Aussenwand im Sockel genauso freikratzen und verputzen .Abdichtung aufbringen,Drainageplatten montieren ,Drainage verlegen. Eventuell dünne Wand davorsetzen mit verlorener Schalung. Kies rein und fertig.Mehr geht bei so altem Gemäuer nicht.


    oder Doch ?hmmm

    Es hat ja auch bis jetzt gehalten:daumenhoch:

  • Auf jeden Fall sollte der verwendete Putz - ob nun Sackware oder selber angerührt - Trasszement beinhalten , der hat eine wesentlich bessere Kalkbindung .


    Die so genannten Sanierputze kenne ich auch als "Opferputz", wo der Putz die Nitrate aus dem Mauerwerk bindet und anschließend wieder abgestemmt wird.

    Sowas kommt aber wegen des enormen Aufwands wohl nur für die Sanierung von Kirchen, Schlössern oder ähnlichem in Frage .....

    Ansonsten ist der schon erwähnte Lehmputz schon eine gute Alternative.Der Lehm gibt die Feuchtigkeit schnell wieder ab und kann viel Feuchtigket aufnehmen .

    Mein Nachbar hat Zeug seit vielen Jahren auf den Wänden, teilweise bis zu 10cm dick !


    Hat ewig gdauert, eh das so trocken war, dass man drüber streichen konnte, funktioniert aber seitdem einwandfrei , keine Feuchtigkeitsprobleme .


    Grüße

    Guido

  • MMM, ich will jetzt nicht rumklugscheißern,

    1. mir wäre jetzt ein PZ zement wichtiger (Ist aber erldigt) da hohe Abbindewärme.

    2. ist bei ausblühungen ein dichtes Gefüge sinnvoll, daher eher CEM II oder CEM III mit Portlandzementanteilen wählen.

    3. Die gewählte Zementart hat kaum Einfluss auf die Ausblühungen => deshalb s.o.

    VG

  • Ähhm ja hmmm

    Ist ja lieb von Euch, aber Ihr seht schon, dass das jetzt schon gefilzt ist:rolleyes:


    ;P


    Der Hinweis 5 Grad nicht unterschreiten war mir wichtig, das ist dort bei aktueller Witterung aber auch kein Problem. Später kommt noch eine Innentür rein, damit das auch bei -20 Grad nie ein Problem sein wird.


    Ich warte jetzt bis Ende Februar, dann sollte der Anstrich ja möglich sein. Für den Anstrich würde ich den Raum dann mal zwei Tage vorher auf 15 Grad temperieren.


    LG,

    Kristian

  • Ich habe nichts gegen die Theorie, nur hätte sie mir vor vier Monaten mehr geholfen...


    Andererseits ist es auch für die Zukunft lehrreich, ich habe da noch einen ehemaligen Pferdestall, in dem mal die Strahlkabinen aufgestellt werden sollen, der muss auch noch verputzt werden, dafür sind die Hinweise durchaus wichtig.


    Aber bis dahin ist noch Zeit, vorher will auf der Terrasse ein Steinbackofen gebaut sein und auch noch ne Bodenplatte in den exPferdestall... letzteres wohl nicht in diesem Jahr...