PUCH 230GE: Start mit gebrücktem KPR

  • Hallo zusammen,

    würde mich gerne mit einem Phänomen an euch wenden.

    Nachdem das Fahrzeug nicht mehr gut gelaufen ist (Beim rückwärts in die Garage fahren ist er viel mal ausgegangen).

    Habe dann die Fehlersuche gem. PUCH Anleitung durchgeführt und das Kraftstoffpumenrelais (KPR) wurde als defekt bezeichnet.

    Habe dann das KPR abgezogen und den Pumpenanschluss gebrückt und eine Probefahrt gemacht. Das Fahrzeug lief wieder einwandfrei.

    Nach der Probefahrt habe ich ihn noch ca. 15 Minuten bei ca. 0°C draussen stehen lassen.

    Wollte dann reinfahren und er ist nicht mehr angesprungen.

    Ausser ab und zu Schläge aus dem Auspuff aber sonst nichts.

    Mit Muskelkraft haben wir ihn dann reingeschoben...


    Ist das zu erklären, dass er nicht mehr startet?

    Oder hat das Auto evtl. noch ein anderes Problem?


    In den bisherigen Forenbeiträgen zum Thema habe ich den Eindruck bekommen, dass man auf das KPR "verzichten" kann, wenn man es bei nicht benutzen abschaltet...


    Oder habe ich da was falsch verstanden?


    Vielen Dank für einen Hinweis


    LG

    Johannes

  • das geht als Notlösung- natürlich sollte man die Brücke mit Zündungsplus machen...
    zulässig ist das natürlich nicht, weil beim Unfall die Benzinpumpe nicht automatisch abschaltet. Weiterhin ist das Kaltstartventil nicht angesteuert (worauf man zur Not aber auch verzichten kann)


    Eine Alternative wäre eine Relaischaltung über den Öldruckschalter wie bei den alten Ami`s oder KPR Eigenbau


    Gruss

    Mark

  • das kpr kann m,an reparieren lassen bzw. man bringt Marks KPR zur Serienreife.

    das steht wohl an.

    Habe den Thread zu Marks KPR gelesen. Und hätte auch prinzipiell Interesse. Aber wenig Erfahrung mit derlei Aktionen...

    Was mich am meisten abschreckt ist, dass man ein Gehäuse- und Stecker bauen muss.

    Teile bestellen und zusammenlöten würde ich mir vielleicht noch trauen....

  • Moin Bommerter,


    Beobachte deine Startprobleme mal unter Beachtung der Witterung. Hochdruck/Tiefdruck bzw. trocken und feucht. meiner Startet an einigen Tagen ohne Probleme beim ersten betätigen der Zündung und dann braucht er an einigen Tagen auch mal den ein oder anderen Gas-Stoß um zu Starten. Als die Windschutzscheibendichtung noch undicht war und das Wasser in einem ununterbrochenen Strom am KPR "vorbeigelaufen" ist konnte ich ihn kurzzeitig gar nicht starten. Evtl. hast du einen Isolationsfehler oder Feuchtigkeit führt bei bestimmten Witterungsbedingungen zu Fehlfunktionen. Selbst Hoch-, oder Tiefdruck (Wetterlage) können aus Sicht der Verbrennungslehre bei Grenzwertig eingestellten Verbrennern zu Problemen führen. Ich bin kein KFZ'ti aber Übertrage einfach mal die Heizungstechnik (Verbrennungslehre) auf die KFZ Technik.

    Diesbezüglich lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Unter Berücksichtigung der Physikalisch/Chemischen Zusammenhänge denkt ich jedoch das der atmosphärische druck schon einen Gewissen Einfluss auf unsere Verbrenner-Technik haben könnte.


    MfG

  • Ich bin kein KFZ'ti aber Übertrage einfach mal die Heizungstechnik (Verbrennungslehre) auf die KFZ Technik.


    MfG


    Moin,

    ich bin auch kein KFZ Fachmann, gehe aber davon aus, daß sich das so nicht übertragen lässt. Bei der Heizung läuft der Verbrennungsvorgang unter Umgebungsdruck ab. Im Motor sollte, zumindest bei vernünftiger Kompression, ein vielfaches des Umgebungsdrucks herrschen. Da machen ein paar mbar Differenz im Luftdruck wohl nicht soviel aus. Die unterschiedliche Sauerstoffdichte in warmer oder kalter Luft kann man wohl ebenfalls vernachlässigen. Im Gebirge, ab 3000m glaube ich, gibt es wohl tatsächlich Leistungsverluste beim Motor, aber das sind andere Bedingungen als ein Wetterwechsel.

    Feuchtigkeit macht da sicher eher Probleme, auch Luftfeuchte.


    Das sind meine Gedanken dazu, ohne Gewähr auf Richtigkeit.


    Gruß, Matze

  • Meiner startet im Winter am allerbesten. Allerdings bin ich mir bewusst, das der verbaute Benzindruckspeicher oder das Rückschlagventil an der Benzinpumpe

    nicht ganz dicht ist. Gewechselt wird das erst gegen vorhandene Ersatzteile wenns nicht mehr geht.


    Ohne den Anlasser zu betätigen kann man auch die Zündung mehrmals hintereinander einschalten.

    Das Kaltstartventil und die Pumpen werden dann insgesamt etwas länger betätigt. Dann startet das Fahrzeug garantiert.

    Im Sommer startet man am besten mit leichtem Gas........Erfahrung von früher beim Golf 1.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch:

  • Moin,

    Opa grundsätzlich teile ich deine Meinung zur Verbrennung unter Druck. Sollte das Gemisch jedoch Grenzwertig (zu Mager) eingestellt sein könnte das Wetter größere Auswirkungen haben. Auch wenn die KE Jetronic nicht mit einem Vergaser vergleichbar ist ziehe ich mal wieder parallelen zu meinem Motorrad.

    Die Einflüsse der äußeren Bedingungen machen sich bei Vergasern deutlich bemerkbar, Chock ziehen. Meine LC8 950 bekommt bereits bei Höhenlagen von ca. 2000m Probleme. Geht in diesem Fall bei gezogener Kupplung ganz gerne mal aus. Lässt sich in diesem Fall jedoch einfach über den Bowdenzug fürs Standgas beheben und ja sie ist nicht optimal eingestellt.

    Die temporär auftretenden Fehlfunktionen sind generell die nervigsten.

    Das KPR ist aus meiner Sicht recht einfach zu Prüfen. Bei Gemisch, Falschluft, Unterdruckschläuche usw. wird es schon anspruchsvoller.

    MfG

  • Hallo zusammen,

    das mit dem Puch wir immer "spannender". Das KPR als Ursache für die Probleme kann ich fast ausschliessen...

    Es ist so, dass das Fahrzeug kalt gut startet. Wenn man es dann aber 10-20 Minuten stehen lässt, startet er zwar. Läuft im Leerlauf nicht wirklich rund und sobald man etwas Last gibt (Umschalten von N auf R im Stand reicht) geht er aus. Wenn man es dann noch länger versucht startet er gar nicht mehr.

    Nach längerem Warten ist ein Starten dann auch wieder möglich und er kann auch Leistung abgeben...


    Das muss doch irgendwas mit der Kühlwassertemperatur zu zun haben, denn die fällt in dem Zeitbereich ab, oder?

  • Ja es kann der Druckspeicher sein (teuer) oder das Rückschlagventil an den Pumpen (billig).

    Eine weitere möglichkeit ist der Druckregler links neben dem Mengenteiler. Der hat auch eine Gummimembrane die defekt sein könnte.

    Druckspeicher und Druckregler haben beide eine Leckkraftstoffleitung, an der geprüft werden kann.

    Noch eine Möglichkeit ist ein undichtes Kaltstartventil. Wenn das nicht richtig schliesst, verliert er auch Kraftstoffdruck.

    Wie Till schon geschrieben hat kann man das durch messen des Kraftstoffdrucks am Prüfanschluss des Mengenteilers eingrenzen.

    Das ist billiger wie alle Teile auf verdacht zu erneuern.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch:

  • Hallo,


    Hast du vieleicht nach dem abschalten des Motors mit der Brücke den Stromhauptschalter angelassen? Dann hätte die Puumpe ordentlich weiter gefördert und das Startverhalten ist deswegen Schlecht bis unmöglich?

    Meiner Startet bei kalter Witterung nach wie vor am besten!

    ich hatte ja auch ein etwas ähnliches Fehlerbild z.B.

    Zitat

    (Umschalten von N auf R im Stand reicht) geht er aus..

    Hab mir dann Prüfmanometer gekauft und festgestellt dass der Druck in Ordnung ist. Da sicher war es hat was mit der Wärme im Motorraum zu tun.

    Viele haben sich wegen dem sporadisch schlechten Startverhalten und sogar ausgehen bei langsamer Fahrt den Kopf zerbrochen und am Ende war alles durch das instandsetzen des KPR aus der Welt.

    Jetzt wo schon klar ist dass das KPR ne Macke hat würd ich das vom Fachmann (Hier im forum oder Kleinanzeigen) machen lassen. Mir hat es sämtlich Probleme gelöst, unnötige Folgearbeiten erspart und vor allem wieder den Spass am Fahrzeug zurückgegeben da sporadisch ausgehen oder nicht anspringen einfach Sche...ist

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die zahlreichen Hinweise!

    Jetzt kann ich Neues berichten. Die Ursache der Warmstartprobleme war eine schwergängige Stauscheibe.

    Das KPR wars nicht (bin grad dabei das Silikon wegzukratzen, damit ich es wieder versiegeln kann. Das kriegt man kaum wieder weggekratzt...).

    Der Benzindruck ist über eine halbe Stunde nicht abgefallen.

    Die Stauscheibe allerdings ist beim Runterdrücken unten geblieben und ich musste sie an der Schraube packen und wieder hochziehen. Paar mal hoch und runter und jetzt ist sie wieder gängig und das Auto startet wieder sehr gut.


    Warum die Stauscheibe allerding schwergängig war, keine Ahnung. Der ist vielleicht 6 Wochen gestanden...

    Was ich auch noch komisch fand ist, dass die Stauscheibe und Umgebung ziemlich ölig verschmiert war. Nicht nur ein Ölfilm sondern richtig dreckig.

    Wobei der Luftfilter innen und aussen noch blütenweiß ist...

    Kann ich der Mechanik hinter der Stauscheibe vorbeugend sonst noch was Gutes tun?


    Naja jetzt will er wieder und ich muss nur das KPR wieder in sein Gehäuse bringen und abdichten:mimimi:


    Nochmal danke für alle Hinweise!!

    LG

    Johannes

  • ja, da geht ein schlauch unten von dem Gehäuseunterteil ( Gummi) an Zylinderkopf.

    Wenns da undicht ist,dann kommt ne MENGE Dreck in das Luftsystem.


    Die Reinigung mit dem LM 5129 ist schon wirklich gut. Hat bei meinem auch was gebracht.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:


    :barett-sch: