Welche Stiefel trägt die BW aktuell?

  • Moin,


    Das neue Ausrüstungskonzept der Bundeswehr sieht vor, dass jeder Soldat nicht nur zwei Leder-Kampfstiefel erhält, sondern zusätzlich ein 3. Paar leichte Stiefel ("Topenstiefel"). Die Stiefel werden von drei verschiedenen Herstellern gestellt. Haix, Lowa und Meindl. Bei Wikipedia gibt es auch schon etwas darüber zu lesen.:


    AusbWikipedia:

    Letztendlich erhält jeder Soldat im Grundbetrieb drei paar Kampfschuhe – zwei schwere (Gore-tex) und ein leichtes Paar (mit Textileinsatz).[58] Im November 2017 begann die Verteilung des leichten Schuhwerks, zunächst nur an Soldaten die in einen Einsatz gehen und ab Januar 2018 wurden die ersten schweren Kampfschuhe ausgeteilt. Die leichten und schweren Schuhe der Männer und Frauen werden von drei Herstellern produziert. Die Männerschuhe werden von den Firmen Meindl und Haix hergestellt, die Frauenschuhe von Meindl und Lowa. Männer und Frauen können sich auch das Schuhwerk des jeweils anderen Geschlechts für den Dienst aussuchen. Bei den Männerschuhen sind leichte Bauunterschiede zwischen den Modellen von Meindl und Haix festzustellen. Die Sohlen werden vom italienischen Hersteller Vibram geliefert.

    Der neue Schuh zeigt optische Ähnlichkeiten zum bereits existierenden US-Modell. Die neuen Stiefel werden naturfarben sein und zum ersten Mal eine Raulederoberfläche besitzen. Aufgrund von bestehenden Bundeswehrvorgaben durften die schweren Modelle jedoch nur im klassischen Schwarz ausgeliefert werden, da diese auch für den Formaldienst eingesetzt werden. Lediglich die leichten Stiefel, die eine Neuerung sind, bleiben braun. Das Rauleder ist pflegeintensiver als die bisherigen Glattledermodelle, aber offenbar kann die raue Oberfläche nicht so abschmirgeln, wie dies bei den letzten Bundeswehr-Schuhmodellen der Fall gewesen war.[59]


    Quelle:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kampfstiefel_(Deutschland)


    Ich persönlich bin noch nicht mit diesen Schuhen eingekleidet, etliche meiner Kameraden allerdings schon. Die Schuhe unterscheiden sich, je nach Hersteller, nicht nur rein optisch deutlich, sondern sollen auch von der Passform her sehr unterschiedlich sein. So dass die Kameraden sich den Schuh aussuchen konnten, der für ihren Fuß am besten passt. Ich weiß nicht mehr, welcher Hersteller ist war, aber einen von beiden empfinde ich als grottenhässlich. Soll aber am Ende ja funktional sein.


    Gruss Christian

  • Ich würde an Deiner Stelle (und habe es letztes Jahr auch so gemacht) zum nächsten Schuhfachgeschäft gehen und mir die Schuhe nach meinem Bedarf und Fuß aussuchen.


    Mit dem von mir ausgewählten Schuh bin ich dann nach einer 10km-Proberunde als nächstes 52km an einem Tag gelaufen und hatte keine Probleme. Darauf würde ich mit einem BW-Kompromissschuh nicht hoffen...

  • Das Rauleder ist pflegeintensiver als die bisherigen Glattledermodelle, aber offenbar kann die raue Oberfläche nicht so abschmirgeln, wie dies bei den letzten Bundeswehr-Schuhmodellen der Fall gewesen war.[59]

    Da wird wohl bei der Bundeswehr auch umgedacht werden müssen : Die Amerikaner, die ja ähnliche Stiefel schon länger tragen, sollen diese angeblich gar nicht mehr pflegen - die Dinger werden ein halbes Jahr getragen und dann ersetzt. Leider finde ich den entsprechenden Artikel in den Tiefen des Netzes nicht mehr .


    Macht aber irgenwie auch Sinn. Die Qualität der Stiefel lässt eh kein langes Tragen mehr zu - also werden Wegwerfstiefel produziert, die nicht mehr gepflegt werden müssen . Dazu passt ja, dass die schweren Stiefel aus schwarzem Glattleder sein müssen : diese können für den Formaldienst poliert werden ...

    Ob die Langlebigkeit bei denen besser ist, darf bezweifelt werden .

  • Hier eine offizielle Aussage zu dem Thema:

    Gruß - Kai


    BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK Küste - BGS See/KüEH

  • Hallo Freunde von Lack und Leder,


    die Zeiten ändern sich (leider mal wieder nicht zum Guten). Gab es für den einfachen Landser bisher 2 Paar hochwertige schwarze Lederstiefel, die relativ einfach zu pflegen waren, rollt nun eine Welle aus verschiedenen Funktionsmaterialien auf den Träger zu. Die Schuhe sollen wasserdicht, aber dennoch atmungsaktiv sein, Stickwort Goretex. Die Version für heiße und trockene Regionen (was sollen wir da?) ist nunmehr aus Rauhleder, und kann gar nicht mehr mit Schuhcreme geputzt werden. Eine Reparatur ist nicht mehr möglich, alles Einwegprodukte, was für eine Verschwendung. Zugegeben, die alten Kampfstiefel hatten einige Nachteile, aber dafür halten meine Stiefel seit 1983 klaglos an meinen Füßen durch. Die werden mich bei weiterhin guter Pflege überleben. Überleben werden diese Wegwerfstiefel auch, allerdings als Sondermüll, der dann wirklich in den warmen Ländern entsorgt wird.


    Ich könnte heulen, wenn ich sehe was im Großen und Kleinen aus dieser Bundeswehr geworden ist, aber das ist ein anderes Thema.


    Gruß vom Stiefelknecht


    24-volt

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  • ..nun ich habe 12.18 meine alten Stiefel gegen die neuen Meindl getauscht. Ab da bin ich mit diesen ganzjährig ca. 140 km im monat marschiert.

    Der Tragekomfort ist klasse, ab dem 1 meter keinerlei Probleme...trotz Pflege fängt aber nun leider die Sohle an sich vorne vom Schuh zu lösen..

    Also nach 2 Jahren und ca. 3500 km...:/ ..

    Gruß
    Stefan


    www.ig-hmt.de


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  • ...ja Stefan, die Garantiezeit haben sie überlebt...


    und leider ist Nachhaltigkeit trotz der ganzen "Wir retten die Welt-Debatte" paradoxer Weise kein Tema mehr!


    5km am Tag auf High Tech-Stiefeln, die wirklich sehr komfortabel sind, ist natürlich eine wirklich schlechte Bilanz für das Produkt.


    Bernd grüßt