Ostfriesische Kübelrestauration

  • Hallo,

    ich hatte mich ja letztes Jahr schon einmal kurz vorgestellt und zu der Zeit gerade noch am Anfang mit der Restauration meines Kübels. Habe mich im Laufe der Zeit viel in diesem Forum belesen und möchte nun in den nächsten Wochen ein paar Bilder von meiner Arbeit zeigen.


    Und zwar begann alles im Juni 2019. Mein erster Oldtimer. Die Katze im Sack. Ich kaufte mir diesen großen Haufen Rost und war guten Glaubens, dass es bei ein paar kleineren Schweißabeiten bleibt. Der gute Glauben hat sich dann ziemlich schnell in einen riesen Haufen Arbeit verwandelt. Man hätte sich vorher lieber ein bisschen schlau machen sollen.



  • Den Sommer über sind wir noch gefahren, eines windigen Tages im Herbst habe ich die ersten Teile abgebaut und das ganze Elend kam zum Stück für Stück zum Vorschein. Unterbodenschutz, Spachten, irgendwelcher Kleber und jede Menge Farbschichten haben alles Rost Versteckt. Ich Anfänger.


    Stoßstangen, Kotflügel, Türen, alles abbauen.


    Dieser Unterbodenschutz ist etwa 1cm dick und hat alles zusammen gehalten


    Der Fensterrahmen ist nicht mehr zu retten:


    Die Drahtbürste angesetzt und ein paar markante Stellen frei gelegt. Bis jetzt habe ich immer noch geglaubt, dass das Häuschen drauf bleiben kann:

    Radlauf

    Seitenteil Heckbereich

    Front

    Gepäckraum

  • Ich sträube mich davor das Häuschen abzunehmen, erstens, ich habe sowas noch nie gemacht, zweitens weiß ich nicht ob ich das jemals wieder drauf bekomme. Aber bevor ich noch mehr Zeit investiere und später das Auto von unten weiter rostet, versuch' ich es einfach. Also hin zum Stahlhandel und ein paar Vierkantrohre besorgt und die Karosse versteift. Dann die Schrauben von Fahrgestell und Karosse so gut es geht gelöst.


    Diese Schrauben ließen sich noch lösen, bei den anderen sind die Köpfe entweder abgerissen oder die Schweißmuttern im Schweller haben sich selbsstständig gemacht.


    Samstag früh, Ende November war es dann so weit. Als erstes Belegte Brötchen und Kaffe, danach 'runter mit dem Häuschen, an diversen Stellen waren Fahrgestell und Aufbau nicht nur verschraubt sondern mit irgendwelchen Blechen zusammengeschweißt, also Flex daher und auf einen neuen Versuch.


    Hinten anheben und aufbocken


    Und dann den Rest. letztendlich gar kein Hexenwerk


    Den Aufbau auf ein Holzgestell auf Rollen


    Das Fahrgestell in die Garage

  • Das zerlegen des Fahrgestells ist ja relativ schnell gemacht, es ist ja nicht viel Technik dran. Und in dem "Wie mach ich es mir selbst Buch" ist auch alles top beschrieben!


    Die Achsteile erstmal auf den Dachboden, die Bodengruppe auf Böcke.


    Nun die Drahtbürste ansetzen und die Mischung aus UBS, Antidröhn, Kleber, Farbe, usw. runterbürsten.


    Die Bodenbleche sind völlig zerfressen. Nicht nur an den Wagenheberaufnahmen.


    Maß nehmen bevor ich die Bodenbleche heraustrenne.


    Ich hatte Glück und habe über Werk34 recht gute Reprobleche bekommen. Hier mal ein Vergleich, neu und alt:

    Man kann schön sehen wie viele Bleche hier schon reingeflickt wurden


    Die Löcher passen maßlich sehr gut, nur der Ansatz zum Napoleonhut hin musste noch ein bisschen angepasst werden.


    Da ich nicht im Besitz einer Schweißzange bin, habe ich mich mit Lochpunktschweißen gearbeitet

    Damit ich die gefühlten 150 Löcher je Seite nicht alle aufbohren muss, und meine Lochzange die Blechstärke nicht geschafft hat, habe ich mir provisorisch einen Locher gebastelt


    Das Blech zwischen die backen schieben und ordentlich mit dem Hammer auf den angeschliffenen Passstift hauen, klappt hervorragend


    Das rechte Bodenblech hätte etwas breiter sein dürfen, es hat aber gerade noch so auf den Steg gepasst.

  • Die Bodenbleche sind drin


    Und hier von unten


    18.05.1976, bald 45 Jahre.


    Schleifen, schleifen, schleifen. Die Arbeit würde ich mir nie wieder machen. Das nächste Mal besser zum Sandstrahler. Kostet zwar aber man spart viele viele Stunden Zeit.


    Grundierung. Die Farben habe ich alle über Militärlacke.de bezogen


    Dann die Sitzschienen angeschweißt. Diese habe ich aus den alten Bodenblechen rausgeschnitten und sandstrahlen lassen.

    Damit die auch wirklich passen, habe ich vor dem Decklack "probe gesessen"

    Es fehlen leider die originalen Vordersitze, die kommen aber irgendwann mal.


    Decklack. Weil ich so wenig Platz habe, muss ich jedes Mal alles mit Folie abhängen, ist super aufwendig, hat aber funktioniert.

  • Die "Nöppis" hab ich seinerzeit ehrlich gesagt vergessen, habe aber auch schon irgendwo gesehen dass es die zum Schrauben gibt. Helfe mir aktuell mit Antirutschmatten unter den Fußmatten, geht erstmal, aber der nächste Winter kommt ;D};D}

  • Die Achsteile habe ich sandstrahlen lassen

    Nicht wundern, auf den Bildern sind noch Teile dabei vom Ford Capri


    Grundieren


    Habe die Vorderachse vorher abgedichtet, damit ich diese Rillenkugellager nicht ziehen muss. An dieser Stelle danke an Munin für die Idee aus deinem Thread. Leider ist das bei mir in die Hose gegangen und die Scheiben samt Dichtung haben sich beim Sandstrahler gelöst. Die Lager waren natürlich voller Sand und das Ziehen war ein riesen Akt:ohhh:


    Die Felgen vorher, jede Menge Rost


    gesandstrahlt


    grundiert


    und lackiert. Wie neu =)


    Habe das Lenkgetriebe ausgeschlachtet und dann wieder zusammengebaut. Die Öffnungen für die Wellen dann mit Scheiben und Gewindestangen abgdichtet und so zum Strahler gebracht. Anschließend Farbe

  • Moin Ingo,


    wenn Du Fragen hast bezüglich der Resatauration dann melde Dich bei mir.


    Komme nämlich auch aus dem Kreis Wittmund und so ist die räumliche Nähe ja gegeben.



    Mit kameradschaftlichem Gruß


    Willy