Feldjäger Weißzeug mit Zweidornschnalle?

  • Schaut euch einmal in Ruhe dieses Bild an:



    Es geht um die Herren links und rechts, die offensichtlich der Feldjägertruppe angehören und in Italien Dienst machen, da sie mit italienischen Kollegen abgelichtet wurden.

    Speziell geht es mir hier um das getragene Weißzeug in Kunststoff (erkennt man an den silbernen Metallteilen).

    Der rechts im Bild befindliche StUffz trägt die bekannte Ausführung mit dem vernickelte Kastenschloss (roter Rahmen).

    Der links im Bild befindliche Kamerad trägt aber offensichtlich ein Weißzeug mit einer Zweidornschnalle (grüner Rahmen).


    Kürzlich ist mir nun in einem Konvolut aus solchem Weißzeug in Kunststoff ein derartiges Zweidornkoppel mit "zugelaufen", welches ich hier einmal zur Diskussion einstellen möchte:


    Hier das Kunststoffkoppel (130 cm lang, 4,5 cm breit) mit Zweidornschnalle in mattsilber und dem zugehörigen Schulterriemen (Länge über Schieber einstellbar, 2 cm breit)


    Das Zweidornschloss kann komplett abgenommen werden.


    Es wird mit den Dornen in die passende Lochung gesteckt


    Anschließend kann der Widerhalt in der Mitte eingehakt werden und zieht so das Koppel fest.


    Das überstehende Ende des Koppel wird nun in die Schlaufe gesteckt, die sehr schwergängig einzuführen ist und so ein Herausrutschen des Widerhalts verhindert


     


    Alle Metalloberflächen sind mattsilber gehalten und gekörnt, wie es bei der Bundeswehr üblich war.

    Ein Herstellerzeichen ist leider auf keinem Teil vorhanden.

    Ich glaube aber, dass das Foto ein guter Beweis für die frühe Verwendung dieses Weißzeuges bei der Bundeswehr ist.

    Sicherlich wurde diese Art des Koppelzeugs nur kurzzeitig als Übergangslösung verwendet und dann von der Version mit dem Kastenschloss abgelöst.

    Sonst würde man sicherlich häufiger etwas von dieser Ausführung lesen oder zu sehen bekommen.


    Nun bin ich auf eure Meinungen zu diesem Thema gespannt.


    Gruß von der Küste - Kai

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  • Moin Kai,

    du hast alles gesagt! Meinerseits gibt es da nichts zu ergänzen.


    mkG

    Bernd


    Interessant ist der Bogen an der Achse der Dorne. Der Bogen muß sein damit das Schloß eingehakt werden kann.

    Wird jetzt so ein Schloß eng am Riemen eingenäht-so wie das bei der normalen Verwendung als Dornschnalle üblich ist- drückt es die Dorne immer zu und es gibt hässliche Streifen auf der Innenseite des Lederriemens.

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht!"

    und

    "Was man hat, braucht man nicht suchen/kaufen" ^^

  • ... der "Lederriemen" ist aus Kunststoff Bernd.

    Die kurbelwellenartig konstruierte Achse des Schlosses sorgt dafür, dass der Widerhalt Zug ausüben kann und die Dornen gegen den Rahmen des Schlosses drückt.

    Deshalb darf solch ein Koppel auch nicht zu lose geschnallt werden.

    Vermutlich auch ein Grund, warum sich diese Art nicht durchgesetzt hat.

    Das spätere Kastenschloss erfüllt gleichen Zweck wesentlich unkomplizierter.


    Aber meiner Ansicht nach ein schönes Stück der Bw-Geschichte, welches man wirklich suchen muss, oder einem durch Zufall "zuläuft".


    Gruß - Kai

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  • Vielleicht kann man den Zeitraum etwas einschränken. Ein ständiges Feldjägerkommando in Italien gab es eigentlich nur in Salto di Quirra auf Sardinien. Hier war während der deutschen Nutzungszeiten jeweils ein Feldjägerkommando in Stärke von 7-10 Mann. Der Übungsplatz diente vor allem dem scharfen Schuß mit Raketen, genutzt wurde er etwa seit 1963/64.

    Feldjäger waren dort nach meiner Kenntnis seit 1964 eingesetzt.

    Leider weiß ich nicht, wann die sandfarbenen Tropenuniformen eingeführt wurden, evtl. ließe sich damit der Zeitraum nochmals etwas eingrenzen.

    Es gab auch seit Mitte der 1960er Jahre einen Austausch zwischen dem (bayerischen) Feldjägerbataillon 760 bzw. dessen Vorläuferkompanien und italienischen Streitkräften. Hintergrund war hier, dass bei einem befürchteten Vormarsch des Warschauer Paktes durch Österreich das deutsche II. Korps bzw. das Wehrbereichskommando VI sehr schnell italienische Einheiten in Norditalien bzw. Tirol als Nachbarn gehabt hätten (also eine gemeinsame Grenze zwischen AFCENT und AFSOUTH). Entsprechende Absprachen fanden dazu regelmäßig statt - natürlich unter strikter Geheimhaltung. Im Hinblick darauf gab es eben auch diesen Austausch zwischen Truppenteilen, evtl. stammt das Bild auch von so einer Aktion.

    Siehe auch beigefügtes Foto von 1972 - leider ist das Bild sehr klein.

  • ... falls noch jemand Interesse an dem Weißzeug in Kunststoff mit dem Kastenschloss haben sollte, die o.g. Auktion läuft heute um 16:32 Uhr aus.

    Noch ist Chance.

    Gruß von der Ostsee - Kai

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  • E R L E D I G T ...


    ... das Weißzeug aus Kunststoff mit dem Kastenschloss wurde mit 5 Geboten für 52,00 € versteigert


    Gruß - Kai

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