Eskortenmotorräder DDR - wer kennt diesen üppig ausgestatteten Boxer?

  • Moinsen,


    HPH fragt in seinem kleinen Forum nach dem Typ der hier abgebildeten Maschinen?


    Für den AWO/BMW-motorradbegeisterten lohnt sich der klick sicher.

    Da das Bild aber offenbar schwer gemarkt ist möchte ich es hier nicht offen wiedergeben.
    Das würde ich nur ändern wenn aus Sicht der Admins nichts dagegen spricht.


    Kennt jemand die Antwort?


    Grüße

    freddy

  • Die Gabel sieht mir für BMW-Modelle zu dünn und zierlich aus. Da im Hintergrund mehrere Tschaikas zu sehen sind würde ich auf Ural tippen, bei der Dnepr wären die Ventildeckel nicht ganz so abgerundet.
    Meine unmaßgebliche Meinung :^:

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Die Bremsen sind Halbnabentrommeln... BMW dürfte schon recht früh Vollnabenbremsen verbaut haben.

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Vollnaben wurden erst bei der R51/3 im Laufe der Serie eingeführt, die französischen R512 und 3 hatten überwiegend Halbnaben... aber es spricht tatsächlich nichts für BMW, auch die anderen westlichen "Nachbauten " passen von den Proportionen nicht.


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


    Wir sind nicht gestört...wir sind verhaltensoriginell!

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  • Das war ein Zwee-takter BK irgendwas.

    Ansonsten haben die eine 1Zylinder 4 Takt gebaut die der R25 sehr ähnlich war.

    Ob da 4takt Boxer gebaut wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

    Wie gesagt! Die Merkmale sprechen sehr für Ural.

    gruss nobi

  • Meines Wissens gab es mal Boxer-Prototypen der Awo, da sahen die Ventildeckel aber anders aus.

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Der Motor weist am Stirnraddeckel durchaus ein paar Ähnlichkeiten mit der BMW R75 auf.
    Die AWO 700 war in dem Bereich schon deutlich geglättet.
    Rahmen und Gabel, Tank und Sitzbank sind ebenfalls nicht auf die AWO 700 zurückzuführen.

    Da hier gleich eine ganze Flotte dieser Kräder durchs Bild kurvt wäre es eigentlich ein Wunder wenn es nicht noch andere Bilder von Staatsempfängen aus der Zeit gäbe.


    Vielleicht weiß ja noch irgendwer irgendwas.


    Grüße


    freddy

  • "Wer sucht, der findet!" - und wenns eine andere Perspektive desselben Geschehens ist.
    Breshnev besucht Honecker in Berlin (Ost)


    Auch hier gilt der Urheberrechtsschutz, nehme ich an, weswegen erneut nur ein link zum zoomfähigen Bild führt.


    Und gleich noch ein weiteres.
    Fotogenes Moped! Da mochte der Fotograf zu unserer Freude den Auslöser gar nicht mehr unberührt lassen.


    Auch ein anderer Staatsgast wurde von diesem Typ Motorrad eskortiert.


    Der Ereigniszeitraum wird durch die Funde schonmal relativ eingeengt:


    Breshnev war 1973 in Berlin(Ostt)
    Edward Gierek wohl 1974.


    Nun sollten die Experten unter den Russenkennern das Moped wohl einordnen können, oder?
    Vielleicht gab´s die Dinger ja anlässlich des Besuchs aus Moskau seinerzeit geschenkt.


    Grüße


    freddy

  • Ural mit Geradewegfederung, also noch vor den bis heute typischen Modellen mit der über Federbeine oben am Rahmen abgestützten Schwinge gebaut. Die Ventildeckel mit den drei eingegossenen Sicken sind typisch Ural.

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • M-72 schließe ich wegen den ohv-Köpfen aus.

    Das sollten im Usprung URAL 650 sein.
    Wie Lorenz schon sagte mit Geradwegfederung.
    Am besten hier zu erkennen.

    Da gibt´s dann auch viele von den vom quakfrosch angegebenen DDR-Teilen zu sehen wenn man nur nah genug ranzoomt.
    Das Rücklicht kommt mir auch sehr bekannt vor.
    Die haben da ganz schön dran herumgeferkelt! Alter Falter!

    Grüße

    freddy

  • Es handelt sich um russische Ural M62, die von der VoPo zur Eskortmaschinen aufgehübscht wurden.

    Der Rahmen ist baugleich zu den geradweggefederten M72. Allerdings wurde bei der M62 das hintere Federbein etwas verlängert und die Aufnahme am Rahmen hierfür nach oben erhöht. Kann man auf den Bildern gut erkennen.

    Die Telegabel ist ebenfalls ggü. der M72 etwas länger und hat die Feder nun innerhalb der Rohre. Sehr ähnlich den späteren Ural 650.

    Der Motor ist ein 650 ccm OHV Motor, der für die M62 entwickelt wurde.

    Tatsächlich ist er, bis auf die Zylinder und -köpfe und den Stößelrohren, noch beinahe gleich wie der Seitenventilmotor der M72.

    Bei genauer Betrachtung der Bilder, scheinen dort bereits 650er Uralmotoren für die Baureihen mit Hinterradschwinge verbaut zu sein, bei denen der Stirndeckel ggü. den M62 Motoren verändert wurde.

    Bei den russischen Motorrädern flossen immer wieder kleine Veränderungen in die Produktion ein. Da vieles untereinander kompatibel war, wurde auch gerne bunt gemischt.

    Gruß