Bundeswehrkiste mit Inhalt_ für jemanden der es braucht

  • Nennt das Problem doch einfach beim Namen. Ich halte es für wichtig, auf diese

    Thematik aufmerksam zu machen, da noch recht unbekannt in der breiten Masse,

    und so hilft es dem einen oder anderen Forumskameraden vielleicht, nicht in die

    gleiche Situation zu kommen.


    Sichtbar im Bild waren u.a. Magazintaschen mit Magazinen des G3. Das sind zwar

    im Endeffekt nur völlig ungefährliche Blechprägeteile ohne jegliches Gefährdungs-

    potential, aber trotzdem fallen bestimmte Magazine seit 01.09.2020 unter die

    Rubrik "verbotene Gegenstände".


    In Kurzform: Seit 01.09.2020 gelten alle Magazine und Magazingehäuse für

    Zentralfeuermunition mit mehr als 10 Patronen für Langwaffen und mehr als

    20 Patronen für Kurzwaffen als verbotene Gegenstände!
    Dies gilt bei Wechselmagazinen (herausnehmbare Magazine) für jede Art der

    Waffe (Zentralfeuer). Handelt es sich um eingebaute Magazine (nicht heraus-

    nehmbare Magazine), dann gilt dies für halbautomatische Waffen (Zentralfeuer).

    Die Anmeldefriste zum Legalisieren des Altbestandes geht noch bis Ende August 2021.

    Vgl.: §58/Absatz 17 und 18 WaffG.


    Wie inzwischen allseits bekannt sein dürfte, ist der Umgang mit "Verbotenen

    Gegenständen" kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand mit allen

    daraus resultierenden Konsequenzen, d.h. bei Legalwaffenbesitzern ist idR

    die Zuverlässigkeit weg.

    Si vis pacem para bellum! - oder für Tolkien-Fans:
    "Es braucht nur einen Feind, um einen Krieg herbeizuführen, nicht deren zwei.
    Und jene, die keine Schwerter haben, können doch durch sie sterben" (Éowyn)


    I am not going to let some clowns tell me what guns I can have! (Joe Foss, President NRA 1988-1990)



  • Dankeschön für die rechtliche Auffrischung!

    Ich befürchte, daß viele legale Waffenbesitzer ggf. irgendwas im Schrank haben, was "früher" legal war und nun der Anmeldung bedarf.

    Das dürfte dann bei der Kontrolle der Unterbringung durch die zuständige Behörde ggf. ärgerlich werden....in Berlin 100%ig!

  • Langwaffenbesitzer sollten wissen wie das zu handhaben ist

    ..entweder BKA Ausnahmegenehmigung oder vor Stichtag im Besitz befindliche problemlos bei der Behörde melden.

    Problematisch sind die ganzen Magazine die irgendwo bei den "normalen" Leuten rum fliegen-die wissen meist nicht,das sich da mit den Gesetzten was geändert hat.

    Nebenbei bemerkt wissen die Behörden noch nicht mal wie die oder wo die die gemeldeten Magazine hinschreiben sollen genauso wie gemeldete Dekowaffen nach Erwerb :*:


    Gruß Michael

  • da geh ich auch mal von aus ..

    Das mit den Magazine war mir auch noch nicht bekannt.

    Hatte vor Jahren welche vom Nachbarn bekommen, aber direkt weiter gereicht.

    So könnte man dann Zwangsläufig in Teufels Küche kommen.

  • Tja , damit wir hier "...gut und gerne leben" können ...


    An dieser Stelle passt dann vielleicht der Hinweis , dass auch bei Dekomunition das Verbot von Hartkernen ( von Brand- und Leuchtsätzen sollten ja eh`klar sein ) gilt .

  • damit wir das abrunden..

    Hartkerngeschosse nur wenn die noch irgendwie verschossen werden können.

    Eine Bodenfund Panzergranate mit Hartkern zählt wieder nicht zu verbotenen Geschossen.



    Wie wir sehen sehr verwirrend alles.

    Gruß Michael

  • In diesem Jahr habe ich im März Rücksprache mit der zuständigen Waffenbehörde gehalten - die haben noch keinerlei Anweisungen für die Vorgehensweise bei der Registrierung und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Das Problem ist bekannt, man hat nur noch keine Lösung; ich habe die Dame gebeten eine Aktennotiz zu meiner Anfrage zu machen.


    Aktuell weiß noch niemand, wie die Stichtagsregelung umgesetzt werden kann!


    Detlev

  • @ Michael : Auch wenn das sicher dem "gesunden Menschenverstand" entspricht , werde ich einen Teufel tun und meine waffenrechtlichen Erlaubnisse riskieren , weil ein Amtsträger eine andere Sichtweise auf


    1.5.4 Munition und Geschosse nach Anlage 1 Abschnitt 3 Nummer 1.5 sowie Munition mit Geschossen, die einen Hartkern (mindestens 400 HB 25 - Brinellhärte - bzw. 421 HV - Vickershärte -) enthalten


    hat . Es steht da explizit : Geschosse . Nicht : Benutzbare Geschosse .

  • ...wenn du eine Panzergranate mit Hartkern als Bodenfund hast ,ist das kein Geschoß mehr sondern nur noch Schrott..

    Hast du Geschosse für den k98 die du in eine Hülse setzen kannst ist das definitiv ein verbotenes Geschoß.


    Ich hatte dazu Gespäche mit einem Sachverständigen geführt(wir sind befreundet), weil er da im Auftrag der Staatsanwaltschaft in einem Fall ein Gutachten für eine Verhandlung ausarbeiten musste und ich neugierig war wie das in so einem Fall zu verstehen ist.


    Also nicht alles immer ganz so eng der Rahmen wie man meint.

    Und es gibt Leute die Munition aller Art sammeln dürfen-für die gibt es eine BKA Ausnahmegenehmigung.


    Das Thema ist sehr komplex. Von mir auch sollten wir es hier dabei belassen.


    Gruß Michael

  • Der Hinweis zu den G3 Magazinen ist in meinen Augen sehr wichtig und auch richtig.
    Gerade in EBay Kleinanzeigen tauchen öfters Magazintaschen mit Inhalt auf.
    Wer die Rechtslage nicht kennt, macht sich sehr leicht strafbar.
    Daher einfach die Hände weg lassen wenn es nicht ganz klar ist was da verkauft wird und zu was es noch zählt.

    Zumal einiges an Bundeswehrkram das da verkauft wird kaum legal von der Truppe erworben wurde sondern "organisiert" sprich geklaut.
    Aber das ist dann ein anderes Thema.

    :barett-gn:                        :ilsef:                                             :3D:

  • Naja, mit den Magazinen war es zumindest zu meiner Zeit so daß es böse Ärger gab wenn man auf einer Übung oder sonstwo eins verloren hatte. Das führte natürlich dazu daß jemand der irgendwo ein verlorenes Magazin fand das meistens nicht beim Vorgesetzten abgab sondern "sicherheitshalber" selbst behielt. Und so ergaben sich dann nach Dienstzeitende oftmals gewisse "Schwarzbestände" an Magazinen, die nicht geklaut sondern nur "fundunterschlagen" worden waren.

    Grüße von Lorenz, irgendwo da draußen...



    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Der Besitz der Magazine ist verboten, aber nicht strafbewehrt. Beim registrierten Waffenbesitzer rechtfertigt er aber die Annahme der Unzuverlässigkeit.


    Ist etwa so logisch wie wenn Trunkenheitsfahrten mit einem Kfz nur bei Führerscheinbesitzern bestraft würden.

  • Ist doch super gelaufen . Michael hat den Meister vor Schaden bewahrt und hier haben sicherlich viele interessiert mitgelesen und wissen nun Bescheid . Nur Gewinner !


    Ich habe auch mal gestaunt , als jemand eine Taucherhebelpumpe anbot und im Hintergrund schön mehrere K98 Wasserfunde in deutlich zu gutem Zustand zu sehen waren . Da habe ich auch große Freude geerntet , als ich ihn auf seine Bilderwahl aufmerksam gemacht habe =)