CVR(t) FV103 Spartan - Ein Projekttagebuch

  • Hallo,

    ich möchte euch hier an meinem kleinen Panzerprojekt teilhaben lassen. Ich erhoffe mir dabei ein paar gute Tipps und Tricks durch erfahrene Militärfahrzeugsammler und ein paar nette Kontakte für die Zukunft. Freue mich also über alle konstruktive Kommentare and Anregungen.


    Worum geht es?:

    Seit vielen Jahren beschäftige ich mich schon mit der Britischen Armee in den 70er und 80er Jahren, also zur Zeit des kalten Krieges und vor allem des Falkland Krieges. Nach vielen Jahren sammeln von persönlichen Ausrüstungsgegenständen, Uniformen und Waffen Replikas und deren Zubehör, habe ich nun im ersten Corona Lockdown entschlossen, die Sammlung zu veräußern und in eine neue Richtung zu gehen. Also soll es ein CVR(t) ( Combat Vehicle Reconnaissance (Tracked) ) werden. Genauer gesagt die APC, also Truppentransport Variante FV103 Spartan. Diese werden seit ein paar Jahren noch recht günstig von der britischen Armee ausgesondert und auf den zivilen Markt geworfen. Weil die Preise inzwischen aber stark anziehen, heißt es jetzt oder nie.


    Was soll es werden?:

    Damit ich vor allem auch was habe, an dem ich die nächsten Jahre basteln kann, suche ich ein Fahrzeug, das da viel Potential besitzt. Allerdings sind meine Erfahrungen was Motoren, Getriebe, Ketten, Aufhängung und so weiter angeht begrenzt. Also lasse ich mir ein Fahrzeug in den Bereichen professionell in GB herrichten und lasse den kompletten Rest (Innenraum, Periskope, Intercom usw.) unberührt für mich als Bastelaktion.


    Was muss also getan werden, oder wie geht es jetzt weiter?:

    Im Grunde habe ich folgende Etappen vor mir:

    Etappe 1: Fahrzeug und Händler in UK suchen, der mir ein Fahrzeug nach meinen Wünschen anbietet und/oder herrichtet.
    Etappe 2: Demilitarisierungsanfroderungen nach KrWaffUnbrUmgV vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermittlen.
    Etappe 3: Fahrzeug nach den erforderlichen Angaben und Wünschen herrichten lassen.
    Etappe 4: Umgangserlaubnis nach KrWaffUnbrUmgV beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragen.

    Etappe 5: Import und Transport des "fertigen" Fahrzeugs nach DE organisieren.

    Etappe 6: Glücklich sein!


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    Etappe 1 - erledigt

    Nachdem ich nun schon lange den Markt beobachte und nach einigen Persönlichen Anfragen hier und dort, bin ich am Ende beim Britischen Platzhirsch was CVR(t) Fahrzeuge angeht gelandet. Bei Andrew Baker bzw. Military Vehicle Solutions Ltd. in Großbritanien. Die Facebook Gruppe CVR(T) Appreciation Group war schon lange eine meiner Hauptquellen was Infos angeht. Hier hat sich auch schnell herauskristallisiert, dass es insgesamt eigentlich nur drei Firmen in GB gibt, die sowas durchführen. Und nachdem ich alle Kontaktiert habe bin ich dann eben nach vielen freundlichen Telefonaten und Bilderaustausch bei den Jungs aus Dunchurch, Rugby gelandet. Ohne weitere Umschweife also; Dieser Spartan wird es werden:

    spartanlkj50.jpg


    Ein FV103 Diesel Spartan mit 5,9l Cummins B Motor. Ca. 1100 Betriebsstunden hinter sich. In Dienst gestellt wohl 1981 und Entlassen 2013 laut Merlin Datenbank. 2015 dann vom MoD versteigert und seit dem bei den Jungs auf dem Hof, wo er mit seinen niedlichen Knuddelaugen wohl nur auf mich gewartet hat :)


    Etappe 2 - in Arbeit

    Jetzt geht es also um die Anforderungen zur Unbrauchbarmachung der fahrfähigen Kriegswaffe, wie es so schön im Gesetzestext heißt. Zum Glück gibt das BAFA hier ein Handliches und übersichtliches Merkblatt heraus, das einem eigentlich alles erklärt, was zu tun ist. Was das BMWi also vor allem haben will sind inzwischen ausführliche technische Daten. Bekanntermaßen muss meist zur Unbrauchbarmachung neben der Waffen und Nebelwerfern, vor allem auch die Panzerung soweit "zerschnitten" werden, dass das Fahrzeug nicht mehr als gepanzert gilt. Hier geht es wohl weniger darum, dass man da drinnen geschützt ist, sollte man geistesabwesend auf dumme Ideen kommen, sondern eher, dass es ja Begrenzungen an gepanzerten Fahrzeugen nach dem KSE-Vertrag gibt, und man sich da wohl die Kontingente nicht durch lauter Privatsammler verringern lassen möchte ;)

    Weil man also eh so einiges an Handbüchern und Anleitungen für so ein Fahrzeug braucht, habe ich Ende Dezember kräftig bei Green Machine Surplus eingekauft. Dank Brexit hat es zwar etwas gedauert aber seit einigen Tagen lese ich mich fleißig durch die Handbücher und stelle alle Informationen für die Abteilung im BMWi zusammen.


    anleitungenwakei.jpeg


    Das ist jetzt also der aktuelle Stand: Fahrzeug ist organisiert und angezahlt, Dokumente für die Demilitarisierung sind da und gehen morgen in ner schönen Mail raus. Dann geht es weiter.


    Natürlich kann das ganze Projekt an zwei stellen vom Amt noch gekippt werden, aber ich denke mit der "harmlosen" Art des Fahrzeugs, offenheit und sachlicher Transparenz gegenüber den Behörden und etwas Geduld wird das ganze sicher ein Erfolg!


    Hoffe ihr habt Spaß beim lesen in den kommenden Tagen! Fragt wenn ihr was wissen wollt. In guter moderner YouTube/Instagram/ Sozial Media -Zeit teile ich meine Erfahrungen gerne, auch wenn ich noch am Anfang der Reise stehe.


    Grüße,

    Elphiel

  • Hallo Elphiel,


    ich bin auch sehr gespannt auf Deinen weiteren Bericht! Auch weil mit der Verschärfung des „Panzerbesitzrechtes“ vor zwei (?) Jahren ja der Aufschrei in der Szene ziemlich gross war. Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg bei dem Projekt!


    LG,

    Kristian

  • Hallo Elphiel!


    Super Projekt! Da hänge ich mich gerne mit einem Abo hier an.
    Es kommen Kindheitserinnerungen auf: Als ich klein war kamen die Ardennenjäger noch regelmäßig bei uns durchs Dorf gebraust. Unter anderem auch mit ihrenCVRTs (Scorpion, Scimitar, Spartan, Samson, Samaritan und wie sie nicht all hießen.. :-D ) und den AIFVs. Huuui. :-D


    Grüße aus Belgien!

    Pitter

  • Hallo

    Wiehoch sind deine Nebenkosten zum Fahrzeugkauf?

    Genehmigungen,Transport ,Steuern und Zoll?


    Hättest du für den Kaufpreis ink Nebenkosten nichts im Umkreis und unkomplizierter kaufen können?

    Ich hatte aus der Schweiz vier Waffen importiert und die Nebenkosten waren da schon 700 euro.




    Ich wünsche dir viel Erfolg und dir wohlwollende Sachbearbeiter .


    Gruß Michael

  • Augenscheinlich mag er die Britentechnik, und da es nicht um einen Landy geht, sondern um etwas deutlich spezielleres, was dann bitte nicht komplett runtergerockt aus verbrauchender Privathand kommt (sofern überhaupt in D verfügbar), ist der Weg ja kein falscher.


    Ich bin nur über den, hoffentlich nicht Über-, Mut erstaunt, das Fahrzeug anzuzahlen ohne zu wissen, ob es eine Importgenehmigung geben wird.


    Ich halte es zusätzlich für eine Fehlinterpretation, dass es bei den aktuellen Regelungen nur noch(!) um das Thema „Anzahl der gepanzerten Fahrzeuge im Land“ geht, dazu wehen die Beschränkungen (Bsp. Zugänglichmachung von ex-Panzern für unter 18-Jährige) zu sehr aus einer anderen Richtung.

  • Hallo,

    erstmal vielen Dank für die mutmachenden Beiträge. Natürlich ist mir bewusst, dass das alles noch an den Behörden scheitern kann. Allerdings bin ich ein recht optimistischer Mensch und denke mir, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich habe im Bekanntenkreis Freunde, die irgendwann unter die Sportschützen und Wiederlader gegangen sind. Wenn man sich an alle Gesetze, Anforderungen und Sicherheiten, welche der Gesetzgeber haben möchte hält, nix zu verbergen hat und transparent und ehrlich mit den Behörden umgeht, ist vieles zu erreichen. Das habe ich von dieser Seite aus gelernt.


    Das Fahrzeug bereits anzuzahlen und in Auftrag zu geben ist auch ein bewusst eingegangenes Risiko. Ich denke, dass bei einer solchen Großanschaffung und den erforderlichen Hürden, auch ein reales Interesse dahinter stehen sollte und nicht nur ein, möchte ich gerne von Person XY aus seiner Garage in UK importieren. Der Weg über einen großen seriösen Händler/Restaurator mit transparenten Geschäft, ist sicher auch ein kleiner Pluspunkt im großen Sammelsurium der Behördenanträge.

    Ich schließe mich kristian b's auf alle Fälle an, dass es auch der Wunsch der Behörden ist, dass nicht jeder mit solch einem Fahrzeug in der Garage aufwartet. Am Ende ist es nach dem Gesetzt ja immer noch eine Kriegswaffe, wenn auch unbrauchbar. Aber, ich setzte da auch etwas auf die Sachlichkeit der Behörden. Der Gesetzestext und die Merkblätter, sprechen ganz offen von den Möglichkeiten des privaten Besitzes unter Vorraussetzungen. Wenn also alle Vorraussetzungen zu deren Zufriedenheit erfüllt sind, sollte das eigentlich klappen.


    Der Transport ist bisher noch nicht im Detail geklärt, denn erst müssen ja andere Hürden genommen werden. Wahrscheinlich wird es dann jedoch auf einen 20' Container oder einer Abrollpalette hinaus laufen, die dan per LKW transportiert werden. Letzteres ist auch die Methode der Britischen Armee. Dort wurden die CVR(t)s auch auf DAF LKWs per Abrollpalette transportiert. Stichwort ist hier das DROPS System, falls wer mal googeln möchte.

    Ich bin dann mal gespannt, wie lange es jetzt bis zur ersten Antwort des BMWi dauern wird.


    Gruß,
    Elphiel :)

  • Ich bin dann mal gespannt, wie lange es jetzt bis zur ersten Antwort des BMWi dauern wird.

    Mir ist ein Fall bekannt, wo die Behörde die Einfuhrgenehmigung für ein gepanzertes Fahrzeug seit über zwei Jahre gar nicht bearbeitet. Man sagt nicht zu, man sagt nicht ab. Und bei einem anderen Fall dauerte die Bearbeitung nur vier Wochen. Der gleiche Antragsteller. Als ob man bestimmte Fahrzeuge nicht hier haben will.

  • Laut einem "Gross-Sammler" aus Deutschland hat hier die neue Regelung das Verfahren beschleunigt weil die Behörde jetzt klare Vorgaben hat, auf die sie sich beziehen kann. Seine letzten Genehmigungen seien quasi nur Formsache gewesen, vor der Neuregelung hätte er auch Jahre lang nichts genehmigt bekommen...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D



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  • Kleines Update für alle Interessierten.
    "Emilia" wie sie beim aufarbeiten getauft wurde, steht soweit fertig in UK. Nach einigen sehr hilfreichen Tipps und Kontakten über das Forum hat auch die Kommunikation mit dem Ministerium gut funktioniert. Jetzt macht Covid seit einigen Wochen eine Zwangspause in der ganzen Sache. Aber der Sparten hat ein gutes Plätzchen und wartet auf mich, bis man endlich mal wieder ohne hunderte Hürden nach UK fliegen kann. Dann wird nach den vorliegenden Vorgaben zusammen mit den Experten Vor-Ort "The big sacrifice" in Angriff genommen und ein paar Runden schonmal übers Gelände gefahren.

    Wie erwartet dauert alles etwas länger. Aber es läuft :) Danke nochmals an all die freundliche Hilfe über PMs.

    spartan_finall3juu.jpg

  • Cool. Was hat der für eine Zolltarifnummer?

    Das wird jetzt spaßig

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