Restauration Oldtimer

  • Hätte mal eine ernstgemeinte Frage zur durchführung einer Restaurierung, genauer gesagt zu deren Örtlichkeit.:rolleyes:......habe einen 300`er GD Puch, an dem einiges an Schweißarbeiten durchzuführen währe. Da diese sowieso durchgeführt werden müssen, dachte ich mir, ihn komplett zu insten. Neben der fehlenden Zeit und der nicht ausreichenden Fachkenntnis für solch ein Projekt meinerseits, stehen zum einen die Kosten und irgendwo auch eine fehlende, ortsnahe Fachwerkstatt im Raum.....

    Nun habe ich von einem guten Bekannten aus der KFZ Branche eine Adresse bekommen, welche sowas relativ Kostengünstig durchführt.....würde zwar ca. ein halbes bis ein Jahr dauern, aber diese Firma würde so etwas ausschlließlich machen und ich hätte den Wagen dann wieder.

    Problem für mich ist, das die Firma in Südosteuropa ist!?!? Diese würde davon Leben, derartige Fahrzeuge aus D und Benelux zu holen, fertig zumachen und in Top Zustand wieder zurück zu bringen.......

    Ernstgemeinte Frage:Was ist davon zu halten? Hat jemand mit so etwas Erfahrungen?

    Gruß

  • Mit solchen Sachen hatte ich in Polen ganz schlechte Erfahrungen.

    Du bist nicht dabei, du kannst nicht kontrollieren was und wie es gemacht wird. Wenn nachher Lack drauf ist, sieht erst mal alles toll aus, aber dann....

    Und nicht vergessen, in anderen Ländern haben sie eben auch andere Ansprüche an Restaurationen.


    Man nehme nur die USA`s, wo Mumpe zum guten Ton gehört.


    Gruß Jozi.

  • Das wäre für mich auch der Grund, sowas nicht zu versuchen: die mangelnde Möglichkeit der "Zwischendurch-Kontrolle". Außerdem: wie ist es rechtlich betrachtet im Falle von Reklamationen bei einem ausländischen Werkstattbetrieb?

    My two cents :/

    Grüße von Lorenz, irgendwo da draußen...



    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • bei mir im Ort hat jemand einen Oldie in Südosteuropa restaurieren lassen. er hat dort vor Ort sogar jemand extra mit 200 Euro im Monat bezahlt, damit er entsprechende Kontrolle und Berichte macht.

    Er ist nicht zufrieden undhat hier in germanny alles für viele tausend Euro nacharbeiten müssen.

    1. Die Ansprüche dort sind wesentlich niedriger als hier

    2. Die Ersatzteilebeschaffung ist dort wesentlich schwieriger und da werden dann halt selbstgebastelte Lösung durchgeführt.


    Ich kann das nicht empfehlen.

    Kenne auch jemand , der dort auch viele Euro hin gezahlt hat und das Auto ist nie fertig geworden bzw. ist weg. Schorsch

  • Moin,

    wenn man seinen Oldtimer im nicht EU Ausland restaurieren läßt, sollte man auch bedenken, dass dann bei der Rückholung des Fahrzeugs Zoll und Einfuhrumsatzsteuer fällig werden. Da kann dann die "Ersparnis" schnelle mehr als aufgebraucht sein.

    Und wer meint dass das doch nicht auffällt, die Grenzer wissen genau worauf sie achten müssen.

    Für mich käme das nicht in Frage. Ich zahle lieber im Inland und sorge damit indirekt dafür, dass unser Sozialsystem, von dem wir alle profitieren, auch finanziert wird.

  • Ortsangabe wäre für die Problemlösung auch hilfreich , bisher fühle ich mich nicht direkt angesprochen ... Aber nach 30 Jahren im Thema lautet meine Antwort dazu:


    Never !!


    Da sind so viele kleine Ecken und Details, da sagt der Obstblöckler einfach SCHEISSEGAL , machen Farbe drüber, hält dann 3 Jahre . Und Tschüssikowsky :daumenrunter: .


    Nix mit Garantie , wie soll man das durchsetzen , und grundsätzlich ist das einfach nur Murks sowas zu riskieren ( wenn ich an die einfach überbratenen Rostflecken denke wird mir schon übel ) . Dann fängt man von vorne an , versenkt dreifach Kohle und Zeit . Das willst du nicht .

  • Genau das waren meine Gedankengänge zur Erstellung dieses Threads, deshalb meine Fragen. Die mir angebotene Komplettüberholung wäre in Bosnien, der besagte Bekannte aus der KFZ Branche hatte über einen bosnischen Spediteur , welcher offenbar ausschließlich davon lebt, Oldies aus D und Benelux von und nach dort zu fahren, eine Anfrage zur Komplettüberholung gestellt.

    Meine sofortigen Bedenken waren zu aller erst : Ich kann nix kontrollieren, nicht mal eben hinfahren, wer weiß ob der Wagen überhaupt wieder kommt oder ob da überhaupt das originale Teil wie gewünscht und abgerechnet eingebaut wurde?! Ich kann halt sehr, sehr wenig kontrollieren. Möglich wäre auch, das wenn ich den gewünschte Endbetrag begründeter Weise nicht bezahlen möchte, der Wagen sowieso weg ist und ich rechtlich keine Möglichkeiten da dran was zu ändern......von daher wollte ich mal Erfahrungen lesen.

    Ich wollte hier auf keinem Fall irgendwem auf die Füße treten dgl., es gibt im Ausland ganz sicher Spitzenwerkstätten, aber jemand wie ich, hat damit sehr, sehr wenig Erfahrung.....sowas wäre eine enorme Vertrauenssache.

    Ich werde das auf keinen Fall machen.....

    Gruss

  • Ich hatte mir mal vor Jahren einen Tempo-LandRover gesichert, der eine "Vollrestaurierung" in Polen erfahren hatte, initiiert vom Vorbesitzer.

    Ich weiß nicht, wie konkret der Auftrag lautete, aber das Bild war wie folgt:


    Der Stahlblechaufbau sah sauber und gesund aus, deutlich anders, als vorher (Bilder von vor der Restaurierung waren mir bekannt), allerding in einer Phantysiefarbe lackiert.

    Alle originalen Anbauteile (Blinker, Rückleuchten, Peilstangen usw.), vor Allem die BGS-spezifischen Teile fehlten.

    Die angebauten Leuchten stammten offenbar aus irgendwelchen polnischen Quellen.

    Das komplette Dach fehlte, ebenso, wie die Sitzpolster.

    Eine Vollrestaurierung sieht in meinen Augen anders aus.

    Später zeigte sich, das die Tanks vollgesottet und durchrostet waren, das Auto stand schief auf den Achsen, zündete und bremste nicht.

    Vieles wurde vom Vorbesitzer für teures Geld noch nachgebessert. Am Ende haben wir uns aber geeinigt, den Vertrag zu wandeln.

    Trotz der Nacharbeiten fuhr das Auto immer noch nicht ordentlich und die Komplettierung der Fehlteile und Neulackierung wären für mich nochmal oredentlich ins Geld gegangen.


    Das waren meine persönlichen Eindrücke einer Vollrestaurierung in Polen... :daumenrunter:

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    :BGS-F:

  • Der T3 eines Bekannten sah nach einer osteuropäischen "Aufarbeitung" gut aus. Nach einem Hagelschauer kam die komplette Lackschicht unter der Frontscheibe auf ganzer Breite wie einen Folie hoch > der Knick war glatt :kinnlade:

    Meinen T2 hab ich vor Ort bei einer kleinen Karosserie-Butze (arabischer Migrationshintergrund) machen lassen.

    "Oldtimer machen wir nicht - OH Bus, hat Onkel auch gehabt" Und als dann noch rauskam, daß ich die Straßenbahn in der Heimatstadt mitverbrochen habe, wurde der Auftrag als Leerlauf-Auffüller angenommen. Hat lange gedauert, dafür gab es gute Arbeit und Fragen konnten schnell vor Ort geklärt werden.

    Bullitreiber / Robert


    kostengünstiger Hersteller von CO2 und Überlebender der 1975 prognostizierten Eiszeit, des Waldsterbens, des Konsums von Salz und Eiern, des Millenniumbugs und der Klimakatastrophe.

    :schweiz:

    88148-fahrrad-52-gif

  • Bitte, man muss das nicht grundsätzlich schlecht machen, aber wir wollen (wenn dieser Weg beschritten wird) möglichst preisgünstig die Restauration durchgeführt haben. Wenn der Restaurator aber Originalteile verwenden soll, muss er die teuer einkaufen. Also beschafft er sich vor Ort wesentlich günstigere Teile die eben nicht original sind. Billig und gut bzw. Original geht einfach nicht.

    Anderseits haben die Handwerker dort noch Fähigkeiten und Ideen die hier nicht mehr vorhanden oder möglich sind in Form von Ausbildung oder Auflagen.

    Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit diesen Leuten/Handwerker/Restauratoren gemacht, aber hier in Deutschland, wo man dann die Kontrolle hat.


    Wie sagte mir mal jemand, " du erwartest eine Restauration unter Diebstahlspreis" und das geht nicht. Schorsch

  • Die Zeiten, in denen tatsächlichs Spezialisten in Osteuropa für 1,99 die Stunde arbeiteten sind halt vorbei. Und von "normalen" Werkern kann man das Verständnis für Oldtimer, das wir gern haben möchten, nicht erwarten, klappt auch in Deutschland nicht. Da wird dann halt einfach was Neues verbaut weil es funktioniert und schnell geht, denn grade die Details wie alte Schalter, Leuchten oder auch nur Klemmleisten erfordern viel Feinarbeit in der Aufarbeitung...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D



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    Einmal editiert, zuletzt von Der BundesBär () aus folgendem Grund: Typos

  • Was dort vielerorts angeboten werden sind keine Restaurationen, sondern Reparaturen. Wird ja hier im Forum auch gerne verwechselt.

    Eine Restauration ist in der Regel sehr aufwändig, kostet viereckig Geld und kann auch nur von Leuten mit entsprechendem Sachverstand und Verfügbarkeit auf Teile durchgeführt werden.


    Es wird sich ja bestimmt in Deiner Nähe oder zumindest in Deutschland jemand finden, der zumindest die Schweißarbeiten ordentlich machen kann.

    Für sämtliche Lackarbeiten habe ich eine gute und immer noch bezahlbare Adresse von einem Kundenbetrieb hier in der Nähe.


    Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit den Rest dann selber zu machen. Sofern Zeit vorhanden ist, lässt sich hier richtig Geld sparen und eine Menge lernen wenn man nicht murkst.

    Und man weiß was man gemacht hat.

  • Danke Euch allen für die vielen Tips, Arnegungen, Erfahrungen usw....ich wollte ja mit diesem Thread hier im Fachforum einfach nur genau diese Infos. Das ich mir diese Infos ran geholt habe , hatte aber auch einen bzw. mehrere Gründe:

    Nur mal angenommen hier wäre der allgemeine Ton dahingehend gewesen, das der größte Teil hätte sehr gute Erfahrungen mit derartigen Werkstätten gemacht, hätte ich mir das nochmal überlegt, ob ich das vielleicht nicht auch machen sollte......einige Eurönchen mehr für eine komplette Restauration, wie in dem Link vom Wolf_89 gezeigt, aber trotzdem noch billiger als hier.....

    Natürlich habe ich mich hier in der Gegend auch schon erkundigt, aber mal erwähnt.....der erwähnte " gute Bekannte" ist mein Bruder, Inhaber einer freien Werkstatt, aber der , genauso wie 4 andere wo ich mal so angeklopft habe, hat einfach keine Zeit! Die haben seit längerer Zeit derart volle Auftragsbücher, das die solche Aktionen nicht annehmen. Und selbst wenn ich mich Abends oder am WE in seiner Werkstatt da dran machen würde, fehlte der Platz, da auch mal länger was liegen zu lassen weil er ihn am nächsten Tag wieder braucht. Das wird über kurz oder lang so kommen, , aber ich wollte halt mal so alles in Erwägung ziehen......

    Gruß


    PS. Wenn sich jemand im Raum Sauerland / Nordhessen zu Schweißarbeiten berufen fühlen sollte.....würde mich natürlich über eine PN freuen ;-)

  • Geld und Zeit sparen und Oldtimer restaurieren passen nie zusammen und selbst wenn du richtig Geld in die Hand nimmst gibt es immer noch Überraschungen weil vielleicht das ein oder andere später doch noch kaputt geht. Sobald du anfängst auf Geld und Stunden zu schauen kommt Murks heraus. Wir wissen auch nicht im den Zustand von deinem G. Die Materialkosten sind überall gleich. Lediglich in den Lohnkosten gibt es ein kleines Gefälle. Das ist nicht so hoch wenn du das mit einem Fachbetrieb vorher besprichst. Bei einem Stundenumfang von um die 6-800h plus Lackierer über 2 Jahre verteilt wird der dir auch entgegenkommen. So oder so wird eine komplette Überarbeitung von Technik, Karosserie und Ausstattung in guter Qualität 30-40.000 kosten, das ist so meine Erfahrung von 30 Jahren G schrauben. Man sieht das auch hier im Forum was wieviel kostet oder wie lange dauert. Ich würde mit dem G mal zu einem fahren der das Fahrzeugmodell kennt. Gibt dem 500€ und der soll sich 2-3 Tage alles anschauen und dir sagen, was ca. zu machen und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

    Viele Grüße Marcus

  • .......oder gleich den besseren (teureren, mit Sachverstand begutachteten) G kaufen...

    Gruß Andreas ,:)


    "DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT BIN ICH UM DEN SCHLAF GEBRACHT"
    (Heinrich Heine)


    1./PzBtl 213 - FM Grp.

    (1987/88 W15)

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    Opfer des: Virus Vehiculum olivea militaris