Neuankömmling mit bereits altbekanntem Jupiter 6x6

  • Hallo Leute,



    wie der Titel bereits vorweg nimmt hat mein Fahrzeug bereits eine Vorstellung bekommen, jedoch durch den vorherigen Besitzer. Aus verschiedensten Gründen, auf welche Ich hier nicht näher eingehen möchte, hat dieser das Projekt Jupiter 6x6 in -für mich glücklicherweise- frühem Stadium abgebrochen. Bevor Ich aber nun fortführend auf den Magirus eingehe, wollte Ich natürlich auch mich Vorstellen.


    Zu Mir:

    Ich bin 25 Jahre alt und habe ursprünglich den Beruf des Werkzeugmechanikers gelernt. Über viele experimentelle, frustrierende, fordernde aber vor allem spannende Wege konnte Ich in den letzten Jahren die Berufe des Karosseriebauers, Schmieds, Elektrikers, Tischlers u.v.m. zu mindestens ansatzweise dazu addieren. Daraus entstand eine gut 300qm große Werkstatt mit entsprechender Ausstattung für den jeweiligen Fachbereich welche das Hobby mehr als nur ausarten ließ. Jedoch möchte Ich die Möglichkeiten die sich daraus bieten nicht missen. Freunde und Bekannte vermutlich auch nicht… Ich war nie bei der Bundeswehr auch wenn Ich damit immer geliebäugelt habe, jedoch bin Ich im Nachhinein froh diesen weg nicht beschritten zu haben, denn ein recht früh erkanntes gesundheitliches leiden hätte mir das nur versaut. So konnte Ich den besagten experimentellen weg im rahmen einer Selbstständigkeit gehen. Seit ein wichtiger abschnitt Anfang 2021 beendet wurde bin Ich nun als NFZ-Mechaniker aktiv und das Interesse an LKWs -vor allem den Oldies- wuchs. Mit 16 Jahren begann quasi ein Dauerzustand des Fahrzeug Restaurierens. Damals die Simson, dann ein Trabant, dazwischen und danach diverse weitere Motorräder und Autos bis nun das Mammutprojekt Einzug hielt.


    Zu der Historie -bevor er zu mir kam- gibt es hier bereits einen Beitrag, vielleicht kann sich der ein oder andere daran erinnern. Im groben wurde er als Ausführung 15 geboren, dann um Mitte der 70er ausgemustert und umfangreich umgebaut. Der Rahmen wurde gekürzt, ein Hilfs rahmen montiert, zusammen mit einer heck Stoßstange und einem Seitenanfahrschutz der einen Atomkrieg überlebt. Darauf aufgesetzt wurde ein vielfach verstärkter 6T Bilstein Kran, welcher entsprechend meiner Recherchen auf einem Mercedes Kettenpanzer im 2. WK gedient hat. Der ursprünglich mit Handkurbeln betriebene Kran wurde auf Hydraulik antrieb umgebaut und der Drehkranz traurigerweise verschweißt. Hinter dem Kran befindet sich dann noch eine monströse Hydraulisch angetriebene Seilwinde. Nach zweimaliger Besichtigung im Norden habe Ich das Fahrzeug dann am 10. September 21 mit dem Betriebs-LKW (auch schon ein Oldie) und Tieflader abgeholt und nach Ostwestfalen gebracht.


    Kurz darauf ging es auch schon Intensiv los. Das Führerhaus wurde damals mehrmals lieblos „Straßentauglich“ gemacht indem Blech über Blech über Blech geschweißt wurde. Ein Zustand der für mich nicht tragbar war. Theoretisch hätte man für die Zulassung nur ein paar stellen ausbessern müssen, sprich wieder ein Blech drüber. Mir war aber klar das ursprünglich die Bodenbleche demontierbar waren, also entschied Ich, dass das auch wieder so sein soll, allein schon wegen der Wartung. Im Endeffekt waren die beiden vorderen Führerhaus aufnahmen nicht mehr existent und beide „Schweller“ mussten raus. Der Batteriekasten und der Kasten der Standheizung waren bis zu dem Übergang zu dem Sitzkasten löchrig und kein einziges Bodenblech konnte drinbleiben. 30 Trennscheiben später bietete sich mir ein Idealer Spielplatz um meine Frisch erworbene Abkantbank zu nutzen. Den Rest kann man sich denken und auch die Bilder sprechen wohl tausend Worte.



    Nach den Schweißarbeiten folgte der Lackaufbau welcher an dem Führerhaus inzwischen abgeschlossen ist. Da Ich nun vor der Montage der Bodenbleche und des modifiziertem Batteriekastens stand, lag der Angriff anderer Probleme nahe. Motor, Getriebe und Achsen tun soweit ihren Dienst, lediglich die Bremse versagt. Dieser Fakt führte leider auch dazu, dass die vordere Stoßstange recht präzise beim Befahren des Tiefladers tiefgezogen wurde. Auf Deutsch: Der Jupiter rollte zügig in die Rad Mulde des Tiefladers, Ich trat die Bremse durch -ohne Reaktion- und es schepperte so dermaßen… Katastrophe… Tieflader = Lackplatzer… Jupiter = naja, wie das halt so ist… Aufjedenfall hat sich herausgestellt das bei der Handbremse der Lösegriff abgerissen ist (habe Ich geschweißt), dass das Ritzel der Handbremse fehlt (habe Ich gefeilt), dass das Hydrair festsitzt (Ich liebe meine Wallnussstrahlanlage) und das der Hauptbremszylinder sich innerlich häutet (habe Ich einen neuen gekauft). Das ist der aktuelle Stand, anderweitig wurde lediglich die Hydraulik Anlage demontiert und logischerweise vor der Überarbeitung des Führerhauses die Kotflügel, Motorhaube usw.



    Ich hoffe dass man mir die Farbwahl nicht übel nimmt, es wurde sehr lange darüber nachgedacht ob er ein mattes BW Grün bekommen soll, am ende wurde dann doch für einen Hauptmann in ziviler Kleidung entschieden, welcher aber trotzdem in Tannengrün, mit Tiefschwarzen Akzenten und Graugrünem Innenfutter im deutschen Wald unsichtbar sein dürfte. Achja, der Aufbau soll bleiben! Außer es gibt jemanden der alles für den Aufbau der Ausführung 15 mal eben so parat hat. Ich muss aber auch sagen das Ich den Bilstein Kran und diese kurze Achskonfiguration ganz ansehnlich finde, über den Seltenheitswert gibt es wohl nichts zu diskutieren! Jedenfalls freue Ich mich darauf mein Abenteuer hier zu teilen und erwarte reges Feedback.



    Mit besten Grüßen und auf bald!

  • Moin und willkommen im Club!


    ....und schickes Grossprojekt! Schön, wenn man die Möglichkeiten hat auch an so einem Gerät im Trockenen zu arbeiten...


    Die Farbe geht m.E. auch völlig in Ordnung, das Fahrzeug ist in seinem zweiten Leben schließlich so umgebaut worden, dass es kein BW Fahrzeug mehr ist, den oliv zu lackieren wäredaher eher unpassend. Vor allem ist es doch gut, dass auch solche Umbauten komplett erhalten bleiben, in vielen Fällen dient so etwas nur als Teileträger ....besonders weil der Kran auf eine 18to Halbkette paßt wundert mich, dass er noch auf dem Juppi ist......


    Jens

  • Herzlich willkommen in der Interessengruppe, das was Du so schreibst klingt interessant und verlangt nach "mehr". Mir gefällt jedenfalls Deine Vorstellung vom Projekt und die Farbwahl ist auch vollkommen in Ordnung denn sie passt ja auch zum Fahrzeug.

    Vieby

  • Danke für die herzliche Aufnahme,


    stimmt, bin auch ganz glücklich mal etwas nicht auf Original zu restaurieren. Da muss Ich mich auch direkt korrigieren fällt mir gerade auf :pfeif: Wie du schon gesagt hast war der Bilstein nicht auf Mercedes, sondern auf dem Sd.Kfz. 9, einer 18 tonnen Halbkette aus dem Hause FAMO. Sind diese Kräne tatsächlich so selten? Ein bekannter von mir hat auf seinem Blauen Jupiter auch einen Bilstein Kran, ob 3 oder 6 to bin Ich mir grad nicht sicher


    Herzlich willkommen in der Interessengruppe, das was Du so schreibst klingt interessant und verlangt nach "mehr". Mir gefällt jedenfalls Deine Vorstellung vom Projekt und die Farbwahl ist auch vollkommen in Ordnung denn sie passt ja auch zum Fahrzeug.

    Vieby

    Danke auch dir, da stellt sich mir die Frage ob Ich den "Restaurationsbericht" hier fortführen sollte oder besser ein seperates Thema im Magirus Unterforum eröffne.


    Gruß Kippi

  • Sind diese Kräne tatsächlich so selten?

    Ich denke verglichen zum Trägerfahrzeug von Famo sind die Kräne sicher nicht selten - zumal die dort ja nur auf einem kleinen Teil der 2.500 Geräte bei der Version 9/1 aufgebaut waren. Aber sonst ist die Herkunft von der Wehrmacht ja für viele ein Grund sich so ein Teil ersteinmal hinzustellen ... falls einem dann mal die passende Zugmaschine in die Quere kommt ...


    Da Vorstellungen schon mal abschweifen solltest Du den Jupiter tatsächlich besser in einem separaten Thread vorstellen, da findet man ihn später auch besser...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D



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