Bohrerschärgerät

  • Hallo,

    nachdem eine Feder für die Standbohrmaschine bestellt ist (Chinaware, die angepasst werden muss), kommt die nächste Frage: Die Schublade liegt voll mit stumpfen Bohrern. Freihand nachschleifen kann ich nicht, Daher habe ich mal nach Bohrerschärfgeräten geschaut. Irgendwie bin ich beim BSG 13 von Holzmann hängen geblieben (gibt es baugleich auch von anderen Herstellern, aber hier gibt es auch Ersatzschleifscheiben zum Nachkaufen). Jetzt hat dieser Hersteller auch ein USG 950 im Angebot. Kann augenscheinlich das selbe mit dem Zusatz der Scheren- und Messerschleiferei. Braucht man nicht zwingend für Messer und Scheren, aber vielleicht mal für andere Werkzeugschneiden. Interesanter Weise kosten beide das gleiche.

    Habt Ihr Meinungen zu den Geräten?

    Das ich hier kein Profigerät habe erkenne ich am Preis. Mir reicht verwendbarkeit im Akkubohrer als Qualitätsmaßstab.


    Gruß Dirk

  • Moin


    Ich habe ein Kombigerät ( Bohrer , Messer , Schere )

    Brauche ich eigentlich nicht . Schere wollte ich schärfen .

    Die liegt jetzt im Müll . Für Messer habe ich ein Durchziehgerät

    von meinen Grosseltern . Arbeitet noch wunderbar . Messer sind allerdings

    auch hochwertig ( aus einer Schlachterei )

    Will damit sagen ; für den "Normalbürger" dürfte ein reines Bohrschärfgerät reichen .


    Gruss H.-W.

  • Moin,

    mir wurde von diesen Billiggeräten abgeraten.

    Problem ist wohl das die oft den Bohrer nicht mittig schleifen. Dann bohrt der 8mm Bohrer hinterher 8,2mm.

    Und dann können die wohl alle nicht den Bohrer Ausspitzen.

    Ich habe dann investiert und eins in der Preisklasse ~500,- gekauft.

    Ich habe mir so gedacht, nachdem ich mich jetzt ~35 Jahre mit stumpfen Bohrern rumgeärgert habe, hätte ich gerne die nächsten 35 Jahre scharfe Bohrer.

  • Sehr interessantes Thema, das wollte ich auch starten. Welches Gerät kann man denn kaufen? Mir geht es schon um einen präzisen Schliff, allerdings sollte die Maschine auch Bohrer bis 20mm bearbeiten können. Die Alternative die Bohrer zum Schleifdienst wegzugeben habe ich nach einigen Preisvergleichen eher wieder verworfen, gerade wenn man den Bohrer etwas beschädigt hat kommen da Preise nahe dem Neupreis raus.


    Hat jemand ggf. Erfahrungen mit einer Tormek und dem entsprechenden Zubehörteil DBS-22 ?

    Grüße aus dem Norden
    Claus

    Erleuchtung auf der dunklen Seite der Macht 37534537pb.gif

  • Dirk, Deine neue Bohrmaschine hat ja eine Morsekegelaufnahme, wenn ich es richtig sehe MK2. Damit sind Bohrer wohl etwa bis 20 oder gar 25mm möglich. Der Drehzahlbereich Deiner Maschine liegt so, dass Du gesund Baustahl bis 16mm, Alu bis mehr als 25mm bohren kannst. Da Du kein Betrieb bist, der auf lange Standzeiten angewiesen ist, wirst Du mit entsprechendem stufenweisen Vorbohren aber auch Baustahl bis 25mm bohren können.


    Die Schleifmaschine solltest Du also danach auswählen, was Dein maximaler Bohrer-Bereich ist. Bis 13mm finde ich für diese Maschine etwas knapp. Bis 20mm solltest du mindestens gucken.


    Es lohnt auch bei Kleinanzeigen zu suchen, da sind ständig Maschinen im Angebot.


    Ich habe ja solch eine hier, die bis 35mm geht:





    Ich muss aber sagen, wenn ich nicht das händische Bohreranschleifen mal gelernt hätte, bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Maschine in den Griff bekommen hätte. Aber da gibt's bestimmt Youtube Videos die dabei helfen können.

  • Für bis 13mm scheint son Holzmann gar nicht verkehrt zu sein,gibt noch viel billigerer

    Scheiss,den sollte man sich aber nicht antun.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Das Thema hat ja doch mehr Zuspruch hätte ich gar nicht gerechnet. Ich versuche mal die Kommentare der Reihe nach abzuarbeiten:

    @ HW: ich würde an der Maschine keine Hochwertigen Messer schärfen wollen. Das gibt schon die Körnung und der Rotationswinkel nicht her. Der Schleifstein dreht ja Parallel zur Schneide und nicht im rechten Winkel. Es ist halt nur so, dass zwischen den beiden nur zwei Euro Preisdifferenz liegen. Der nur Bohrerschleifer macht mir aber den wertigeren Eindruck (soweit man bei einer 50,- Euro Maschine von wertig reden darf).

    @Alexader: bei 500,- Euro kann ich wahrscheinlich auch den Rest meines Lebens stumpfe Bohrer gegen neue tauschen und werde dann vielleicht pari rauskommen. Mir liegen tatsächlich die Bohrer von 4-8mm am Herzen, die typischerweise zum Vorbohren oder Handbohren verwendet werden. Mit dem Akkubohrer ist eine 8er Bohrung eh ein 8,2mm Loch. Ich würde mir einen Satz Bessere Bohrer weglegen für den Fall, dass die Bohrung mal genau werden soll. Das wird schon länger halten, ich habe ja keine Profiwerkstatt und auch nicht die Zeit, die ich dort gerne verbingen möchte. Wenn Du mit ausspitzen das schleifen des Freiwinkels meinst, das können die Geräte.

    Das schliesst auch schon fast die Antwort von Kristian mit ein.

    Ja, meine Bohrmaschine hat eine MK 2 Aufnahme. Für Löcher > 13mm mit wenig Präzisionbedarf möchte ich Bohrkronen verwenden, damit dürften Normalbohrer ziemlich lang halten, zumal Löcher in der Grössenordnung eher selten sind. Ich habe auch noch eine Magnetbohrmaschine. Da istes manchmal einfacher ist die Maschine zum Werkstück zu tragen als ein Schweres Werkstück zur Maschine. Daraus ergibt es sich, dass ich also Bohrer >13 mm eher nicht nachschleifen brauche. Mit einer Maschine wie Deiner währe ich eh überfordert. Ich verbinde mit der oben verlinkten Maschine eine relativ kurze Schärfzeit bei relativer Idiotensicherheit.

    Der Drillmaster im von TC verlinkten Film kann ja sogar verschiedene Flankenwinkel, das macht den Apparat Interessant. Ich werde mal schauen, wo es den zu welchem Preis zu kaufen gibt.


    Gruß Dirk

  • Ich habe eine OPTIgrind GH 10 T


    https://www.stuermer-maschinen…ptigrind-gh-10-t-3100110/


    Gut, die kann nur bis 13mm, dafür dies aber mal so richtig gut.

    Hallo Alexander,


    wie sieht es denn bei der mit den Bohrerzwischengrößen aus? Die Spannzangen sind ja bestimmt in Abstufungen von 1mm ausgelegt, oder? Klappte es trotzdem präzise?

    Grüße aus dem Norden
    Claus

    Erleuchtung auf der dunklen Seite der Macht 37534537pb.gif

  • Die Frage war eher, ob die Spannzangen, gerade für die kleinen Größen, sozusagen flexibel genug sind um sicher zu spannen. Ich habe mittlerweile jedoch Bilder von den Spannzangen gesehen, die sind ja mehrfach von beiden Seiten geschlitzt. Bisher kannte ich die Spannzangen nur von Oberfräsen, die sind recht eng toleriert.


    Irgendwie scheint es im Bereich Bohrerschärfgeräte hauptsächlich zwei Klassen zu geben: Plastikkisten für rund 50.-€, Metallausführungen für ca. 500.-€ und aufwärts. Bei Gebrauchtgeräten ist immer noch damit zu rechnen, dass man den Schleifstein ggf. erneuern muss, da ist es wichtig vorher mal die Preise dafür zu überprüfen.

    Grüße aus dem Norden
    Claus

    Erleuchtung auf der dunklen Seite der Macht 37534537pb.gif

  • Ich hab das Anschleifen von Bohrern mal vor 30 Jahren lernen dürfen im Rahmen des Betriebs-Durchlauf > dafür waren 2 Wochen (5 Tage) angesetzt.

    Ergebnis:

    - ich kann es immer noch :thumbsup: Allerdings wird es über 15mm schwierig > aber dafür gibt es Maschinen :winky:

    Und 2 Wochen sind genug > gefühlt - meine Lehr-Meister waren Virtuosen auf dem Gebiet :an::an::an::an::an:

    Problematisch für den "Hand-Schliff" sind eher die Schleif-Steine:

    - meistens zu grob in der Körnung

    - misshandelt für andere Anwendungen > keine saubere Schleif-Fläche

    Meine persönliche Spitzen-Leistung:

    Schweißpunktbohrer aus Standard-Ware :jap:

    Bullitreiber / Robert


    kostengünstiger Hersteller von CO2 und Überlebender der 1975 prognostizierten Eiszeit, des Waldsterbens, des Konsums von Salz und Eiern, des Millenniumbugs und der Klimakatastrophe.

    :schweiz:

    88148-fahrrad-52-gif

  • Ja, das durfte ich auch machen, tagelang. Der erste Bohrer sah endlich aus, wie er soll, was macht der Lehrmeister, spannt ihn mit der Spitze knapp über den Backen in den Schraubstock ein, und kloppt die frische Spitze mit dem Hammer ab :kinnlade:

    „Das hast Du gut gemacht, und jetzt nochmal von Null, wird etwas schwieriger, weil Du keine stumpfe Schneide nachschleifen kannst, sondern eine neue herstellen musst, pass auf dass er Dir nicht ausglüht!“ Okay:frust:


    Später, der Bohrer sieht wieder gut aus, ab zum Lehrmeister, der guckt ihn kurz an, lächelt, und hält ihn in die Spähnebox, zack! Ein paar kleine Stahlspähne hängen magnetisch an der frischen Spitze: „Na den hast Du wohl mal kurz ausglühen lassen, das wegschleifen der Anlassfarben macht ihn aber nicht wieder hart.“ Schraubstock, Hammer - na ihr wisst schon :heul:


    Drei Tage später und dann fürs Leben, wurden keine Bohrer mehr verworfen:top:


    Bis 10mm schleife ich eigentlich per Hand, das einspannen in meine Maschine dauert länger, als ich für den Schliff brauche.


    Aber wer will sich heute im Hobby schon tagelang mit dem Üben des Anschleifens verlustieren, da ist es wichtig eine Plug&Play Maschine zu haben, was meine definitiv nicht ist! Da scheint Alexanders deutlich einfacher zu bedienen zu sein.

  • hallo

    Ich persönlich würde das Geld für so Schärfgerät sparen und lieber in ein besseren und etwas grösseren Schleifbock investieren.

    Zwei schleiflehren bauen und das Bohrerschleifen zeigen lassen.

    ( ich habe es als Werkzeugmacher gelernt und schleife auch große von Hand)

    Ist nicht so schwer wie man es denkt.

    Du kannst das für Hausgebrauch auch schnell lernen!!!


    Vorteil du kannst auch bei einem Feldeinsatz mal ein Bohrer mit einer Flex anschleifen...wobei die Flex festgehalten wird ..damit das niemand missversteht;P


    Ich stelle dir noch zwei Bilder solcher Lehren ein.

    Habe hier auf die Schnelle auch eine gefunfen

    https://www.ebay.de/itm/Bohrer…r-bis-50-mm-/232565014974


    Eine andere lehre habe ich da die ich nur für Bohrer mit großem Durchmesser nutze.


    Gruß Michael

    Der Gott, der Eisen wachsen ließ der wollte keine Knechte,

    drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in seine Rechte

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  • so..hier die Bilder


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    Hinten die Spitze nimmt die Zentrierbohrung der großen Bohrer auf..dann kannst du mit den Ecken der Schneiden in die Farbe (geht auch Kreide) leicht ritzen und kannst so kontrollieren ob beide Bohrerschneiden richtig geschliffen sind..sollten zwei Striche sichtbar werden musst du nachschleifen.


    610i-3i1-b8a8.jpg




    610i-3i3-9c61.jpg



    610i-3i5-69f5.jpg



    Nachbauen ausdrücklich erlaubt :engel:;-)


    ein weiterer Hinweis..

    oft ist es auch nötig ein Bohrer anders anzuschleifen,wenn du von Hand schleifst kannst du auch mal schnell ein Bohrer umschleifen um eine Senkung für eine Unterlegscheibe zu senken..zylinder statt Kegelsenkung.

    für die gängigen Imbusschrauben gibt es auch Senker mit Führungszapfen zu kaufen.


    Gruß Michael

    Der Gott, der Eisen wachsen ließ der wollte keine Knechte,

    drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in seine Rechte

  • Problematisch für den "Hand-Schliff" sind eher die Schleif-Steine:

    - meistens zu grob in der Körnung

    - misshandelt für andere Anwendungen > keine saubere Schleif-Fläche

    Das sehe ich auch so. Ich schleife meine Bohrer daher auf meinem Bandschleifer . Hier muss man nur mehr aufpassen, dass die Bohrer nicht ausglühen, weil die Geschwindigkeit höher ist, als auf einem Schleifbock . Dafür kann ich die Körnung nach Bedarf auswählen, indem ich die Bänder wechsele .


    Handschleifen hab ich mich früher auch nie richtig getraut, weil ich es nicht gelernt habe. Über Jahre immer wieder mal bei einem befreundeten Schlosser zugeschaut, habe ich dann irgendwann gezwungener Maßen ( 10er Bohrer stumpf und kein Ersatz mehr da .... ) selber angefangen. Heute klappt das ganz gut - ist wie alles, eine Frage der Übung .


    Grüße

    Guido

  • Problematisch für den "Hand-Schliff" sind eher die Schleif-Steine:

    - meistens zu grob in der Körnung

    - misshandelt für andere Anwendungen > keine saubere Schleif-Fläche

    Ich hatte mir extra einen neuen Schleifbock gekauft.

    Mit einem groben und einem feinen Stein.

    Den rechten feinen Stein darf nur ich bei uns benutzen. Und da steht ein grossen Schild dran, nur fuer Bohrer !

  • Hallo Dirk,


    ich habe mir vor geraumer Zeit das Holzmann BSG 13E zugelegt.


    Mein Fazit dazu ist, man merkt das Preissegment, doch es erfüllt die Anforderung.

    Die Handhabung ist recht einfach, doch die Tücke liegt im Detail.

    Die Bohrer wo ich bisher damit angeschlifen habe, schneiden wieder sauber und ordentlich.


    Ich habe dabei aber festgestellt das es halt ganz extrem auf das Handling ankommt, wie gut das Ergebnis wird.

    Wenn Du dir genug Zeit beim Anschleifen läßt und vor allem ohne Druck auszuüben, läßt sich ein vernünftiges Ergebnis

    damit erziehlen.


    Ich selber habe das händische Bohrer anschleifen nie gelernt und dadurch sind die Ergebnisse sehr unterschielich ausgeartet.

    Zu den Zeiten wo ich öfters Bohrer angeschlifen hab ging es so einigermassen, doch durch das inzwischen seltene schleifen,

    sind die Ergebnisse sehr bescheiden.


    Von dem her ist das Holzmanngerät für mich eine praktikable Lösung, welche für meine Anforderungen paßt.


    Ich denke das zum Beispiel Kristian da ganz andere Ansprüche an die Bohrer stellt, Aufgrund seiner Werkstattausstatung und

    arbeiten als ich.


    Mein Fazit zu dem Gerät von Holzmann, Für den heimischen und semiprofessionelen gebrauch sehr gut zu gebrauchen.

    Preis Leistung paßt meiner ansicht nach.


    Hoffe es hilft Dir etwas weiter bei Deiner Entscheidung.

  • Hallo,

    Dank der aktiven Hilfe von Eve darf ich jetzt ein Bohrerschärfgerät mein eigen nennen. Das Gerät war bei einem Obi deutlichst Preisreduziert.

    Ich habe es heute mal zwischen Tür und Angel ausprobiert. Erster Eindruck: es ist etwas wackelig in der Führung, halt Plastik in Plastik. Silikonspray brachte hier schon mal eine erste Verbesserung. Die Schleifscheibe dürfte gerne etwas feiner sein. Aber es macht Bohrer wieder pasabel scharf und ich denke mit etwas Übung werden die Ergebnisse (hoffentlich) auch besser werden, aber sicher nicht an das Ergebnis der Profimaschinen herankommen. Das war aber auch gar nicht gefordert.

    Weitere Bohrtest stehen noch aus. Dabei werde ich auch mal versuchen zu ermitteln, inwieweit man die Symetrie der Bohrer trifft.

    Gruß Dirk