Zum Wohl der Deutschen Sprache....

  • Heute haben wir im Freundeskreis über das kleine, bolzenförmige Bauteil aus Metall diskutiert:

    Heißt es "die Niet" (Singular), "die Niete" (Plural)

    oder

    "die Niete" (Singular), "die Nieten" (Plural) ?

    Um noch eine Variante beizutragen:
    Der Duden, 24. Auflage, von 2006 kennt auch noch:
    "der Niet" und merkt dazu an "fachsprachlich für Niete".

    Grüße
    Jörg

  • Hallöle,


    oder auch: die Niete gezogen, das Los ohne Gewinn.

    Der Niet. Wer wäre fachkundiger als wir hier :thumbsup:


    Aber eigentlich sollte man das alles nicht so hoch sterilisieren. Um einen deutschen Fußballkünstler zu zitieren.


    Das mit der Rechtschreibreform, ist ja eine unendliche Geschichte, die sich über Jahrzehnte schon dahinquält.

    Ursprünglich ein sehr ambitioniertes, länderübergreifendes Vorhaben für den ganzen Deutschsprachigen Raum.

    Das dann, aber so dermaßen in die Hosen gegangen ist. Vor nicht allzulanger Zeit habe ich ein Inteview mit dem maßgeblich beteiligten, ehemaligen Bayerischen Kultusminister Dr. Hans Zehetmair gehört. Sogar er bereut die Reform und würde sie so nicht mehr haben wollen.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtschreibreform



    Servus der murkser

  • Ja nee,die letzte war 1906.

    Man hatte eine komplette vereinfachung 1941 geplant,

    die dann nicht stattfand.Man ging auch von Kursiv

    wieder zum Lateinischen Schriftbild zurück.


    Mal angenommen ,die würden sowas viel öfter machen,

    wenn du aus der Schule raus bist ,machst du vielleicht

    eine mit und dann ist Sense.Niemand möchte, das

    die Einheimischen Probleme haben ,ihre eigene Muttersprache

    zu schreiben.

    Auch die Franzosen mit ihrer Academy, sind da immer

    viel zu spät.Deshalb reden und schreiben die im Franzosenvolk,

    weils noch keine Regel dafür gibt,eben wie mans schreibt.


    Zum Glück musste ich mir deren Sprache auch nicht antun,

    unmengen von Regelungen ,mit zwar geschrieben Buchstaben,

    die aber nicht ausgesprochen werden.Quasi Phonetik ,aber

    dann doch wieder Wildwuchs.

    Das haben die Romanischen Sprachen gemeinsam,

    einzelne Wörter oder kurze Redewendungen hören

    sich sehr schön an.

    Aber Alltagsgelaber kommt Maschinengewehrartig ohne

    irgendeine Pause ,bei denen aus dem Mund ,das man

    meinen könnte die zählen grad bis Hundert.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Ist zwar jetzt vollkommen OT :^:, aber ich habe letztens einen schönen Beitrag zur Sprechgeschwindigkeit im Deutschlandfunk gehört.


    Danach ist die Informationsdichte pro Zeit in allen Sprachen etwa gleich. Nur die Geschwindigkeit unterscheidet sich nach dem tatsächlichen Informationsgehalt der Sätze. Deshalb wird japanisch, italienisch usw. so schnell gesprochen und koreanisch (?, meine ich), deutsch etc. vergleichsweise langsam. Da sind nicht so viele Füllworte drin und es gibt wohl auch mehr spezifische Ausdrücke (siehe Homer Simpson: "Man, those Germans have a word for everything!" :-D).

    Viele Grüße aus Calenberg!

    Lars.

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  • Hallöle,


    ja Lars, das ist ja das schöne an unserer Sprache. Man hätte so viele Wörter zur Verfügung um sich gut ausdrücken zu können.

    Andererseits gibt es Sprachkünstler die es beherrschen mit vielen Worten so gut wie nichts aussagen.


    Gemeint war von mir die "Reform der deutschen Rechtschreibung" von 1996.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…_Rechtschreibung_von_1996


    So etwas ähnliches wie in Frankrech die academy francais gibt es auch in Deutschland, die https://gfds.de/

    Gesellschaft für deutsche Sprache e.V.


    Noch ein Tipp für Sprach-Interessierte: Die BR Sendung "Sozusagen"
    https://www.br.de/radio/bayern…ngen/sozusagen/index.html



    Servus der murkser

  • "frägt ", ist ja nun auch nicht grad Duden like :)

    Es ist dem Untertanen untersagt,den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

  • die Jungs, von der Zunft der Hautverschönerer, wissen auch oft nicht, ob sie nun Tätowierer, oder Tattoowirer, oder Tatoovierer, oder sonstewas sind ;)

    Es ist dem Untertanen untersagt,den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

  • Schon eine haarige Angelegenheit : Wenn der Friseur angesichts vieler Aufträge statt eines zweiten Frisörs eine Friseuse einzustellen gedenkt , kommt womöglich eine Friseurin daher und mahnt an , sie sei doch eigentlich Hairstylistin . Am Ende entscheidet er sich für eine Coiffeuse . ;-)

    " Komm , wir essen , Opa ." " Komm , wir essen Opa ..."
    Denkt dran : Satzzeichen können Leben retten !

  • ... und was ist mit der Masseuse?

    Bzw. dem Unterschied zwischen einer solchen und einer

    Masseurin...? :/ Ganz einfach eigentlich: die eine macht

    weich, was hart ist, die andere macht hart, was weich ist.. ;}

    Si vis pacem para bellum! - oder für Tolkien-Fans:
    "Es braucht nur einen Feind, um einen Krieg herbeizuführen, nicht deren zwei.
    Und jene, die keine Schwerter haben, können doch durch sie sterben" (Éowyn)


    I am not going to let some clowns tell me what guns I can have! (Joe Foss, President NRA 1988-1990)



  • Was ist an Friseuse denn falsch ?Und an Masseuse ? Das ist vielleicht n bissl altmodisch, aber auf keinen Fall falsch. Ich bin damit aufgewachsen, und benutze das heute noch genau so.

    Was mir neuerdings auffällt, ist diese Affinität , zum ck

    Es ist dem Untertanen untersagt,den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

  • Das manche Wörter doppeldeutig sind ,gibts meist in allen Sprachen.

    Auch unterscheidet sich unser Satzbau, von diesen Schnellsprechsprachen.

    Wenn man da nicht ganz genau aufpasst ,

    dann kann es vorkommen das man es falsch versteht.

    Das liegt meist an Tuwörter ,die noch einen anderen

    zusätzlichen Begriff am Ende des Satzes haben.

    Dann erschliesst sich der Sinn erst später.

    Beispiel "Ich latsche mir, die Schuhe kaputt"

    latschen und kaputt, ergibt dann kaputtlatschen.

    Wenn man dann in der Mitte noch Eigenschaftswörter einfügt.

    Ich latsche mir, wegen deiner blöden Wegstrecke und dein olles

    Tempo,die Schuhe kaputt.

    Deshalb kann es vorkommen, das Ausländer ohne diesen Satzbau

    in der Muttersprache, das dann so in Deutsch sprechen,wie sie

    es von ihrer Sprache her kennen.

    Wenn der dann sagt "Ich mir, kaputtlatscht die Schuhe"

    dann kommt einen das befremdlich vor.

    Ist aber nur nen anderer Satzbau mal ohne die ganzen Fälle

    einzubeziehen,das verstehen die Ausländer ohne längere

    Studienzeit ,sowieso nicht.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Nun , im Falle der Frisurenkünstler geht in der Tat alles - bei der Masseurin/Masseuse sollte man bei der Rechnungsstellung aufpassen , wenn die Gattin diese zu Gesicht bekommt : Bei der Masseuse gibt es nach neuerer Sprachdefinition üblicherweise ein "Happy End" ... Ist kostspieliger und kann daheim zu unschönen Szenen führen !

    " Komm , wir essen , Opa ." " Komm , wir essen Opa ..."
    Denkt dran : Satzzeichen können Leben retten !

  • Was ist an Friseuse denn falsch ?Und an Masseuse ? Das ist vielleicht n bissl altmodisch, aber auf keinen Fall falsch. Ich bin damit aufgewachsen, und benutze das heute noch genau so.

    Was mir neuerdings auffällt, ist diese Affinität , zum ck

    Das sind alles französische Wörter,das kommt zb von den Hugenotten ,die der alte

    Fritz aufgenommen hatte und in den Sprachgebrauch eingeflossen sind.

    Kein Denglisch, sondern Franzosendeutsch.Auf keinen offiziellen Dokument

    wie zb nen Meisterbrief, steht Frieseuse.Da steht dann Frieseurmeisterin,

    was dann so als Wort in den Duden aufgenommen worden ist.In England

    und USA, heisst es noch Barber also Barbier,was noch älter ist und wahrscheinlich auch

    vom Lateinischen abstammt.Keiner spricht mehr so wie vor 300 Jahren.

    Und wenns was von vor 500 Jahren ist,dann versteht man nichtmal die hälfte.

    Das muss man den Latein zu gute halten ,das man das strickt auch nach dem zusammenbruch des Römischen Reiches,genau so weiterlehrt wie damals ,

    auch wenn die Italiener jetzt anders sprechen.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Nun , im Falle der Frisurenkünstler geht in der Tat alles - bei der Masseurin/Masseuse sollte man bei der Rechnungsstellung aufpassen , wenn die Gattin diese zu Gesicht bekommt : Bei der Masseuse gibt es nach neuerer Sprachdefinition üblicherweise ein "Happy End" ... Ist kostspieliger und kann daheim zu unschönen Szenen führen !

    Ach Quatsch,es gibt kein Happy End auf Krankenschein.

    Das kommt von den Amis,bei denen gibts kein Hurenhaus

    sodass die das verschleiern müssen.

    Wenn ,dann heisst das Sauna-Club bei uns.

    Es zeigt, das ihr das alles nicht ernst genug nimmt.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Hallöle,


    kleines Bonmot zum Thema Gallizismen:


    Beispielsweise wird das Wort „Fisimatenten“, das 1880 zum ersten Mal im Duden auftaucht, gern auf einen französischen Ursprung zurückgeführt. Angeblich sollen junge Damen, die von französischen Soldaten gefragt wurden, wohin sie gingen, schüchtern geantwortet haben „Je visite ma tante ...“ (Ich besuche meine Tante ...). Vielleicht waren es aber auch die Mütter eben dieser junger Damen, die ihre Töchter aufforderten keine „Fisimatenten“ zu machen, also nicht der Einladung der Soldaten zu folgen, ihnen einen Besuch im Zelt abzustatten (Visitez ma tente!).

    Eine weitere Legende besagt, dass die französischen Soldaten auf dem Weg durch Westfalen Schwarzbrot serviert bekamen und sie der Ansicht waren, dass dieses ungenießbar sei. „Bon pour Nickel“, also gerade gut genug für die Pferde, denn „Nickel“ hieß wohl das Pferd Napoleons. Daraus wurde dann angeblich unser beliebtes „Pumpernickel“. Sprachwissenschaftler sind jedoch der Ansicht, dass diese Erklärung nicht zutreffend ist und führen die Bezeichnung wenig charmant auf die blähende Wirkung (Pumper = Blähung) des Brotes zurück.


    Stammt nicht von mir sondern: "Crosslingua".



    Servus der murkser