Bohrung im Halteblech Hinterachsfeder

  • Hallo, gestern habe ich Unterbodenschutz auf die seitlichen Bereiche in Radhäuser und am Schweller aufgebracht. Den Bereich zwischen den Längsträgern hatte ich schon gemacht.


    Dabei stieß ich nochmal auf das obere Halteblech der Hinterachsfeder. Von Hans Hehl stammt da der Tip, eine 10mm Bohrung für die Rostvorsorge herzustellen. Ich habe mir gerade mal die Bilder angeschaut. Er hat das vor dem Einschweißen eines neuen Halteblechs gemacht. In meinem Fall habe ich die Sorge, was mit den Spänen und der hinteren Lochkante passiert, wenn ich das im verbauten Zustand mache. Ein paar Späne fallen rein, und rosten, so weit nicht schlimm. Aber wenn sie irgendwie zwischen Anschlaggummi und Blech gelangen können, wird da der Gammel beginnen. Schlimmer noch, ich kann die hintere Kante des Bohrlochs nicht vernünftig entgraten und auch nur schwer lackieren. Eintrittstor für den Gammel. Oder gelingt es, bei 8-10mm Bohrung von vorn die hintere Kante ausreichend zu entgraten? Wie seht Ihr den Nutzen, wenn man diese Maßnahme im verbauten Zustand macht? Bekommt man eigentlich den Anschlaggummi ohne Demontage der Feder zB mit einem Ölfilterriemen runter?


    Zudem habe ich den schlimmsten Gammelpunkt an meinem Wagen entdeckt: das untere Halteblech. Ich glaube, seit dem Radwechsel gleich nach Kauf hatte ich das Rad nie wieder ab gemacht. Ist es ratsam, dort zu fetten? Oder schmirgelt sich dann der daran festklebende Sand sich umso schlimmer in das Blech durch die Federbewegungen? Wie lange sitzt man denn ansonsten an Aus- und Einbau einer HA-Feder?



    PS: Seht Ihr einen Sinn für die Bohrung bei der oberen Dämpferaufnahme, wie bei HH beschrieben? Wenn ich das richtig sehe, komme ich doch da von unten prima mit einer Hakendüse zwischen die beiden Bleche.

  • In meinem Fall habe ich die Sorge, was mit den Spänen und der hinteren Lochkante passiert, wenn ich das im verbauten Zustand mache. Ein paar Späne fallen rein, und rosten, so weit nicht schlimm. Aber wenn sie irgendwie zwischen Anschlaggummi und Blech gelangen können, wird da der Gammel beginnen.

    "Aufnahmetöpfchen" für den "Gummipuffer" innerhalb der Feder.

    Bei mir sieht dieses Bauteil etwas anders aus- der Gummipuffer ist bei mir länger....G 290 mit ggf. anderen Federn...

    Das obere Töpfchen ist der "geschlossene Hohlraum". Da ist zwar ggf. ein "Löchlein" unten am Rand nach unten Richtung Gummipuffer..aber der obere Rand vom Gummipuffer sitzt davor....


    Wo auf dem Bild von Dir das Loch seitlich drin ist- das ist nicht notwendig.

    Bei dem nach unten offenen "Töpfchen" kann mit der Hakendüse zwischen Gummi und "Töpfchen" konserviert werden.


    Das obere "Töpfchen" ist an der Federaufnahme mit angeschweisst und "ein Teil". Es gammelt von Innen nach außen oft weg.


    Entweder man konserviert das durch das Gewinde unten wo der Gummipuffer angeschraubt ist, wenn man z.B. die Federn ausgebaut hat.

    oder

    man bohrt seitlich ein 10mm Loch hinein.


    Entgraten geht auch von außen und für die Innenkante nehem ich so einen zapfenförmigen "Schuppenfräser". Der hat außen 8mm.

    Schräg rein nimmt der auch Innen den Grat etwas weg.

    Pressluft rein...Vorsicht- da kommt neben den Spänen eine Menge Dreck rausgeflogen!


    Und dann konservieren. Stopfen rauf- fertig.

    Mercedes W461 G 290 D lang niederl. Militär


    PS: Seht Ihr einen Sinn für die Bohrung bei der oberen Dämpferaufnahme, wie bei HH beschrieben? Wenn ich das richtig sehe, komme ich doch da von unten prima mit einer Hakendüse zwischen die beiden Bleche.

    Genau. Eine Bohrung wie bei Hans Hehl beschrieben seitlich in die doppelschalig aufgebaute Stoßdämpferkonsole hinten ist nicht notwendig.

    Unten ist der Spalt groß genug um mit Pressluft den Dreck rauszupusten und später mit Hakendüse/ einem Fett (MS, Seilfett, Fluidfilm) das zu konservieren.


    Mercedes W461 G 290 D lang niederl. Militär


    Bei angerosteten Fahrzeugteilen würde ich diese vor dem Konservieren immer entrosten, grundieren und lackieren.

  • Hallo Thorsten, danke für Deine Antwort. Ja, vermutlich ist es die sauberste Lösung, die Feder auszubauen, unten den Lack auszubessern und dabei den Gummianschlag zu demontieren. Dann kann ich ordentlich von unten konservieren. Von meinem Verständnis her ist der Hohlraum ja gut abgeschirmt (kein Wasser und kaum Staub von außen), so dass FF dort gut auf Langzeit funktionieren sollte, insbesondere das Gel. Und genau, das Konservieren habe ich in dem Bereich erst einmal gelassen.


    Jetzt muss ich nur noch einen Drehmomentschlüssel für 225Nm auftreiben, meiner endet bei 200. Komischerweise geben die Schweizer 225Nm für den Querlenker an und die BW "nur" 210. In der BW-Dokumentation ist das auch viel Kind-gerechter beschrieben.

  • Hm, ob sich Fett aus der Presse so gut verteilt?!

    Naja, man kann diese Hohlräume einfach vollpumpen......;-) (Ironie eines (Fe(t)tischisten);-)

    Zumindest der schmale Hohlraum der Stoßdämpferkonsole hinten dürfte bei mir durch die Hakendüse auch gut gefüllt sein- aber nicht zu 100%.

    Was zuviel drin war wurde ja auf der anderen Seite wieder rausgepustet und hatte die Dämpfer und Federn so nett bekleckert.

    Alles wischbar.....


    Das Fett aus der Fettpressenkartusche ist ggf. auch zu dünn und wird irgendwo raussickern.

    MS ist da wesentlich fester und kriecht bei sommerlichen Temp. auch schon raus und in die Falze rein.

    Aber vielleicht drücken sie dort erhitztes MS Fett ode rein Produkt ähnlicher Konsistenz rein.


    Letztendlich ist die Idee besser als nichts zu tun- aber auch nur eine punktuelle Lösung an dieser Stelle.

    An der Stoßdämpferkonsole mag die Idee gut sein, weil mit "wenig Fett" der kleine Hohlraum geschützt ist.


    Aber das Töpfchen....da klatscht durch den Schmiernippel ein Würstchen nach unten rein...

    Besser ist es das auszusprühen (und die restlichen Hohlräume am ganzen Fahrzeug auch).;-)


    Übrigens ...der G stand schon in der Sonne bei recht warmen Temp. bis fast 20°C. Die Karosse war wesentlich wärmer. Es ist bis jetzt nichts aus den Hohlräumen rausgelaufen (Schwellerstopfen sind noch draussen) , obwohl ich für die Hohlräume das MS Fett mit Fluidfilm A kriechfreudiger eingestellt hatte.

  • Übrigens ...der G stand schon in der Sonne bei recht warmen Temp. bis fast 20°C. Die Karosse war wesentlich wärmer. Es ist bis jetzt nichts aus den Hohlräumen rausgelaufen (Schwellerstopfen sind noch draussen) , obwohl ich für die Hohlräume das MS Fett mit Fluidfilm A kriechfreudiger eingestellt hatte.

    Da brauchst Du Dir keine Sorgen machen, warte nur, bis es über 30° werden. Wobei naturgemäß die Hohlräume im Unterboden nicht so heiß werden wie Motorhaube etc.


    Bei der Federaufnahme finde ich ein Loch mit Stopfen auch sinnvoller als den Nippel. Nippel macht beim Kunden aber mehr her.