Vielstoffmotor - unterschiedliche Bauarten und was er alles frisst

  • Hallo!

    Ich weiß, ich bin neu hier und eigentlich hält man sich da etwas zurück, was das eröffnen von Themen betrifft. Allerdings ist in den Vorstellungen neuer Mitglieder ein Thema angekratzt worden, was mich durchaus sehr interessiert. Ich hoffen, ich habe die richtige Rubrik für das Thema gewählt.


    Wie der Titel schon sagt, geht es um Vielstoffmotoren, unterschiedliche Bauweisen (Diesel mit Glühkerzen oder Benziner mit Zündkerzen). In Zeiten zu erwartender künstlicher Verteuerung des Treibstoffs um diverse Alternative Antriebe interessanter für den Käufer zu gestalten, stelle ich mir immer häufiger die Frage: was kann man als günstige Alternative alles „verklappen“?


    Ich frage aus konkretem Grund: der Seitenventiler meines GAZ wird gelegentlich auch als Vielstoffmotor bezeichnet (so wird zum Beispiel im Handbuch von Treibstoff ab 70 Oktan gesprochen und am Zündverteiler befindet sich ein Oktansteller). Der Motor meines GAZ ist Basis Benziner (Zündkerzen, Vergaser, niedrige Verdichtung). Am Oktan steller kann man den Zündzeitpunkt so lange auf spät drehen, bis der unauffällig läuft. Ich habe bisher Mischungen auf Basis Benzin mit Isopropanol, Diesel, Altöl, Ethanol und Terpentin getestet. Bisher ohne Auffälligkeiten.


    Was sind eure Erfahrungen?


    Viele Grüße!

    Tom

  • Der Regler ist eher für die Verwendung von minderwertigerem Ottokraftstoff gedacht, wie es ihn in manchen Regionen der Welt zu seiner Bauzeit gab. Weniger für die Verwendung anderer brennbarer Flüssigkeiten als Ersatztreibstoff.


    Das es funktionieren kann ist eher ein Zufall, als eine geplante Entwicklung.

    Vorsicht ! Beiträge können Ironie und Sarkasmus enthalten. Sie sind für seichte Gemüter und zu nah am Wasser gebaute Menschen nur schwer zu ertragen. :heuldoch:

  • Naja-so gesehen mindert man ja auch nur die Qualität des Kraftstoffes, wenn man diverse andere Brennbare Flüssigkeiten zu gibt. Ethanol zum Beispiel funktioniert bis E85 einwandfrei (gab es bei uns mal an der Tankstelle/Zapfsäule) heute nutze ich gern Ethanol für Zimmer Kamine. Die Zugabe von Diesel habe ich bis zu einem Mischungsverhältnis von 5:1 getestet. Nebelt etwas springt aber einwandfrei an und läuft unauffällig-bei kleinen Mischungsverhältnissen 20:1 läuft er sogar etwas „geschmeidiger“ wenn man nach der Akustik geht.

  • Der Deutz des Jupiter und der MAN des 630 waren auf den Einsatz mit Ersatz Treibstoffe hin entwickelt worden.

    Der Deutz als Vor-Wirbelkammer der MAN sowie der der Multifuel vom REO als Direkteinspritzer.(M -verfahren)

    Zur Verwendung von Ottokraftstoffe wurde der Volllastanschlag an der Pumpe verändert ( mehr Fördermenge zur Kompensation der geringeren Energiedichte)(REO machte das Automatisch)

    Zusätzlich wurde noch Motoröl zur Schmierung der Pumpenelemente zudosiert(REO - sollte mind 30%Diesel vorhanden sein zur Schmierung der Verteilereinspritzpumpe)

    Generell lässt sich ein Diesel mit allem irgendwie Brennbarem betreiben solange es durch die Düsen Passt.

    gruss nobi

  • So ne tolle Sache ist das auch nicht ,wenn du da versteuerten Diesel mit reinkippst.

    Wenn, dann musst du abgesaugten Sprit von Falschtankern oder vom Autoverwerter

    entfernten Sprit günstig bekommen, damit das auch lohnt.

    Meistens sind Oldtimer aber keine Alltagsautos und fahren auch gar nicht so viel

    Kilometer.Hast du dann nicht ne Leistungsminderung,fährt er dann nicht langsamer?

  • Naja-Isopropanol fällt bei mir in der Produktion als Abfallprodukt an. Das müsste ich sonst entsorgen. Mit dem Altöl (durch ein Farbsieb geschüttet) ist das ähnlich. Diesel gibt es (theoretisch) auch in der Form von Heizöl unversteuert (wer wird schon in einem Benziner Tank nach Farbstoff des Heizöl suchen). Treibstoff Quellen gibt es derer viele-das soll eigentlich nicht das Thema sein.


    Das Thema ist: Wer hat mit welchem Ersatzstoff gute Erfahrungen gemacht? Welche unterschiedlichen Herangehensweisen beim Vielstoffbetrieb gibt es?


    Ich gehöre zur Kategorie der „aus Protest Müll verbrenner“. Je mehr mir die Grüninnen mit ihrer Religion in Form ihres Klima/CO2 Wahns auf die Nüsse gehen, um so mehr werde ich auf „stur“ schalten und den GAZ zunehmend im Alltag bewegen. Vielleicht muss er ja irgendwann meinen treuen Diesel Caddy aufgrund von Fahrverboten einmal komplett ersetzen.

  • Der ZOLL hat in einem Benzin Tank nach Farbstoffen von Heizöl gesucht? Hast du denen den freundlichen Hinweis gegeben, dass es sich um einen Benziner handelt?


    Tc-nein, Leistungsminderung konnte ich bisher keine feststellen. Selbst wenn wäre mir das glatt egal-ist ja ein Oldtimer-damit will ich keine Rennen gewinnen.

  • Ok. Vielen Dank, für den Hinweis. Ich denke, das Heizöl-Thema haben wir ausreichend erörtert und jeder weiß, dass es verboten ist und man Steuern hinterzieht wenn man diesen tankt.


    Ich finde auch, dass es nicht direkt das Vielstoff-Thema trifft, wenn einer Heizöl in seinen Diesel schüttet. Schließlich ist Heizöl geringer versteuerter Diesel. Also kein Unterschied.


    Deswegen frage ich konkret nach Stoffen, auf die das nicht zutrifft und in Vielstoffmotorern funktionieren.

  • Als ich meinen G mit Rapsölmischung gefahren hab,hatte ich in irgend einem Forum aufgeschnappt, wenn man im Fahrzeugtank die Mischung erstellt ist es Ok. außerhalb vom Fahrzeugtank wäre es dann Steuerhinterziehung.

    Ob da was dran ist keine Ahnung hab im Tank gemischt und das auch nicht lang,da die Preise der Rapstanke gestiegen sind und die Differenz zum Luxemburger Diesel nur noch sehr gering war.

  • Von Rapsöl habe ich auch schon gehört. Gibt es bei euch Rapsöl an der Tankstelle/Zapfsäule? Was kostet da 1L? Hier an der GULF gab es mal E85 an der Zapfsäule. Wurde aber schnell wieder abgeschafft, da E85 irgendwie nicht als Treibstoff definiert ist. Kam um die 80cent/Liter.


    Gab es beim Wolf irgendwelche Auffälligkeiten beim Verbrennen von Rapsöl? Leistung/Startverhalten/Akkustik ... ?

  • Haben im Nachbarort eine Ölmühle mit Zapfe.

    War dann 2004 bei von ca.65 auf 85cent/l gestiegen. Diesel kostete in Lux um 73cent/l.

    Den Tankstellen Betrieb hat er auch vor einigen Jahren eingestellt.

    Meiner war nicht umgerüstet und im Sommerbetrieb gab es in Startverhalten und Leistung kein unterschied.roch kalt nach alten Fritten.meiner war allerdings ein 3l Turbo und kein Wolf.

  • Sorry aber Diesel in Lux 73Ct??? Halte ich für ein Gerücht. Die Ueiten sind lange vorbei.

    Als wir im November da tanken waren lag es bei 1,08€

    Also das rechnet sich leider nicht mehr so wie früher.


    Unsere Emma mag sehr gerne Hydrauliköl. Damit läuft sie fast sauberer als mit Diesel;-)


    Grüße Birgit

  • Also durch meinen Iltis habe ich auch schon öfters uralten DDR Sprit ( 1:50 ) durchgefeuert ,

    ist zwar kein Vielstoffmotor aber er macht das problemlos mit ( müffelt nur etwas komisch )

    aber bei Ausfahrten wollte immer keiner hinter mir fahren :/


    Gruß


    Dietmar

  • Ich weiß, ich bin neu hier und eigentlich hält man sich da etwas zurück, was das eröffnen von Themen betrifft.

    Hi Tom. Nee, nee, das machst du schon richtg. Neues Blut bringt neues Leben, sprich neue Denkanstöße.


    Ich selber hatte 11 Jahre einen MAN 630. Nach zwei Jahren fanden wir heraus, das der alles frisst, was brennt.

    Von da an wurde ein Netz von Werkstätten aufgebaut, um immer genügend Fehlbetankungssprit zu haben, was auch gut funktioniert hat.

    Verblüffend war, das die Emma bei gepanschtem Sprit nie Leistungseinbuße hatte, sich dann allerdings einen gehörigen Schuck aus der Pulle nahm.

    Auf einer Fahrt nach Hamburg mit Tieflader hinten dran, war nach 200 Kilometern der Tank leer. 110 Liter ! Aber wir fuhren auch ein Verhältniss von 20% Diesel und 80% Benzin.

    Tante Ute hat ja schon ein paar Dinge erklärt, aber ich begreife immer noch nicht, wie dieses Gemisch gezündet wird. Diesel entzündet sich durch Druck, Benzin durch die Zündkerze, aber wie zündet der MAN diese Plürre ?

    Und sogar im Winter, - 20°, sprang das Ding auf Knopfdruck an.


    Gruß Jozi.

  • Im Grunde Zünden Selbstzünder durch die Temperatur die beim Verdichtungstakt entsteht und das einspritzen des Kraftstoffs im richtigen Moment.(Kurz vor OT)

    Zu meinen REO Zeiten wurde ich auch mit Fehlbetankungssprit zugeschüttet.

    gruss nobi

  • Gut, aber der eiskalte Motor ?

    Bei dem Benzin-Überschuß ?


    Es gab auch Zeiten, wo wir alles reingekippt haben, was wir loswerden wollten. Alte Verdünnung, altes Waschbenzin, Öl aus Radiatoren, eben

    alles was irgendwie brennbar war.


    Gruß Jozi.

  • Hi Jozi,

    ich vermute, dass der rest-Dieselkraftstoff tatsächlich durch die Selbstzündung zündet und den Benzin dann mit entflammt.

    Beim meinem GAZ anders herum-Der rest-Benzin wird gezündet und entflammt den Diesel (oder das Altöl) einfach mit. Wie schon geschrieben-ich hatte Mischungsverhältnisse von 5 Teile Benzin auf 1 Teil Diesel getestet. Völlig Problemlos. Wenn er dann warm war hielt sich sogar das Nebeln in Grenzen.


    Einem Älteren mit-Jäger ist aufgefallen, dass mein Auto Original wie ein Russe riecht (und riechen muss) und fragte mich, wo ich den Russen Sprit her hätte. Ich kann leider nicht beurteilen, wie Russen Sprit am Auspuff zu riechen hat-dafür bin ich etwas zu jung.

    Zu dem Zeitpunkt hatte ich ungefähr 15 Liter Altöl, 5 Liter Isopropanol auf 40 Liter Benzin.

  • Die Flammstartanlage hab ich in all den Jahren seit ich meine Emma habe noch nie benutzt. Die Schirmventilverstellung schon, zumindest damals als es bei Feinkost-Albrecht noch das gute "Brölio"-Salatöl für 79 Cent gab.
    Später bin ich dann sozusagen über das berufliche Umfeld zum Verwerter von Falschtankersprit geworden ;-)

    Mann könnte mit besagtem Falschtankerzeugs übrigens auch ganz gut Diesel-Bauheizungen (z.B. die Dinger von Wilms) betreiben wenn man im Winter im warmen schrauben möchte :pfeif:

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."