Beiträge von Handschweiß

    Diese Halbkettenfahrzeuge waren ja auch bei der Wehrmacht stark verbreitet. Ich verfolge gerade die Geschichte meines Schwiegervaters zurück, den als Artillerist den ganzen Afrikafeldzug mitgemacht hat und auf dem ratternden Zgkw. 12 t Sd.Kfz. 8 von Daimler-Benz mindestens 7.000 km zurückgelegt hat, zumeist nachts und unter ständigem Beschuß. Er hat sehr gute Aufzeichnungen hinterlassen.

    Tripolis - Vorstoß bis Tobruk - erster Rückzug - erneuter Vorstoß bis El Alamein - zweiter Rückzug bis Tunis - Gefangennahme. Alles auf diesen Kisten.

    Andererseits, aus Sicht der Unternehmen ist es verständlich. Der militärische Umsatzanteil ist dermaßen gering, verglichen mit dem Zivilen. Wenn man nun den begrenzten Museumsplatz prozentual aufteilt, bleibt wahrscheinlich nur Platz für ein halbes Militärfahrzeug übrig. Schade ist es trotzdem.

    Im Deutschen Museum - Verkehrszentrum haben wir immerhin ein Wehrmachtskrad und einen US-Army-Jeep. Ansonsten muß man sich eben in Spezialhäuser bewegen.

    Ich war einige Tage in Norddeutschland in verschiedenen Technikmuseen unterwegs und habe in der Stiftung Auto-Museum in in Wolfsburg diesen schönen Polizei-Käfer gesehen. Vielleicht paßt er thematisch ins VW181-Forum rein?


    Sehr interessant ist dazu die Geschichte des österr. Herstellers Austro-Tatra, der ebenfalls diese Käfer herstellte (Wikipedia):


    "Bei Kriegsende flüchtete die Werksleitung [aus der Tschechoslowakei] vor der sowjetischen Besatzung. Vom Stammwerk in der Tschechoslowakei konnte man keine Unterstützung erwarten, da dort Baron Ringhoffer als Eigentümer enteignet wurde und in das NKWD-Lager Mühlberg an der Elbe kam, wo er Ende 1946 starb.

    Austro-Tatra kam so unter öffentliche Verwaltung. Dabei kam es zu Differenzen mit der Geschäftsleitung des nunmehr tschechischen Werkes Tatra n.p., da die Republik Österreich bestrebt war, die Rechte der Erben Ringhoffers zu wahren. Austro-Tatra fertigte nur mehr Ersatzteile für Tatra an. Der Karosseriebau arbeitete auch für andere Kunden. So fertigte das Werk für Porsche die Aluminium-Karosserie für jene Sportwagen, die in Gmünd in Kärnten produziert wurden.

    Aufgrund der bereits erfolgreichen Zusammenarbeit erhielt Austro Tatra 1949 den Zuschlag für den Umbau von 203 VW-Käfern auf offene 4-türige Einsatzfahrzeuge und 9 Käfer auf offene 2-türige Einsatzfahrzeuge. Der Lieferzeitraum wurde auf März 1951 begrenzt. Die Wiener Polizei erhielt 150 dieser Käfer. 53 Käfer waren für die Gendarmerie bestimmt. Abgewickelt wurde das Geschäft über die Porsche Konstruktionen GmbH & Co in Salzburg. Laut Angaben von Ing. Herbert Kaes, Neffe von Ferdinand Porsche und damaligem Leiter der Kundendienst-Abteilung bei Porsche wurden die letzten Austro Tatra Polizei Käfer 1953 ausgeliefert."


    P.S. Sie haben übrigens in dem VW-Museum nur einen demolierten Rally-Iltis, aber kein einziges Bundeswehr-Fahrzeug. Ich habe mich deswegen bei der Kuratorin "beschwert" (Schrittmacher der VW-Allradtechnik!!!) und sie hat Besserung gelobt ;-) Demnächst komme ein BW-Iltis.


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    Bei mir ist es so:

    Motor kalt (eine Nacht Tiefgarage): Lampe glüht, Lampe geht aus, Motor startet sofort.

    Motor heiß: Motor startet sofort ohne Glühen.

    Motor halbwarm (1-4 Stunden nach längerer Fahrt): Lampe glüht, geht aus, zählen bis 5, Motor startet sofort.

    Ich habe das damals von einem guten Schlosser machen lassen. Er hat 2 rechteckige Vierkantrohre und eine schmale "Flacheisen-Lippe" aufeinandergeschweißt, nichts gekantet. Er hat dann auch wieder die Original-Gewinde für das Klappscharnier eingeschweißt. Paßt optimal, ist dicht und klappert nicht.

    Um noch mal auf die gepanzerten Fahrzeuge zurück zu kommen:

    Ich habe mal hier im Forum, oder in einem anderen, gelesen, dass es nur eine bestimmte maximale Anzahl von gepanzerten Fahrzeugen in Deutschland geben dürfe, diese Anzahl wäre in internationalen Verträgen vereinbart und bezieht sich nicht nur auf MIL-KFZ sondern auf den Gesamtbestand. Leider finde ich diese Textstelle jetzt nicht mehr und sie kann natürlich Unfug sein. Kann hierzu jemand was sagen?

    Nach der Wiedervereinigung wurde im Rahmen des Zwei-plus-Vier-Vertrags eine Obergrenze von 370.000 Soldaten für die Bundeswehr festgelegt. Diese Festlegung ist bis heute völkerrechtlich bindend. Außerdem gilt der KSE-Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa. Dieser wurde 1990 zwischen den damaligen Mitgliedstaaten der NATO und des Warschauer Pakts geschlossen. Er begrenzt die Anzahl schwerer konventioneller Waffensysteme (Kampfpanzer, gepanzerte Kampffahrzeuge, Artilleriesysteme, Kampfflugzeuge und Angriffshubschrauber).

    "...daß die Zahl der durch den Vertrag begrenzten Waffen und Ausrüstungen im Anwendungsgebiet des Vertrags 40 000 Kampfpanzer,

    60 000 gepanzerte Kampffahrzeuge, 40 000 Artilleriewaffen, 13 600 Kampfflugzeuge und 4 000 Angriffshubschrauber nicht übersteigt,"

    (Zahlen bezogen auf das gesamte Vertragsgebiet incl. frühere WP-Staaten).


    Wenn ich richtig orientiert bin, bezieht sich dies aber nicht auf Sonderschutzfahrzeuge.


    Quelle u.a. Wikipedia und:

    https://www.bmvg.de/de/themen/…lle-und-vertrauensbildung

    https://www.auswaertiges-amt.d…59e9/kse-vertrag-data.pdf