Wolf startet nicht – vermutliches Elektrikproblem

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,

    mein Wolf macht derzeit nicht, was er eigentlich soll und ich vermute ein Elektrikproblem.

    Da ich von Elektrik genauso viel Ahnung habe wie vom Kochen – nämlich sehr wenig, wäre ich für jeden Rat dankbar.

    Werde ´mal versuchen mein Problem bestmöglich zu beschreiben.


    Bei Kauf meines Wolf war der Kabelstrang, der zum Vorglührelais und Vorwiderstand führt, im Bereich des Ventildeckels zerschnitten und mit Lüsterklemmen geflickt.

    Dieser Zustand störte mich immer, doch da der Wolf lief und wegen anderer Arbeiten beließ ich diesen Zustand.

    Vor ein paar Tagen hatte dieser schluderig verlegte Kabelbaum Kontakt mit dem Vorwiderstand und

    zwei Kabel waren leicht angeschmort ( dürften jedoch augenscheinlich keinen Kontakt miteinander gehabt haben ). Probleme bereitete der Wolf in jüngster Vergangenheit gelegentlich auch wegen zu schwacher Batterien, so dass er gelegentlich Starthilfe benötigte ( Batterien sind zwar nicht alt, Wolf wurde aber wegen Getriebeschadens sehr wenig bewegt ).


    Das angeschmorte Kabel nahm ich zum Anlass, sämtliche Kabel des Kabelbaums zu verlöten ( Schrumpfschlauch, vernüntige Kabelummantelung und vernünftige,

    feste, Verlegung des Kabelbaums ).

    Voller Freude mit einzeln geladener Batterien Zündschlüssel gedreht, Vorglühanzeige leuchtete auf und erlosch auch nach gewohnter Zeitspanne, tja und dann kam nichts mehr, kein Anlassergeräusch, klein Klicken des Magnetschalters, einfach nichts.


    Zu schwache Batterien sind ausgeschlossen, da ich auch zwei andere, definitiv gut erhaltene Batterien, ausprobierte.

    Der Vorglühwiderstand wurde nach dem Vorglühen warm, nicht heiß.

    Ich entfernte die beiden Stecker des Vorglührelais und stellte fest, dass bei eingeschalteter Zündung

    lediglich beim kleinen Stecker auf der Klemme 15 ( schwarzes Kabel ) Strom anlag, an keinem weiteren Kabel, siehe Anhang.


    Ist dies so richtig, oder muss ich meinen „tollen“ Kabelbaum noch einmal öffnen, weil eine Lötverbindung nicht hielt und auch bei anderen Kabeln/Klemmen bei eingeschalteter Zündung Strom anliegen muss?

    Muss / sollte ich noch andere Dinge prüfen?


    Wäre für jeden Rat dankbar.


    Besten Gruß aus dem

    Norden,


    Rotbäckchen

  • Hallo Stephan,


    ich würde jetzt erstmal vermuten, daß es richtig ist, daß nur auf Kl. 15 bei eingeschalteter Zündung Spannung anliegt. An Kl. 50 dürfte nur dann etwas anliegen, wenn der Anlasser läuft, d.h. in der Start-Position des Zündschlüssels. 31 ist Masse. Ist denn die Masseverbindung in Ordnung? Liegt an Kl. 30 denn die Betriebsspannung an?

    Die anderen beiden Anschlüsse sind für irgendwelche Sensoren/Temperaturfühler.


    Wo bei Kiel bist Du denn?

  • Moin,


    ich habe meine Vorglühanlage komplett neu gebaut.


    das Vorglührelais schaltet nicht den Anlasser, lediglich das Zündschloss.


    Ich habe den Schaltplan nicht vor Augen, doch ich meine das sobald der Anlasser dreht, die Nachglühzeit anfängt zu laufen.

    Mehr nicht, dies habe ich komplett außen vor gelassen.


    Liegt am Magnetschalter Spannung an wenn das Zündschloss auf starten steht?


    Gruß Steffen

  • Hallo Stephan,


    der Anschluß LA geht zur Vorglüh-Kontrolleuchte, der NTC-Anschluß ist ein Temperaturgeber. Solange die Betriebsspannung an Kl. 30 vorhanden ist und das Kabel bis dahin in Ordnung ist, könnte es das Vorglühsteuergerät sein. Der Anschluß 50 ist parallel zum Anlasser/Magnetschalter am Zündschloß angeschlossen.


    Löten ist aber im Fahrzeugbereich keine zielführende Verbindungsart, sofern es denn überhaupt zulässig sein könnte. Insbesondere in Verbindung mit Schraubklemmen ist damit dauerhaft keine sichere Verbindung möglich und daher in der Hausinstallation verboten.

    Das Lot zieht durch die Kapillarwirkung in die Litze und verfestigt sie dadurch, weswegen sie bei Vibrationen abbrechen kann.

  • Halleno,


    zunächst einmal vielen Dank für eure Ausführungen. Übermorgen werde ich wieder Zeit haben und dann ein paar Dinge aus

    euren Hinweisen prüfen / durchmessen. Ein Vorglührelais habe ich noch als Ersatzteil liegen.

    Mmmh, dachte, es sei eine gute Idee, die Lüsterklemme durch Verlötung zu ersetzen, was wäre dann eine Alternative ( außer neuer Kabelbaum? )?


    Andreas:

    Habe Dir eine Mail geschickt


    Für weitere Tipps wäre ich natürlich weiterhin empfänglich:yes:


    Besten Gruß,


    Stephan

  • Hallo Stephan,


    bis jetzt ist nichts gekommen, weder Mail noch PN :no:

    Kann es sein, daß Du die an einen anderen Forumsteilnehmer geschickt hast und nicht an mich dd1lm ?


    Für die Leitungsinstandsetzung wäre ein Crimpverbinder Stand der Technik. Soweit zugänglich (könnte ich mir hier vorstellen), würde ich hier sicher die komplette Leitung einfach austauschen. Vermutlich dürften an beiden Seiten Ringkabelschuhe sein. Das müßte man im Einzelfall entscheiden.

  • Ah, noch eine Aufgabe, besten Dank Mark.


    Werde alle Tipps brav der Reihe nach abarbeiten.


    Andreas:

    Dieser Automatismus bei den im Forum angezeigten Emailadressen funktioniert bei mir meist nicht, habe Dir nun aber eine Mail geschickt.


    Krimpverbinder?

    Du meinst doch jetzt aber keine Kabelschuhe, oder?

    Habe ´mal in einem Fachbuch über Motorradelektrik gelesen, dass Lüsterklemmen ein absolutes "no go" seien, Kabelschuhe / Quetschverbinder auch nicht gut seien und Löten das Beste sei. Aber gut, auch nicht jeder Buchautor muß Recht haben, lasse mich gerne eines Besseren belehren.

    Danke für den Tipp


    Habe eben ´mal gegoogelt, nun weiß ich, was Crimpverbinder sind. Wie schaut es mit den ähnlich aussehenden Stoßverbindern aus, die durch Wärme die Kabel zusätzlich verbinden sollen?

  • Hallo Stephan,


    Deine Mail ist angekommen.

    Kabelschuhe sind schon richtig, aber zwischen Quetschverbindern (die bunten aus dem Baumarkt) und professionellen Crimpverbindungen ist schon ein Unterschied. Auch werksseitig ist ja im Auto alles gecrimpt.

    Ich melde mich morgen Mal bei Dir.

  • Ohne das jetzt mit Vorschriften zu belegen kann ich da folgendes ergänzen


    Ja professionell crimpen ist der richtige weg.Durch die hohen Presskräfte ist eine sichere Verbindung gegeben.

    Der Faktor Wärmeausdehnung durch schlechte Crimpverbindungen können gefährlich werden. Kabelbrände sind dann nicht mehr auszuschliessen.

    Reine Lötverbindungen können zu ähnlichen Problemen führen wenn Sie schlecht ausgeführt werden. Zinn/Blei/Silberlegierungen haben einen schlechteren Leitwert wie Reinkupfer..

    Ich crimpe meine Kabelverbindungen und sichere die Verbindung abschliessend durch verlöten. das vehindert auch Korrosion in der Crimpverbindung (Grünspan).


    Wenn der Anlasser nicht richtig angeschlossen ist dann geht alles Nachfolgende auch nicht.


    Schnell ist dann auch mal eine Verbindung falsch gesteckt oder gar nicht angeschlossen.

    Übersehen werden auch defekte Sicherungen.


    Der Tip von Mark1 bezüglich defekter Kontakte oder eines hängenden Magnetschalters hat schon was.

    Auch das Zündschloss könnte ein Kandidat sein.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch:

    Einmal editiert, zuletzt von Friedrich ()

  • Es ist auch gut möglich das einfach nur der Anlasser defekt ist.

    War bei mir auch so wie von dir beschrieben.

    Als ich meinen Wolf wieder zusammengebaut habe, und ich das erste mal starten wollte, machte er nicht einen Ton. Ich dachte auch erst das ich was falsch angeschlossen oder vergessen habe.

    Nachdem ich dann einen neuen Magnetschalter eingebaut hatte lief er wieder.

    Deswegen prüf mal ob Spannung am Anlasser beim Starten ankommt, oder mit einem Stück Kabel den Anlasser überbrücken um zu Testen ob er dreht.

  • Es ist auch gut möglich das einfach nur der Anlasser defekt ist.

    War bei mir auch so wie von dir beschrieben.

    Als ich meinen Wolf wieder zusammengebaut habe, und ich das erste mal starten wollte, machte er nicht einen Ton. Ich dachte auch erst das ich was falsch angeschlossen oder vergessen habe.

    Nachdem ich dann einen neuen Magnetschalter eingebaut hatte lief er wieder.

    Deswegen prüf mal ob Spannung am Anlasser beim Starten ankommt, oder mit einem Stück Kabel den Anlasser überbrücken um zu Testen ob er dreht.

    genau 😉👍🏻

  • Es ist auch gut möglich das einfach nur der Anlasser defekt ist.

    War bei mir auch so wie von dir beschrieben.

    Als ich meinen Wolf wieder zusammengebaut habe, und ich das erste mal starten wollte, machte er nicht einen Ton. Ich dachte auch erst das ich was falsch angeschlossen oder vergessen habe.

    Nachdem ich dann einen neuen Magnetschalter eingebaut hatte lief er wieder.

    Deswegen prüf mal ob Spannung am Anlasser beim Starten ankommt, oder mit einem Stück Kabel den Anlasser überbrücken um zu Testen ob er dreht.

    Hallo Rotbäckchen, wie du es beschreibst, würde ich auch wie XXSaschaXx auf den Anlasser tippen. Als ich vor drei Jahren mein 96iger Cabrio (anderes Fabrikat) nach dem Winterschlaf wieder in Betrieb nehmen wollte passierte auch nichts. Kein Klacken, kein Summen. Ich habe dann den ADAC gerufen zwecks Fehleranalyse. Die Batterie war trotz dem biblischen Alter von 13 Jahren noch o.k., der Anlasser war einafach überaltert und hinüber.


    Zum Vorglührelais, bei mir war keines verbaut als ich das "aufgegebene Projekt" aus Gotha übernommen habe. Angesprungen ist er trotzdem, wenn auch nicht so gut wie bei ähnlichen Temperaturen wie jetzt. Der Anlasser hat sogar den Motor überlebt und ist erst letztes Jahr getauscht worden.

    War aber auch kein Wolfanlasser sondern 12 V Umbau.


    Beste Grüße

  • Ich mag diese Forum und die ganz Tipp :thumbsup-blue:


    Ich taete wohl wenn dein Fehler gefunden ist geschaut das dein Kabelbaum nicht geflickt bleibt sonder repariert oder getauscht ist. Es bringt dir gar nix wenn deiner Karre im Fackle umgewandelt wird oder?

    Vielleicht hat sogar der Andre von Wolf Teile Shop etwas parat zum guten Kurs - es ist nur meiner Meinung.... Ich habe es mal beim Wolf erlebt wie das Dashboard im Rauch ging nach falsche Kabel Belegung fuer ein DZM --- ist kein Spass:no:

  • Ja, wie Wehrwolf schon schrieb, in diesem Forum gibt es einfach tolle Mitglieder mit unheimlich viel Sachverstand und der Bereitschaft zu helfen.

    Dafür möchte ich mich auch schon schon ´mal bedanken.


    Habe mir schon eine Liste zum Abarbeiten / Prüfen der viele Hinweise und Tipps erstellt und morgen werde ich die Zeit haben, mich mit dem Wolf zu beschäftigen.

    Bin selbst sehr gespannt und werde selbstverständlich Nachberichten.

    Und ja, um die teilweise schlecht verlegten Kabel, die vermutlich nach dem Motorenumbau ( beim Vorbesitzer ) entstanden, werde ich mich auch noch kümmern, doch zunächst einmal muss der Wolf wieder laufen,


    besten Gruß,


    Stephan

  • Moin, liebe Forumsgemeinde,


    dank Eurer Hilfe läuft der Wolf wieder.:H:

    Habe alle von Euch vorgeschlagenen Prüfpunkte

    gemessen und am Ende blieb der Anlasser übrig.

    Glücklicherweise hatte ich noch einen liegen.


    “Wölfchen“ hat dann gleich noch eine neue Ventildeckeldichtung

    ( Art.-Nr. A 602 016 02 21 ), einen neuen Dichtring ( Art.-Nr. A 601 016 01 63 )

    und den Schlauch ( Art.-Nr. 601 010 04 70 ) der Kurbelwellengehäuseentlüftung am Ventildeckel erhalten. Nun leckt er ein bißchen weniger.


    Ach ja, ein stark poröser Schlauch einer Spritleitung wurde bei der Arbeit auch bemerkt und ausgetauscht.


    Nichtsdestotrotz werde ich bei Zeiten die Lötstellen heraustrennen und gegen Quetschverbinder

    austauschen ( die etwas dickwandigeren mit einer vernünftigen Quetschzange schon bestellt ).


    Dann kann ich mich nun um meine leckende Harley und dann um den bereits viele Jahre nicht mehr gelaufenen 230 GE kümmern ( dazu werde ich sicherlich wieder einmal das Forum bemühen …... ).



    Nochmals besten Dank

    und bleibt gesund,


    Stephan:H: