Metallteile Gummibeschichten / Gummibeschichtung reparieren ?

  • Mich treibt gerade die Reparatur eines Hydrair-Bremsgerätes um (ausführlicher Bericht folgt).

    Dabei gibt es ein Doppelventilkegel, der die Luftzufuhr steuert.

    Wie man ist das Gummi in Bereich des Ventilsitzes schon verschlissen.


    Ein erster Reparaturversuch mit Silikon sieht erst mal nicht schlecht aus...

    (bitte keine Diskussion über die Farbe :T)

    Fakt ist aber, dass das Silikon nicht vernünftig auf dem Gummi haftet und sich wieder abziehen läßt.


    Daher die Frage: Welche Möglichkeiten gibt es, die beschädigte Gummibeschichtung zu reparieren ? Oder wie ließe sich eine Neuanfertigung mit Gummi beschichten ?


    Den Ventilsitz (Alu-Druckguss) werde ich mit einem Kegelsenker bearbeiten, so dass sich ggf. der Sitz am Kegel etwas verschiebt, dennoch wäre eine Alternative im Bezug auf das Gummi wünschenswert.


    Danke und Gruß


    Peter

  • Normalerweise haben wir so ne kleine Firma an der Hand die uns verschlissene Gummilager aufarbeiten. Leider ist jetzt im 2. Lockdown auf unbestimmte Zeit zu und ich selbst sitze mit den Motorlagern auf dem Trockenen.

    Ich schick meinem Graukittel mal ein Foto von dem Teil und frag mal ob es möglich wäre sowas aufzuarbeiten.

    Gruß

    Mario

  • peter

    Hab das nur mal irgendwo gelesen,das sich jemand Buchsen aus PU gegossen hat.

    Sogar die Shore Härte ginge zu beeinflussen.

    Weiss nicht mehr genau wo ich gelesen hab. Ist schon ne Weile her. Eigene Erfahrungen hab ich damit leider keine.

    Bleibt allerdings noch die Frage nach der Ölbeständigkeit,nicht der Kram zerbröselt wenn etwas Ölnebel in der Druckluft sein sollte.


    gruss nobi

  • Moin,

    Sikaflex als PU-Klebe- und Dichtmasse haftet schon extrem gut, auch auf Gummi.

    Aber ich glaube nicht, dass es in Sachen Festigkeit und Verschleiß mit Gummi mithalten kann.

    Möglicherweise ist der damit reparierte oder gefertigte Kegel schon nach kurzer Zeit wieder undicht.


    Gruß und Guten Rutsch aus HL


    Andreas

  • Die Frage ist, ob sich der Gummikegel nicht einfach nachsetzen lässt.

    Biss die ausgefranste Stelle wieder ordentlich trägt.


    mfg Patrick

    Feil Dir keinen ab, lerne Drehen und Fräsen!
    Über 7 Millionen Österreicher können nicht richtig Drehen und Fräsen.

    "dats ned bandan nemts ahn droht" :schweißen:
    Freilauf Dioden aus Freilandhaltung :D

  • Die Frage ist, ob sich der Gummikegel nicht einfach nachsetzen lässt.

    Aber wie bearbeitet man Gummi, so dass es eine einwandfreie Oberfläche gibt ?
    Tiefgekühlt schleifen ? hmmm
    Habe den Sitz schon nachgesenkt, so dass sich nun ein neuer 'Tragring' ergibt - geht allerdings auch nur begrenzt häufig.

    Das ist übrigens die Stelle an der ein Hydrair die Luft verliert, wenn es steht.


    Werde trotzdem mal einen Sika-Test machen und berichten.


    Gruß - und kommt gut 'rüber'


    Peter

  • das PUR-Gießen hatte doc404 damals hier sehr schön beschrieben. mit der entsprechenden form eine sehr einfache sache und wie schon erwähnt, shore-härte wählbar.


    beim beschichten mit -was auch immer- hätte ich bedenken, daß sich irgendwann doch etwas ablöst und dann brocken im hydrair unkontrolliert umherwandern.

  • Zum ausbessern würde ich Sika-flex , schwarz, nehmen.

    Japp - also ein Test mit Sika gemacht.

    Um eine vernünftige Oberfläche zu erzielen langsam im Akkuschrauber drehen lassen und mit so einem Silikon-Abzieher versucht was ebenes daraus zu machen. Not too bad.



    beim beschichten mit -was auch immer- hätte ich bedenken, daß sich irgendwann doch etwas ablöst und dann brocken im hydrair unkontrolliert umherwandern.

    Da formschlüssig der Kegel umschlossen wird, wäre eine verminderte Haftung nicht so kritisch, solange die Beschichtung ihre strukturelle Integrität bewahrt :T^^.

    Würde ich aber dann testen, wenn mir das erste Hydrair in die Hände fällt, dass das nötig hat.


    Gruß


    Peter


    (ach ja: noch alles Gute für 2021 und bleibt gesund :thumbsup:)

  • Alles richtig

    Aber....


    Das reparierte Teil gehört zur Bremsanlage.Da würde ich nicht auf diese Weise reparieren.

    Sinnvoll wäre bestimmt die Kegel aus Pom nachzufertigen. Vermessen und dann z.B. von einem Modellbauer drehen lassen.

    Es gibt im Netz auch Auftragsfertiger für sowas nach Zeichnung oder Skizze

  • Das reparierte Teil gehört zur Bremsanlage.Da würde ich nicht auf diese Weise reparieren.

    Das stimmt ! Impliziert aber eine nicht gegebene Gefährdung. Eine ungenügende Funktion des Kegels bewirkt zunächst nur, das ggf. auf der Druckluftseite zu eine Undichtigkeit kommt. Das ist im laufenden Betrieb unerheblich, denn der Kompressor fördert genügend Luft. Ärgerlich ist nur, dass nach längerem Stillstand erst mal 'Luft gepumpt' werden muss.


    Eine Nachfertigung rein aus Kunststoff scheint schwierig, denn die beiden Ventilhälften werden mit einem filigranen Zylinderstift verbunden. Das erscheint bei Kunststoff doch etwas fragil.

    Also Metallstifte mit Kunststoffkegel, die aber wieder mit einander verbunden werden müssen. Geht alles, aber wird dann doch recht aufwendig.

    Vermessen ist schon passiert, wer also den Ehrgeiz hat sich da kreativ zu betätigen, dem können die entsprechenden Daten zur Verfügung gestellt werden.


    Gruß


    Peter

  • moin Peter,
    spricht etwas dagegen den Kegel komplett aus Alu zu drehen und an der fraglichen Stelle einen Dichtring aus Belgien einzusetzen?
    Einfach die Autobahn langstolpern: [https://www.sealtech.be/de/]
    Gruß


    Anamnese: Den LKW-Schein auf der Emma gemacht als die ersten MAN KAT 8x8 in Dienst gingen. In der Grundausbildung wurde ich mit dem Detroit Diesel Virus in der Wanne der Panzerhaubitze M109G infiziert.

    Heute leb ich damit - kein Az kann mir helfen - mit der Idee einen 12V92TAB umgekehrt ins Heck eines KAT 4x4 einzubauen um damit die road of bones zu befahren.

    Wo bin ich also nicht besser aufgehoben als wie hier?

  • Zitat

    Das reparierte Teil gehört zur Bremsanlage.Da würde ich nicht auf diese Weise reparieren.

    nicht ganz. der hydrair dient lediglich der bremsverstärkung. also auch bei totalausfall bleibt die bremse voll funktionsfähig.

  • spricht etwas dagegen den Kegel komplett aus Alu zu drehen und an der fraglichen Stelle einen Dichtring aus Belgien einzusetzen?

    Hatte auch schon überlegt, die dichtende Elastomer-Schicht nach 'außen' zu verlagern, alerdings haben die dortigen Bauteile auch nicht allzuviel 'Fleisch' um einen Dichtring einzulassen.

    Am einfachsten wäre ein O-Ring, in eine entsprechende Nut eingeklebt.



    Benedikt: vielen Dank für den Tipp in Belgien - zumal das Hydrair noch weitere Dichtungen beinhaltet, die offenbar der Obsoleszenz anheim gefallen sind.


    Gruß


    Peter