Beiträge von Kle

    bei Gentas gibts neue TSZ für 299,-€

    Naja, so wirklich neu sind die wohl auch nicht mehr. Werden mindestens 30 Jahre alt sein.


    Natürlich ist es gut das noch welche verfügbar sind, aber auch bei denen nagt der Zahn der Zeit an den Bauteilen.


    Bei den NOS TSZ bzw. Not Platinensätzen die ich bislang in den Fingern hatte, bestand bei allen Handlungsbedarf um einen optimalen Motorlauf zu erzielen.

    Da ich mir sicher bin, daß gleich Fragen zur überhitzten Platine auf dem letzten Foto kommen - einige Worte dazu.


    Das ist die Platine von Saschas TSZ, mit dem er bis vor 1 1/2 Wochen noch gefahren ist.

    Siehe Post#55

    Transistorzündung, Funktion, Reparatur, Prüfgerät



    Beide Lastwiderstände hatten einen zu hohen Widerstandswert

    R11 lag außerhalb der Toleranz.

    Das führte zur Überhitzung der beiden Widerstände.


    43746198hj.jpg


    Sicherheitshalber wurden hier dann alle Bauteile der Leistungsstufe ausgetauscht/erneuert.

    Hallo und guten Morgen.


    Noch einige Wortte und Fotos zum Werkzeug.


    Zum Löten sollte nicht unbeding ein Dachrinnenlötkolben vom Klemptner genommen werden:engel:

    Ein Feinlötkolben, am besten mit Temperaturregelungsmöglichkeit und auswechselbaren Spitzen, erleichtert das Arbeiten und schont das Material.


    Ich habe da auch kein teures Profigerät...

    43745815ly.jpg


    43745817pe.jpg


    Immer nach dem Motto: So viel Hitze wie nötig - aber so wenig wie möglich"


    Wird zu viel Hitze eingebracht beschädigt ihr entweder die Bauteile, oder - was viel schlimmer ist - die Platine.

    Hier mal ein Foto von einer viel zu heiß gelöteten Platine.


    43745821wu.jpg


    Durch zu große Hitzeeinwirkung haben sich die Leiterbahnen im Anschlussbereich der Kabel gelöst bzw. sind verbrannt. Eigentlich ist die Platine Schrott. Natürlich gibt es das Pfuschlösungen - aber wir wollen es ja vernünftig machen.

    (Ich war das nicht. Die Platine stammt aus einem als defekt gekauften TSZ an dem jeman einen "Rettungsversuch" unternommen hat.)


    Weiterhin ist eine Entlötpumpe unabdingbar.

    43745813xb.jpg

    Beim Auslösen wird der Pumpenkolben durch eine Spiralfeder rausgedrückt. Das entstehende Vakuum saugt das flüssige Lötzinn vom Lötpunkt ab.


    Um die Anschlussfüße der Bauteile passend zu den Befestigungslöchern auf der Platine zu biegen, ist so eine "Abbiegevorrichtung für Bauteile" eine enorme Hilfe.

    43745809hm.jpg

    43745960op.jpg


    Bei Bauteilen die ein größeres Printmaß (das ist der Lochabstand) als 17,5mm haben, stelle ich meinen Meßschieber (Schieblehre) auf das entsprechende Maß ein und biege die Anschlußdräte (z.B. von einem der ELKOS) über die Außenkanten der beiden Innenmeßschenkel.


    Auch wenn das alles für euch Neuland ist, ihr braucht echt keine Angst vor dieser Arbeit zu haben.


    Irgend ein altes Gerät mit Platine habt ihr doch sicherlich im Keller oder in der Garage liegen.:-D

    Schnappt euch einfach einen alten DVD-Player oder Anrufbeantworter und übt das Aus- und Einlöten von Bauteilen.


    Ihr werdet überrascht sein - es ist echt kein Hexenwerk.


    Markus


    EDIT sagt: Abhängig vom Alter des Bastlers und dem Istzustand seiner Augen kann eine Lupenbrille oder eine Standlupe die Arbeit ungemein erleichtern

    Hallo in die Runde.


    Hier die versprochene Anleitung.


    Beginnen wir mit dem Öffnen des Gehäuses .

    Auf der Unterseite muss der weiße (oder vergilbte) Aufkleber entfernt werden.

    Darunter kommt mittig der vergossene Leistungstransistor T5 (BUX37) zum Vorschein.

    In den Ecken des Gehäusedeckels findet ihr die 4 Befestigungsschrauben (M3).



    Im Idealfall sind die Schraubenköpfe mit Gießharz oder Schraubensicherungsmittel abgedeckt.

    Idealfall – weil dann noch niemand irgendwie wild dran rumgebastelt hat.


    Das Zeug bekommt ihr am besten ab, wenn ihr es anwärmt. Das geht entweder mit einem Lötkolben oder mit so einem Gas-Sturmfeuerzeug. (die ohne die sichtbare Flamme).

    Also erwärmen und mit einem ganz kleinen Schraubendreher rausprokeln.

    Wichtig ist, das ihr den Schlitz der Schraube richtig frei macht.

    Dann gehen die Schrauben mit EINEM PASSENDEN SCHRAUBENDREHER auch problemlos raus.

    Nehmt euch dabei Zeit. Wenn ihr den Schraubenschlitz verwürgt wird es echt kniffelig, das Gehäuse ohne Schäden zu öffnen.



    Wenn die 4 Deckelschrauben raus sind, geht es mit den zwei Schrauben der Anschlussbaugruppe weiter. (Achtung: M3,5)


    Den Deckel jetzt seitlich neben dem Gehäuse hochkant positionieren.

    Anders geht das leider nicht, die Anschlusskabel vom T5 sind nicht die längsten.


    Wenn ihr jetzt auf die Platine schaut, seht ihr in den Ecken die 4 Schrauben (M3) mit denen die Platine im Gehäuse befestigt ist. Das Schraubensicherungsmittel sollte zumindest aus den Schlitzen VOR dem rausdrehen entfernt werden.



    Hier habe ich die Kohleschichtwiderstände R1, R3, R4, R5, R6, R7, R9 und R12 schon ausgelötet.


    Lasst euch jetzt bitte nicht verwirren.

    Die aufgedruckten Bezeichnungen auf der Platine müsst ihr ignorieren.


    Maßgeblich ist der Bestückungsplan aus der TDv 2320-050-40 (F), LKW 0,5t tmil gl, ILTIS, FInst ÄndA1, Anhang I, Seite 5.



    Warum das nicht übereinstimmt kann ich leider nicht sagen. Fakt ist, daß die Bauteilbezeichnungen mit der Stückliste aus der Tdv übereinstimmen.



    Jetzt geht es mit der Überprüfung der Widerstände R2, R8, R10/R11 (das sind die beiden großen Lastwiderstände und R13 weiter.


    Dazu muss jeweils mindestens ein Anschlussfuß aus der Platine ausgelötet werden, damit das Messergebnis stimmt.



    Hier als Beispiel die Überprüfung von R8.

    Sollwert 1 Kiloohm mit einer Teoleranz von 10% (siehe Stückliste in der Tdv)


    Gemessener Istwert: 1,06Kiloohm.


    R8 ist also im Toleranzbereich und wird wieder auf der Platine eingelötet.



    Jetzt die Überprüfung von R13.

    Sollwert 3,9 Ohm mit einer Toleranz von 10%


    Gemessener Istwert: 4,7Ohm.

    Er überschreitet die Toleranzgrenze von 10% - wird also ersetzt.

    Wundert euch bitte nicht, ich habe einen mit 5% Toleranz verwendet.

    Je näher der Istwert am Sollwert liegt, desto exakter arbeitet die Schaltung.



    R2 lag zwar im Toleranzbereich, aber an der oberen Grenze. Deshalb habe ich ihn auch ausgetauscht.

    R10 und R11 hatten nur minimale Abweichungen vom Sollwert und “durften” bleiben.


    Weiter geht es mit den Elektrolytkondensatoren C3 und C4.

    (Alterungsbedingt sollten die auf alle Fälle erneuert werden)



    Bei den Elkos müsst ihr aufpassen. Die haben einen “+” und einen “-” Anschluss.

    Die Polarität ist aber nicht zwangsläufig auf den Elkos aufgedruckt.

    Je nach Hersteller werden da verschiedene Markierungsmöglichkeiten genutzt.


    Die hier von mir verwendeten haben zur Kennzeichnung der “+”Seite eine umlaufende Vertiefung.

    (Die verschiedenen Kennzeichnungsmöglichkeiten findet ihr aber problemlos im www)



    Jetzt sind die Wiederstände alle überprüft/erneuert und auch die beiden Elkos ausgetauscht.


    Als nächstes tausche ich die 4 Transistoren T1, T2, T3 und T4 aus.





    Das die überstehenden Anschlussfdrähte der neuen Bauteile nach dem einlöten abgekniffen werden müssen versteht sich ja hoffentlcih von selbst.

    Noch ein Hinweis zu den Transistoren T1 und T2:


    Erstens ist es wichtig, das auf die Einbaulage (abgeflachte Seite) geachtet wird.

    Und zweitens die Beine des Transistors nicht direkt aum Gehäuse biegen. Das kann den Transistor beschädigen. (ich nehme dazu immer ein Lineal oder Geodreieck)






    Vor dem Zusammenbau des TSZ sollte die Unterseite der Platine noch mit Platinenschutzlack versiegelt werden. Ich verwende dazu “Plastik70” vom Hersteller KONTAKTCHEMIE.


    Den Massekontakt Platine - Gehäuse (auf dem Foto oben links der verzinnte Kreis um das Befestigungsloch) entweder vor dem Lackieren abkleben oder danach wieder "blank machen"


    Wenn die Versiegelung getrocknet ist kann zusammengebaut werden.

    Die 4 Befestigungsschrauben der Platine mit Schraubensicherungslack versehen.


    Die Anschlussbaugruppe anschrauben und den Deckel aufschrauben.

    Nicht vergessen, die 4 Deckelschrauben zu versiegeln.


    Zum Schluss sollte die gesamte Unterseite wieder mit einer Klebefolie bedeckt werden.

    Die Folie verhindert zusätzlich, das Feuchtigkeit eindringen kann.


    Neue Gummidichtungen für Steckerbaugruppe und Gehäusedeckel sind beim Iltisshop.be zu bekommen.


    Nach Austausch bzw Überprüfung dieser Bauteile arbeitet das TSZ I.d.R. wieder annähernd mit einem PPV von 6:4 .


    In der Praxis hat es entweder

    5,9:4,1

    6:4 oder

    6,1:3,9


    Die Abweichung vom Sollwert des PPV entteht durch minimale Abweichungen der einzelnen Bauteile von ihrem jeweiligen Sollwert.



    Das exakte Angleichen des PPV (durch Veränderung des Wiederstandswertes von R6) werde ich nochmal separat erklären. (Dazu bedarf es allerdings weiterer technischer Ausrüstung, die bei den wenigsten von euch vorhanden sein dürfte)


    Ob das wirklich notwendig oder nur der Hang zur Perfektion ist, sei dahingestellt.


    Im Auslieferungszustand ist auf den Platinen jedenfalls ein 10 Kiloohm Wiedersatnd als R6 verbaut.

    Da ist nichts angeglichen.


    Markus

    Hallo Detlef,


    Das wäre sicherlich interessant und technisch auch bestimmt machbar.

    Ich befürchte aber, das bei einer solchen Lösung die Plug an play Kompatibilität wegfallen würde.

    Ähnlich wie bei Lösungsansätzen für die Anschlußverbindungen der "Bröselkabel" am TSZ.


    Die Erneuerung der Bauteile auf der Platine ist ja rein handwerklich kein Hexenwerk - halt nur sehr arbeitsintensiv.

    (vom vorsichtigen öffnen des TSZ bis zum ordentlichen und wasserdichten Zusammenbau)


    Markus hat doch einen 'Zündungsprüfstand' (?)

    Ja, ich habe mir eine komplette Iltiszündanlage auf einem Brett als "Teststand" aufgebaut. Der ZVT wird von einem Nähmaschinenmotor angetrieben.

    Mir fehlt aber nahezu jegliches elektronisches Fachwissen um das ganze zu digitalisieren.


    VG Markus

    Für mich als Schlosser, hast du das sehr gut und verständlich rübergebracht.

    Danke, das war auch Sinn und Zweck.


    Die Revisionen im großen Umfang zu machen wird schwierig.


    Es ist sehr zeitaufwändig das vernünftig zu machen.

    Deshalb habe ich ja versucht es so zu beschreiben, das es mit etwas Geschick und auch etwas Mut für neues für viele selbst machbar sein sollte.


    Markus