Radlagerwechsel vorne, ...die Zweite...

  • Hallo, nochmal: das A und O für eine langlebige Vorderachse ist das saubere Zentrieren der Antriebswelle. Sobald die Antriebswelle nicht zentrisch läuft arbeiten sich die Radlager auf, die Reifen flattern etc. . Ich wundere mich eh, wie häufig hier Radlager gewechselt werden. Mein AlltagsG hat bei 340.000km noch immer die ersten Radlager vorn. Mitnichten geschieht diese Zentrierung durch gleichdicke Scheiben oben und unten. Das genaue Verfahren ist in der Wolf TDv beschrieben. Antriebswelle mit Ring zentrieren, dann die Lagervorspannung einstellen. Ohne Spurstange etc. sollte die Vorspannung spürbar sein und das Außengehäuse nicht hin und herschlackern, das minimiert ebenfalls Vibrationen in der Vorderachse und gibt ein straffes Fahrwerk.

    Viele Grüße Marcus

    Weil ich den mega teuren Wellendichtring im Achsgehäuse nicht opfern wollte(neu) hab ich mir eine alternative für die Wellenzentrierung ausgedacht.

    Zentrierung der Welle geht auch zu der hinter dem Wellendichtring sitzenden Lagerbüchse, die ich auch erneuert hatte.

    Manko, der durchmesser der Lauffläche ist etwas geringer wie der Innendurchmesser der Welle.

    Lösung ist Tesafilm.

    tesa wird in mehreren Lagen um die lauffläche auf der Welle gewickelt bis die Welle saugend also spielfrei in die Buchse passt.


    Voila, Welle zentriert und nochmal vermessen. Flansch eingebaut ,Achsschenkel bolzen eingebaut, vorher die Spannhülsen unten entfernt um die reibung zu minimieren. Bolzen zueinander mit Schraubzwinge mittig zusammengezogen. neu vermessen.


    Ergebnis. Man hat wohl einen anderen oberen Achsschenkelbolze verbaut ,aber übersehen das dort noch eine Scheibe von 2mm Stärke die Vorspannung um dieses Mass erhöht hätte. Ausserdem waren die Einstellbleche Oben /unten vertauscht.


    Danke für den Tipp mit dem zentrieren der Welle

  • Bin jetzt an der anderen Seite mit kurzer Antriebswelle.

    Da wurde wohl schon mal die Gelenkwellenmanschette gemacht.

    Beim Zusammenbau hat da ein Monteur geschludert.


    Beim Abbau des Bremssattels ist mir aufgefallen das die Sicherungsschraube eine M14 x1.5 x35 war.

    Wo haben wir die ?

    Natürlich am oberen Axhsschenkelbolzen.

    Da hatte ich eine üble Vermutung.

    Die Sicherungsschraube des Bremssattels hatte man dann genau am oberen Achsschenkelbolzen vewendet.

    Aber diese Schraube ist allerdings ein M14 x1,5 X40.


    Jatzt weiss ich auch warum die Leenkung links am Ende so schwer ging.


    Besagte Schraube hatt sich ca. 1,5 mm in das Material links neben dem Sitz des oberen Achsschenkellagers auf der Achskugel eingegraben.


    Späne fand ich dann in der Fettpampe. Auch hat man die Lagerdeckel durcgschlagen und nicht ersetzt.

    genauso schludrig war man bei der Montage des Halterings für den Fettabstreifer. der ist versetzt eingebaut worden ,sodass man keine der Bremssattelschrauben mit dem Drehmo angezogen hat.

    Übrigens waren alle schrauben inkl. Achsschenkelmutter nur Handfest angezogen. Hat aber anscheinend bis jetzt gehalten.

    Gottseidank hab ich jetzt danach gekuckt.

    Aber das Gewinde im Radlagergehäuse oben links ist nicht mehr in Ordnung. Es Hält zwar noch, aber ich bezweifle das es mit 180 Nm angezogen werden kann.

    Also dachte ich da schon mal an einen Gewindeeinsatz. Aber das kostet wieder.


    Was würdet Ihr machen.

  • Hier mal die Bilder


    den Schlitz werd ich nur entgraten, mit wig auffüllen ginge auch ..... aber zuviel Temperatureintrag ist auch nicht gut.


    Wie ihr seht ist in das gewinde Wasser eingetreten, da nicht fest verschraubt bzw. gelockert.


    Insgesammt eine absolut schlampige Arbeit vom Vorgänger und dazu noch gefährlich.

    Die Achsmuttern waren alle mit dem Kreuzmeissel angezogen ?!

  • Aber das Gewinde im Radlagergehäuse oben links ist nicht mehr in Ordnung. Es Hält zwar noch, aber ich bezweifle das es mit 180 Nm angezogen werden kann.

    Also dachte ich da schon mal an einen Gewindeeinsatz. Aber das kostet wieder.


    Was würdet Ihr machen.

    Ich würde Helicoil Gewindeeinsätze nehmen. Die halten wie original. Das ist lediglich eine Gewindewendel die mit einem einfachen Werkzeug in das passend vorgeschnittene Gewinde eingeschraubt wird. Das hält dann durch Eigenspannung bombenfest.

  • ....gottogotttt! Ich wundere mich immer wieder wieviele Hobbyschrauber (Bin ich auch) sich an so spezielle Reparaturen trauen!

    Ich weiss zum Glück was ich kann und was nicht. Was ich nicht kann (Motor etc. ) bringe ich in die Werkstatt! Den "Rest" kann ich:engel:...

    Der Wolf oder auch G ist sicher so ein spezielles Objekt wo viele meinen... das geht schon so....

    Falsch! Der Wolf ist eine Mimose die "Gebastel" zwar eine Zeitlang erträgt, aber nie verzeiht!


    Also Friedrich, ich würde jetzt versuchen alles so zu reparieren das DU der Meinung bist das es funktioniert! Dein Fahrzeug soll ja nicht mehr in den operativen Einsatz. Wenn Du also statt mit 180 nur noch mit 160 anziehen kannst weil das Gewinde nicht mehr taufrisch ist, ist das sicherlich für die nächsten Jahre haltbar!


    Immer daran denken... die Autos sind meist über 30 Jahre alt... Beim Hund rechnet man 1 zu 7. Beim Wolf / G ist das Verhältniss womoglich noch schlechter:bye:


    Also, tu was Du für richtig hälst, dann läuft er wieder :yes:.

    LG Tom

  • Hi, time sert Einsätze gehen definitiv, helicoil nach meiner Erfahrung nicht, kann aber auch an mir liegen. Weniger Drehmoment macht keinen Sinn. Dann wackelt der Dattel beim Bremsen.

    Viele Grüße Marcus

    Wenn der Sattel beim Bremsen wackelt hat das sicher wenig mit dem Anzugsdrehmoment der Schrauben zu tun. Es sei den sie sind gar nicht angezogen. Wenn der Sattel wackelt sind die Achsschenkellager komplett ausgeschlagen oder auch dort sind die Schrauben nicht angezogen. Ich denke nicht das ein Bremssattel wackelt weil er mit 160 NM statt mit 180 NM angezogen wurde. 160 NM ist sehr fest. 180 NM ist Megafest. Selbst mit 120 NM wackelt ein Sattel nicht beim Bremsen. Vlt. Wackelt auch gar nicht der Sattel sondern die Scheibe. Radlader koennte defekt sein. Dann wackelt es! Aber nicht der Sattel sondern alles Andere.

    :bier:

  • Wenn der Sattel beim Bremsen wackelt hat das sicher wenig mit dem Anzugsdrehmoment der Schrauben zu tun. Es sei den sie sind gar nicht angezogen. Wenn der Sattel wackelt sind die Achsschenkellager komplett ausgeschlagen oder auch dort sind die Schrauben nicht angezogen. Ich denke nicht das ein Bremssattel wackelt weil er mit 160 NM statt mit 180 NM angezogen wurde. 160 NM ist sehr fest. 180 NM ist Megafest. Selbst mit 120 NM wackelt ein Sattel nicht beim Bremsen. Vlt. Wackelt auch gar nicht der Sattel sondern die Scheibe. Radlader koennte defekt sein. Dann wackelt es! Aber nicht der Sattel sondern alles Andere.

    :bier:

    Es is ja nicht das Gewinde vom Bremssattel, sondern 1 von vieren am Achsschenkelbolzen oben. Ich denke das mit den Gewindeeinsätzen wird funktionieren.

    Fleisch zum Bohren ist da auch genug.

  • Ich denke wenn eines von 4 Gewinden nicht mehr so richtig belastbar ist können das die anderen 3 auffangen! Wenn Du das defekte nachschneiden kannst und ggf. mit Loctite einklebst wird nichts passieren. Beim G ist ja wirklich alles überdimensinoniert! Ich fahre seit meiner Radlagerreparatur jetzt ca. 15.000 km.

    Angezogen habe ich mit ca. 150 NM. Bis Heute wackelt und ruckelt da nichts! Und das obwohl ich hauptsächlich Nordeutschlands "Hurra! seit 30 Jahren nix dran repariert Strassen" befahre! Die meisten Verkehrsteilnehmer hier Oben fahren max. 30 Km/h weil es ihnen sonst die E-Antriebe zerreisst:auslach:.

    Ich nehme da keine Rücksicht auf meinen Wolf. Da muß er durch! Und er hat auch kein Problem damit:top:.

    Sorry, bin heute etwas auf Krawall... Deswegen jetzt malN8


    LG Tom

  • Hallo, isie dachte ich an die Sattelschrauben. Tja, und wenn es keiner glauben will: genau das Problem hatte ein Kundenfahrzeug. Was Ursache und was Folge war lässt sich da allerdings nicht mehr ergründen. Da waren auch gebrauchte Sattelschrauben verwendet worden und die Sperrverzahnung war defekt.

    Oben am Lagerdeckel sehe ich das nicht so kritisch...

    Viele Grüße Marcus

  • Hallo, isie dachte ich an die Sattelschrauben. Tja, und wenn es keiner glauben will: genau das Problem hatte ein Kundenfahrzeug. Was Ursache und was Folge war lässt sich da allerdings nicht mehr ergründen. Da waren auch gebrauchte Sattelschrauben verwendet worden und die Sperrverzahnung war defekt.

    Oben am Lagerdeckel sehe ich das nicht so kritisch...

    Viele Grüße Marcus

    Vlt. Waren es in diesem Fall gar keine richtigen Sattel Schrauben. Wenn die in der Bohrung des Sattels evtl. Nicht die richtige Stärke hatten, dann wackelt es. Da nutzen dann auch auch keine 180NM. Einer Freundin ist letztlich bei der Fahrt nach Hause (nach einer Reparatur der Bremsen vorne) der komplette linke Sattel nebst allen Anbauteilen um die Ohren geflogen. Das Fahrzeug musste auf dem Anhänger nach Hause transportiert werden. Die Reparatur hatte ein "guter Bekannter" "ganz günstig" für sie erledigt.

    Ich moechte gar nicht wissen wieviele

    Selbsternannte Autoschrauber so den ganzen ihr Unwesen treiben... :noe:

  • Moin,

    das Arbeiten an Bremsenlagen von Fremdfahrzeugen ist per Gesetz nur Meisterwerkstätten des KFZ-Gewerbes gestattet.


    An deinem eigenen Fahrzeug darfst du das schon, solltest aber wirklich wissen wie es korrekt gemacht wird.

    Bremsversagen kann am nächsten Hindernis fatal enden. Hoffentlich sind dann keine weiteren Personen betroffen.

  • Vlt. Waren es in diesem Fall gar keine richtigen Sattel Schrauben. Wenn die in der Bohrung des Sattels evtl. Nicht die richtige Stärke hatten, dann wackelt es. Da nutzen dann auch auch keine 180NM. Einer Freundin ist letztlich bei der Fahrt nach Hause (nach einer Reparatur der Bremsen vorne) der komplette linke Sattel nebst allen Anbauteilen um die Ohren geflogen. Das Fahrzeug musste auf dem Anhänger nach Hause transportiert werden. Die Reparatur hatte ein "guter Bekannter" "ganz günstig" für sie erledigt.

    Ich moechte gar nicht wissen wieviele

    Selbsternannte Autoschrauber so den ganzen ihr Unwesen treiben... :noe:

    ich glaube schon ,das ich weiss was ich mache.


    Vorgeschriebene Sattelschrauben :


    Als Sicherungsschraube oben Sperrzahnflanschschraube M14 x 1,5 x 40 ,verbaut war das gleiche Modell in 35er Länge vom oberen Achsschenkelbolzen

    Passschraube unten Flanschschraube M16 x1,5 x 40 Durchmeser Schaft 16mm Gewindelänge20 mm.


    Solche Bremsreparaturen gehen ins Auge wenn zum Beispiel die Anlageflächen der Bremssattelträger verkanntet aufliegen oder die Bremsscheiben nicht Plan anliegen. Dann kann das einem um die Ohren fliegen.Und man merkt das während der Probefahrt.

    Auf jedenfall verwende ich nagelneue Sperrzahnschrauben damit das auch alles fest ist. Ich verwende keinen Kreuzmeissel um die Schrauben mit Drehmoment anzuziehen. Dafür habe ich einen ELORA Drehmomentschlüssel 60Nm-330NM und passende Aufsätze zum Anziehen aller schrauben.


    Bevor ich irgendwas an meinem Fahrzeug anstelle, lese ich stets den Reparaturleitfaden und habe garantiert alle benötigten Teile neu bereitliegen.

    Unvorhergesehene Teile werden kurzfristig besorgt.


    Zweifelbehaftete Probleme erörtere ich zum Beispiel hier im Forum oder mache mich bei Fachleuten schlau.


    Jottka hat recht, das ist grundsätzlich eine Sache der Werkstatt.Habe aber schon Pferde kotzen sehen.


    Der Mann von meiner Nichte meinte auch ich hätte das bisher sehr gut gemacht. Und der ist Techniker bei VAG mit viel Erfahrung.


    Hab ja noch das Fristenheft von meinem Schweizer G. Könnte also nachvollziehen welche Werkstatt das in der Schweiz verbockt hat.

    Wenn ich das erledigt habe fühle ich mich in dem Fahrzeug sicherer,was vorher nicht der fall war.


    Er muss zwar nicht mehr in den Einsatz, aber trotzdem wird das so repariert wie das muss.

    Viele Nachlässigkeiten summieren sich in der Masse, das will ich verhindern oder richten.


    Jottka z.B. hat bestimmt bestimmt den Schein als Schweissfachmann und darf deshalb ohne Weiteres am Rahmen seines Fahrzeugs schweissen.

    Das darf ich nicht, würde ich auch niemals in Erwägung ziehen. Dafür gibts die Fachkräfte in der Verwandschaft .

    So wie er es macht ist das schon aus meiner Sicht sehr professionell...


    ;-)

  • Ich würde Helicoil Gewindeeinsätze nehmen. Die halten wie original. Das ist lediglich eine Gewindewendel die mit einem einfachen Werkzeug in das passend vorgeschnittene Gewinde eingeschraubt wird. Das hält dann durch Eigenspannung bombenfest.

    klar, Helicoil ist erste Wahl. Timesert ginge auch, dummerweise sitzt das defekte Gewinde in einer Senkung.

    Dummerweise hab ich sowas nur in M5 bis M8, M14x1,25 und M16x1,5.


    Da musste ich doch glatt noch ein Set in M14 x 1, 5 bestellen.


    Aber wer rechnet damit das dort solche Probleme entstehen.


    Übrigens Tricksereien mit Haftstahl Epoxy und Konsorten haben an solchen Punkten nix verloren.

  • Moin,

    das Arbeiten an Bremsenlagen von Fremdfahrzeugen ist per Gesetz nur Meisterwerkstätten des KFZ-Gewerbes gestattet.


    An deinem eigenen Fahrzeug darfst du das schon, solltest aber wirklich wissen wie es korrekt gemacht wird.

    Bremsversagen kann am nächsten Hindernis fatal enden. Hoffentlich sind dann keine weiteren Personen betroffen.

    Wo steht das in welchem Gesetz? Viele Grüße Marcus

  • So, das Gewindereparaturset ist angekommen. Der Gewindeeinsatz liess sich problemlos einsetzen.

    So wie Tom geschrieben hat werde ich wohl die Schraubverbindung an der Stelle mit niedrigerem Drehmoment anziehen.

    Das Radlagergehäuse ist aus Grauguss, die Späne des Gewindeschneiders bröselten , Also recht sprödes Material.

    Mit dem Hammer sollte man da auch nicht grossartig draufklopfen.

    Die nächste Reparaturstufe wäre dann eine Gewindehülse.

    Gewindeeinsätze M14 x 1,5 x 15 passen dort.

  • Das hatte ich auch schon gelesen.

    Was schliesst du daraus ?

    Für mich steht fest, daß ich von Bremsen an Fahrzeugen, die mir nicht gehören, die Finger lasse.

    Ich hab' jahrelang Kundenfahrzeuge als Angestellter einer Meisterwerkstatt repariert, bin selbst kein KFZ-Meister und werde nicht aus Gefälligkeit mit meinem Besitz im Schadenfall haften, auch nicht für Freunde und Bekannte.

    Punkt!

  • Also um das off topic abzuschließen: natürlich darfst du die Bremsen von dir oder deinem Nachbarn aus Gefälligkeit reparieren und wenn man weiterliest auch der KfzHändler ohne Meister darf alles reparieren solang es bestimmte Volumen und Formen nicht übersteigt. Die Haftung ist eine andere Frage. Wieviel Eltern reparieren die Fahrräder ihrer Kinder? Viele Grüße Marcus