Ein Däne wird Schweizer

  • Hallo allerseits,


    ich bin zwar schon seit sieben Jahren stolzer Wolf-Nutzer und seitdem auch immer mal wieder Gastleser hier im Forum. Aber bisher hatte ich noch nie selbst so richtig am Wolf "rumgebastelt". Ich nutze ihn, seit ich ihn habe als Fahrzeug fürs Jagdrevier und den Hof. Nun hat aber ein TÜV-Prüfer den Anlass geschaffen, dass ich mich mal gründlicher um das Fahrzeug kümmern muss.


    Es handelt sich um einen 240D "Dänenwolf" mit langem Radstand. Die Karosserie ist massiv von Korrosion betroffen aber der Rahmen, Fahrwerk, Motor und Getriebe sehen soweit ich das beurteilen kann noch sehr gut aus. Ich hatte auf jeden Fall noch nie technische Probleme oder Pannen. Nur das Heizungsgebläse war mal ausgefallen.


    Ich hatte erst in verschiedenen Werkstätten angefragt, ob sie die Karosserie schweißen würden. Aber entweder wollten sie nicht oder die Kostenvoranschläge waren so erschreckend, dass ich zwischenzeitlich schon überlegt hatte, mich von dem Wolf zu trennen. Aber letztendlich hat dann doch das Herz gesiegt...


    Hinzu kam, dass ich eine hervorragend erhaltene Karosse mit langem Radstand erstehen konnte. Lange Karosserien stehen bezüglich Verfügbarkeit ja auf einem Level mit dem Heiligen Gral... Für den Wechsel der Karosse hatte ich wieder bei verschiedenen Werkstätten angefragt. Abermals war das Ergebnis aber eher ernüchternd. Ich habe mich deshalb entschlossen, mich selbst in das "Abenteuer Wolf-Restauration" zu stürzen.


    Dank der TDV gibt es ja eine hervorragende Checkliste. Am vergangenen Wochenende habe ich mit etwas Hilfe die alte Karosse vom Rahmen abgenommen. Dies lief erstaunlich problemlos. Bis jetzt überwiegt das Gefühl, dass es cool ist, so etwas mal zu machen. Endlich versteht man mal, wie so ein Auto funktioniert. Ich hoffe, beim Zusammenbau läuft es auch wieder so! Im Laufe der Arbeiten wurde deutlich, dass die Karosse wirklich nur noch etwas für jemanden ist, der viel Zeit und Lust auf Schweißen hat. Der Rahmen hat mich aber positiv überrascht.


    Aktuell stehen die Karosserie und der Rahmen schön trocken nebeneinander bei mir in der Scheune. Die neue Karosserie wartet auf das Armaturenbrett und sonstige Komponenten aus der alten Karosserie und der Rahmen soll jetzt noch sinnvoll behandelt werden. Ich habe nicht das Know-How, Zeit, Geld und Muße, für eine museumsreife Oldtimer-Restauration. Mir geht es darum, die Substanz und Einsatzfähigkeit langfristig zu erhalten.


    Fürs Konservieren habe ich Fluidfilm und Permafilm sowie eine Druckbecherpistole besorgt. Ich überlege aber, was man sinnvollerweise jetzt noch auf jeden Fall machen sollte, wo man perfekt und bequem an alles rankommt. Ich überlege die Bremsleitungen, Sperrenleitungen und die Spritleitungen zu ersetzen. Ich habe zwar aktuell keine Probleme. Aber die sehen schon sehr korrodiert aus.


    Was würdet ihr empfehlen?


    in einem zweiten Posting stelle ich gleich noch ein paar Bilder ein, damit ihr eine Vorstellung bekommt.


    Alles Gute vom Rand der Probstei

  • Horrido in die Probstei!


    Wenn du Stehbleche schreibst, meinst du die Radstehbleche als Fachbegriff? Also das innere Gegenstück zu den Kotflügeln?

    Falls du Interesse an einer dauerhaften Lösung hast kannst du gern bei mir 'reinschauen. Momentan ist mein G noch für informative Blicke offen.

    Ich habe eine Lösung mit Edelstahl und Radlaufschalen

    („Innenkotflügeln“) aus Kunststoff umgesetzt.


    Waidmannsheil aus Kleinflintbek

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Horrido zurück! Vielen Dank für das schnelle Feedback.


    ich meine die großen Bleche, die auf der IInnenseite der Räder von der Karosserie bis nach vorne neben den Kühler verlaufen. Auf der rechten Seite ist der Luftfilter dran montiert. Links Kabelanschlüsse und Ausgleichsbehälter.


    Über Innenkotflügel denke ich auch nach. Hast Du die ganzen Stehbleche mit Edelstahl umgesetzt?


    Waidmannsheil aus Schlesen

  • Ich habe aus VA-Winkelstahl Halter für die Kotflügelkante oben und unten für die Innenkotflügel gebaut. Die Winkel stoßen vorn an einen senkrechten U-Träger aus VA (links u. rechts) neben dem Kühler wo auch die Verschraubung unten an den Rahmen durchgeht. Kabinenseitig wird das an den vorhandenen Befestigungpunkten befestigt.

    Rechts ist die Konstruktion offen (vom Motor zum Kotflügel), links ist ein VA-Blech für Elektrik, Druckspeicher und die anderen Sachen dort angebracht.

    Die originalen Stehbleche waren bei meinem G vergammelt und sind jetzt nicht mehr nötig. Die Innenkotflügel dichten gegen die Räder ab.


    Ich kenne Klaus, den Besitzer von Charlottental. Liegt ja gleich neben Schlesen.

    Dort wohnst du aber in einer wirklich schönen Ecke!

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Ah! Vielen Dank. Da stand ich auf dem Schlauch. Hatte mir aber schon so was gedacht.


    Heute ist auf jeden Fall die neue Karosserie in die Scheune gekommen. Da kann jetzt das Armarturenbrett ummontiert werden...