Unvergessliche Erlebnisse vom Bund

  • Hallo Leute,
    es war 1989 bei der Stationsausbildung: Hilfsausbilder gibt Befehl:
    Gruppe auf 12 Uhr in den Wald bei der nächsten Station antreten.
    Fragt ein Rekrut, wie weit?
    Hilfsausbilder: So weit ich denken kann !!
    Rekrut antwortete: dann ist es ja gleich hier vorne!!!

    Ich hab es bis heute nicht vergessen.

    Vielleicht hat ja Jemand was erlebt, was er nicht vergessen hat.

    Gruß TomB:):thumbsup-blue:

  • Während der Grundausbildung haben wir im Rahmen einer 36-Stundenübung auf dem Standortübungsplatz biwakiert.

    Während der Ausbildung sind zwei Reiter aufgetaucht die von unserem Hauptmann direkt angesprochen worden sind ( er war selbst passionierter Reiter).

    Das Ende der Geschichte war dann daß wir mit unseren Dreiecktüchern als Piratenkopftuch gebunden angetreten sind und der Hauptmann hoch zu Ross die Formation abgeritten ist :thumbsup:

    Davon habe ich noch Fotos, kann ich hier später gerne noch einstellen.


    Edit

    Hier die Bilder:


  • Hej,


    1. Grundausbildung: Der "Öscher" - steht führ Herkunft Aachen - von einem Kölner Kameraden aufgebracht und erhalten. Den kannte später die ganze Pinneberger Kaserne unter dem Namen.

    -> kleiner Kerl, 50Kg? konnte einfach keinen Gleichschritt halten. Sah zum Schreien aus - ganze Kompanie im Gleichschritt nur im letzten Glied hampelt einer herum das es wehtut.


    2. Formalausbildung im Gruppenrahmen; Insgesammt zwei Kompanien unter wohlwollender Beobachtung Regimentskommandeur.

    kluge Entscheidung vom Uffz. : "Wenn Sie keinen Gleichschritt halten können, müssen sich die Anderen eben nach Ihnen richten,- ab nach vorne".

    Der Kerl hatte aber beim Einüben der Kommandos NIE aufgepasst. War ja immer ganz hinten.


    3. Die Gruppe (in Linie angetreten) macht Rechtsum und "schlendert" im neuen "variablen" Gleichschritt los. WAHNSINN!

    Auf das Kommando "links Schwenkt" macht der neue Kollonenführer sofort was er dann machen soll, also links Schwenken.


    Die anderen warteten auf das "Marsch" als eigentliches Kommando und hampelten geradeaus weiter.


    4. -> völlig verblüffter Uffz. brüllt los und gibt seine Meinung zum Besten. (Erheiterung).

    Dann fällt dem Mann auf das sich seine Truppenteile immer weiter von ihm Entfernen. (inzwischen sehr große Erheiterung, und viele interessierte Zuschauer)


    5. "6 Gruppe in Linie angetreten" ist ja ein klares Kommando. Aber der kleine Kerl aus Aachen wusste nicht so Recht wie es jetzt weitergeht; also versucht er von ganz links wo Er erst hinlief wieder nach ganz rechts zu gelangen. Natürlich zwischen den angetretenen Kameraden und dem Uffz.. Oje


    6. Sehr laut: "6 Gruppe nach hinten weggetreten" -> Alle anderen Aktivitäten auf dem Exerzierplatz sind inzwischen abgebrochen. Ausbilder perplex, Rekruten lachend.

    "Stellung" - schwierig, da ja kein Spaten am Mann und Aspaltierter Untergrund. Kommt noch hinzu , dass alle wie blöde Lachen (bis auf den Öscher, der weiss nicht was vor sich geht).


    Um es kurz zu machen: Schritt 5+6 wurden widerholt, bis alle Beteiligten komplett erschöpft vom Sprinten und Lachen waren. Abbruch der Formalausbildung. Uffz. hat sich sehr gefreut das "seine" Gruppe beim Publikum so gut ankam.


    7. Die 6 Gruppe durfte die nächsten beiden Wochenenden in der Kaserne bleiben und musste nicht wie die anderen alle nach Hause.

    Das gleiche Schicksal hatten auch einige Ausbilder.

    Der "Öscher" konnte danach perfekt den Gleichschritt halten!


    Hoffe es hat unterhalten.


    Grüße

    Ralf

  • Ein Uffz aus dem SanBereich war absolut unerweckbar. Als er während einer Übung dein Spieß beim Weckversuch mit "hau ab, du Klapparsch" titulierte, brachte es ihm ein Wochenende im Bau ein, obwohl er nicht mehr wusste, was eigentlich vorgefallen war.

  • Zitat

    Das sieht fast nach Coronabstand aus

    Das gab es 1994 noch nicht :pfeif:

    Diese Übung war sowieso ziemlich cool. Unsere Ausbilder waren total locker drauf und wir hatten jede Menge Spaß :-D

    Hier haben wir unseren Hauptmann hochleben lassen:

    Für dieses Foto musste der Stuffz ziemlich oft vom Iltis springen bis es passte. Den Poncho haben wir mit einer Zeltschnur nach hinten gezogen:

    Ausgabe der Mittagsverpflegung durch unsere Uffze:

    Abends bin ich dann mit einem Gefreiten im Iltis zur nächsten Trinkhalle gefahren um ein paar Kisten Bier zu holen. Der Iltis hatte nur vorne links und hinten rechts eine Tür :lol:

  • Guten -abend Zusammen,


    hier einer meiner Erinnerungen aus meiner Zeit in Koblenz, 1995, Grundausbildung Fernmelder:


    Kamerad sitzt vor mir beim üblichen Ausbildungs-Unterricht. U.a. hatte auch seine Stube am Abend zuvor kräftig mit den Uffzen und Stuffzen der Ausbildungszüge gebechert. Dementsprechend ist der Kamerad im Unterricht weggenickt. Der unterrichtgebende Oberfeld steht auf einmal neben ihn und brüllt los: „Funker XXX, schlafen Sie etwa in meinem Unterricht?“


    Kamerad steht sofort stramm und antwortet wie aus der Pistole geschossen: Nein, Herr Oberfeldwebel. Ich habe nur meine inneren Augenlidern nach Verletzungen abgesucht.“


    Gesamter Saal am Lachen, selbst die Uffze und Stuffze habe redlich Mühe, ihre Coutenance zu halten. Oberfeld hat einen knallroten Kopf und geht kommentarlos Richtung Pult nach vorne.



    Ende vom Lied. Am Freitag hatten alle nach dem 12-Uhr-Appell noch 2 Stunden Formaldienst inkl .Uffze und Stuffze. Der Kamerad ist noch öfters weggenickt beim Unterricht vom Oberfeld, wurde aber nie mehr von ihm darauf angesprochen.



    LG, Michael

  • Hi Fränk,


    klar darfst Du fragen. Ausbildung in der Rheinkaserne, 5. StFmRgt 310, später Verwendung in der 1. StFmRgt 310 in der gleichen Kaserne zum Übernachtenb, Dienst hatten wir entweder im Wöllershof (HFüKdo) oder in der Falckenstein-Kaserne. Das StFmRgt 310 wurde aber 2003 außer Dienst gestellt. Etwas zur Geschichte findet man hier:

    https://diefernmelder.de/die-falckenstein-kaserne.html


    LG, Michael

  • Auch etwas "anrüchig", wurde aber entsprechend "gewürdigt":

    Die InstAusbKp 5/1 ist morgens angetreten...Wolfenbüttel, Gneisenau-Kaserne

    Wir "Azubis" mit Blick auf das Kompanie-Gebäude, der UvD im Eingangsbereich > da brettert ein Auto zwischen uns durch :kinnlade:

    "Es kann nicht sein, daß jemand in mein Glied (Reihe und...) fährt:tobt:" brüllte der UvD.

    Der Schock ob der Aktion wurde definitv dadurch aufgelöst... 1.Reihe und die Zehenspitzen waren recht dicht an den Reifen...

    Der Täter kam aus dem BeoBtl13 und hatte es wohl eilig, noch rechtzeitig zum Dienst zu erscheinen > das Zu-spät-kommen wäre warscheinlich geringer "gewürdigt" worden :*:

    Wir hatten Fach-Ausbilder, aber für Formal-Dienst zusätzlich "Ausbilder" aus den umliegenden Einheiten, und nicht mmer die hellsten Kerzen...

    Bullitreiber / Robert


    kostengünstiger Hersteller von CO2 und Überlebender der 1975 prognostizierten Eiszeit, des Waldsterbens, des Konsums von Salz und Eiern, des Millenniumbugs und der Klimakatastrophe.

    :schweiz:

    88148-fahrrad-52-gif

  • Dqann kann ich ja auch mal: Grundausbildung 3. Quartal 1987 in Appen, LwAusbRgt 1

    Der erste Zug unser Kompanie (kam nahezu geschlossen aus Ostfriesland) war Sicherungszug, Zug 2 und 3 (ich war im 3.) Ausbildung zum Richtfunker. Wir waren das erste Mal auf der Standort-Schießbahn. Neben mir auf Schießbahn 5 schoß jemand aus dem ersten Zug. Die ersten Ergebnisse wurden vorgelesen: Bahn 4 fünf Schuß, kein Treffer, Bahn 5 fünf Schuß, sechs Treffer

    Großes Rätselraten, Fehlerursache wurde natürlich schnell ausgemacht - Ansage: "Flieger P., Sie schießen auf die Vier!"


    Danach war das Schild mit der Vier über der Bahn kaputt...

  • Hallöle,


    freilich alles lustig, da erinnert sich der ehemalige Soldat ja gerne :yes:


    Aber weil das Thema ja nicht ausdrücklich eingeschränkt ist auf rein lustige Geschichten schreibe ich mal eines meiner unvergesslichsten Erlebnisse bei der Bundeswehr.


    Weil ich wg, Krankheit die Einweisung auf TPz 1 Fuchs bei PzPi290L verpasst hatte, sollte ich bei der Pionierschule München Prinz Eugen Kaserne bei einem entsprechenden Lehrgang teilnehmen.


    Die Lehrgangsteilnehmer hatten sich an einem Montag im Frühjahr 1983, morgens eingefunden. Der Leitende, ein Oberfeldwebel der Fahrschule und ein Leutnant, zwei Hauptfeldwebel, ein Unteroffizier und ich W15er Pionier.

    Nach kurzer Einleitung ging es zur NATO-Pause (es gab da nur eine Kantine für Mannschaften und Uffz. zusammen). Dann Unterricht bis zur Mittagspause. Nach dem Mittagessen in der Truppenküche (für alle Dienstgrade), an der warmen Frühlingssonne sitzend kam der Herr Unteroffizier zu mir Pionier.

    Er war von den anderen Herren Dienstgraden vorgeschickt worden um mir mit zu teilen, daß es für einen Mannschaftsdienstgrad nicht statthaft sei sich in den Pausen, bei den Mahlzeiten sich zu den Dienstgraden zu setzen. Ich solle mich alleine, einzeln "irgendwo" platzieren.


    Die Herren Dienstgrade sind dann die Woche über mit dem Fuchs herumgebrettert und der "Pionier" durfte tanken und die TD machen.

    Bei einer "Einweisungsfahrt" mit dem TPz von München nach Bogen im Bayerischen Wald hat das Auto dann auf dem Rückweg den Dienst quittiert. Bei Straubing sind dann alle, incl. der Fuchs von einem Bergetrupp SLT abgeholt worden.


    Am Ende des "Lehrganges" sollte ich mich beim Leiter der Pionierschule für die Teilnahme an dem Lehrgang bedanken, hatte mir der Leitende Herr Oberfeldwebel aufgetragen pfrtz


    Das ganze ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben und wegen dieser "Kameraden" habe ich mich damals dazu entschieden bei der "Firma" nicht zu unterschreiben.



    Servus der murkser

  • ist hier bei den ganzen mehr oder weniger lustigen Diensterlebnissen etwas off-topic, .....

    und der Preis an die "Untertreibung des Tage geht an": Dieselstrudel :lach:



    ich kann zu den lustigen Geschichten beim Bund aber auch noch was beitragen

    Ähnlich wie bei Lephysio geht's ums Einschlafen im Unterricht.


    aus irgend einem Grund war ich zu einer politischen Weiterbildung nach Hamburg ins "Haus Rissen" abkommandiert,

    das war dann zwar keine "echte" Bundeswehrveranstaltung aber es waren alles Soldaten da und wir mussten auch Uniform tragen.

    Der Unterricht war, sagen wir mal eher nicht so super interessant und es kam wie es kommen musst, einem der Teilnehmer fiel es schwer Aufmerksamkeit zu heucheln und er schlief sanft und selig ein.

    Dem Vortragenden fiel das dann auf und er meinte immer in gleicher Tonlage bleibend "wir sollten mal ne Pause machen und wir treffen uns dann draußen auf einen Klönschnack, aber meine Herren, bitte leise, wir wollen niemanden stören"

    wir standen dann draußen und fünf Minuten später kam mit hochrotem Kopf der einzige der Zuhörerschaft der nichts von der Pause mitbekommen hatte. :lach:


    in den darauf folgenden Unterrichtseinheiten hat sich niemand wieder die Blöße gegeben einzuschlafen. :nono:

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • und der Preis an die "Untertreibung des Tage geht an": Dieselstrudel :lach:

    Okay, streiche "etwas" :wacko:

    Vielen Dank für die "olivgrüne Untertreibungszitrone", ein kleiner thematischer Ausflug ist aber auch in diesem Forum ab und an zu beobachten und wenn es was bringt, ist es das Wert. Kann man zugegebenermaßen auch alles per PN machen, ich gelobe Besserung und verfolge gespannt weiter schöne Geschichten aus der Zeit beim Bund.


    Viele Grüße

    Christian

  • Ich erinnere mich auch sehr gerne an meine BW Zeit zurück ! Immer mit einem Grinsen im Gesicht....

    Wir hatten natürlich auch ein paar Pappenheimer dabei wie z.B: Sportbefreite die- die ganze >Zeit mit Sportschuhe und Flecktarn rumliefen...

    Aber auch andere die einen positiven Eindruck hinterließen wie mein Spieß !!

    Kettenraucher und so wie Er damals schon aussah naschten Sie sicher auch gerne am Bierchen oder sicher auch schärferes;-)


    ABER : Immer , bei jeder AMilA teilgenommen!

    Meinen Respekt hatte Er damals immer gehabt. :thumbsup:

    Grüße Markus



    Meine Pünktlichkeit drückt aus, daß mir deine Zeit so wertvoll ist wie meine eigene...

  • ein kleiner thematischer Ausflug ist aber auch in diesem Forum ab und an zu beobachten und wenn es was bringt, ist es das Wert. Kann man zugegebenermaßen auch alles per PN machen, ich gelobe Besserung und verfolge gespannt weiter schöne Geschichten aus der Zeit beim Bund.

    alles gut, ich bin nicht unbedingt der Verfechter dass Threads immer beim Thema bleiben sollen,

    den einen oder anderen Ausflug (auch weitab) vom Thema finde ich nicht schlimm.


    Hoffe du kriegst noch ne Antwort auf deine Frage. ;-)

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Moin,


    zum Thema "Einschlafen im Unterricht" kann ich auch eine Anekdote beisteuern:



    Auch bei uns (3./PzArtBtl 515 kellinghusen, AGA 1994) in der Grundausbildung waren die Tage anstrengend und in den Unterrichtsstunden kämpten eigentlich alle mit dem Einschlafen. In einem dieser Unterrichte bemerkte der QAusbilder, dass knapp die Hälfte eingepennt war. Er sprach daraufhin mit ruhiger und gleichmäßiger Stimme zu den Nichtschlafenden, sie sollen sein Kommando gleich ignorieren und sitzen bleiben. Daraufhin nahm er ein schweres Buch und knallte es mit voller Wucht auf den Tisch!!!!! RUMMS!!!! Alle wach! Dann das Kommando: "ALLES AUF!!!" und somit trennt sich die Spreu vom Weizen und alle Aufgestandenen durften vor dem Gebäude antreten und ordentlich Liegestütze machen. Großartige Aktion vom Ausbilder!


    Gruß Christian

  • Hi Michael,ich war bis 1/95 in der Fritsch. Deswegen meine Frage. Die Fernmelderseite ist mir bekannt:thumbsup:

    LG Fränk

  • Und hier meine eigentliche Anekdote welche ich zum Besten geben wollte:


    Ich war in meiner Grundwehrdienstzeit (3./PzArtBtl 515 Kellinghusen, 1994-95) eingesetzt als Kraftfahrer M113/MTW und es ergab sich im Laufe einer Übung die Möglichkeit ohne Vorgesetzten an Bord ( wir hatten dann einen weiteren Mannschaftsdienstgrade als Kommandanten einzusetzen) eine sehr spaßige Bewegungsfahrt über den vom Regen aufgeweichten und mit Schlamm überfluteten Übungsplatz zu machen. Ich hatte noch nicht lange meinen Ketten-Führerschein und in der Fahrschule hatten wir vom Fahrlehrer gelernt, wie man mit Schwung die vollgelaufenen Hohlwege durchfährt, so das ist zwar nach allen Seiten mächtig spritzte man, aber gut diese Stellen passieren kann. Dasa sieht dann so aus:



    Und da war einer dieser mordsmäßig langen und vollgelaufenen Hohlwege und bot sich mir unwiderstehlich an. In Sichtweite daneben stand ein Wolf der Beobachter und an Bord ein Oberfeldwebel und ein StUffz. Ich nahm mit meinem MTW also Anlauf und bretterte mit möglichst viel Tempo in diesen Hohlweg hinein. Leider war dieser Hohlweg deutlich tiefer als angenommen und das schlammige Wasser wurde nicht sauber nach allen Seiten weggedrückt, sondern ich schwoll über die Bugplatte nach oben über das Fahrzeug herüber.Auf diesem Bild kann man schön sehen, ab welcher Wassertiefe es nicht mehr nur verdrängt wird, sondern der MTW ins Wasser "eintaucht:



    Für mich fühlte es sich an, als wäre ich gegen eine Wand gefahren. Sehr eindrucksvoll wie hart Wasser sein kann. Ich bin fast vom Fahrerplatz gerutscht und durch die geöffnete Fahrerluke schoß eine Unmenge Wasser in dem MTW hinein. Es fühlte sich an, als würde mir eine komplette Badewanne auf meinen Oberkörper gegossen werden. Es war Winterzeit und ich hatte den Nässeschutz übergezogen und die Sturmhaube über dem Gesicht. Das dreckige Wasser lief mir einskalt oben in den Ausschnitt rein bis komplett runter zur Unterhose und die klatschnasse Sturmhaube im Gesicht fühlte sich an wie Waterboarding. Der Bock wurde unendlich langsam und das Wasser schwoll oben über das Lüftergitter unter dem sich auch der Luftansaugstutzen befindet. Ich bin nicht gläubig, aber ich in dieseem Augenblick betete inständig zu Gott, dass das Fahrzeug bitte nicht verrecken möge. Mühselig kämpfte sich der MTW durch den Rest des Hohlweges durch und ich war heilfroh, dass ich es geschafft hatte. Dann der bange Blick rüber zum Wolf mit dem Oberfeldwebel und ich sah, dass er mit wilden, hektischen, rudernden Armbewegungen mir unmissverständlich klar machte ich, dass ich sofort zu ihm zu kommen habe. Ich erwarte das größte Donnerwetter meines Lebens und eine schmerzhafte Disziplinarmaßnahme für diese Nummer! Es kam aber anders als erwartet: der Oberfeldwebel hatte einen mega breites Grinsen im Gesicht und schwenkte in der Hand eine Kamera und rief mir zu: "Was für eine geile Aktion! Das musst du unbedingt noch mal machen, das möchte ich fotografieren!" Es muss wohl wirklich eine ziemlich eindrucksvolle Show gewesen sein. Und wenn der feine Herr Oberfeldwebel das so befiehlt, dann macht der Gefreite das auch eben auch noch einmal so. Und somit bin ich noch einmal volle Kante durch diesen Hohlweg geknattert, betete wieder zu Gott, dass der MTW auch diesmal sein Weg gehen würde. Und das tat er dann zum Glück auch. Der Oberfeldwebel war zufrieden und ich machte danach auf den Schreck eine kurze Pause. Als ich nach unten ins Fahrzeug abgetaucht bin, sahen mich drei völlig entsetzte Gesichter an und ich bemerkte dass das dreckige Wasser bis über die Bodenbleche im Fahrzeug stand. Alles war nass und wild durcheinander geflogen. Ich müssen sich unten Szenen wie in "Das Boot" bei einem Wasserbomben Angriff abgespielt haben. Die Kameraden waren echt sauer! Zum Glück hat der MTV noch aus alten Zeiten (als er noch schwimmfähig war) seine beiden Lenzpumpen und somit konnte ich relativ angenehm das Fahrzeug leerpumpen. Putzen musste ich jedoch trotzdem ewig lange um auch die letzten schlammflecken aus dem Fahrzeug zu entfernen.



    Gruß Christian

  • Moin Michael,

    ist hier bei den ganzen mehr oder weniger lustigen Diensterlebnissen etwas off-topic, aber da wir ja auch ein Militärfahrzeugforum sind und ich das grade sehe: Hattet ihr bei der 1./StFmRgt 310 einen Golf 2 der vorherigen 1./FmBtl 310 im Bestand?

    Viele Grüße

    Christian

    Hallo Christian,


    ja wir hatten einen Golf 2 in unseren Bestand. War der Ersatzwagen für den T3, wenn er mal nicht so wollte. Es musste täglich jemand zu einer Aussenstelle vom BMVg nach Bonn fahren um Post, welche per Bundespost gekommen war, durchleuchten zu lassen. Leider weiß ich nicht mehr ob der Golf vom 1. FmBtl 310 war. Ich war ab Januar 1996 bei der 1. StFmRgt 310.


    Hoffe du kriegst noch ne Antwort auf deine Frage.

    Natürlich bekommt der Christian eine Antwort :thumbsup:


    Hi Michael,ich war bis 1/95 in der Fritsch. Deswegen meine Frage. Die Fernmelderseite ist mir bekannt

    Hi Fränk, dann haben wir uns verpasst. Ab 10/1995 in der 5. StFmRgt 310, ab 01/1996 in der 1. StFmRgt 310.


    Jetzt aber genug Off-Topic. :-D


    Ich gebe natürlich gerne weiter Auskunft, dann aber am besten per PN.


    LG; Michael

  • sowas hatten wir auch:


    gleiches Fahrzeug M113 aber als Mörserträger!


    ich war Fahrer an vorletzter Stelle im Konvoi (Bergen-Belsen beim scharfen Schießen),

    auf dem Weg von der Schießbahn in die Unterkunft kamen wir auch über verschlammte Wege.

    Als mein Kommandant die vorausfahrenden Fahrzeuge eine Bugwelle vor sich her schieben sah kam die Anordnung:

    "bei uns wird das aber höher!"

    naja, es kam wie es kommen sollte, sie war höher!

    dummerweise drehte sich wohl in diesem Moment der Zugführer in seinem Fahrzeug um und sah uns hinter einer "Riesenwand aus Wasser verschwinden" (O-Ton Oberleutnant)

    ich selber hab nicht so viel abbekommen, der Kommandant und auch die Mannschaft wurden (durch die offenen Mannschaftsraumklappen) komplett geduscht und der Schlamm war überall.


    Naja, Ende vom Lied war das sofortiges Antreten des Zuges angesagt war, es ein Riesendonnerwetter gab, die Mannschaften zu Fuß nach Hause laufen durften und die Kommandanten und Fahrer alle TD und die Nacht durch Fahrzeugwache zu machen hatten.


    Dumm nur das es an exakt dem Tag zu einem tödlichen Schießunfall auf einer anderen Schießbahn gekommen war und ich mich nicht wie sonst üblich am Abend zuhause melden konnte.

    Zur Erläuterung an die Jüngeren hier: damals standen auf dem Truppenübungsplatz in der Nähe der Unterkünfte so gelbe rundum verglaste Einmann-Hütten in denen die einzige Möblierung eine Telefon war, damit konnte man in "Vorhandyzeiten" mithilfe von 10Pfennigstücken telefonieren.

    Das war für die zuhause wartende Liebste nicht so dolle. :schulterzuck:

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Hallöle,


    ja, diese merkwürdigen, verglasten, gelben Dixiklos ohne Sanitäreinrichtung gab es im Lager Algier/Grafenwöhr auch. Genauer gesagt für den ganzen Lagerkomplex genau "eines".


    Nach einem schier nicht enden wollenden Übungsplatztag gab es dann doch mal nach Fahrzeugpflege, Waffenpflege und Essgeschirrpflege einen Dienstschluß, und nach Klamotten- und Körperpflege wollte der Soldat dann auch mal seine sozialen Kontakte pflegen.

    Dazu stellte sich der brave deutsche Soldat ordentlich in einer Schlange neben der besagten Postfilliale an.

    Gewöhnlich telefonierte dann aber schon ein verbündeter Soldier, oft mit dem Körperbau der für US-Football-Spieler so typische ist.

    Wenn dann der Army-Angehörige nach einer gefühlten Ewigkeit seine Geldbörse endlich ein zupacken schien, hob´ der nächst stehende Bundi hoffnungsfroh den Arm richtung Türgriff.


    Aus der Zigaretten qualmenden, locker plaudernden Runde US Soldaten löste sich ein noch massiverer Football-Athlet, legte die Pranke sachte auf die Schulter vom verdutzten Bundi und murmelte irgendwas wie: " Hi son, now it´s my turn, or how do you see this thing? "

    In Anbetracht der 3X Pratze die ihn sanft auf der Stelle hielt, drehte der Kamerad auf dem Absatz. Mit in die Hosentaschen gestemmten Fäustchen entschwand er mit einem halblauten "ARSCHLOCH".



    Bahnmarsch:

    Bei der Bahnverladung zur Abreise von Trp.Übpl. Grafenwöhr, begab es sich auch, daß der zuständige Lademeister der Bundesbahn sich anmasste, eine am Zugtrupp TPz von unserem Zugführer selbst kreierte Staukiste, welche aussen am Fahrzeug angebaut war, zu bemängeln.

    Der Bahnbeamte bestand darauf, daß der Anbau entfernt werden müsse, da ansonsten das Lademaß nicht eingehalten würde.

    Die beiden "Rugi-warzen" zeigten schon bedenklichen Farbwechsel. Den Hauptfeldwebel, zierten jeweils eine dicke Warze nebst des rechten Flügels, seines imposant knolligen Riechorgans. Die zweite stimmungsanzeigende Warze war am hinteren Teil des Bullenschädels so platziert, daß sie bei korrekter, dienstlicher Haarlänge, knapp unterhalb des Schiffchenrandes hervor lugte.

    Kameraden die den Herrn Zugführer schon länger geniessen durften, schworen darauf, daß anhand der Färbung der beiden "Rugi-Signal-Warzen" der Eingeweihte tadellos die Druckverhältnisse im Gemüt vom Zugführer ablesen könne. Je dunkler, kräftiger die Färbung, desto explosiver die Gemütsverfassung.


    Der Eisenbahner bewegte sich auf sehr dünnem Eis! Zumal unser Herr Hauptfeldwebel der zuständig Fachmann für die Bahntransporte unserer Kompanie war. Der DB-Mann zog einen Meterstab hervor klappte ihn auf volle Länge aus und fuchtelte damit abwechlelnd am bereits fertig verzurrten Zugtruppfahrzeug und dann vor dem PzPi Verlademeister herum. Der versuchte, noch mit Worten, den Kollegen von der Bahn davon zu überzeugen, daß der Aufbau schon etliche male auf der Bahn unterwegs gewesen sei und es bis dato keine Probleme damit gegeben hätte.

    Der Eisenbahner ließ nicht locker, holte seine Vorschriften heraus. Eine Eskalationsstufe, die Wirkung zeigte, die Anzeigen färbten sich von einem rosigen rot, zu einem sich eindunkelnden purpur. Es konnte nicht mehr lange dauern.....die "Entladungen" von unserm Zugführer waren in der ganzen Kaserne und darüber hinaus berühmt und gefürchtet.

    Der Eisenbahner erkannte nicht die Gefahr. Der Zugführer brüllte bei Auslösung nicht nur so los....er eruptierte!

    Noch einen kurzen Moment, der Hauptfeldwebel trat einen Schritt auf den Eisenbahner, der eh schon auf Armlänge vor ihm stand, zu. Die Hände vollführten grabende Bewegungen in den Taschen der Panzerkombi.

    Unvermittelt kamen beide Hände hervor, die linke griff sich eine Hand des in Erstarrung erschrockenen Eisenbahners, die rechte drückte in die hohle Hand des Eisenbahners eine Münze.

    "Wissen sie was, sie, siiie, ach...hier, Mann, haben sie 50 Pfennige, erzählen sie ihren Scheiß der Parkuhr!"

    Sprach´s noch nicht einmal besonders laut und ließ den verdutzten Eisenbahner stehen. Der wandt sich ab, achselzuckend, kopfschüttelnd

    "ja gib´s jetzt des auch" ein paarmal nacheinader murmelnd. "Ja gibt´s jetzt so was auch" höre ich ihn noch vor sich her sagen.....

    Mein Vater war Rangiermeister und mein Großvater Lademeister.




    Servus der murkser

  • Hallo Leute,
    1990 , Fahrstunde auf 1017 , Delmenhorst , OG fährt OFW sagt:
    Nächste rechts ab .
    OG fährt geschmeidig um die Ecke... OFW brüllt: OG ,wieso haben Sie nicht geblinkt?
    Aber OFW,ich bin beim Militär, der Feind darf doch nicht sehen wo ich hin will!!

    Gruß Tom:-(:thumbsup-blue:

  • Moinsen...Hi Tom (du kennst die Story ja schon...),

    dann gebe ich auch mal einen zum Besten...

    Schill Kaserne Wesel, RakArtBtl. 150 "Lance":

    Standortübungsplatz Hamminkeln...ein heisser Sommertag 1982, Gefechtsübung im Wald mit den Amis, die ja die Hoheit über die A-Bestückung hatten...wir mit fünf Leuten inkl. GUA (Spitzname "Halsinki", da kein Hals...der Kopf

    thronte direkt auf dem RumpfC:)als Sicherung eines Werfers auf der Zufahrtstraße...plötzlich Geschrei...NBC-Attack...Halsinki regte sich nicht...ok...plötzlich kam ein 1,65m "grosser" Ami mit aufgesetzter "Schnüffeltüte" aus dem Wald und brüllte den GUA an:

    Hey, NBC-Attack und deutete auf seine Schnüffeltüte...GUA "Halsinki" zog die Maske von Kopf des Ami weg, das Gummiband dehnte sich...und sagte mit bestimmender Stimme: für uns gilt das nicht, du Bongo!;\D

    Daraufhin liess er die Maske los, die dem Ami dann ins Gesicht schlug, der daraufhin verstört in den Wald zurücktorkelte...weg war er...

    Wir sahen uns alle an...und dann brach schallendes Gelächter los...wir waren zu dem Zeitpunkt die Einzigen, die keine

    Maske aufgesetzt hatten...wir hatten ja keinen Befehl zum Tragen bekommen...


    GUA "Halsinki" war echt ne Marke...ob er Uffz. geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Anmerkung: das Verhältnis zu den Amis war gelinde gesagt bescheiden; die haben sich von uns abgeschottet, seltsame

    Vögel...in der nahegelegenen Rockdisco Extase gabs am WE auch regelmässig "Haue":dev::-P8]


    Gruss Pit