250 GD Klackern und ungleichmäßige Leistung

  • Hallo zusammen,


    seit gestern klackert mein Wolf (250 GD) im Leerlauf und in bestimmten unteren Drehzahlbereichen in allen Gängen. Laut meiner Lokalisierung kommt das Klackern aus dem Inneren des Motors.


    Zusätzlich habe ich eine ungleichmäßige Leistungsverteilung, sodass es beim beschleunigen einen kurzen Abriss gibt, der beim erhöhen der Drehzahl dann wieder verschwindet.


    Das Klackern ist im Stand recht gleichmäßig, beim fahren ist es mal schneller mal langsamer, jedoch immer schneller als im Stand. Weiterhin läuft der Motor im Stand auch ungleichmäßig und bewegt sich in den Lagern. Dies gilt für den warmen und kalten Zustand.


    Den Ölstand habe ich geprüft. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Ventildeckeldichtung etwas undicht ist und der komplette Rand leicht feucht ist. Beim Zünden und Starten erlischt die Ölkontrolleuchte einige Sekunden verzögert.


    Ich habe hier im Forum schon einige Artikel diesbezüglich gelesen, dennoch passen die Umstände nicht zu meinem Problem. Dort war oft vom Hydro Stoßventil die Rede.


    Bevor ich eine Werkstatt aufsuche, würde ich mich über eine Hilfestellung zur besseren Einschätzung des Problems freuen.


    Grüße

    Mathis

  • Moin,


    Hydrostößel kannst du leicht selbst ptrüfen. Ventildeckel runter und die Zylinder nach un nach auf OT drehen. Dann mit einem Schraubendreher die Stößel versuchen von Hand herunterzudrücken - gelingt das, dann ist der entsprechende Stößel platt. Sind alle hart und unnachgiebig, dann ist was anderes die Ursache. Bis zum Lagerschaden ist alles möglich und per Ferndiagnose nicht zu beurteilen.

  • Moin

    Lass Mal die Düsen abdrücken ,um diese auszuschließen.

    In Verbindung mit verzögerten Öldruckaufbau könnte es die Kopfdichtung sein,wenn jetzt noch erhöhter Ölverbrauch dazu kommt.

    Bei den OM 60x konnte es passieren ,das die Kopfdichtung vom Ölkanal zum ersten Zyl.. Öl durchließ was zu ungewöhnlichen Verbrennungsgeräusche führt.

    gruss nobi

  • Moin,

    rein vom Laufgeräusch her würde ich sagen eine der Düsen hat sich aufgehängt.

    Sprich die Düsennadel klemmt in der Düsenbuchse.

    Passiert gerne mal im Alter wenn die Düseneinsätze das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben.

    Braucht nur mal einer vergessen haben beim Wiedereinbau die Flammscheiben / Wärmeschutzscheiben zu erneuern.

    Dein Beschriebener Leistungsmangel passt dazu.


    Folge dem was oben schon beschrieben wurde zur Fehlersuche.

    Denn sollte der Fehler sich finden lassen.


    Gruß

    Chris

  • Moin,

    dieses helle tickticktick... hat mein Fahrzeug solange es kalt ist. (allerdings regelmässiger als bei deiner Tonaufnahme) Wenn die Betriebstemp. halbwegs erreicht ist ist das weg!

    Ist einer der Hydrostössel. Wahrscheinlich Alterschwäche. Irgendwann werde ich den wechseln müssen!

    Könnte mir vorstellen das sich bei deinem Motor ein Stössel komplett verabschiedet hat!

    Ist aber nur eine Vermutung! Es gibt in diesem Forum Mitglieder die 1000 mal mehr Ahnung von Motoren haben als ich:yes:!

    Aber das Geräusch ist mir eben nicht unbekannt, daher mal meine Vermutung.

    Im weitern hast Du scheinbar Windgeräusche im Mikro gehabt. Das störte etwas falls Du ein anderes Geräusch gemeint haben solltesthmmm.


    Schon mal gute Besserung!! Tom

  • Ich tippe ebenfalls mal auf die Stößel, zumal dein Öldruck mit betroffen ist. Würde daher, wie oben im Beitrag 3 schon beschrieben, erst die Stössel überprüfen.

    Da defekte Stössel die Steuerzeiten veränden, würde sich das auch auf eine Kompressionsmessung auswirken, die dann wenig aussagekräftig wäre.


    Gruss


    Hermann

  • Ganz so einfach ist das leider nicht wirklich.


    Ohne jetzt die exakten Steuerzeiten des Motors zu kennen, gehe ich mal davon aus, dass er wie nahezu jeder Motor über ein Steuerdiagramm verfügt, dass über die entsprechenden Totpunkte hinaus geht.


    Ein defekter Stössel wirkt sich jetzt wie viel zu grosses Ventilspiel aus. D.h. z. B. beim Einlassventil, daß es um Einiges später öffnet und viel früher wieder schließt. Damit verringert sich die Öffnungsphase erheblich und die Füllung mit Frischluft wird normalerweise schlechter, so dass bei laufendem Motor auch die Kompression schlechter wird, daher vermutlich auch der Leistungsverlust.

    Bei der Kompressionsmessung kann dabei allerdings sogar der gegenteilige Effekt eintreten, so dass der Druck bei Anlasserdrehzahl höher wird, weil der Kolben durch den frühen Einlassschluß weniger Luft zurück ins Saugrohr schieben kann.

    Habe das mal zu Demonstrationszwecken bei einem Ottomotor gemacht, da war der Druck gut 2 bar höher , als mit korrekt eingestelltem Ventilspiel.


    Wenn die Messung also verlässliche Werte liefern soll, dann sollten die Stössel i. O. sein!


    Gruß


    Hermann

  • Hallo zusammen,


    ich habe damals die Düsen von einer Werkstatt gegen generalüberholte Düsen ausgetauscht. Nach der ersten Fahrt kam zweimal bei hoher Drehzahl Qualm aus dem Auspuff. In dem Moment konnte man ein lautes Nageln vernehmen. Der Motor lief danach leistungstechnisch wieder gut.


    Nach einem weiteren Tag nahm die Leistung wieder ab und der blaue Qualm nahm wieder zu.


    Heute habe ich den Wolf wieder abgeholt. Die Werkstatt hat nichts gefunden und hat mir gesagt, dass es bis zu 2000km dauern kann, bis die Einspritzdüsen wieder laufen. Wie ist eure Erfahrung?


    Als ich heute von der Werkstatt nach Hause gefahren bin, war die Leistung auf den ersten 5km in Ordnung. Als der Motor dann warm warm, habe ich mehr Drehzahl gegeben und bin ein Stück Autobahn gefahren. Leider kam in diesem Moment wieder Qualm aus dem Auspuff und der Wolf fing wieder an zu nageln. Im höheren Drehzahlband nagelt er nun kontinuierlich, die Leistung ist schlecht und ich ziehe hinter mir einen blauen Schleier Qualm.


    Hat noch jemand noch einen Tipp? Danke euch.

  • Nur Fakten zählen, und die kann man durch messen und Begutachten ermitteln.

    In irgendeiner Form verbrennt das Öl.

    Die Frage ist woher kommt das...

    Ölabstreifringe, ZKD ,.....

    Klackern kann auch was mit Lagerschalen sein...unzureichende Ölversorgung bei hohen Drehzahlen.


    Vieleicht ist ja auch nur der Einspritzzeitpunkt der Einspritzpume zu spät gestellt. und ein Teil des unverbrannten Diesel geht über den Topf wieder raus.


    Warum sollten gereinigte Einspritzdüsen erst nach 2000Km richtig funktionieren ?

    Entweder die funktionieren auf Anhieb oder eben nicht.


    kann es sein, das die Ventile eventuell verkokelt sind ? Das kann auch zu Leistungsverlust und Kompressionsmangel führen

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch:

  • hab mir die geräusche jetzt auch mal angehört.

    Das klingt metallisch , vielleicht ist da auch eine Ventilfeder Schlapp oder gebrochen.

    Mach mal den Ventildeckel auf und schau dir das genau an.

    Der Thorsten hat da Erfahrung, wenn dir da irgenwas in die Zylinder fällt, dann hast du verloren.

    Das kann an allem möglichen liegen, auch an einer schlappen Steuerkette oder Spanner.

    Leider kann man sich die Zylinder nicht mit einem Endoskop angucken, wegen der Vorkammereinspritzung

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch:

  • Ein Anruf kostet nix..


    Ach ja, wenn das mit dem Endoskop nicht geht , dann geht das auch mit einem Stethoskop oder einer Kanarrenverlängerung am Ohr.

    Damit lässt sich in etwa der ungefähre Standort des Geräuschs ermitteln, quasi sowas wie abhören der Herztöne.

    So machten das schon die alten KFZ-Schlosser ohne OBD und Fehlerkauderwelsch.


    Gruss, die Unerfahrung in Person


    Friedrich

    :pfeif:

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch:

  • Danke für eure Antworten. Bin gestern noch etwas gefahren. Die Leistung ist deutlich besser geworden, da die Werkstatt den Luftschlauch von Luftfilter zu Ansaugbrücke entfernt hat. Angeblich war dieser zusammengezogen, was ja eigentlich nur durch einen Unterdruck entstehen kann?


    "Neue Kolbenringe einbauen"


    Fängt dieser Schritt nicht etwas weit hinten an, ohne das man eine vernünftige Diagnose hat?


    "Kompression messen"


    Da ich von Motoren wenig Ahnung und Equipment habe, habe ich das Problem in die Hände einer Werkstatt gelegt und nichts selber gemessen. Müsste die Leistung bei einer Undichtigkeit nicht kontinuierlich schwach sein? Durch Wechsel der Einspritzdüsen war das Problem ja kurzfristig gelöst und das Nageln hat auch aufgehört.


    "Warum sollten gereinigte Einspritzdüsen erst nach 2000Km richtig funktionieren ?

    Entweder die funktionieren auf Anhieb oder eben nicht."


    Das kann nicht ganz richtig sein, da die neu eingebauten Einspritzdüsen auch eine Zeit (ca. 20km) gebraucht haben, bis sie korrekt gearbeitet haben. Den Prozess konnte man beim Fahren auch hören, da die Düse in dem Moment sehr schnell genagelt hat und gleichzeitig starker Qualm ausgetreten ist. Für diese paar Sekunden hängt auch die Leistung kurz in der Luft (beschleunigt kurzfristig nicht). Danach war dann Ruhe.


    Die Geräusche sind kein Klackern (wie bei Motorschaden), sondern ein Drehzahlabhängiges unregelmäßiges Nageln.


    da muss der Motor ausgebaut werden

    Um was zu tun? Wenn das Problem doch mit den Einspritzdüsen zusammenhängt, habe ich nichts gewonnen. Da ich das auch nicht mal "eben" alleine machen kann, fängt mir dieser Schritt zu weit hinten an.


    Fazit

    Ich gehe immer noch davon aus, dass eine Einspritzdüse nicht korrekt funktioniert. Um dieses Problem auszuschließen, ist es wohl sinnvoll, alle erneut auszubauen und bei einem Instandsetzer penibel prüfen zu lassen. Wenn die Düsen in Ordnung sind, würde ich die Kompression messen, um zu prüfen, ob es eine Undichtigkeit im Zylinder gibt. Wenn dann ein Problem festgestellt wird, könnte es sein, dass man an den Motor ran muss. Den Tipp mit dem Stethoskop finde ich super.


    Grüße

    Mathis