Tacho (Geschwindigkeits)Mechanik reparieren und Anzeige justieren

  • Hi zusammen,


    da es etwas umfangreicher wird und die alten 'Tacho- Themen' schon sehr lange her sind, fange ich mal was Neues an ...


    Habe ich mich doch vor Kurzem erst über die genaue Geschwindigkeitsanzeige meines Tachos gefreut, fängt die Nadel wieder das Pendeln an ;(

    Also Tacho zerlegt - Ursache waren die Einlaufspuren in dem Sicherungsblech der Magnetradwelle (fing ja schon 2013 an):



    (eingebaut liegt diese Seite des Blechs unten)


    Beim Tachodienst habe ich ein (leider nur so ähnliches, im Bild unten) Laser- Blech gefunden, musste für die richtige Passform daher noch 'Nachfeilen'



    Alles wieder schön eingebaut und die Nadel steht wieder ganz ruhig.


    Der Schreck =O kam dann mit der nächsten Ausfahrt, plötzlich geht der Tacho (im Vergleich zu Navi + Mopedtacho) ca. 10% nach :huh: darf er natürlich nicht :daumenrunter:

    Dann fiel mir ein, dass mir das Magnetrad mal runtergefallen ist, d.h. es hat sich dabei wohl etwas entmagnetisiert. (Kann man ja bei Material od. Werkzeug durch Klopfen erreichen)

    Also zur 'Schadensaufnahme' das Auto mal wieder an den 'Tacho- Prüfstand' (oder umgekehrt):



    und 'Prüfprogramm' durchlaufen:


    sind tatsächlich 10%, also muss das Magnetrad wieder 'etwas' aufmagnetisiert werden. Dazu braucht man als 'Werkzeuge' Kompass und einen starken Magneten (z.B. aus einer def. Festplatte):



    Diese Magnete gehören zwar noch nicht zu den 'Todes- Magneten', Finger einklemmen tut aber schon richtig weh. Daher 'was Richtiges zum Anfassen' dranschrauben.

    Dann die Magnetisierung des Rades herausfinden und Lage (hier der Südpole) markieren:



    ist also 4-polig, d.h. trägt quasi 2 Magnete in sich. Zum Aufmagnetisieren (Verstärken) braucht es gegensätzliche Pole (z.B. N- Rad auf S- Magnet), zum Abmagnetisieren (Schwächen) gleiche. Bei Letzterem das Rad gut festhalten, sonst dreht es sich um 90°! Da ich beim ersten Verstärken noch kein Gefühl für die Kräfte hatte, klatschte der Magnet natürlich gleich ans Rad, das dadurch viel zu stark magnetisiert wurde. Also wieder reduzieren und iterativ rantasten. Nach 5 Durchgängen hatte ich es dann:



    War doch ein ganzes Stück Fieselarbeit :schwitz:, aber jetzt funktioniert er wieder richtig ...

  • Super....:thumbsup:


    Mein Tacho braucht auch so eine Kur, da der Tacho 10km/h nach geht.. Und da der Kilometerzähler seit Jahren nicht mehr geht und das Glas die üblichen Sprünge hat und die Tankuhr auch nach dem Mond geht....könnte ich doch mal....:rolleyes:


    Auch was, ich schmeiß das Teil weg...~{

    Gruß Olli


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  • wie oft hast Du den zusammen- und wieder auseinandergebaut?

    komplett ja 'nur' 2x: 1x der Blechtausch und 1x für die Magnetisierung.

    Für die Zwischenschritte muss ja nur das 'Glocke-Zeiger-Skala' Teil auf das 'Getriebe'- Gehäuse (= 2 Schrauben):

    Bei Antrieb mit Akkuschrauber (mit 5x5 Vierkant), Anzeige 'vorher' 62 km/h bei max. Drehzahl

    -> Hochrechnung (3Satz) Ziel = (112/100) * 62 km/h = 70 km/h

    Dann wieder komplett Zusammenbau und Verifizierung im Fahrzeug.

    Mit Rüstzeiten 2x 1/2 Tag ...


    P.S.1: Die schon mal angesprochenen feinen Doppelstriche am Skalenrand sind vermutlich Justiermarken für die Produktion:

    Es werden 3 Drehzahlen angefahren (genau genommen ist der Tacho ja ein Drehzahlmesser) und der Zeiger muss dann jeweils zw.

    den Marken liegen.

    P.S.2: Von der filigranen Drehfeder habe ich absichtlich die Finger gelassen - das ist mehr was für den Uhrmacher ...