Beiträge von freddy

    Hallo Alexander,

    Das Chaos ist organisiert.

    Die Geräte werden zentral angenommen und erfasst. Erst danach werden sie bearbeitet.

    Da kann das eilige vom geduldigen unterschieden werden.

    Die Geräte warten dann auf einer Freifläche auf Bearbeitung beziehungsweise Abholung.

    Betriebstoffe werden natürlich aufgefangen, in IBC Container ngesammelt und ordentlich entsorgt.

    Als ich da war wurden die Geräte zunächst auf ihren Zustand überprüft. Dann ging es um die Beseitigung der Schäden die das schlammige Wasser verursacht hat.

    Da sind dann in erster Linie nur Luft- und Ölfilter als Ersatzteile nötig. Der Rest lässt sich in der Regel reinigen Ölen und dann in Betrieb nehmen. Zwischendurch stellt auch mal irgendwer eine ganze Kiste voll mit Ersatzdichtungen und Teilen für Kettensägen auf den Tisch.

    Wird mehr benötigt entscheidet man das sinnvoll in der Gruppe. Es sind ja auch Geräte dazwischen die schon einen recht hohen Verschleißzustand vor der Überflutung aufweisen.

    Es werden aber auch Maschinen und Anbaugeräte der Helfer oder gespendete Pkw aus Flutschadenregulierungen instandgesetzt. Die Teile dafür werden ebenfalls besorgt.


    Ersatz – und Verschleißteile werden zentral beschafft. Die Helfer Werkstatt hat einen erfahrenen Einkäufer dabei, der schon ein Netzwerk aufgebaut hat über das diese Teile beschafft werden können.


    Man kümmert sich aber auch um Billiggeräte die man normalerweise einfach ersetzen würde. Es geht auch um die Geste dem Betroffenen gegenüber.

    Wenn man’s nicht hinbekommt, dann ist es ebenso. Aber man hat es versucht!

    Eigentlich ist alles was da ankommt ja schon mausetot.

    Eine ungewöhnliche Situation in der man auch ungewöhnliche Maßnahmen ergreift.

    Liebe Grüße

    freddy

    Moinsen.


    Von Freitag bis Sonntag war ich ein kleiner Teil der freiwilligen Heflerwerkstatt in Walporzheim.


    Sechseinhalb Wochen nach der Überflutung des Ahrtals kommen laufend neue völlig untergegangene Geräte aller Art dort an um vielleicht doch noch einmal zum Laufen gebracht zu werden.


    Von der Kettensäge über Rasenmäher und eine große Bandbreite von landwirtschaftlichen Geräten aller Art und jeden Alters über motorisierte Zweiräder bis zu Pkw und Lkw reicht die Palette.


    Ich nahm mich einer 77er Honda Goldwing an und habe in ca. 25 Stunden etwa die Hälfte des Weges hinter mich gebracht wobei am Samstag ein lieber Mensch der als Freiwilliger dort ankam hilfreichst Hand in Hand mit mir gearbeitet hat. In 14 Tagen will ich wissen ob die Mühe von Erfolg gekrönt sein wird.


    Ich möchte hier ganz ausdrücklich dafür werben diese Initiative persönlich tatkräftig vor Ort zu unterstützen.


    Die Freude der Betroffenen wenn Sie die Geräte zurückerhalten ist unerhört schön und jede Mühe wert.
    Und der Esprit du Corps ist erstklassig!


    Wenn Du mitbekommst, dass Dein Nachbar den 39er Deutz wieder zum Laufen bringt, oder neben Dir alle zwei Stunden ein Aggregat, eine Kettensäge oder ein Rasenmäher wieder loslegt, das ist unbeschreiblich schön!


    Die Bedingungen:

    Zelte, Schotterboden, Einige Tische.
    Verbrauchsmaterial in Containern.
    Übernachtung im Container möglich.
    Phantastische Verpflegung durch die Freiwilligenküche in der Ortsmitte 200m entfernt und direkt in der Werkstatt.
    Nur freundliche Menschen.


    Ultraschallbad ist vorhanden und Gold wert.

    Eine Auswahl Werkzeug mitzubringen ist definitiv zu empfehlen.


    Am Ende sind Siggi und ich über Mariental aus dem Ahrtal nachhause gefahren.
    Ausmaß und Grad der Zerstörung sind absolut erschütternd und auch nach sechseinhalb Wochen sind die Verhältnisse ausnahmslos katastrophal.
    Es fiel mir etwas schwer wieder wegzufahren, aber ich kann es im Gegensatz zu den Betroffenen.
    Leute: Hier zählt jede helfende Hand!


    Wer mehr über die Werkstatt wissen will informiert sich bei facebook: (3) Helfer Werkstatt Walporzheim | Facebook oder schreibt mir.


    Wer sich schon entschieden hat nimmt einfach direkt Kontakt zur Helfer Werkstatt auf:

    Mail: werkstatt-aw@web.de oder noch schneller über den facebook-messenger.


    Fotografiert habe ich kaum.
    Da ein Reisebeericht ohne Bilder aber keiner ist kommen hier ein paar:


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    Ich würde lieber heute als morgen wieder hinfahren.


    Liebe Grüße

    freddy

    Moinsen,

    Danke Jens, ich habe da mal angerufen.
    Danke Andreas, ich denke nach Rücksprache mit Dommermuth inzwischen auch in Richtung Löten um die orignale innere Verzinkung zu erhalten.
    Wäre ja schade drum wenn die beim Schweissen wegbrennt, denn der Tank ist innen nach 79 Jahren noch wie neu.

    Als erstes werde ich das Ding aber einmal entlacken lassen, denn der Lack ist eh nicht original und an der Unterseite sehr unschön.
    Dann sehe ich mir das Problem genauer an und entscheide, ob ich das selber mache oder fremd vergebe.

    Ich berichte.

    Liebe Grüße

    freddy

    Hallo Theo,

    ich stelle gerade neue Bausätze zusammen.

    In ein paar Tagen sollte ich einen Satz versenden können.

    Sende mir mal Deine eMail-Adresse per PN und ich schicke Dir die Bauanleitung. Dann kannst Du selber entscheiden ob Du Dich damit auseinandersetzen möchtest, oder ob Du Dir vielleicht im Bekanntenkreis eine Hilfestellung suchst.

    Grüße

    freddy

    Hallo Thorsten,


    Das sieht doch alles sehr gut aus! Keilriemenscheibe vom 1.000er, alle Teile wo sie hingehören.

    Das Fliehgewicht trägt die passende Nr. Steht genau so im Teilekatalog 90/4 1967.


    Auf dem zweiten Foto siehst du auf etwa 1:00 Uhr den Spalt zwischen dem Fliehgewicht und der Keilriemenscheibe. Prüfe ob du dort einen Bohrer mit 2,7 mm Durchmesser einschieben kannst. Wenn der da hinein geht, dann ist das Spiel etwas zu groß. In dem Fall empfiehlt das Werkstatthandbzch den Austausch von Zapfen und Fliehgewicht. Solange das Fliehgewicht noch mit wenig Luft auf dem Zapfen dreht kannst du aber auch einen KLEINEN Schweißpunkt auf die Nase des Fliehgewichts setzen und den dann befeilen bist du das Sollmaß von 2,6 mm erreichst.


    Der Spalt definiert den Verstellbereich der ZZP-Verstellung. Das sollte so gut wie möglich passen, damit bei eingestellter Frühzündung auch der Spätzündungszeitpunkt passt.


    Zapfen und Loch im Fliehgewicht mit etwas Ft1v4 schmieren.


    Grüße

    freddy

    noch was:


    Friedrichs Hinweis solltest Du beachten.

    Mein erster Munga wurde offenbar Monate lang nur mit zwei Zylindern betrieben. Einer der Gründe warum ich ihn bekommen konnte. Vor- und Hauptschalldämpfer waren so voll mit Öl- und Rußablagerungen, dass er bei der Inbetriebnahme des dritten Zylinders entsetzlich heiß wurde. Außerdem qualmte der Apparat natürlich wie verrückt. Zum Glück ist es gut gegangen und anschließend lief das Auto ordentlich. Aber unter der Sitzkiste wurde es bestialisch heiß, und der Lack warf Blasen. Sei schlauer als ich und nimm Feuerlöscher mit!


    Wenn du das mit der U/min-Anzeige der Zündlichtpistole überprüft hast, würde ich mich auf die übrigen Teile der Verbrennung konzentrieren. Also noch mal an die Benzinzufuhr und den Vergaser einschliesslich aller Leitungen, Dichtungen und insbesondere Filtersiebe gehen.


    Nochmal Grüße


    freddy

    Moinsen Thorsten.

    Das klingt doch schon mal sehr gut!


    Ich bin von deiner Lernkurve beeindruckt. Erstaunlich in wie kurzer Zeit du die Sache durchdringst!


    Prüfe nocheinmal die Eigenschaften einer Zündlichtpistole. Lässt sie sich für die Messung von Zwei– oder Viertaktern voreinstellen?


    Falls das nicht der Fall ist, dann werden für einen Zündfunken 2 Kurbelwellen-Umdrehungen ausgegeben. Denn diese Zündlichtpistolen sind für Viertakter ausgelegt. Du musst dann für deinen Zweitakter die angegebene Drehzahl halbieren, um auf das richtige Ergebnis zu kommen. 4.000 U/min Anzeigewert wären dann tatsächlich 2.000 U/min.


    Grüße

    freddy

    aaaahh nochwas:


    Mach dir auch mal eine Markierung für 1,5mm vor OT (für den 1.000er Motor) auf deine Messplatte, die du hinter dem Unterbrechergehäuse befestigt hast. Das ist der Zeitpunkt der Spätzündung. Also im Bereich der niedrigen Drehzahlen. Du wirst sehen, dass die beiden Soll-Markierungen für den Spät- und Frühzündungszeitpunkt gar nicht so weit auseinander liegen.

    Wenn sich die Frühzündung nicht bei steigender Drehzahl einstellt, dann musst du dir den Verstellmechanismus wohl einmal genauer anschauen.


    Noch mal Grüße
    freddy

    Moinsen,

    Was für eine Zündlichtpistole verwendest Du? Hat die eine Verzögerungseinstellmöglichkeit? Falls ja: Nullstellung prüfen.


    Zum Fliehgewichtsmechanismus: bei rund 1500U/min sollte ( wenn ich mich recht erinnere) die Verstellung Richtung früh einsetzen. Bei 3.000U/min ist der Vorgang abgeschlossen. Dabei kommt es nicht auf ein paar hundert U/min früher an. Unterschiede in der Leistung sind m.E. Im MUNGA kaum erfahrbar.


    Aber im Bereich „Riemenscheibe-Fliehgewicht“ habe ich schon abenteuerliche Agglomerate gesehen. Wenn Du nicht weisst woraus sich der Mechanismus in Deinem Fall zusammensetzt und ob das Ganze mit den vorgegebenen Passungen und Bewegungsspielräumen versehen ist lohnt es sich die Keilriemenspannung zu reduzieren und das Unterbrechergehäuse vom Motorblock zu lösen um nachzuschaun.


    Näheres in Werkstatt-Information E/8 Nr.2 und/oder Technischer Information Nr.9, Seite 14, sowie TDv 2320/001-30 S.82, ÄndAnw 1.


    Nur soviel noch:

    Es gab über die Produktionsdauer des MUNGA mindestens 2 Änderungen der Keilriemenscheibe sowie der dazugehörigen Fliehgewichte. Diese Teile sind nicht (oder nur nach Anpassung) untereinander austauschbar wenn der Verstellbereich und der Ablauf der Verstellung den Vorgaben entsprechen soll.


    Grüße

    freddy

    das ist aber zu ungenau

    Moin Friedrich,


    nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass Du meine Empfehlung zur digitalen Erfassung des Öffnungsplateaus meinen solltest, habe ich mir die Mühe gemacht die Kontur des Unterbrechernockens einmal mit Farbe auszulegen, so dass man gut erkennen kann wie riesig der Öffnungsanteil gegenüber dem Schließwinkelbereich ist.


    41297339hd.jpg


    Der Öffnungsbereich (hoher Profilanteil) geht in dieser Perspektive locker von 04:00 bis 10:00 Uhr.

    In diesem Bereich hat der Nocken ein reines Kreisprofil, so dass der Kontakthammer gleichbleibend angehoben bleibt.

    Insofern hast Du Recht wenn Du mit "ungenau" meine Gradangabe meinst. Es sind fast 300° Kurbelwellenwinkel in denen der Kontakt offen ist und in denen man den Unterbrecherkontaktabstand auf die Werksvorgabe einstellen kann.
    Der Schließwinkel beträgt bei richitger Kontaktabstandeinstellung ja auch nur 142°.


    Also: Das lässt sich simpelst ertasten und ist absolut narrensicher.


    Grüße

    freddy