Die ewige Schrauberei

  • Na, irgendwann sind die so verhärtet, daß die Dinger reißen. Ist ja auch kein Akt die nach etlichen Jahren zu erneuern.

    Hier mit einer universalen Manschette von SKF die man sich passend einkürzen muß. Die enge Seite darf nicht umgestülpt werden. Das hatte ich zuerst probiert und verworfen.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin,

    damit meinst du den Sitz des Simmerrings auf der Achswelle? Jo, da kann man den neuen Simmerring ein klein wenig tiefer platzieren damit er nicht in den Rillen läuft.

    Aber das ist Mickey-Mouse im Verhältnis zu dem was der äußere Simmerring mit seinen Spannfedern verursacht hat


    Das Teil hat nur noch Schrottwert. Die Laufspuren sind einfach zu tief und der Sitz der Lagerrings ist auch schon grenzwertig.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Danke, aber wenn die Kiste läuft fahre ich ca 30 000 km pro Jahr. Da ist eine neue Nabe angebracht. Vor 2 Jahren wurde Radlagerspiel bemängelt, in diesem Jahr war das Ende, wie man deutlich erkennen kann, erreicht. Auch auf der Außenseite sind bereits deutliche Schäden, verursacht durch nicht vorhandenes Werkzeug beim Muttern anziehen und lösen, zu sehen.

    Abgesehen davon sind bereits deutliche Rostnarben im Metall.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • NA, dann kanns ja weiter gehen.die andere Seite sieht bestimmt nicht besser aus

    Bislang sifft dort noch kein Fett heraus und das Radlagerspiel ist auch ok. Und ich will endlich wieder fahren!

    Der Deckel, Pos 107, kommt erst im neuen Jahr. Naja, dann kann ich in Ruhe Rost an Kugelgehäuse schleifen und lackieren.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Aufmachen und nachgucken schadet nicht. Du must ja beschäftigt werden.

    Das geht auch indem du nur die Achsschenkelbolzen rausmachst.

    Zumindest weisst du dann den Zustand zu beurteilen.


    Übrigens ist es sinnvoll beim Wechel der Lagerbuchse im Achsrohr den teuren Wellendichtring erst dann zu montieren wenn die Antriebswelle sauber zentriert wurde. die Lagerdeckel für die Achsschenkellager sollten auf jedenfall montiert werden, da sich sonnst die lagervorspannung ändert.

  • Moin,

    die neue Nabe ist da. Und ein unerwartetes Geschenk, was so aus der Ertsatzteilliste nicht ersichtlich ist:

    Die Position 104 Radnabe kommt mit fertig montierter Pos. 107 Deckel. Bei den Preisen ist das auch angebracht...

    Die letztere Pos. ist auch im Rückstand und wird im neuen Jahr geliefert. Ein Kandidat für mein Neuteilelager.

    Vergessen hatte ich die Fettkappen, die jetzt bestellt sind und auch die Raddeckel in schwarz kommen 2021.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Die Fettkappen sind in der regel falsch montiert und mit dem Hammer verwummst.Passen tun auch die vom W123/124 .

    Man kann Sie auch ausbeulen mi einem Durschschlag.

    Ich würde mir auf jedenfall ein paar Sicherungsbleche zusätzlich ordern. Beim Einstellen des Radlagerspiels kann man zwar auch probehalber die alten benutzen.

    Einstellung des Radlagerspiels wirklich nur mit Messuhr und Magnethalter durchführen.


    Beschrieben hatten wir das ja schon mal in einem früheren Thread. Und nach einer gewissen Zeit kontrollieren weil die Lager sich noch ein bischen setzen. Zu fest taugt genausowenig wie zu locker.Das hält genau und geht wirklich nur nach Vorschrift vernünftig

    Die Nilosringe der Achschenkellager immer erneuern, kosten bei MB weniger wie im freien Handel,da für Zollager.

    Achsschenkelvprspannung nach TDV messen und mit passenden Einstellblechen einstellen und zentrieren.

    das erspart dir hinterher Reifenverschleiss wegen minimal verstelltem Sturz.

    Für alle Einstellarbeiten kann man mehrere Versuche einplanen bis es exact stimmt.

    Auch das Anlaufmoment der gesammten Vorderachse kann mit Hilfe einer Torsionswaage kontrolliert werden. Oder mit Hebel und Federwaage ,

    Torsionswaagen sind MAngelware.

  • Nur zur Erinnerung:

    Ich habe mein Geld in einer KFZ-Meisterwerkstatt bis Mitte der 90er verdient. Ich weiß wie man mechanisch richtig repariert. Und das ganze passiert nur mit den entsprechenden Unterlagen in denen alle Einstellwerte und Vorgehensweisen beschrieben sind. Es gibt die TDv und auch WIS.


    Mein Guter, manchmal schießt du etwas über das Ziel hinaus...

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Jens ich weiss das du extrem sachkundig bist.

    Die Ausführungen dienten nur der Erinnerung .

    Ich schieße immer über das Ziel hinnaus, da hast du recht.

    Ich glaube nicht das solche Reparaturen vernünftig vorgenommen werden von Personen die nicht auf langjährige

    praktische Erfahrungen zurückgreifen können wie du aus der " alten Garde" .

    Deshalb verfolge ich deine Ausführungen sehr gerne .

    Das ganze war also ganz und gar keine Kritik sondern eher ein Hinweis für Leute davon die Finger zu lassen wenn besagte Skills fehlen

    :mech::schweißen:

    Also mach du ruhig weiter und berichte...

  • Jetzt, nachdem ich die Achse teilweise zerlegt habe, wird mir einiges klarer. Es ist schon ein Unterschied ob man Fotos und/oder Schnittbilder sieht oder die Komponenten vor sich hat.

    Mir war das Ermitteln der Vorspannungmaße für die Achsschenkel nicht wirklich sinnschlüssig. Jetzt schon. Die montierte Achswelle mit spielfreiem Homokineten definiert das Maß nach oben und auch nach unten, damit sie auch schön zentrisch läuft. Ich hege die Vermutung, daß die „Monteure“, die das vor mir gemacht haben, das Prinzip nicht durchschaut hatten. Unten, am Lenkhebel ist nichts an Scheiben vorhanden, oben ist eine Beilagdichtung montiert. Sollte mich wirklich wundern wenn die Maße stimmen...

    Wenn jetzt das neue Achsrohrlager (das mit den Vertiefungen) sowie die neuen Radlager montiert sind und sich die Welle spielfrei und ohne Verspannung drehen kann, kann ich die Werte für die notwendigen Beilagscheiben/-dichtungen ermitteln.


    Aber zuerst wird der verrostete Kram ordentlich hergerichtet, erst dann wird montiert.


    Übrigens ist der Chassislack von Mipa wirklich 'ne Wucht! Leicht zu verarbeiten und schlagzäh wie sonstwas :daumenhoch:

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Genau so ist das.

    Mangels Zentrierhülse (Ersatz für den Dichtring im Achrohr hatte ich alternativ soviel Tesafilm um die Antriebswelle gewickelt ( bereich lauffläche für Sinterbuchse im Achsrohr neu) das sich diese soeben spielfrei einschieben ließ. damit ist die Antriebswelle zum Achrohr zeintriert.

    Dann wird die Achsfaust probehalber montiert mit den Achsschenkelbolzen.

    Dann Achsschenkelbolzen mit Schraubzwinge zueinander über Spitzen zusammenziehen und unten und oben mit Fühlerleere den Spalt messen.

    Die Vorspannung wird dann durch einlegen passender Scheiben eingestellt ( Spaltmass oben /unten minus Vorspannungsabstand oben unten) .

    möglichst gleiche stärken verwenden) . dann ist der Komokinet garantiert auch mittig.

    Alles bereitlegen oder besorgen..... und das provisorium komplett demontieren. also Tesa weg.

    Dann einmal alles komplett montieren ohne den teuren Wellendichtring und die anderen beiden Dichtringe ( Radlager verbaut in der Achsfaust Antriebswelle mit Radlagermuttern gesichert.)


    Vorderachse drehen und fühlen ob die Antriebswelle in der Sinterbuchse schleift, das spürt man.

    Wenn nei, dann hat man alles richtig gemacht. Die Wellendichtringe können dann alle montiert werden.

    Dann kann alles nochmal demontuiert werden und mit den fehlenden Teilen komplettiert werden.

    Wellendichtringe, Nilosscheiben Achsschenkellagerdeckel Fett usw.

  • Die von dir beschrieben Beilagdichtung ist einer der beiden Nilosringe ( oben und unten) . Innen müssen die Achsschenkellagerdeckel montiert sein.

    Bei dir waren die durchgestossen.

    Achsschenkellager lassen sich mit Radlagerfett in die Laufringe kleben.

    Das ganze ist ein wenig fummelig bei der Montage. besonders schwer geht das wenn die Spuratange noch montiert ist.

    Gut wäre eine dritte Hand

  • Original waren bei mir auf einer Seite 2 08er Einstellscheiben montiert.

    Bei der anderen Seite hatte man ähnlich wie bei dir ahnungslos gefrickelt (U-Scheibe unter Achsschenkelbolzen oben und falsche Beilagscheben).

    und die Welle war nicht zentriert.Folgeschaden....Sinterbuchse war oben ausgerieben.

    Übrigens sind die 07er nicht mehr lieferbar.

  • Das Genie beherrscht das Chaos!


    Das Gehäuse, das die Nabe aufnimmt, befindet sich gerade im elektrolytischen Entrostungsbad. Mechanisch war nicht viel zu machen, zu viele Ecken.

    Der Rost war teilweise 3mm dick, obendrauf Konservierungswachs(von mir) :engel:

    Gruß Jens


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  • Sieht doch gut aus, alles griffbereit.


    Ich hatte zusätzlich Gartenschoner an den Knien und einen Hocker bereitgestellt und eine Kanne Kaffee.

    Tee Friesenmischung geht auch.


    Ich hab den Schmock abgebrannt ,gedrahtbürstet und mit 75% Phosphorsäure entrostet.Getrocknet und mit 1K Metallschutzlack beschichtet.

    Die Wartezeit hab ich genutzt, die Achskugeln zu schleifen und zu polieren.

    Meine waren nicht verchromt.

    Dann eine alte Schraubzwinge mit zentrierspitzen bestückt und schon mal die Sinterbuchse im Achsrohr ausgebaut und ne neue eingesetzt