Motor qualmt weiß und hat keine Leistung

  • Moin Zusammen, bin neu beim Munga und habe Fragen an die Experten. Habe bei meinem 4er die Zündung neu eingestellt und den Vergaser gereinigt. Er springt gut an und läuft soweit rund, wie ich finde. Allerdings raucht er recht stark weiß und hat keine Leistung. Nach Ausbau der Zündkerzen dampft es aus dem Zylinder und die Zündkerzen sind feucht. Offenbar habe ich Fehler gemacht, bin mir dessen jedoch nicht bewusst. Was könnte ich noch mal prüfen? Ist es normal, dass wenn ich Kolben 2 3 mm vor OT habe, der Unterbrecher von Zylinder 1 auf 0,4mm geöffnet ist? Entsprechend ist dann bei Kolben 1 und 3. Weltklasse wäre es sicher, wenn ein Experte in meiner Nähe wohnt und sich das mal anschauen könnte (Schleswig-Holstein, Nähe Neumünster).

  • Ja, habe ich auch schon gedacht. Hat der Motor aber vor meinen Wartungsarbeiten nicht gemacht oder ist mir nicht aufgefallen. War ja auch noch Spätsommer. Kühlwasserverbrauch konnte ich noch nicht feststellen, der Motor lief dafür aber nicht lange genug, da ich mir sonst den Stall zuqualme. Aber das muss ich wohl noch mal genau hinschauen.


    Gruß Thorsten

  • Hallo Thorsten,


    Bei dem saukalten Wetter qualmt jedes Fahrzeug. Das Kondenswasser muss ja erst mal weg. Meiner hat im Frühjahr das Wasser nur so aus den Auspuffverbindungen rausgerotzt. Wenn der Auspuff heiß ist sollte es weg sein, ansonsten ist eventuell die Kopfdichtung durch. Längere Zeit im Stand laufen mag er nicht.

    Zur Zündung: laut Handbuch das Procedere mit der Einstellung bei allen Zylindern machen, angefangen mit dem 2. Zylinder. Bei der Konstruktion der Kurbelwelle kann die sich auch mal verdrehen. Dann hast du vielleicht nicht dreimal 120° sonder vielleicht mal 115° und 125°. Deswegen jeden einzelnen Zylinder einstellen.

    Handbuch bzw. DVD von der Mung-IG hast du?


    Gruß

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    danke für Deine Erläuterungen. Ich werde ihn noch mal länger laufen lassen, um zu sehen, ob sich etwas ändert. Steht ja jetzt auch schon ein paar Monate im Stall. Ich meine, ich habe die Zündung richtig eingestellt. Habe mit Zylinder 2 angefangen, dann 1 und 3. Gewundert hat mich nur, daß immer ein anderer Unterbrecher offen war. Ich dachte, wenn Kolben 2 vor OT ist, muß auch Unterbrecher 2 offen sein. Oder bin ich da falsch? Zykinder 3 machte erst Probleme. Konnte ich dann aber einstellen.


    Gruß Thorsten

  • der unterbrecher geht beim ZZP/OT gerade auf, bei dem Zylinder, der in der Zündreihenfolge davor liegt ist der Unterbrecher zu diesem Zeitpunkt komplett offen (0,4mm),bei dem der dahinter liegt ist der Kontakt geschlossen.

    Mit anderen Worten: ganz normal so.


    Besorg Dir ne Pepetronic und schmeiss die sch* Kontakte raus, machen nur Ärger.

  • naja klar, ist ooorischinool. leider war meine Erfahrung in meiner Mungazeit, dass die Kontakte, die man heute bekommt, nix taugen, Klötzchen verschleißen sehr schnell, so dass man alle Nase lang die Zündung nachstellen musste...

    Aber der Munga ist nunmal so oder so Vorkriegstechnik, love it or leave it... ich fahre nicht ohne Grund Iltis...

  • Holger, da muß ich aber widersprechen.


    Es liegt nicht an den Unterbrechern sondern am Kontaktfett.

    5700002005 Bosch Ft 1 v 4 steht auf der Tube. Heute kaum noch zu kriegen.


    Freddy hat mal über das Kontaktfett geschrieben, ich finde es aber nicht mehr.


    Als ich den 6-er Munga vor ca 10 Jahren grundüberholt habe, wurden die neuen Kontakte

    mit dem Bosch Fett gefetten. Ich bin mit diesen Kontakten inzwisch 17650 km gefahren ohne Nachstellen und ohne Nachfettung.


    Zum weißen Dampf geht meine Vermutung in Richtung Kopfdichtung


    Grüße

    Siggi

  • Danke Euch für die weiteren Kommentare. Habe die Kontakte erneuert (von Matz) und dann mit Heißlagerfett (nicht Bosch - ist blaugrün) eingefettet. Bezüglich der Langzeitstabilität muss ich dann noch eigene Erfahrungen sammeln. Ja, an die Kopfdichtung habe ich auch schon gedacht. Irgendwie ist der Motor auch außen leicht mit Kühlflüssigkeit benetzt; die Schläuche zum Kühler sind aber dicht, meine ich. Feuchte Zündkerzen deuten auf zu fettes Gemisch hin. Aber Kraftstoffstand im Vergaser ist i. O. und gereinigt habe ich den Vergaser auch. Habe ich was übersehen?

  • Moin, moin, liebe Mungafahrer, ich wünsche Euch schöne Ostern. Ich muß hier noch einmal einhaken. Habe mich nun mal wieder an den Munga gemacht. Habe den Vergaser noch einmal gereinigt, alle Düsen geprüft und durchgepustet, Leerlaufreglierschrauben auf 5/2 Umdrehungen eingestellt, Kraftstoffstand im Vergaser ist auch in Ordnung. Trotzdem sind die Kerzen triefend naß und es dampft richtig aus dem Zylinder heraus. Es kommt definitiv zuviel Sprit in den Zylinder, meine ich. Woran kann das noch liegen? Auch an der Einstellung der Zündung (da habe ich auch noch ein Problem - wo ist eigentlich Zylinder 1? Am Kühler oder an Spritzwand, Kontakte erneuert, Zündung auf 3,3 mm v. o. T. eingestellt - Motor springt an und läuft, aber hat irgendwie kaum Leistung und qualmt etwas)?

  • Moin, ja, danke, Video habe ich gesehen. Habe ich genauso gemacht. Mir war nicht ganz klar, wo Zylinder 1 ist. Ich denke, das ist der an der Spritzwandseite. Richtig?

    Dampf deutet auf Wasser hin - richtig. Abgas war im Winter auch eher weiß. Mir fiel noch auf, dass an der Unterseite des Motors Kühlwassertropfen hängen, ich aber keine Undichtigkeiten an den Kühlwasseranschlüssen erkennen kann. Könnte evtl. damit zusammenhängen?

  • Hallo Thotti,

    Wie lange hast du den Motor denn laufenlassen, war er schon richtig warm? Ist die kaltstarteinrichtung richtig eingebaut? Vielleicht kommt da der sprit her.


    Gruß

    Manne

  • Moin Manne, nein, ich habe ihn nicht lange laufen lassen. Ich habe die Kaltstarteinrichtung auch geöffnet und gereinigt, Dichtung erneuert. Aber was kann man da falsch zusammenbauen. Das Teil mit der Scheibe kann man ja nur in einer Position montieren, oder? Mir fiel noch auf, daß die Kraftstoffpumpe aus dem Tank sehr feine Ablagerungen, evtl. Rost, mit in den Vergaser fördert (trotz der Vorfilter und Siebe). Kann das noch ein Problem sein und Düsen dichtsetzen oder so? Ich sollte wohl als Erstes mal den Tank reinigen.

  • Editiert: ACHTUNG DAS HIER IST QUATSCH!
    Deswegen streich ich das mal durch.


    Moinsen.

    Zylinder Nr.1 ist beim Munga der in Fahrtrichtung vorderste.
    Grüße

    freddy

    "Verzage nicht, Du Häuflein Klein ..."

    2 Mal editiert, zuletzt von freddy () aus folgendem Grund: Edith sagt, ich sei ein Kappeskopp! Es ist genau andersherum. Sorry.

  • Moin Freddy, ich muß noch einmal doof nachfragen. Ist Zylinder 1 auf Seite mit der Schwungscheibe oder auf der Seite wo die Unterbrecher sind? Wenn ich Deine Aussage richtig interpretiere, dann ist Zylinder 1 an der Seite, wo die Unterbrecher sind. Richtig?

  • Nein.
    Mein Fehler!

    Dein Bild lügt nicht.

    Sorry.

    Beim DKW ist es genau andersherum als in der DIN.

    An der Kupplung sitzt der erste Zylinder.
    Der dritte ist in Fahrtrichtung vorn.

    Nun habe ich das doch tatsächlich wieder verwechselt.
    Grüße

    freddy

  • Hallo Freddy, danke für die Klarstellung. Dann habe ich es richtig angenommen. Noch eine Frage zur Einstellung der Zündung. Mir ist beim dritten Zylinder, beim Ausrücken des Fliehgwichts aufgefallen, dass die Testlampe auch leuchtete, wenn ich auf die Zündnockenwelle gedrückt habe. Also nicht verdreht, sondern drauf gedrückt. Irgendwie komisch. oder? Liegt da ein Fehler vor? Gruß Thotti

  • Hallo Thotti,

    ich vermute Du hast etwas Spiel in der Nadellagerung der Unterbrecherwelle.
    Dann müsste die Prüflampe aber auch aufleuchten wenn Du mit der Welle das Fliehgewicht nur minimal auslenkst, oder?

    Das Längsspiel der Unterbrecherwelle wird durch den rückseitg aufgedrückten Pertinax-Mitnehmer begrenzt und sollte recht klein sein.


    Unterbrecherkontaktabstand mit den neuen glatten unverkraterten Kontakten in der maximal ausgehobenen Stellung erstmal sauber auf 0,4mm einstellen, hast Du hingekriegt, oder?


    Grüße

    freddy

  • Moin Freddy,

    es kam schon vor, dass bei der Einstellung der Zündung bei Zylinder 3 die Prüflampe bei leichter Auslenkung aufleuchtete. Ich konnte das dann auch kaum nachstellen. Bei einer weiteren Einstellung kam das dann nicht vor, und ich konnte alles einstellen. Auch beim Drücken der Unterbrecherwelle passierte dann nichts. Die 0,4mm konnte ich bei allen drei Zylindern einwandfrei einstellen. Aber irgendwas stimmt trotzdem nicht. Motor springt sofort an, läuft soweit (allerdings triefend nasse Zündkerzen und Dampf aus dem Zylinder - wie schon beschrieben) , scheint aber keine Leistung zu haben. Merke ich, wenn ich fahren will. Motor geht fast aus und es treten auch Fehlzündungen auf - Knall aus dem Vergaser. Habe neue Kontakte eingebaut und die Zündung auf 3,3 mm v. o. T. eingestellt.

  • Moinsen Thotti,

    3,3mm vOT bei ausgerücktem Fliehgewicht?
    3,0 wären etwas besser, aber das sollte den Kohl nicht fett machen, denke ich.

    Zeit sich mal um den Pegel in der Schwimmerkammer zu kümmern und die Position der Kalt-Warm-Start-Scheibe zu kümmern, denke ich.

    An den nassen Kerzen kann man auch mal schnuppern. Frischen Sprit sollte man von Wasser graduell unterscheiden können.

    Gibt es Schlieren in der Kühlflüssigkeit?

    Grüße

    freddy