RT66 im Munga?

  • Hallo in die Runde und eine Frage an die Experten: Waren (vielleicht in den Anfangsjahren?) auch RT-Geräte im Munga verbaut - bzw. ab/bis wann und wo hat man diese eingesetzt? Ich bin im Netz leider nicht besonders fündig geworden... Wäre für Infos dankbar!:-)

  • Bei RT66 zeigt mir Google nur Shimano-Bremsen für Fahrräder.:/


    Vielleicht sind ja noch andere so ahnungslos wie ich, was das wohl sein kann...


    Kannst Du das vielleicht nochmal näher erläutern?

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • Hi Tischlerkuli,


    folgende Bilder aus der MIG-Info 96/01 - um Dir Appetit aud die MUNGA IG zu machen!

    Die RT-Geräte haben es zumindest zu einer Rüstsatz-Nummer geschafft - ob davon welche je angeschafft wurden?


    Grüße

    Benedikt

    Dateien

    • GRT1.pdf

      (46,27 kB, 46 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • GRT2.pdf

      (66,55 kB, 38 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Weiß zufällig jemand wie lange die RT-66 benutzt wurden (bei uns und vor allem auch bei den Amerikanern, es gab die Gerätesätze ja mit deutscher und englischer Beschilderung)?

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Genau diesen Brummer hatte ich auch in meinem Munga, Habe aber mitlerweise dem Baujahr entsprechend auf SEM 25 umgerüstet.

    Ist auch sehr viel Ballast den man mit rumschleppt.

    Das ist ja interessant für mich - wie hattest du es eingebaut, gibt es da noch Bilder von? War das die ganze Schrankwand wie auf den Bildern, oder die kleine Version?

  • Vielleicht sollten wir uns erst einmal einigen, was genau mit „RT 66“ gemeint sein soll. Das RT 66 ist der Sender/Empfänger eines Funkgerätesatzes, das RT 66 arbeitet im Bereich20 – 27,9 MHz und wurde vor allem in der Panzertruppe verwendet. Für andere Bereiche gab es das RT 67 (27-38,9 – Artillerieband)), RT 68 (38 – 54,9 – Grenadierband) sowie das RT 70 (47 – 58,4 – alle Einheiten der Bundeswehr).


    Dieser Sender/Empfänger wurde jetzt mit

    - weiteren Sendern/Empfängern oder

    - reinen Empfängern

    auf einer Grundplatte und einer oder zwei Stromversorgungen zu einem „Funkgerätesatz“ zusammengebaut.

    Die Grundplatten waren MT-297 (normale Größe), MT-299 und MT-300 (klein) sowie MT-298 (groß), die Stromversorgung trug meistens die Bezeichnung PP-112. Dazu kamen natürlich noch BV-Anlage (AM-65), Schaltkästen usw.


    Ein Funkgerätesatz GRC-3 bestand z.B. aus

    - einem Sender/Empfänger RT-66

    - einem Sender/Empfänger RT-70

    - einem Empfänger R-108

    - einer Stromversorgung PP-112

    - einem Bordverstärker AM-65

    - alles montiert auf einer Grundplatte MT-297


    Der größte Satz war wahrscheinlich die VRQ-Reihe, z.B. das VRQ-3:

    - zweimal Sender/Empfänger RT-68

    - zweimal Stromversorgung PP-112

    - Grundplatte MT-298


    Ein VRC-8 war dagegen nur

    - ein RT-66

    - eine Stromversorgung PP-112

    - auf einer Grundplatte MT-299


    Diesen Funkgerätesatz VRC-8 gab es z.B. noch in den 1980-er Jahren bei den Heimatschutzregimentern oder den Heimatschutzkompanien. Hier hatten die Kompaniechefs diesen Funkgerätesatz VRC-8 im MUNGA eingebaut. Siehe beigefügte Funkeinsatzskizze eines Jägerbataillons C (Heimatschutzregiment).

  • Hallo,


    Prospero ist mir da zuvorgekommen, deshalb nur noch kleine Nachträge: In der Regel gab es immer drei verschiedene Funkgerätesätze, hier exemplarisch z.B. das VRC-8, VRC-9 und VRC-10. Die unterscheiden sich lediglich im Frequenzbereich, je nachdem, ob als Funkgerät ein RT-66, RT-67 oder RT-68 verwendet wurde.

    Ob das Stromversorgungsgerät ein PP-112 oder ein anderes ist - auch davon gibt es nämlich drei Stück, deren Bezeichnungen mir momentan nicht geläufig sind (z.B. PP-109?) - hängt vom Fahrzeug ab, denn die unterscheiden sich in der Eingangsspannung für 6V, 12V oder 24V und demzufolge von der vorhandenen Bordspannung.

    Der Vollständigkeit halber möchte ich noch das VRC-7 erwähnen, das lediglich aus dem RT-70 und dem Bordverstärker AM-65 mit entsprechender Mounting MT-300 besteht (es gab auch eine Intercom-Anlage bestehend nur aus MT-300 und AM-65 mit BV-Bediengeräten C-375).

    Zum GRC-3...8 kann ich noch nachtragen, daß sich unten in der Mounting MT-297 ein Einschubfach befindet, in das man entweder einen Relaisstelleneinsatz C-435 oder den Fernbedienungssatz C-433/C-434 (der dem Orts-/Fernbesprechgerät des SEM 25 entspricht) einsetzen kann.

    Die Geräte müssen tatsächlich noch bis weit in die 80er Jahre eingesetzt worden sein, denn in meiner TDV 5820/108-21 für den Funkeinbausatz für den Kübel von Oktober 1987 ist immer noch ein Anhang für den Einbau eines VRC-8...10 anstelle des SEM 25 enthalten.


    VG

    Andreas


    PS: sollte jemand Interesse haben, die Geräte im Original zu sehen und sich im Raum Kiel aufhält, kann er sich bei mir melden.

  • Guten Morgen,

    Hallo,


    [user='9213']Die Geräte müssen tatsächlich noch bis weit in die 80er Jahre eingesetzt worden sein, denn in meiner TDV 5820/108-21 für den Funkeinbausatz für den Kübel von Oktober 1987 ist immer noch ein Anhang für den Einbau eines VRC-8...10 anstelle des SEM 25 enthalten.

    die VRC - Sätze im PKW 0,4 t wurden z.B. in den Heimatschutzkompanien verwendet, hier hatte der KpChef einen 0,4 t. Auch der T-Offz, der Chef 1. und der Truppenarzt im Jägerbataillon C des Heimatschutzregiments fuhren meistens den 0,4 t mit VRC.

    Grüße
    Jörg

  • Das sind ja mal Infos, mit denen sich arbeiten lässt - und wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind die "Urgeräte" aus US-Fertigung und es gibt "Lizensfertigungen" von Siemens und Telefunken?! Und anders als z.B. das FuG7b wurden diese Geräte nicht im (erweiterten) KatS-LS verwendet, bzw war die Verwendung auch nicht in den "zu beordernden Fahrzeugen nach StAN vorgesehen - denn eine irgendwie "tragbare/mobile" Variante gab es davon ja scheinbar nicht? Es müsste ja in der Zeitachse vor dem 7b entwickelt sein?

    Denn ich bin Anfang der 90er Jahre des öfteren im Warnamt III und in der Zentralwerkstatt des KatS in Bad Nenndorf gewesen, und habe dort einiges an Technik der Jahrzehnte bestaunen dürfen, kann mich aber an diese Apparaturen nicht erinnern ; Und wenn sie allerding nur für den Bund und dort mehr für die Kettenfahrzeuge beschafft wurden, macht das ja auch Sinn...

  • Hallo,


    das hat was mit den Frequenzzuweisungen (Stichwort "Bandplan") zu tun. Die Geräte der GRC/VRC-Serien (und Nachfolger wie das VRC-12, SEM 25 usw.) arbeiten in einem rein militärisch zugewiesenen Frequenzbereich so grob zwischen 26 und 70 MHz.

    Die BOS-Geräte arbeiten im Bereich von etwa 70-88 MHz (4m-Band) und sind demzufolge auch nicht interoperabel mit den militärischen Geräten.

    Eine mobile/tragbare Lösung gibt es auch, die hieße dann für den gleichen Zeitraum PRC-8...10 oder die allseits bekannte "Banane" PRC-6 oder später dann das PRC-25 bzw. 77 oder das SEM 35.


    VG

    Andreas

  • Jetzt bin ich doch schon mal ein Stück weiter... im Shelter meines 76er US-Army-Pickup sitzt nämlich auch ein VRC-8 (20 bis 28 Mhz).

    Wenn man die Frequenzeinstellung von rastend auf stufenlos umschaltet kommt man auch auf die CB-Frequenzen im Elfmeterband :pfeif:

    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."