Die ewige Schrauberei

  • Die Achsteile brodeln vor sich hin und ich durfte weitere Schäden entdecken.


    Achskugel(verchromt) von oben.

    Wer genau hinsieht kann die Einlaufstellen im Lagerring erkennen. Mann kann den Verschleiß bereits ertasten.

    Fazit: Erneuern.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin,

    den total verrosteten „Achskörper“, der die Radnabe aufnimmt hat sein Bad gut überstanden ;\D


    Zu Beginn der elektrolytischen Reinigung


    Nach einer halben Stunde


    Nach weiteren 3 Stunden


    Den abgesetzten Schaum mit Dreck habe ich abgeschöpft und das ganze über Nacht weiter brodeln lassen


    Dann habe ich das Ladegerät abgeklemmt und die Brühe abgegossen. Es war, abgesehen von der roten Krone, recht schwarz geworden, der Achskörper dagegen rostfrei bis auf das schwarze Eisenoxid. Das kann man überlackieren, denn es reagiert, im Gegensatzt zum roten Rost , nicht mehr und fungiert wie eine Rostschuztschicht. Ein paar kleine Stellen waren nicht entrostet(roter Rost), ging aber leicht abzuschaben. Dann die Behandlung mit dem Hochdruckreiniger und hier das Ergebnis. Die Farbschicht im Inneren wurde in keiner Weise angegriffen. Der Bolzen war nur zur Befestigung des Ladekabels.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin,

    mein wärmster Raum außerhalb des Wohn- und Lebensbereich wurde kurzerhand, im Anbetracht der suboptimalen Außentemperaturen, zum Kleinteile lackieren umfunktioniert. Die Grundierung ist vollbracht :6014:


    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin,

    ist die Katze aus dem Haus tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Ich bereite gerade das „Essen“ aus meinen Achsteilen her. Weiß jemand wie lange der Braten in der Röhre schmoren muß? :feuer::chef:



    Ich tendiere da zu geringer Hitze bei verlängerter Garzeit...;P

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin,

    das lackierte Geraffel ist, nachdem es wunderbar bei niedriger Temperatur gegart ist, aneinandergeschraubt.

    Dabei ist mir ein Paradoxum aufgefallen. Die Radlager sind zu beiden Seiten hin mit Simmerringen gedichtet. Auf der einen Seite befindet sich ein Fettvorrat (Neubefüllung 800 g entspricht 2 Standard-Fettkartuschen) und auf der anderen Seite die „Fettkappe“. Es kommt also im Normalzustand kein Schmierstoff an die beiden Radlager...

    Trotzdem wird in der TDv gebetsmühlenartig immer wieder das geschrieben:



    Das ist nach meinem Dafürhalten Unfug. Wenn man die Radnabe ausgebaut bzw wieder einsetzt sollte man die Hohlraum zwischen den beiden Lagern mit reichlich Abschmierfett füllen. Das wird aber nicht vorgeschrieben. Von der Fettkappenfüllung hätte einzig die Längsverzahnung der Antriebswelle etwas davon.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Da hast du vollkommen recht.

    In der schweizer Reparaturanleitung schreiben die nur, das die Radlager eingefettet werden sollen.

    Aber jeder Schrauber weiss, das die Lager sich irgendwo Ihr Fett holen müssen wenn Sie nicht gekapselt ausgeführt sind.

    Der Zwischenraum der Radialdichtringe ist ja nicht gerade, sondern hat ja einen Fettvorratsbereich

    Den macht man voll , was zuviel ist wird nach aussen gedrückt .

    Alles selbstredent.

    Die Simmeringe nach innen haben ja demzufolge mur die Funktion die unterschiedlichem Fettqualitäten weitgehend voneinander zu trennen.

    Die Funktion der Fettkappe ist eigentlich nur ein Schutz gegen Korrosion und eindringen von Wasser und Dreck. Dafür wird das ebenfalls gefüllt.


    Ich hatte auch schon überlegt in das Radlagergehäuse im Bereich zwischen den Radlagern eine Bohrung mit Schmiernippel zu setzen um die raflager ohne Demontage nachzuschmiern. Hab das aber wieder verworfen weil man sich die Simmeringe unter Umständen nach innen rausdrücken könnte.


    :mech:hmmm

  • Moin,

    die Vorspann-Maße habe ich jetzt ermittelt. Unten war es mit den beiden Scheiben, die bei der Demontage vorhanden waren, der korrekte Wert von 0,15mm Vorspannung.

    Oben war's nicht so prickelnd. Der gemessene Wert war 1,25 mm, montiert war hier eine Dichtbeilage von 0,9 mm. Davon ausgehend, daß das auch mit den alten Lagern so war, ergibt sich ein viel zu hoher Vorspannwert von 0,35 mm.


    Kein Wunder, daß das obere Lager so tiefe Einlaufspuren hatte. Und der Geradeauslauf war auch nicht so prickelnd wie man das sonst kennt. Ich musste laufend korrigierend lenken. Ich hatte das dem altersbedingten Verschleiß aller Komponenten zugeordnet.


    Das wird jetzt wohl ein etwas anderes Fahren :-)

    Gruß Jens


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  • Moin,

    es gibt ein paar klitzekleine Unterschiede zwischen dem 250er Wolf und meinem G. Das da wäre zum Einen der Automatiknachsteller in den Bremstrommeln an der Hinterachse und zum Anderen Unterschiede an der Abdichtung der Achskugeln an der Vorderachse. Dort ist der Unterschied nicht erheblich, aber solche Kleinigkeiten können auch in's Geld gehen. ;-)



    Man beachte den Preis für diese kleine Klammer.


    Diese Klammer verhindert das mögliche Verdrehen des Dichtringhalters, denn wenn diese Klammer eingesetzt wird greift sie in eine ausgefräste Nut in Teil Pos 77 ein. Das gibt es beim Wolf nicht.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Ergänzung:

    Man brauch die Klammer nicht, da die Dichtung auf Pos 83 eine andere geworden ist, ohne daß im Ersatzteilsystem bei Mercedes irgendetwas hinterlegt wurde.

    Es ist jetzt ein aasiges Gefrickel um die Dichtung unter den Halter zu bekommen, da der Durchmesser der Dichtung kleiner geworden ist. Aber es hat bei mir geklappt, wenn auch mit etwas mehr Aufwand als erwartet.

    Das Radlagerspiel ist eingestellt, die „Fettkappe“ sitzt.


    Gut zu sehen ist, daß die „Patina“ aus Staub auch ohne Benutzung des Fahrzeugs sich aufbaut. Die staubigen Teile daneben waren vor einiger Zeit auch seidenglänzend...

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Die Dichtung ist nicht kleiner geworden, die ist nur nicht gedehnt. Mit dem gefrickel hast du recht . Ich hatte da auch zwei Versuche bis das klappte.

    Stahlring,Papierdichtung ,Abstreifring und dann musst du die beiden halterhälften noch an der korrekten Position befestigen damit du die Sattelschrauben vernünftig mit der Nuss anziehen kannst.


    So wie das ausschaut sieht es doch gut aus

  • Moin,

    die letzten Teile werden gerade lackiert.

    Original war der Kühlergrill schwarz.


    Mit Glasperlen gestrahlt


    Dann grundiert (mit Zinkphosphat von militaerlacke.de)


    Danach mit 8027 stumpfmatt lackiert


    Genau wie die zuvor grundierten Stoßstangenecken und das Verschlussblech vom Tankgeber


    Das kann jetzt über Nacht ausgasen bevor morgen die letzte Schicht aus Klarlack aufgetragen wird.


    Dieser Lagerraum ist der wärmste außer der Küche, daher stapelt sich dort einiges...

    Der Zweck heiligt die Mittel =)

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin,

    langsam nimmt die Möhre wieder Gestalt an.




    Unglaublich wie der Zusammenbau, wenn man nicht pfuschen will, aufhält.

    Mit dem Fluidfilm halte ich es nach Franz Josef Degenhardt: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing' nicht ihre Lieder...“

    Mir haben, um die bestehende Konservierung aufzufrischen, 2 Kartuschen gelangt. pfrtz

    Gruß Jens


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  • Moin,

    der instandgesetzte Kühler ist montiert und in den letzten Tagen hatte ich mich um diverse Gummiteile gekümmert. Wenn das nicht ordentlich gemacht wird läuft das Wasser wieder in die Kiste. Mit allen unerwünschten Folgen.

    Gestern habe ich dann Gummi aus einer 8 mm starken Matte aus EPDM nach einer Pappschablone zugeschnitten. Dazu eine Einlage aus ~2 mm starkem A2 Blech hergestellt, gebohrt und einen M5 Gewindebolzen aufgeschweißt. Diese Verstärkung dann zwischen je 2 Gummiteile geklebt und das ganze zwischen 2 Holzplatten gepresst. Über Nacht aushärten lassen und eben „ausgehaust“.



    Die Stehbolzen sind für die Befestigung der Radhausschalen. Jetzt nur noch überschüssigen Kleber abschneiden und die Kanten schön berunden, damit das auch der Karosserieform entspricht:

    Die Blechfalz an der Spritzwand außen hatte ich ja entfernt. Jetzt werden die Gummiteile verklebt und angeschraubt. Gleichzeitig dienen die dann als Radlaufverbreiterung für die 235/85-16er Reifen.

    Um Mißverständnissen vorzugreifen: Die gerade Kante kommt nach außen, die „Lappen“ von ca 18 mm Stärke zeigen nach innen zum Karosserie-Auflager. ;-)

    Gruß Jens


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  • Moin,

    und weiter geht's:




    Wer bislang meine theoretisch erläuterten Absichten nicht verstanden hat mag jetzt vielleicht nachvollziehen können was ich beabsichtigte und jetzt umgesetzt habe.

    Es fehlt noch die Verklebung gegen die Karosserie. Aber das kommt noch :-)

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Weil das bei meinem Modell so vorgesehen ist.

    Das ist wohl der Tatsache geschuldet, daß die nichtmilitärischen G breitere /höhere Reifen haben könnten.

    Falls es bei deinem Modell Schwierigkeiten mit der Freigängigkeit mit geänderter Bereifung geben sollte kannst du das Rohr ohne Bedenken den Tatsachen anpassen.


    „Happy flexing“...:mech:

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“