Beiträge von mungaist

    Servus Rudi,


    bei taktischen Zeichen deutscher Anteile in NATO-Stäben geraten wir unweigerlich an die Grenze des "deutschen Sprachraumes". Ich hatte etwas von "deutscher Stabskompanie" geschrieben. Das ist zwar richtig, hilft aber im internationalen Vergleich nicht weiter. In diesem unserem Fall mit AFCENT in BRUNSSUM (NL) wird diese StKp sofort zum nationalen Unterstützungselement oder auf englisch zum "National Support Element" (NSE). Deswegen kann kein NATO-Soldat an der Wache etwas mit dem "DDO/DTANT" im taktischen Zeichen anfangen und man hat rechts neben dem Zeichen das "GE" für Deutschland hinzugefügt. Es gibt im internen Schriftverkehr multinational auch nur den Absender "GE NSE" und nur national wird "DDO/DtAnt" verwendet.


    Gruß, Wolf

    Lars,


    Du bist schon auf dem richtigen Weg. Nur musst Du hier die nationalen Grenzen verlassen. Je nach Größe des Kommandos stellt natürlich nicht nur eine Nation eine Stabs- und Versorgungskompanie oder -staffel. Es kann durchaus mehrere geben, je nachdem wie groß das jeweilige nationale Element eben ist.


    Zu AFCENT, um das es hier ja mal ging, findet man vieles bei "Tante Wiki". Im Endergebnis hat so ein Stab eine monströse Größe von mehreren Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bewusst neutral ausgedrückt, weil die Anzahl der Zivilbeschäftigten auch nicht unerheblich ist. Natürlich gibt es jede Menge militärisches Personal, aber letztlich ist so ein Stab eine Großbehörde, die an sich auch überhaupt nicht verlegbar ist. Für den operativen Einsatz (von taktischer Ebene kann man bei einer Ebene über der Heeresgruppe nicht mehr sprechen, in der deutschen Sprache gibt es gar keinen Begriff mehr dafür.) gibt es dann einen Einsatzstab, der den Einsatz auch nicht aus Brunssum heraus führen würde, sondern im Falle der Landesverteidigung eine verbunkerte Anlage beziehen würde. Bei m ISAF-Einsatz, den die NATO an das heutige "Allied Joint Forces Command BRUNSSUM" (JFC BRUNSSUM) deligiert hat, wird das Kommando selbst z. B. weiter an ein Multinationales Korps gegeben.


    Allgemeine Aufgaben, und zu denen gehört z.B. auch der Wach- und Sicherungsdienst, wird bei der NATO auch weiterhin militärisch gelöst. Dafür melden sich dann eben einzelne Nationen, die eine bestimmte Aufgabe übernehmen wollen und das muss in den Niederlanden eben nicht die niederländische Armee sein.


    Gruß, Wolf

    Nun ja, Lars,


    die Bezeichnung "Deutscher Anteil" verschleiert natürlich so ein bisschen die Größenordnung, die hier dahinter steht. Eine Ebene unter dem HQ AFCENT, also bei der "Heeresgruppe Europa Mitte" (HQ CENTAG) in Heidelberg war es noch eine ordentliche Stabs- und Versorgungskompanie. Da Stäbe naturgemäß die Eigenschaft haben, nach oben hin immer größer zu werden, wird das beim deutschen Anteil im HQ AFCENT also nicht anders gewesen sein.


    Da so ein Stab jedoch weit im rückwärtigen Gefechtsraum disloziert sein würde, brauchte es nach dem typischen deutschen spitzen Bleistift, wie Pit schon schrieb, dort keine geländegängigen Gefechtsfahrzeuge. Darum hatten der Spieß und der VU (vielleicht auch VersDstFw) in diesem (und ähnlichen) Falle nur eine handelsübliche Pritsche.


    Gruß, Wolf

    Hallo Rudi,


    ich danke Dir sehr für Dein "Sommerrätsel", besser als jedes Sudoku.


    Dann wollen wir mal, nachdem ich nun Stunden Zeit hatte immer wieder darauf rumzudenken.


    Grundsätzlich vorweg:

    1. ich kenn keine taktischen Zeichen mit einer dreizeiligen Beschriftung. Eben nochmal in der ZDv 1/11 geprüft (Ausgabe 1990, die für Dein Fahrzeug maßgeblich gewesen sein muss). Maximal zwei Zeilen waren (und sind) möglich.
    2. Es sind bei Dir definitiv zwei taktische Zeichen über einander gemalt, also vermutlich zwei verschiedene Dienststellen. Beiden gemein ist aber das Grundzeichen für "zentrale militärische Dienststellen" gem. Ziffer 1701 der Vorschrift, also "Rechteck mit Dach".
    3. Ich kann nur ein taktisches Zeichen rauslesen, was auch Sinn ergibt.
    4. Danach war dein Auto aber in jedem Fall für einige Jahre in den Niederlanden eingesetzt. Die Dienststelle nannte sich von 1967 bis 2001 "Headqurters Allied Forces Central Europe" und war von Fontainebleu in Frankreich umgezogen, nachdem Frankreich 1966 aus der militärischen NATO-Allianz ausgeschieden war. Frei übersetzt also: "Hauptquartier der Alliiereten Streitkräfte in Mitteleuropa". Das HQ führte zwei Heeresgruppenstäbe (NORTHAG in Mönchengladbach und CENTAG in Heidelberg) und dazu zwei alliierte Luftflottenstäbe (4. ATAF und 2. ATAF).

    Das Ergebnis sieht dann so aus:


    HQ AFCENT DDO.pdf


    Sorry, Rudi, mehr ging nicht, da ich hier am Bildschirm nicht zielsicher unterscheiden kann, welches Zeichen unten und welches oben war. In jedem Fall hast Du also ein echtes "NATO-Fahrzeug".


    Gruß, Wolf

    Naja, Benedikt,


    jetzt wird's ein wenig spekulativ fürchte ich. Und wo anfangen? Als der BGS 1951 ad hoc gegründet wurde, gab's überhaupt nichts außer altem alliiertem Wehrmaterial. Eine Anfrage an die deutsche Kfz-Industrie wäre wohl ergebnislos geblieben. So entschied man sich dort (in Lübeck) also für die Landrover-Lizenzfertigung bei Tempo in Hamburg, bevor dann der MUNGA kam und ihn ablöste.


    Keine Ahnung welchen Gesamtbedarf die Schweiz damals hatte. Heute haben sie mehr Leo II im Dienst als die Bundeswehr. Nach Deutschland war die Schweiz der zweitgrößte Betreiber von M 109-Haubitzen. Alles nur Indizien, aber da wäre vermutlich an Führungsfahrzeugen einiges zusammen gekommen. Vielleicht hätte dies die deutsche Industrie überfordert, wenn die Produktion nicht über Jahre hätte gestreckt werden sollen. Willys Jeeps waren en masse und für minimales Geld auf dem Markt verfügbar. Also warum nicht zugreifen, auch wenn es sich konstruktiv um 30er/40er Jahre handelt.


    Gruß, Wolf

    ... und reichlich Fehlteile gibt's ja auch:


    Motorschutzblech, Getriebeschutzblech und vlt. auch noch das vom Hinterachsdifferential, Tarnlichtanlage, Unterlegkeil, Außenspiegel usw. Warum gibt's denn keine Bilder vom Innenraum?


    Gruß, Wolf

    Wird ja auch nicht freiwillig verkauft! Im Hintergrund versucht der Bundesrechnungshof mal wieder die Wehrtechnische Studiensammlung (WTS) zu bekämpfen. Darum muss diese nun ihre Sammlung verkleinern und alles, was nicht Teil der Ausstellung ist, verkaufen. Hier ein erstes ergebnis.


    Gruß, Wolf

    Benedikt,


    mir geht es nicht so sehr um die technischen Aspekte Deiner Frage, sondern eher um die taktischen, die Du angesprochen hast. Kleine Funkfahrzeuge sind Führungsfahrzeuge! Darum sind sie für den stationären Einsatz nicht vorgesehen. Die SEA-Lösung 0,4kw passte daher überhaupt nicht für den Einsatz von Zugführer-, KpChef- oder Kdr-Kfz in einem beweglichen Gefecht. Und das auch dann nicht, wenn der KpChef noch ein gepanzertes Wechselfahrzeug hatte und den 0,25/0,5t gl "mitführte". Zeit für die stationäre Inbetriebnahme eines SEA gab und gibt es in einem Gefecht für Kampf- oder Kampfunterstützungstruppen nunmal nicht. Es mag taktische Ausnahmen gegeben haben, z.B. für Gewässerübergangsstellen, die über mehrere Tage besetzt und in Betrieb waren, für Versorgungspunkte usw., eben überall da, wo man mit einem nicht gepanzerten Kfz unterwegs sein konnte. Für die Richtkreistrupps meiner Artilleriebatterie galt das ganz sicher aber nicht. Mit der Notwendigkeit zwei Funkgeräte betreiben zu müssen, war für ein SEA auch gar kein Platz mehr und tauchte daher beim ILTIS auch gar nicht mehr auf.


    Du fragtest, wer das "Moppel" dann mitgeführt hat. Auf dem Kp-GefStd war sicher eines vorhanden, verlastet bei uns auf dem Lkw 1,5t gl geschl, der sogenannten Batterie-B-Stelle, bei anderen Truppengattungen eben entsprechend.


    Tja, Änderungsvorschläge der TDV'n werden wohl nicht mehr ankommen. Das MatAH gibt es nicht mehr und die Ahrtal-Kaserne ist seit ein paar Jahren verkauft.


    Gruß, Wolf

    Hallo Fabian,


    alles andere hätte mich auch schwer gewundert. Nicht, dass es unmöglich gewesen wäre Fahrzeuge quer durch die Republik zu verschieben, aber ungewöhnlich wäre es allemal. Und schon gar, wenn man an die neunzioger Jahre zurückdenkt, wo es noch reichlich Standorte gab.


    Nein, Dein Serviceheft sagt aus, dass Dein Golf in Nordbaden unterwegs war und das wohl auch bis zum Dienstzeitende.


    Das taktische Zeichen ist recht einfach, wobei ich mich am letzten Stempel in Deiner Übersicht orientiere. Im Rechteck befindet sich der Heeresflieger-Propeller (im Gegensatz zur Luftwaffe hier ausgefüllt). Dann wird die Kopflinie des Rechteckes dicker (= Stabs-) und die Fußlinie auch (= Versorgungs-). Oben drauf ein kurzer "Kompaniestrich" (hier natürlich: "Staffelstrich") und links unten neben dem Rechteck die "1" und rechts unten die "30". Fertig ist die Stabs- und Versorgungsstaffel des Heeresfliegerregiments 30 in Niederstetten.


    Gruß, Wolf

    Aber Til,


    was heißt denn da verkneifen? Reden wir wirklich über dieselbe Montur? Ich habe in der neuen Bekleidungsvorschrift schon den Unterschied gesehen, dass es bei der Marine auch einen "Bord- und Gefechtsanzug, sandfarben" gibt. Aber mit dem Dienstanzug bei euch auf Station??? Kannst Dich ja kaum bewegen darin. Also denke ich schon, dass es hier einen Unterschied gibt. Doch gefragt war nach dem Viertaschenrock. Und der "Ausgehanzug", also definiert beim Heer durch weißes Hemd, Schirmmütze, Handschuhe und ggf. auch noch Querbinder taugt nicht recht zum Vergleich. Ja, den ziehen auch wir Landratten nicht zum Gefechtsdienst an.


    Gruß, Wolf

    Nun ja, Gentlemen,


    ganz spontan möchte ich nicht annehmen, dass es da Unterschiede gibt, die sich z.B. in einer anderen Versorgungsnummer niederschlagen müssen.


    Grundsätzlich heißt es zwar in der Vorschrift, dass der "Sommeranzug, sandfarben" (so die offizielle Bezeichnung) von Heer, Luftwaffe und Marine (und demzufolge auch von allen anderen militärischen Organisationsbereichen) getragen werden kann, doch dafür MUSS der Viertaschenrock für die abnehmbaren Schulterklappen ausgerüstet sein. Die Abbildungen in der Vorschrift (siehe auch ganz einfach bei Wikipedia) zeigen HEUTE einen einheitlich Viertaschenrock. Der braucht dann auch nur EINE Versorgungsnummer.


    Doch früher war das anders, wie dieselben Bilder aussagen. Schulterklappen kann ich noch abnehmen, früher waren sie aufgenäht (nicht EINgenäht). Kragenspiegel waren immer festgenäht. Der heutige Rock hat gem. Abbildung aber keine Kragenspiegel bei HUT und LUT mehr. Früher aber doch!


    Und damit ergibt sich für Dich Bernd eben doch eine differenzierte Antwort. Bis wann die Kragenspiegel in Waffenfarbe auf den Sommerröcken, sandfarben getragen wurden oder besser ab wann sie weggefallen sind, ist wie Til treffend schreibt, schon eine historische Frage. Es kommt nun auf das Baujahr Deines Uniformrocks an und die Spuren von Kragenspiegeln sieht man ja unzweideutig.


    Ich sehe in jedem Fall heute beim geänderten Schnitt des Rockes eine andere Versorgungsnummer, doch innerhalb der Uniformträgerbereiche sehe ich dafür keine Notwendigkeit.


    Gruß, Wolf

    Sorry, Seba, aber das verstehe ich nicht.


    Das letzte Bild sagt FIN 30500285 und Bj 1956. Meinst Du daran stimmt etwas nicht?


    Beim Rest gebe ich Dir allerdings völlig Recht.


    Gruß, Wolf

    Prospero , um Missverständnissen vorzubeugen:


    Beim Bataillonskommandeur ist nicht das Entscheidende, dass er keinen OPEL Astra fuhr, sondern dass der Stander völlig anders aussieht. Erstens größer im Format und zweitens ist der schwarze Balken hier horizontal und nicht vertikal.


    Gruß, Wolf

    mein lieber Namensvetter und Walldürner Standortkamerad Wolf,


    Gerd Bastian war aber sicher eine "Ausnahmeerscheinung", um mich mal extrem neutral auszudrücken. Der hätte sein Gewissen auch spielend früher entdecken können. Damit hatte er seinen rund 15.000 Untergebenen absolut keinen Gefallen getan.


    Ich vermag nur nicht so ganz nachzuvollziehen, was der Hinweis auf den Bahnhof Treysa mit dem Kalenderbild vom FKG 1 aus Landsberg zu tun haben soll. Vielleicht daher der Dislike.


    Gruß und frohe Ostern (ohne Märsche!)


    Wolf

    Nun ja, Andreas,


    das widerspricht mir ja nicht unbedingt. Ich sagte ja, dass das System in den achtziger Jahren umgestellt wurde im Zuge der "Umtarnung". Anders als heute gab es damals die Klebefolien aber ganz sicher nicht auf dem Nachschubweg und mussten damit dezentral beschafft und aus dem Kfz-Erhalt-Titel bezahlt werden. Ich kenne keinen T-StOffz bzw. S4-Offz, der das damals gebilligt hätte, weil das Geld für E-Teile dringender gebraucht wurde. Bei Deinem Beispiel des 1,5t Unimog war es u.a. die Keilriemenscheibe, die auf dem Nachschubweg fast nicht zu bekommen war.


    Aber, wie immer gilt der Grundsatz: Keine Regel ohne Ausnahme!


    Gruß, Wolf